Wem gehört Cube? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Cube?

Cube ist der umsatzstärkste Fahrradhersteller Deutschlands und gehört keinem Konzern, sondern seinem Gründer: Marcus Pürner baute die Marke 1993 im oberpfälzischen Waldershof auf und führt sie bis heute als Inhaber. Rechtlich firmiert das Unternehmen als Pending System GmbH & Co. KG, ist nicht börsennotiert und hat keinen externen Investor an Bord. Im Geschäftsjahr 2022/23 setzte die Gesellschaft laut velobiz.de rund 1,63 Milliarden Euro um, beschäftigt mehr als 1.000 Menschen und verkauft über eine Million Räder pro Jahr. Während die Branche 2025 und 2026 von Insolvenzen geprägt ist, investiert Cube rund 40 Millionen Euro in ein neues Hochregallager.

Key Takeaways

  • Cube gehört dem Gründer Marcus Pürner, der das Unternehmen 1993 in Waldershof (Oberpfalz) aufbaute und bis heute als Inhaber führt.
  • Träger der Marke ist die Pending System GmbH & Co. KG; Komplementärin ist die Pending System GmbH, Geschäftsführer ist Andreas Foti.
  • Das Unternehmen ist nicht börsennotiert, ein Fremdinvestor oder Anteilsverkauf ist nicht bekannt.
  • Der Umsatz stieg von rund 393 Millionen Euro (2016/17) über 1,162 Milliarden Euro (2021/22) auf etwa 1,63 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2022/23.
  • Cube beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und verkauft über eine Million Fahrräder und E-Bikes jährlich in rund 67 Ländern.
  • Trotz Branchenkrise kündigte Pürner im Februar 2026 an, keine Stellen abzubauen; ein rund 40 Millionen Euro teures Hochregallager soll Ende 2027 fertig sein.
NameCube (Pending System GmbH & Co. KG)
Gegründet / Geboren1993 in Waldershof durch Marcus Pürner
Beruf / Funktion bzw. BrancheFahrradhersteller (Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes, E-Bikes, Bekleidung, Zubehör)
Unternehmen / SitzPending System GmbH & Co. KG, Waldershof (Oberpfalz, Bayern)
Eigentümer bzw. Familie/Wohnort (nur falls belegt)Marcus Pürner, Gründer und Inhaber; inhabergeführt, nicht börsennotiert
Einnahmequellen / VermögensbasisVerkauf von Fahrrädern und E-Bikes über den Fachhandel, Bekleidung und Zubehör; Umsatz 2022/23 rund 1,63 Milliarden Euro

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von Cube beginnt im Stuhlbaubetrieb von Marcus Pürners Vater in Waldershof im Fichtelgebirge, auf rund 50 Quadratmetern, während Pürner noch in München studierte. Mit den Kommilitonen Michael Prell, Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald – Letzterer gründete später den Konkurrenten Ghost – verkaufte er zunächst modifizierte Räder eines bayerischen Herstellers. Die Marke hieß erst „Slickrock“, dann „Move“ und trägt seit 1993 den Namen Cube.

Den entscheidenden Schritt beschrieb Pürner 2018 gegenüber velobiz.de selbst: die Bestellung des ersten Containers mit 160 Mountainbikes aus Asien. Aus dem Importgeschäft wurde ein Montagebetrieb, der in 15 Bauabschnitten am Stammsitz wuchs. Eine große Vision habe es nie gegeben, sagte Pürner. Vom Mountainbike-Spezialisten wurde Cube in rund 15 Jahren zum Vollsortimenter; der späte Einstieg ins E-Bike-Geschäft wurde zum wichtigsten Wachstumstreiber.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Cube? Eigentümerstruktur und Kennzahlen des Fahrradherstellers 2026
Wem gehört Cube? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Cube?“ ist ungewöhnlich einfach: Cube gehört Marcus Pürner. Der Gründer wird von Branchenmedien und vom Unternehmen als Inhaber geführt. Es gibt keine Börsennotierung, keinen Finanzinvestor und keine bekannten Anteilsverkäufe. Genaue Beteiligungsquoten veröffentlicht die Gesellschaft nicht; als Personengesellschaft ist sie dazu auch nicht verpflichtet.

Rechtlich steht hinter der Marke die Pending System GmbH & Co. KG, eingetragen beim Amtsgericht Weiden unter HRA 1369. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Pending System GmbH (HRB 952). Als Geschäftsführer tritt Andreas Foti auf, der laut velobiz.de bereits 2010 als zweiter Geschäftsführer neben Bastian Rössler in die Leitung aufgenommen wurde. Die strategische Führung liegt weiterhin bei Pürner.

