
Gorenje ist der bekannteste Hausgerätehersteller Sloweniens und seit 2018 Teil des chinesischen Elektronikkonzerns Hisense aus Qingdao. Hisense sicherte sich damals per Übernahmeangebot 95,42 Prozent der Aktien, drängte 2019 die restlichen Aktionäre heraus und nahm das Unternehmen von der Börse. Heute firmiert Gorenje als GmbH slowenischen Rechts (d.o.o.) mit Sitz in Velenje und ist das größte Unternehmen der Hisense Europe Group. Stand 2026 meldet Gorenje Rekordumsätze, baut aber zugleich Stellen ab.
Key Takeaways
- Gorenje gehört zu 100 Prozent der chinesischen Hisense-Gruppe, die 2018 zunächst 95,42 Prozent der Aktien übernahm und 2019 die Minderheitsaktionäre per Squeeze-out abfand.
- Das Übernahmeangebot lautete auf 12 Euro je Aktie, was einer Bewertung des gesamten Unternehmens von rund 293 Mio. Euro entsprach.
- Seit 2019 ist Gorenje nicht mehr börsennotiert und firmiert als d.o.o.
- Gorenje erzielte 2025 mit 3,12 Mrd. Euro einen Rekordumsatz und einen Nettogewinn von 54,5 Mio. Euro, beschäftigt aber nur noch gut 4.000 Menschen.
- Die übergeordnete Hisense Europe Group kam 2024 auf rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz und peilt für 2026 mehr als 5 Mrd. Euro an.
- Zur Gruppe gehören neben Gorenje die Marken Asko, Atag, Pelgrim, Etna, Mora und Körting mit Werken in Slowenien, Serbien und Tschechien.
- 2025 schloss Gorenje das Komponentenwerk in Rogatec mit rund 120 Beschäftigten, investiert aber weiter in Automatisierung in Velenje.
| Name | Gorenje, d.o.o. (Gorenje gospodinjski aparati) |
|---|---|
| Gegründet | 1950 im Dorf Gorenje bei Šmartno ob Paki (Slowenien), Gründer Ivan Atelšek |
| Sitz | Velenje, Slowenien |
| Eigentümer | Hisense-Gruppe (Qingdao, China), 100 Prozent seit 2019 |
| Branche | Haushaltsgroßgeräte (Weiße Ware), Fernsehgeräte |
| Umsatz | 3,12 Mrd. Euro (Gorenje, 2025); Hisense Europe Group rund 4,5 Mrd. Euro (2024) |
| Mitarbeiter | gut 4.000 bei Gorenje (2025); rund 9.600 bei Hisense Europe |
Eigentümerstruktur im Detail

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Gorenje?“ ist seit 2019 eindeutig: Das Unternehmen gehört vollständig der Hisense-Gruppe. Der Konzern aus Qingdao geht auf eine 1969 gegründete Radiofabrik zurück und zählt zu den größten Fernseh- und Hausgeräteherstellern der Welt; zur Gruppe gehören die börsennotierten Gesellschaften Hisense Visual Technology und Hisense Home Appliances.
Der Einstieg verlief in mehreren Schritten. Im Mai 2018 kam Hisense als strategischer Partner an Bord. Ein öffentliches Übernahmeangebot zu 12 Euro je Aktie, das vom 29. Mai bis zum 26. Juni 2018 lief, nahmen 5.165 Aktionäre an. Damit stieg Hisense auf 95,42 Prozent der Anteile; der Preis entsprach einer Bewertung des gesamten Unternehmens von etwa 293 Mio. Euro. Noch im Sommer 2018 beschloss die Hauptversammlung den Rückzug von der Börse.
2019 folgte der Schlussakt: Hisense fand die verbliebenen Aktionäre mit 4,58 Prozent per Squeeze-out ebenfalls zu 12 Euro je Aktie ab, ließ die Aktien von der Ljubljaner Börse nehmen und wandelte die Aktiengesellschaft im März 2019 in eine d.o.o. um. Ende Mai 2019 stimmten auch die Anleihegläubiger der Dekotierung zu.
Organisatorisch ist Gorenje in die Hisense Europe Group mit Führung in Ljubljana eingebettet; den Vertrieb bündelt seit 2020 die Hisense Gorenje Europe d.o.o., in Deutschland seit 2021 die Hisense Gorenje Germany GmbH in Garching. Gorenje selbst bleibt die Produktions- und Entwicklungsgesellschaft in Velenje.
Geschichte und Herkunft
Gorenje entstand 1950 als Landmaschinenbetrieb im gleichnamigen Dorf bei Šmartno ob Paki im damaligen Jugoslawien. Unter Ivan Atelšek begann die Firma 1958 mit Herden, 1960 zog sie nach Velenje um, 1961 gingen die ersten Herde nach Deutschland, ab 1965 folgten Waschmaschinen in Zanussi-Lizenz und 1978 der Kauf des deutschen Radioherstellers Körting.
