hareico ist eine norddeutsche Wurstmarke für Würstchen, Mettwurst und Grillwaren, die mit dem Slogan „So schmeckt der Echte Norden“ wirbt. Rechtlich steht dahinter die DöllingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG mit Sitz in Mittelangeln (Ortsteil Satrup) in Schleswig-Holstein. Sie gehört zur Zur Mühlen Gruppe in Böklund, dem größten Wursthersteller Deutschlands, und damit zur Premium Food Group (bis 2024 Tönnies) der Familie Tönnies.
Key Takeaways
- hareico ist eine Marke der DöllingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG mit Sitz in Mittelangeln (Satrup), Schleswig-Holstein.
- Die Gesellschaft gehört zur Zur Mühlen Gruppe (Böklund), seit 2018 Teil der Tönnies-Gruppe, die seit 2025 Premium Food Group heißt.
- Gesellschafter sind nach letztem bekanntem Stand Robert Tönnies (50 Prozent), Clemens Tönnies (45 Prozent) und Maximilian Tönnies (5 Prozent).
- Die Familie Dölling verkaufte Döllinghareico 2016 an Maximilian Tönnies; die Werke Lübz (2017) und Elmshorn (ab 2019) wurden danach aufgegeben.
- Die Zur Mühlen Gruppe erzielte 2023 nach eigenen Angaben über 1 Mrd. Euro Umsatz mit rund 5.500 Beschäftigten an 14 Standorten.
- Die Premium Food Group meldete für 2024 rund 7,77 Mrd. Euro Umsatz und 20.366 Beschäftigte.
| Name | hareico (DöllingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG) |
|---|---|
| Gegründet | Zusammenschluss von Hareico und Dölling (Elmshorn, seit 1907) zu Döllinghareico Anfang 1999 |
| Sitz | Hans-Redlefsen-Straße 1, 24986 Mittelangeln (Satrup), Amtsgericht Flensburg HRA 10161 FL |
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Branche | Fleisch- und Wurstwaren |
| Konzernleitung | Maximilian Tönnies und Axel Knau (Zur Mühlen Gruppe) |
| Mitarbeiter | Zur Mühlen Gruppe rund 5.500 (2024); Premium Food Group 20.366 (2024) |
| Umsatz | Zur Mühlen Gruppe über 1 Mrd. Euro (2023); Premium Food Group 7,77 Mrd. Euro (2024) |
| Eigentümer | Zur Mühlen Gruppe → Premium Food Group ApS & Co. KG → Familie Tönnies (Robert, Clemens, Maximilian Tönnies) |
Geschichte und Herkunft
hareico war ursprünglich ein eigenständiger Fleischwarenhersteller aus Schleswig-Holstein. 1992 eröffnete es ein Werk im mecklenburgischen Lübz. 1998 übernahm der Elmshorner Konkurrent Dölling, dessen Familie seit 1907 Wurstwaren herstellte, das Unternehmen. Die „Lebensmittel Zeitung“ meldete im August 1998, dass beide Firmen Anfang 1999 zu einem Unternehmen mit rund 170 Mio. D-Mark Umsatz fusionieren. So entstand Döllinghareico mit Sitz in Elmshorn und den Marken hareico, Dölling und Landhof Lübz.
Das Familienunternehmen geriet unter Druck: 2009 musste es sanieren, 2011 übernahm Ole Dölling die Führung von seinem Vater Claus Dölling; damals arbeiteten rund 360 Mitarbeiter in Elmshorn und Lübz. Im November 2016 verkaufte die Familie Dölling ihre Anteile an Maximilian Tönnies, den Sohn von Clemens Tönnies, der bereits Gutfried (Nölke) kontrollierte. Angaben zu Gründern und Gründungsjahr der Marke hareico lassen sich öffentlich nicht verlässlich belegen, uamr.de verzichtet deshalb darauf.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette hat drei Stufen. Auf der ersten steht die DöllingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG. Komplementärin ist die Redlefsen Beteiligungsgesellschaft mbH, Kommanditistin die Böklunder Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, beides Gesellschaften der Zur Mühlen Gruppe. Der Sitz wurde 2020/2021 von Elmshorn nach Satrup verlegt.
Auf der zweiten Stufe steht die Zur Mühlen ApS & Co. KG in Böklund, aufgebaut von Peter zur Mühlen durch Übernahmen angeschlagener Wursthersteller. Schon vor 2005 erwarb Clemens Tönnies eine Mehrheitsbeteiligung, die zunächst treuhänderisch bei zur Mühlen lag. 2017 beschloss die Tönnies Holding die vollständige Übernahme, die EU-Kommission gab sie im Juli 2017 frei, vollzogen wurde sie zum 1. Januar 2018. Seitdem ist die Zur Mühlen Gruppe die Wurstsparte des Konzerns, geführt von Maximilian Tönnies und Axel Knau.
