Crunchyroll ist der weltweit größte Streaming-Dienst für Anime und gehört seit August 2021 zum japanischen Sony-Konzern. Die Crunchyroll LLC wird als Joint Venture von Sony Pictures Entertainment und dem Anime-Produzenten Aniplex geführt, einer Tochter von Sony Music Entertainment Japan. Sony hatte die Plattform für 1,175 Milliarden US-Dollar von AT&T übernommen und 2022 mit dem eigenen Anime-Dienst Funimation verschmolzen. Im Mai 2026 meldete Crunchyroll 21 Millionen zahlende Abonnenten.
Key Takeaways
- Crunchyroll gehört zum Sony-Konzern und wird als Joint Venture von Sony Pictures Entertainment und Aniplex betrieben.
- Sony übernahm die Plattform am 9. August 2021 für 1,175 Milliarden US-Dollar von AT&T.
- Die Plattform startete am 14. Mai 2006 als Fan-Videoseite von Kun Gao, James Lin, Brandon Ooi und Vu Nguyen.
- Im März 2022 wurden Funimation, Wakanim und VRV in Crunchyroll zusammengeführt.
- Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg von 5 Millionen (2021) über 17 Millionen (2025) auf 21 Millionen (Mai 2026).
- Präsident ist Rahul Purini; die genauen Anteile der beiden Gesellschafter veröffentlicht Sony nicht.
- 2025 gründeten Crunchyroll und Aniplex das Tokioter Produktionsstudio Hayate Inc.
| Name | Crunchyroll, LLC |
|---|---|
| Gegründet / Geboren | 2006 (Plattformstart 14. Mai 2006, Firmengründung 6. Juni 2006 als Code Mobs Inc.) |
| Beruf / Funktion bzw. Branche | Anime-Streaming, Lizenzierung und Vertrieb von Anime, Manga, Games und Merchandise |
| Unternehmen / Sitz | Crunchyroll, LLC, Raum Los Angeles (Kalifornien), USA; Standorte u. a. in Tokio, Paris, Lausanne und Berlin |
| Eigentümer bzw. Familie/Wohnort (nur falls belegt) | Joint Venture von Sony Pictures Entertainment und Aniplex; Konzernmutter Sony Group Corporation, Tokio |
| Einnahmequellen / Vermögensbasis | Abonnements (21 Millionen zahlende Nutzer, Mai 2026), Werbung, Heimkino, Kinoverleih, Merchandise, Games, Manga |
Geschichte und Herkunft
Crunchyroll ging am 14. Mai 2006 in Kalifornien online. Die Gründer Kun Gao, James Lin, Brandon Ooi und Vu Nguyen starteten die Seite als Videoplattform für Anime-Fans, auf der anfangs auch nicht lizenzierte Inhalte landeten. Die Firma wurde am 6. Juni 2006 als Code Mobs Inc. gegründet und hieß ab August 2008 Crunchyroll Inc. Mit Lizenzverträgen japanischer Rechteinhaber wurde aus der Fan-Seite ein regulärer Streaming-Dienst.
2013 übernahm die Chernin Group des Medienmanagers Peter Chernin die Mehrheit. Ein Jahr später gründeten AT&T und die Chernin Group das Gemeinschaftsunternehmen Otter Media, das zum Mehrheitseigentümer wurde; 2015 kam Crunchyroll unter das Dach Ellation. 2018 kaufte AT&T die restlichen Anteile an Otter Media und ordnete Crunchyroll seiner Mediensparte WarnerMedia zu. Im Februar 2017 zählte der Dienst erstmals eine Million zahlende Abonnenten.
Dann griff Sony zu. Am 9. Dezember 2020 kündigte Sony Pictures Entertainment die Übernahme für 1,175 Milliarden US-Dollar an; am 9. August 2021 wurde der Kauf abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Crunchyroll rund 5 Millionen zahlende Abonnenten.
Eigentümerstruktur im Detail

An der Spitze der Eigentümerkette steht die Sony Group Corporation mit Sitz in Tokio, notiert an den Börsen in Tokio und New York. Ihr gehört zu 100 Prozent die US-Filmsparte Sony Pictures Entertainment. Der zweite Gesellschafter der Crunchyroll LLC ist Aniplex, ein japanischer Anime-Produzent und Rechtehändler, der seinerseits eine Tochter von Sony Music Entertainment Japan ist. Beide Partner stammen also aus demselben Konzern, aber aus unterschiedlichen Sparten.
Die Grundlage dafür wurde vor der Crunchyroll-Übernahme gelegt: 2017 erwarb Sony Pictures Television für 143 Millionen US-Dollar die Kontrolle über den texanischen Anime-Vertrieb Funimation. 2019 bündelte Sony seine internationalen Anime-Aktivitäten, darunter Wakanim in Frankreich und die Madman Anime Group in Australien, in der Funimation Global Group, einem Joint Venture von Sony Pictures und Aniplex. Crunchyroll wurde 2021 in diese Gruppe eingegliedert. Am 24. Februar 2022 wurde die Funimation Global Group in Crunchyroll, LLC umbenannt, am 1. März 2022 folgte die Zusammenlegung von Funimation, Wakanim und VRV unter der Marke Crunchyroll.
