Wem gehört Immowelt? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Immowelt

Immowelt ist nach ImmoScout24 das zweitgrößte Immobilienportal Deutschlands und wird von der AVIV Germany GmbH in Nürnberg betrieben. Die Eigentümerfrage hat sich 2025 grundlegend verändert: Seit der Abspaltung des Kleinanzeigengeschäfts von Axel Springer am 29. April 2025 gehört die Muttergesellschaft AVIV Group mehrheitlich den Finanzinvestoren KKR und CPP Investments, Axel Springer hält nur noch rund 10 Prozent. Zuvor hatte der Medienkonzern Immowelt seit 2015 kontrolliert und seit 2019 allein besessen. Stand Januar 2026 zählt das Nürnberger Unternehmen rund 350 Mitarbeiter.

Key Takeaways

  • Betreiberin von immowelt.de ist die AVIV Germany GmbH in Nürnberg, eine hundertprozentige Tochter der AVIV Group mit Sitz in Berlin.
  • Seit der Axel-Springer-Aufspaltung am 29. April 2025 halten KKR und CPP Investments die Mehrheit an der AVIV Group, Axel Springer ist mit rund 10 Prozent nur noch Minderheitsgesellschafter.
  • Axel Springer war 2015 mit 55 Prozent bei der Immowelt Group eingestiegen und übernahm im Oktober 2019 die restlichen Anteile von der Rheinischen Post Mediengruppe, dem Münchner Zeitungsverlag und den beiden Gründern.
  • Das Unternehmen wurde 1991 in Nürnberg als DataConcept GmbH gegründet, das Portal immowelt.de ging 1996 online.
  • Seit November 2025 führt Theo Mseka das Unternehmen als CEO; im Januar 2026 kündigte immowelt an, die Schwestermarke immonet vollständig in immowelt aufgehen zu lassen.
  • Umsatz- und Gewinnzahlen von AVIV Germany werden nicht veröffentlicht; das gesamte Classifieds-Geschäft wurde bei der Aufspaltung Medienberichten zufolge mit rund 10 Milliarden Euro bewertet.
Nameimmowelt (Betreiberin: AVIV Germany GmbH)
GegründetMärz 1991 als DataConcept GmbH, Portalstart 1996
HauptsitzNürnberg (weitere Standorte Hamburg und Berlin)
BrancheImmobilienportale, Software für die Immobilienwirtschaft
EigentümerAVIV Group (100 %); diese gehört mehrheitlich KKR und CPP Investments, Axel Springer hält rund 10 % (Stand 2026)
Umsatznicht öffentlich ausgewiesen
Mitarbeiterrund 350 (Stand Januar 2026, Unternehmensangabe)

Geschichte und Herkunft

Immowelt ist ein Nürnberger Gewächs. Im März 1991 gründeten Carsten Schlabritz und Jürgen Roth die DataConcept GmbH, die zunächst Software für Immobilienmakler entwickelte. 1996 ging das Portal immowelt.de online, im Oktober 2000 firmierte das Unternehmen in Immowelt AG um, 2009 folgte mit immowelt.at das erste Portal außerhalb Deutschlands.

Der entscheidende Einschnitt kam im Frühjahr 2015: Die Immowelt AG schloss sich mit der Immonet GmbH zusammen, dem Immobilienportal von Axel Springer. In der neuen Immowelt Group übernahm Axel Springer 55 Prozent und zahlte den bisherigen Hauptgesellschaftern laut Horizont 131 Millionen Euro; die Münchner Markt Gruppe und die Gründer blieben zunächst Minderheitspartner. Im Oktober 2019 erwarb Axel Springer auch die restlichen Anteile und brachte Immowelt vollständig in seine 2018 gegründete Holding AVIV Group ein. Im August 2021 wurde aus der Immowelt AG die immowelt GmbH, im Februar 2024 die AVIV Germany GmbH.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Immowelt? Eigentümerstruktur mit AVIV Germany, AVIV Group, KKR, CPP Investments und Axel Springer 2026
Wem gehört Immowelt? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümerkette ist dreistufig. Die Marke immowelt gehört der AVIV Germany GmbH in Nürnberg, einer hundertprozentigen Tochter der Berliner AVIV Group. Diese bündelt neben immowelt die französischen Portale SeLoger, Logic-Immo und Meilleurs Agents, das belgische Immoweb und das israelische Yad2. Hinter der AVIV Group stehen seit dem 29. April 2025 KKR und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments als Mehrheitseigentümer, Axel Springer hält als Co-Minderheitsgesellschafter rund 10 Prozent. Die genaue Aufteilung zwischen KKR und CPP Investments wird nicht veröffentlicht.

