
Hacker-Pschorr ist eine der sechs Münchner Brauereien, die auf dem Oktoberfest ausschenken dürfen, und eine der ältesten Biermarken der Stadt. Hinter der Hacker-Pschorr Bräu GmbH steht heute die Paulaner Brauerei Gruppe, die zu 70 Prozent der Münchner Schörghuber Unternehmensgruppe und zu 30 Prozent dem niederländischen Braukonzern Heineken gehört. Hacker-Pschorr ist damit eine Marke in einem der drei größten deutschen Brauereiverbünde, der 2024 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielte.
Key Takeaways
- Die Hacker-Pschorr Bräu GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA mit Sitz in München.
- Die Paulaner Brauerei Gruppe gehört zu 70 Prozent der Schörghuber Unternehmensgruppe und zu 30 Prozent der Heineken International B.V.
- Die Wurzeln reichen bis 1417 zurück, als ein Brauhaus an der Ecke Sendlinger-/Hackenstraße erstmals als Hacker-Braustätte erwähnt wurde.
- Hacker und Pschorr fusionierten 1972 zur Hacker-Pschorr Bräu AG; 1979 übernahm Josef Schörghuber die Kapitalmehrheit.
- Seit 1998 werden die Hacker-Pschorr-Biere in den Anlagen der Paulaner Brauerei produziert, die seit Anfang 2016 in München-Langwied steht.
- Die Paulaner Brauerei Gruppe setzte 2024 rund 6,3 Mio. Hektoliter Bier ab und überschritt erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro.
- 2025 stieg der Gesamtausstoß der Gruppe ohne Kulmbacher um 13,8 Prozent auf 7,9 Mio. Hektoliter, der Umsatz legte um rund 7 Prozent zu.
| Name | Hacker-Pschorr Bräu GmbH |
|---|---|
| Gegründet | 1417 (erste Erwähnung der Hacker-Braustätte); 1972 Fusion zur Hacker-Pschorr Bräu AG |
| Sitz | Ohlmüllerstraße 42, 81541 München; Amtsgericht München, HRB 46584 |
| Eigentümer | Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA (diese: 70 % Schörghuber Unternehmensgruppe, 30 % Heineken) |
| Geschäftsführung | Jörg Biebernick, Thomas Drossé, Reinhard Kastl |
| Branche | Brauerei, Bier und alkoholfreie Getränke |
| Umsatz | Nicht gesondert ausgewiesen; Paulaner Brauerei Gruppe 2024: über 1 Mrd. Euro |
| Produktion | Paulaner Brauerei München-Langwied (Standort 2024: rund 4,5 Mio. hl) |
Eigentümerstruktur im Detail

Die Hacker-Pschorr Bräu GmbH ist eine Konzerngesellschaft der Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA. Beide Unternehmen sitzen in der Ohlmüllerstraße 42 in München; Paulaner-CEO Jörg Biebernick, Thomas Drossé und Reinhard Kastl sind laut Impressum zugleich Geschäftsführer der Hacker-Pschorr Bräu GmbH.
Die eigentliche Eigentümerfrage entscheidet sich eine Ebene höher. Die Paulaner Brauerei Gruppe gehört zu 70 Prozent der Schörghuber Stiftung + Co. Holding KG, der Dachgesellschaft der Schörghuber Unternehmensgruppe, und zu 30 Prozent der Heineken International B.V. Diese Aufteilung besteht seit dem 4. Juli 2017. Davor hielten beide Partner ihre Brauereibeteiligungen über das 2001 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Brau Holding International (BHI) mit 50,1 Prozent Schörghuber und 49,9 Prozent Heineken; mit der Verschmelzung von BHI und Paulaner sank der Heineken-Anteil auf 30 Prozent.
Die Schörghuber Unternehmensgruppe ist ein nicht börsennotiertes Familienunternehmen, gegründet von Josef Schörghuber (1920–1995) und heute von Florian Schörghuber als CEO geführt; zu ihr gehören auch die Hotelsparte Arabella Hospitality und die Bayerische Hausbau. Die Paulaner Brauerei Gruppe hält ihrerseits 63,8 Prozent an der börsennotierten Kulmbacher Brauerei AG.
Geschichte und Herkunft
Die Brauerei führt ihre Geschichte auf das Jahr 1417 zurück, als ein Brauhaus an der Ecke Sendlinger-/Hackenstraße erstmals als Hacker-Braustätte erwähnt wurde. Den entscheidenden Schub brachte das Jahr 1793: Joseph Pschorr (1770–1841) heiratete Maria-Theresia Hacker, die Tochter des Brauherrn Peter Paul Hacker, und übernahm die Braustätte seines Schwiegervaters. 1813 ließ er in der Landsberger Straße die sogenannte „Bierfestung“ errichten, einen Lagerkeller mit über 35.000 Hektolitern Kapazität, der als größter Deutschlands galt.
1820 errichtete Pschorr in der Neuhauser Straße zusätzlich die „Brauerei zum Pschorr“. Nach seinem Tod 1841 wurden die Betriebe getrennt geführt und bestanden über ein Jahrhundert nebeneinander. Erst 1972 fusionierten die beiden Pschorr-Unternehmen zur Hacker-Pschorr Bräu AG. 1979 übernahm der Münchner Bauunternehmer Josef Schörghuber die Kapitalmehrheit an Hacker-Pschorr und zugleich an Paulaner. 1998 wanderte die Produktion in die Anlagen der Paulaner Brauerei, 2006 übernahm Hacker-Pschorr die Weißbierbrauerei Hopf in Miesbach, und 2007 stellte die Marke als erste Münchner Brauerei ihr Flaschensortiment komplett auf Bügelverschluss um.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Hacker-Pschorr betreibt keine eigene Braustätte mehr; die Biere entstehen seit Anfang 2016 in der Paulaner Brauerei in München-Langwied, die den Standort am Nockherberg ersetzte. Dort wurden 2024 rund 4,5 Mio. Hektoliter Bier und alkoholfreie Getränke hergestellt. Separate Umsatz- oder Gewinnzahlen für die Hacker-Pschorr Bräu GmbH veröffentlicht die Gruppe nicht.