Um die KG herum existieren weitere Gesellschaften, die velobiz.de 2025 nennt: die Einkaufsgesellschaft EBPG GmbH (804,5 Millionen Euro Umsatz) und die ZPG GmbH & Co. KG für Produktion und Komponenten (1,443 Milliarden Euro). Deren Zahlen überschneiden sich mit denen der Muttergesellschaft; der Umsatz von rund 1,63 Milliarden Euro bezieht sich auf die Pending System GmbH & Co. KG.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Die Fahrradbranche steckt seit dem Ende des Pandemie-Booms in einer tiefen Krise. Nach Daten des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) sank der deutsche Marktumsatz 2024 um rund zehn Prozent auf 6,3 Milliarden Euro; 2025 gingen die Verkäufe um weitere 3,9 Prozent auf 3,8 Millionen Räder zurück, der Umsatz fiel um 7,7 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro. Überproduktion und Rabatte von 50 bis 70 Prozent setzten selbst großen Namen zu: YT Industries, Syntace, HiBike, Sprick Cycle und Möve Mobility meldeten Insolvenz an, Canyon kündigte im Januar 2026 den Abbau von 320 Stellen an.

Cube schlägt sich in diesem Umfeld vergleichsweise robust. Im Februar 2026 erklärte Marcus Pürner gegenüber Frankenpost und Onetz: „Wir planen keinen Stellenabbau.“ Die Nachfrage nach E-Bikes, Rennrädern und Gravelbikes trage das Geschäft. Zugleich startete am Stammsitz ein 37 Meter hohes, vollautomatisiertes Hochregallager mit rund 50.000 Palettenplätzen, das laut Oberpfalz-Echo etwa 40 Millionen Euro kostet und Ende 2027 in Betrieb gehen soll. Es ersetzt Außenlager in Hof, Oberkotzau, Röslau und Trabitz und spart täglich rund 2.500 Lkw-Kilometer.

Im Dezember 2025 rief Cube Carbongabeln der Rennradserie Agree C:62 zurück, im Mai 2026 folgte ein Rückruf von rund 25.000 E-Bikes des Modelljahrs 2026 wegen einer möglicherweise fehlerhaften Pedal-Kurbel-Verbindung. Im Profiradsport wechselte Cube die Seiten: Nach dem Ende der langjährigen Partnerschaft mit Intermarché-Wanty rüstet der Hersteller seit 2026 das französische Team TotalEnergies aus. Im August 2026 präsentierte Cube planmäßig das Modelljahr 2027.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Anders als Direktversender wie Canyon verkauft Cube ausschließlich über autorisierte Fachhändler und Cube Stores. Rahmen und viele Komponenten stammen von Zulieferern in Asien, etwa aus Taiwan und Kambodscha; die Endmontage findet in Waldershof statt. Über eine Million Fahrräder und E-Bikes pro Jahr verlassen das Werk, verkauft werden sie in rund 67 Ländern.

Die Umsatzentwicklung zeigt das Wachstum: 2016/17 lag der Umsatz bei mehr als 393 Millionen Euro, 2020/21 erstmals über der Milliardengrenze bei 1,049 Milliarden Euro mit einem Jahresüberschuss von 11,36 Millionen Euro. 2021/22 folgten 1,162 Milliarden Euro, 2022/23 laut velobiz.de rund 1,63 Milliarden Euro. Damit ist Cube mit großem Abstand die Nummer eins in Deutschland, vor Canyon mit 792 Millionen Euro (2024). Neuere Bilanzzahlen waren im September 2026 noch nicht öffentlich. Die Belegschaft wuchs von rund 450 Mitarbeitern im Jahr 2016 auf heute mehr als 1.000; das Werksgelände in Waldershof umfasst rund 55.000 Quadratmeter, hinzu kommt ein 11.500 Quadratmeter großes Lager im nahen Lorenzreuth.

FAQ

Wem gehört Cube? Cube gehört dem Gründer Marcus Pürner, der das Unternehmen 1993 in Waldershof aufbaute und bis heute als Inhaber führt. Die Marke ist nicht börsennotiert, ein externer Investor ist nicht bekannt.

Wie heißt die Firma hinter Cube? Träger der Marke ist die Pending System GmbH & Co. KG mit Sitz in Waldershof, eingetragen beim Amtsgericht Weiden. Komplementärin ist die Pending System GmbH, Geschäftsführer ist Andreas Foti.

Wie viel Umsatz macht Cube? Im Geschäftsjahr 2022/23 lag der Umsatz laut velobiz.de bei rund 1,63 Milliarden Euro, nach 1,162 Milliarden Euro im Jahr 2021/22. Damit ist Cube der größte Fahrradhersteller Deutschlands.

Wo werden Cube-Fahrräder produziert? Die Endmontage erfolgt am Stammsitz in Waldershof in der Oberpfalz. Rahmen und viele Komponenten werden von Zulieferern in Asien, etwa in Taiwan und Kambodscha, gefertigt.

Ist Cube von der Fahrradkrise betroffen? Der Gesamtmarkt schrumpfte 2024 und 2025 deutlich. Cube erklärte im Februar 2026, keine Stellen abzubauen, und investiert rund 40 Millionen Euro in ein neues Hochregallager.

Fazit

Cube ist ein seltener Fall in der Fahrradindustrie: ein Milliardenunternehmen, das nach über 30 Jahren immer noch dem Gründer gehört und ohne Börse, Private Equity oder Konzernmutter auskommt. Dass Cube mitten in der Branchenkrise 2025/2026 rund 40 Millionen Euro in Waldershof investiert und Stellenabbau ausschließt, zeigt, wie viel Spielraum das inhabergeführte Modell verschafft. Wem Cube gehört, ist damit klar beantwortet.