Hintergrund ist die Aufspaltung von Axel Springer. KKR war 2019 beim Medienkonzern eingestiegen und hielt zusammen mit CPP Investments zuletzt 48,5 Prozent. Im September 2024 kündigten die Partner die Trennung von Medien- und Kleinanzeigengeschäft an, die Verträge wurden am 20. Dezember 2024 unterzeichnet. Seit dem Vollzug gehört das Mediengeschäft mit Bild, Welt und Politico zu rund 95 Prozent Friede Springer und Mathias Döpfner, während StepStone und AVIV Group als eigenständige Joint Ventures unter Führung von KKR und CPP Investments weitergeführt werden. Medienberichten zufolge wurde das Classifieds-Geschäft dabei mit rund 10 Milliarden Euro bewertet.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Nach dem Eigentümerwechsel hat immowelt die Führung fast komplett ausgetauscht. Im Juni 2025 kam Robert Wagner als COO aus der AVIV Group nach Nürnberg, zum 1. November 2025 übernahm Theo Mseka den Posten des CEO; er leitete zuvor die Portale Private Property in Südafrika und Hepsiemlak in der Türkei. CEO der Muttergesellschaft AVIV Group ist Vladimir Pravdivy. Bis Anfang 2026 wurde das Management mit Frida Elisson (CMO), Dmitry Korolkov (CTO), Sanam Moayedi-Stummer (CHRO) und James Brooke van Laack (CPO) weiter verstärkt.

Am 23. Januar 2026 kündigte das Unternehmen eine Ein-Marken-Strategie an: Die seit 2015 parallel geführte Schwestermarke immonet geht vollständig in immowelt auf, die Angebote beider Portale sind gebündelt auf immowelt.de zu finden. Die frei werdenden Ressourcen sollen in KI-gestützte Produkte und in Marketingkampagnen in Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen fließen, um Marktanteile gegenüber ImmoScout24 zu gewinnen.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Immowelt verdient sein Geld als Online-Marktplatz für Miet- und Kaufimmobilien: Makler, Bauträger und Vermieter zahlen für Inserate, die Suche ist für Privatpersonen kostenlos. Hinzu kommen Finanzierungsservices und Software für die Immobilienwirtschaft sowie die Portale bauen.de, umzugspreisvergleich.de, Umzugsauktion.de und immowelt.at.

Finanzkennzahlen sind rar, da weder AVIV Germany noch die AVIV Group Umsatz oder Ergebnis veröffentlichen. Laut Pressemappe vom Januar 2026 beschäftigt AVIV Germany rund 350 Mitarbeiter in Nürnberg, Hamburg und Berlin; 2019 waren es noch rund 600 an acht Standorten. Die Reichweite gibt das Unternehmen mit rund 30 Millionen monatlichen Visits auf immowelt.de (Stand Januar 2026) und rund 600.000 auf immowelt.at (Stand April 2025) an.

Marke und Marktposition

Im deutschen Portalmarkt gilt immowelt als klare Nummer zwei hinter ImmoScout24, das zur börsennotierten Scout24 SE gehört. Dieser Abstand war 2015 der Grund für die Fusion mit immonet: Axel Springer wollte mit einem größeren Portal zum Marktführer aufschließen.

Mit der Ein-Marken-Strategie seit Anfang 2026 setzt das Unternehmen auf Reichweite statt auf parallele Portale. Ob KKR und CPP Investments die AVIV Group langfristig halten, an die Börse bringen oder weiterverkaufen, ist öffentlich nicht bekannt.

FAQ

Wem gehört Immowelt heute? Immowelt gehört der AVIV Germany GmbH in Nürnberg, einer hundertprozentigen Tochter der AVIV Group. Diese gehört seit dem 29. April 2025 mehrheitlich KKR und CPP Investments, Axel Springer hält noch rund 10 Prozent.

Gehört Immowelt noch zu Axel Springer? Nur noch zu einem kleinen Teil. Axel Springer war von 2015 bis 2019 Mehrheits- und bis 2025 Alleineigentümer, hat die AVIV Group im Zuge der Konzernaufspaltung 2025 aber an KKR und CPP Investments abgegeben und hält seitdem rund 10 Prozent.

Was ist die AVIV Group? Die AVIV Group wurde 2018 von Axel Springer gegründet, um seine europäischen Immobilienportale zu bündeln: immowelt in Deutschland, SeLoger und Meilleurs Agents in Frankreich, Immoweb in Belgien und Yad2 in Israel.

Gibt es immonet noch? Immonet war ab 2015 die Schwestermarke von immowelt. Im Januar 2026 kündigte das Unternehmen an, immonet vollständig in immowelt aufgehen zu lassen; die Inserate beider Portale werden gebündelt auf immowelt.de angeboten.

Wo sitzt Immowelt und wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen? Der Hauptsitz liegt seit 1991 in Nürnberg, weitere Standorte sind Hamburg und Berlin. Stand Januar 2026 beschäftigt AVIV Germany rund 350 Mitarbeiter.

Wie viel Umsatz macht Immowelt? Weder AVIV Germany noch die AVIV Group veröffentlichen Umsatz- oder Gewinnzahlen. Belastbare aktuelle Umsatzangaben sind daher nicht öffentlich bekannt.

Fazit

Wer heute fragt, wem Immowelt gehört, landet nicht mehr bei Axel Springer, sondern bei KKR und CPP Investments. Sie kontrollieren seit April 2025 die AVIV Group, in der das Nürnberger Portal mit SeLoger, Immoweb und Yad2 gebündelt ist, während Axel Springer nur noch rund 10 Prozent hält. Operativ bedeutet der Eigentümerwechsel vor allem Tempo: neue Führung, die Verschmelzung von immonet in immowelt und ein klarer Wachstumsauftrag gegen ImmoScout24. Belastbare Umsatzzahlen bleibt das Unternehmen weiterhin schuldig.