Aussagekräftig sind daher die Zahlen der Muttergesellschaft. Die Paulaner Brauerei Gruppe steigerte ihren Bierabsatz 2024 um 4,7 Prozent auf rund 6,3 Mio. Hektoliter und überschritt erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. Unter den deutschen Brauereigruppen belegt sie Platz drei. Das Sortiment umfasst Münchner Hell, Münchner Gold, Münchner Dunkel, Kellerbier, Hefe Weiße, Oktoberfestbier sowie Radler und alkoholfreie Varianten. Auf dem Oktoberfest ist Hacker-Pschorr mit dem Hacker-Festzelt („Himmel der Bayern“), der Pschorr Bräurosl und dem Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn vertreten.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Während der deutsche Biermarkt 2025 um rund 6 Prozent schrumpfte, wuchs die Paulaner Brauerei Gruppe im Heimatmarkt um 4,7 Prozent. Der Gesamtausstoß ohne die Kulmbacher-Beteiligung kletterte von 6,9 auf 7,9 Mio. Hektoliter, ein Plus von 13,8 Prozent, das vor allem auf Paulaner Spezi zurückgeht. Das Auslandsgeschäft legte um 9 Prozent zu und macht 36 Prozent des Bierabsatzes aus. Der Umsatz der Brauereigruppe stieg um rund 7 Prozent, ebenso das Hellbier-Segment, in dem auch Hacker-Pschorr positioniert ist.
Auf Konzernebene meldete die Schörghuber Gruppe im Mai 2026 für 2025 einen Umsatz von 1,79 Mrd. Euro und 6.744 Mitarbeiter; bereinigt um Sondereffekte aus einem Immobilienverkauf 2024 wuchs der Umsatz um 4 Prozent. Die Paulaner Brauerei Gruppe wurde dabei als wichtigster Wachstumstreiber genannt. An der Eigentümerstruktur mit 70 Prozent Schörghuber und 30 Prozent Heineken hat sich bis Herbst 2026 nichts geändert.
Zur 191. Wiesn im September 2026 präsentierte Braumeister Maximilian Mirlach das Hacker-Pschorr Oktoberfestbier mit 13,7 Prozent Stammwürze und 5,9 Volumenprozent Alkohol, laut Brauerei das dunkelste der Münchner Wiesnbiere.
FAQ
Wem gehört Hacker-Pschorr heute? Die Hacker-Pschorr Bräu GmbH gehört zur Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA. Diese ist zu 70 Prozent im Besitz der Schörghuber Unternehmensgruppe und zu 30 Prozent im Besitz von Heineken.
Ist Hacker-Pschorr eine eigenständige Brauerei? Rechtlich ja, operativ ist die GmbH vollständig in die Paulaner Brauerei Gruppe integriert; die Biere werden seit 1998 bei Paulaner gebraut, seit 2016 in München-Langwied.
Seit wann gehört Hacker-Pschorr zu Schörghuber? Josef Schörghuber übernahm 1979 die Kapitalmehrheit an Hacker-Pschorr und Paulaner. Seit der Verschmelzung von Brau Holding International und Paulaner im Juli 2017 gilt die heutige Aufteilung 70 zu 30 mit Heineken.
Wie viel Umsatz macht Hacker-Pschorr? Eigene Umsatzzahlen der Hacker-Pschorr Bräu GmbH werden nicht veröffentlicht. Die Muttergesellschaft Paulaner Brauerei Gruppe erzielte 2024 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz und wuchs 2025 um rund 7 Prozent.
Welche Marken gehören neben Hacker-Pschorr zur Paulaner Brauerei Gruppe? Unter anderem Paulaner, Auerbräu, Chiemseer, Fürstenberg, Hoepfner und Schmucker sowie über eine Beteiligung von 63,8 Prozent die Kulmbacher Brauerei AG.
Ist Hacker-Pschorr börsennotiert? Nein. Weder die Hacker-Pschorr Bräu GmbH noch die Paulaner Brauerei Gruppe oder Schörghuber sind börsennotiert; lediglich die Kulmbacher Brauerei AG wird an der Börse gehandelt.
Fazit
Die Frage „Wem gehört Hacker-Pschorr?“ hat eine klare Antwort: der Paulaner Brauerei Gruppe und damit mehrheitlich der Münchner Familie Schörghuber, die seit 1979 die Kontrolle hält, sowie zu 30 Prozent dem Heineken-Konzern. Die über 600 Jahre alte Marke wird in Langwied Seite an Seite mit Paulaner gebraut.
Wirtschaftlich steht die Marke auf einem stabilen Fundament: Die Eigentümergruppe wächst gegen den schrumpfenden deutschen Biermarkt, hat 2024 die Umsatzmilliarde geknackt und 2025 den Ausstoß weiter gesteigert. Hacker-Pschorr bleibt der Münchner Wiesn- und Hellbier-Spezialist in einem Verbund, dessen Eigentümerstruktur sich auch 2026 nicht verändert hat.