Die genaue Aufteilung der Anteile zwischen Sony Pictures Entertainment und Aniplex hat Sony nie veröffentlicht. Crunchyroll ist nicht börsennotiert; investieren lässt sich nur indirekt über die Aktie der Sony Group.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Im März 2025 gründeten Aniplex und Crunchyroll das Produktionsstudio Hayate Inc. in Tokio, das exklusive Anime-Serien für die Plattform herstellen soll. Geführt wird Hayate von den Aniplex-Managern Masanori Miyake und Leo Watanabe; erste Produktionen wurden für 2026 angekündigt. Im April 2026 übernahm Hayate zudem das Animationsstudio Lay-duce. Damit steigt Sony auf der Produktionsseite tiefer in die Wertschöpfungskette ein.
Parallel baute Crunchyroll die Organisation um. Im August 2025 kündigte Präsident Rahul Purini Stellenstreichungen an; Entwicklungszentren in den USA, Mexiko und Indien sollen den Dienst technisch vorantreiben. Im März 2026 folgte eine kleinere Entlassungsrunde, vor allem im E-Commerce. Bereits im August 2024 war der Dienst in Indien und Indonesien mit lokalisierten Inhalten gestartet.
Kommerziell läuft es gut. Am 8. Mai 2026 meldete Crunchyroll 21 Millionen zahlende Abonnenten, nach 17 Millionen im Mai 2025. Im Januar 2026 wurden 4,4 Milliarden Minuten gestreamt, mehr als doppelt so viel wie im Januar 2024. Im Kino spielte „Demon Slayer: Infinity Castle“ laut Sony rund 490 Millionen US-Dollar außerhalb Japans ein. Konzernchef Hiroki Totoki stellte Anime im Frühjahr 2026 als Wachstumspfeiler des Konzerns heraus.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Crunchyroll verdient in erster Linie an Abonnements. Die werbefreien Tarife bieten Zugriff auf mehr als 50.000 Episoden von Serien, Filmen und Specials, häufig kurz nach der japanischen Erstausstrahlung. Hinzu kommen ein werbefinanziertes Gratisangebot, Merchandise, Spiele im Crunchyroll Game Vault, Manga sowie Kinoverleih und Heimkino-Vertrieb.
Eigene Umsatzzahlen veröffentlicht Crunchyroll nicht; sie gehen in den Zahlen von Sony Pictures Entertainment auf. Dort stieg der Umsatz des Bereichs Medien-Netzwerke, zu dem Crunchyroll gehört, im Geschäftsjahr 2025/26 laut Sony um 13 Prozent auf rund 3,17 Milliarden US-Dollar. Crunchyroll beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter an 15 Standorten (Stand 2025) und ist in über 200 Ländern und Gebieten verfügbar.
Marken und Beteiligungen
Zum Unternehmen gehören neben der Streaming-Plattform Crunchyroll Games, Crunchyroll Manga und der Crunchyroll Store. In Europa fußt das Geschäft auf der 2019 übernommenen Viz Media Europe Group, heute Crunchyroll EMEA: Dazu zählen die Crunchyroll SAS in Paris, die Crunchyroll SA in Lausanne (bis April 2020 Viz Media Switzerland) und deren deutsche Tochter Crunchyroll GmbH in Berlin, die sich zum 1. Mai 2022 von AV Visionen GmbH umbenannt hat. Unter dem Label Kazé vertreibt die Gruppe im deutschsprachigen Raum Anime auf Datenträgern, Manga und Kinofilme.
FAQ
Wem gehört Crunchyroll? Dem Sony-Konzern. Die Crunchyroll LLC ist ein Joint Venture von Sony Pictures Entertainment und Aniplex (Sony Music Entertainment Japan); die Anteilsverteilung wird nicht veröffentlicht.
Wie viel hat Sony für Crunchyroll bezahlt? 1,175 Milliarden US-Dollar an AT&T. Der Kauf wurde im Dezember 2020 angekündigt und am 9. August 2021 abgeschlossen.
Ist Crunchyroll an der Börse? Nein. Börsennotiert ist nur die Konzernmutter Sony Group Corporation in Tokio und New York.
Wie viele Abonnenten hat Crunchyroll? Im Mai 2026 waren es 21 Millionen zahlende Abonnenten, ein Jahr zuvor 17 Millionen und bei der Sony-Übernahme 2021 rund 5 Millionen.
Was ist aus Funimation geworden? Funimation ging 2022 in Crunchyroll auf; der eigene Streaming-Dienst wurde am 2. April 2024 abgeschaltet.
Wer führt Crunchyroll? Präsident ist Rahul Purini; Gita Rebbapragada ist operative Chefin (COO), Asa Suehira Chief Content Officer.
Fazit
Die Frage „Wem gehört Crunchyroll?“ lässt sich klar beantworten: dem Sony-Konzern, der die Plattform über die Filmsparte Sony Pictures Entertainment und den Anime-Produzenten Aniplex kontrolliert. Aus der 2006 gestarteten Fan-Seite ist nach den Stationen Chernin Group, Otter Media und AT&T der Kern von Sonys Anime-Geschäft geworden. Mit 21 Millionen zahlenden Abonnenten und einem eigenen Studio in Tokio ist Crunchyroll 2026 der zentrale Baustein einer Strategie, die Anime zum globalen Massenmarkt macht.
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