1997 wurde Gorenje in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und ab Juni 1998 an der Ljubljaner Börse gehandelt. Es folgten Zukäufe: 2005 der tschechische Herdhersteller Mora Moravia, 2006 neue Werke in Serbien, 2008 der niederländische Einbaugerätespezialist Atag und 2010 der schwedische Premiumhersteller Asko. 2013 stieg Panasonic mit rund 13 Prozent ein, lehnte 2016 aber eine Komplettübernahme ab und machte so den Weg frei für Hisense.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Gorenje entwickelt, produziert und vertreibt Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Herde und Backöfen sowie Klimageräte. Seit Anfang 2021 montiert Hisense zudem in einer früheren Produktionshalle in Velenje Fernseher für Europa. 2025 stammten 71,7 Prozent des Gorenje-Umsatzes aus Weißer Ware, der Rest überwiegend aus Fernsehgeräten.
Bemerkenswert ist die Umsatzstruktur: Den größten Anteil machen inzwischen weiterverkaufte Geräte aus, die außerhalb Europas innerhalb der Hisense-Gruppe gefertigt werden, erst danach folgt die eigene Produktion in Velenje, Valjevo und bei Mora Moravia.
Die Zahlen für 2025 fielen gut aus: Der Nettoumsatz stieg auf den Rekordwert von 3,12 Mrd. Euro, das EBITDA kletterte um 57,6 Prozent auf 88,6 Mio. Euro. Der Nettogewinn erreichte 54,5 Mio. Euro und lag fast siebenmal so hoch wie im Vorjahr. 2018 hatte der Konzernumsatz noch bei rund 1,18 Mrd. Euro gelegen.
Marken und Standorte
Das Markenportfolio reicht vom Volumensegment bis in die Premiumklasse: Neben Gorenje führt die Gruppe Asko, die niederländischen Marken Atag, Pelgrim und Etna, die tschechische Marke Mora sowie Körting. Produziert wird in Velenje, in Valjevo in Serbien und im Werk Mora Moravia in Mariánské Údolí in Tschechien. In Velenje sitzt zudem das Entwicklungszentrum der Gruppe mit 420 Beschäftigten in Forschung und Entwicklung (Ende 2025).
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die Belegschaft ist seit der Übernahme deutlich geschrumpft. Bereits 2020 kündigte Hisense Europe in der Corona-Krise den Abbau von rund 1.000 Stellen in Slowenien an, davon etwa 700 in der Produktion in Velenje. 2025 schloss Gorenje das Komponentenwerk in Rogatec mit rund 120 Beschäftigten, weil der Zukauf der Teile am Markt als günstiger gilt. Heute beschäftigt Gorenje gut 4.000 Menschen, die gesamte Hisense Europe Group rund 9.600. Das Unternehmen klagt über Arbeitskräftemangel und steigende Lohnkosten in Slowenien.
Gleichzeitig wächst der Umsatz. Hisense Europe erzielte 2024 rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz und 31,7 Mio. Euro Gewinn, für 2025 rechnete die Gruppe mit etwa 4,8 Mrd. Euro; mit 9,1 Prozent Marktanteil ist sie der drittgrößte Fernsehanbieter Europas. Für 2026 lautet das Ziel: mehr als 5 Mrd. Euro Umsatz und 10 Prozent Marktanteil in allen Kernkategorien.
Die Investitionen bei Gorenje sanken 2025 um 36 Prozent auf 37,2 Mio. Euro; für 2026 sind etwa 40 Mio. Euro für neue Backofen- und Geschirrspülergenerationen, Montagelinien und Automatisierung vorgesehen. Seit Februar 2026 wirbt der kroatische Fußballer Luka Modrić für die Marke. Als Risiken nennt das Unternehmen Kaufzurückhaltung, außereuropäische Konkurrenz und Logistikstörungen.
FAQ
Wem gehört Gorenje heute? Gorenje gehört seit 2019 zu 100 Prozent der chinesischen Hisense-Gruppe mit Sitz in Qingdao und ist Teil der Hisense Europe Group.
Wie viel hat Hisense für Gorenje bezahlt? Hisense bot 2018 12 Euro je Aktie, was einer Unternehmensbewertung von rund 293 Mio. Euro entsprach. Zunächst erwarb der Konzern 95,42 Prozent, die restlichen 4,58 Prozent folgten 2019 per Squeeze-out zum gleichen Preis.
Ist Gorenje noch an der Börse? Nein. Hisense ließ die Aktien 2019 von der Ljubljaner Börse nehmen und wandelte die Aktiengesellschaft in eine d.o.o. um.
Wo werden Gorenje-Geräte produziert? Die Hauptwerke stehen in Velenje (Slowenien), Valjevo (Serbien) und Mariánské Údolí (Tschechien).
Wie viele Mitarbeiter hat Gorenje? Gorenje beschäftigte 2025 gut 4.000 Menschen, die Hisense Europe Group rund 9.600.
Fazit
Gorenje ist das Lehrbuchbeispiel eines europäischen Traditionsherstellers unter chinesischer Führung: Hisense hält alle Anteile, die Börsennotierung ist Geschichte, und Slowenien dient dem Konzern als Produktions-, Entwicklungs- und Führungsstandort für Europa. Rekordumsatz und Gewinnsprung 2025 zeigen, dass das Modell wirtschaftlich funktioniert.
Die Kehrseite ist der Umbau der Belegschaft: Von rund 11.000 Beschäftigten im Jahr 2018 sind bei Gorenje gut 4.000 geblieben, und ein wachsender Teil des Umsatzes stammt aus Importware der Konzernmutter. Gorenje bleibt eine europäisch geprägte Marke, hinter der jedoch ein chinesischer Konzern steht.
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