Auf der dritten Stufe steht die Premium Food Group ApS & Co. KG in Rheda-Wiedenbrück, bis Ende 2024 Tönnies Holding. Sie wird im Handelsregister als Gesellschafterin von DöllingHareico geführt, zuletzt mit Meldung vom März 2026. Nach dem letzten bekannt gemachten Stand hält Robert Tönnies 50 Prozent, Clemens Tönnies 45 Prozent und Maximilian Tönnies 5 Prozent, die ihm sein Vater 2017 übertragen hatte. Der jahrelange Streit zwischen Clemens und seinem Neffen Robert Tönnies endete am 4. August 2021: Beide Stämme erklärten das Zerrüttungsverfahren für beendet, die Anteile blieben unverändert.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Seit dem 1. Januar 2025 tritt der Mutterkonzern als Premium Food Group (PFG) auf. Die Umbenennung soll den Wandel vom Fleischbetrieb zum Lebensmittelkonzern mit neun Geschäftsbereichen zeigen; die Marke Tönnies bleibt dem Fleischgeschäft vorbehalten.
Im September 2025 genehmigte das Bundeskartellamt der Premium Food Group die Übernahme der Kontrolle über The Family Butchers (Marke Reinert, rund 700 Mio. Euro Umsatz 2023), die Nummer zwei des deutschen Wurstmarkts. Im Fleischgeschäft dagegen untersagte das Kartellamt im Juni 2025 den Kauf dreier süddeutscher Vion-Schlachthöfe; im November 2025 bot Clemens Tönnies den Rückzug an, 2026 gingen Crailsheim und Buchloe an andere Käufer.
Gleichzeitig strafft die Zur Mühlen Gruppe ihr Werksnetz: Im Januar 2026 kündigte sie die Schließung der Eberswalder-Produktion in Britz (Brandenburg) an, rund 500 Arbeitsplätze fallen weg. Bei hareico lief es ähnlich: Nach der Übernahme wurde das Werk Lübz mit 45 Beschäftigten 2017 geschlossen, 2019 folgte die Verlagerung der Elmshorner Produktion mit 137 Beschäftigten nach Böklund und Satrup. Die Marken hareico und Dölling blieben erhalten.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Eigene Umsatzzahlen für die Marke hareico veröffentlicht der Konzern nicht. Die Marke ist bei Edeka, Rewe und anderen Händlern mit Würstchen, Hot-Dog-Würstchen, Mettwurst, Salami sowie „Stadion“-Bratwurst vertreten. Die Zur Mühlen Gruppe produziert nach eigenen Angaben rund 2 Mrd. Verbrauchereinheiten im Jahr, beziffert ihren Marktanteil auf 22 Prozent und exportiert etwa ein Viertel in 40 Länder. Zum Portfolio gehören neben hareico und Dölling unter anderem Böklunder, Gutfried, Zimbo, Könecke und Redlefsen.
Der Mutterkonzern erzielte 2024 rund 7,77 Mrd. Euro Umsatz mit 20.366 Beschäftigten (2023: 7,3 Mrd. Euro, davon 4,1 Mrd. Euro in Deutschland). Die Zur Mühlen Gruppe kam 2023 auf über 1 Mrd. Euro Umsatz mit rund 5.500 Beschäftigten an 14 Standorten in Deutschland und Polen.
Kontroversen
Im Wurstkartell verhängte das Bundeskartellamt ab 2014 Bußgelder von insgesamt 338 Mio. Euro gegen 21 Hersteller, darunter die Zur-Mühlen-Töchter Böklunder Plumrose und Könecke. Deren Strafen von 128 Mio. Euro ließen sich 2016 nicht eintreiben, weil die Firmen zuvor liquidiert worden waren („Wurstlücke“). 2020 folgte der Corona-Ausbruch im Stammwerk Rheda-Wiedenbrück mit über 1.000 Infizierten.
FAQ
Wem gehört hareico? hareico gehört der DöllingHareico Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, einer Tochter der Zur Mühlen Gruppe, die seit 2018 zur Tönnies-Gruppe (heute Premium Food Group) der Familie Tönnies gehört.
Ist hareico börsennotiert? Nein. Weder DöllingHareico noch die Zur Mühlen Gruppe oder die Premium Food Group sind börsennotiert; alle Anteile liegen bei der Familie Tönnies.
Wo wird hareico heute produziert? Nach der Schließung der Werke Lübz (2017) und Elmshorn (ab 2019) wird an Standorten der Zur Mühlen Gruppe in Schleswig-Holstein produziert, vor allem in Böklund und Satrup.
Was hat hareico mit Dölling zu tun? Der Elmshorner Hersteller Dölling übernahm hareico 1998; Anfang 1999 entstand daraus Döllinghareico. Beide Marken werden bis heute parallel geführt.
Was hat sich 2025 und 2026 geändert? Die Holding heißt seit dem 1. Januar 2025 Premium Food Group, übernahm 2025 die Kontrolle über The Family Butchers, scheiterte mit dem Vion-Deal am Kartellamt und schließt 2026 das Eberswalder-Werk in Britz.
Fazit
hareico ist heute keine eigenständige Firma mehr, sondern eine von rund zwei Dutzend Marken im Wurstverbund der Familie Tönnies. Die Kette führt von der DöllingHareico GmbH & Co. KG über die Zur Mühlen Gruppe bis zur Premium Food Group, hinter der Robert, Clemens und Maximilian Tönnies stehen. Im Regal bleibt die norddeutsche Marke sichtbar, ihre Produktion ist längst in die Konzernstrukturen in Schleswig-Holstein integriert.
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