
Gymshark gehört bis heute mehrheitlich ihrem Gründer: Ben Francis hält rund 70 Prozent der Anteile an der Gymshark Ltd. mit Sitz in Solihull bei Birmingham. Der US-Finanzinvestor General Atlantic stieg im August 2020 mit 21 Prozent ein und bewertete das Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Pfund. Im Geschäftsjahr bis Juli 2025 erzielte Gymshark einen Rekordumsatz von 646 Mio. Pfund bei einem Vorsteuergewinn von nur noch rund 7 Mio. Pfund. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass Francis über den Rückkauf eines Teils der General-Atlantic-Anteile verhandelt.
Key Takeaways
- Gründer und CEO Ben Francis hält rund 70 Prozent der Anteile an Gymshark und kontrolliert das Unternehmen.
- General Atlantic (USA) besitzt seit August 2020 21 Prozent und hat einen Sitz im Board; die Bewertung lag damals bei über 1 Mrd. Pfund.
- Mitgründer Lewis Morgan reduzierte seinen Anteil 2016 auf 20 Prozent und verkaufte den Rest 2020 vollständig.
- Umsatz 2024/25: 646 Mio. Pfund (+6,4 Prozent), Vorsteuergewinn nur noch rund 7 Mio. Pfund.
- Restrukturierung 2025: 296 Stellen zur Disposition, fast ein Drittel der rund 900 Beschäftigten, parallel 168 neue Jobs.
- Stores in London, Manchester, Amsterdam, Dubai und seit Oktober 2025 erstmals in den USA (New York).
- Gymshark ist nicht börsennotiert; im Juli 2026 verhandelte Francis laut „Financial Times“ über den Rückkauf eines Teils der General-Atlantic-Beteiligung.
| Name | Gymshark Ltd. |
|---|---|
| Gegründet | 2012 von Ben Francis und Lewis Morgan in Bromsgrove (England) |
| Sitz | Blythe Valley Park, Solihull, West Midlands, Großbritannien |
| Eigentümer | Ben Francis (rund 70 %), General Atlantic (21 %), Minderheitsgesellschafter (u. a. Chris Bumstead, Anteile nicht veröffentlicht) |
| Geschäftsführung | Ben Francis (CEO seit August 2021) |
| Branche | Fitnessbekleidung, Direktvertrieb (D2C) und stationärer Handel |
| Umsatz | 646 Mio. Pfund (Geschäftsjahr bis 31. Juli 2025) |
| Mitarbeiter | rund 900 (Stand Frühjahr 2025, vor der Restrukturierung) |
Geschichte und Herkunft
Gymshark entstand 2012 in der Garage der Eltern von Ben Francis in Bromsgrove, Worcestershire. Francis war 19 Jahre alt, studierte an der Aston University und gründete die Firma mit seinem Schulfreund Lewis Morgan. Zunächst verkaufte Gymshark Nahrungsergänzungsmittel per Dropshipping, bevor die Gründer 2013 mit Nähmaschine und Siebdrucker eigene Fitnessbekleidung herstellten.
Der Durchbruch kam 2013 auf der Fitnessmesse BodyPower in Birmingham, wo der Stand am ersten Tag ausverkauft war und der „Luxe“-Trainingsanzug anschließend viral ging. Nachdem der Umsatz 250.000 Pfund überschritten hatte, verließen Francis und Morgan die Universität. Früh setzte Gymshark auf Fitness-Influencer als Markenbotschafter.
2015 gab Francis den CEO-Posten ab und übernahm Marke, Marketing und Produkt. Steve Hewitt führte das Unternehmen ab 2017 als CEO, der Unternehmer Paul Richardson begleitete den Aufbau als Executive Chairman. Ab 2016 stand Gymshark auf der Fast-Track-Liste der „Sunday Times“, 2019 folgten eine Fitness-App, der „Gymshark Lifting Club“ in Solihull und ein Büro in Hongkong.
Eigentümerstruktur im Detail

Gymshark ist eine private Limited Company nach englischem Recht und nicht börsennotiert. Größter Anteilseigner ist Gründer Ben Francis mit rund 70 Prozent. Zweitgrößter Gesellschafter ist die US-Beteiligungsgesellschaft General Atlantic, die im August 2020 21 Prozent übernahm; die Investition bewertete Gymshark mit mehr als einer Milliarde Pfund. General Atlantic ist seither mit einem Sitz im Board vertreten, die Anteile stammten aus dem Verkauf durch Paul Richardson und zwei weitere Altgesellschafter.
Mitgründer Lewis Morgan ist heute nicht mehr beteiligt. Er reduzierte seine Beteiligung 2016 auf 20 Prozent und verkaufte nach eigenen Angaben 2020 seinen verbleibenden Anteil; seit 2021 ist er Executive Chairman der Frauensportmarke AYBL. Paul Richardson, von 2015 an Executive Chairman von Gymshark, trennte sich 2020 ebenfalls von Anteilen.
Die verbleibenden rund 9 Prozent verteilen sich auf Minderheitsgesellschafter, deren Anteile nicht veröffentlicht sind. Dazu zählt seit September 2024 der kanadische Bodybuilder Chris Bumstead, der als Athlet zurückkehrte und sich als „part owner“ beteiligte. Im Juli 2026 berichtete die „Financial Times“, Francis verhandle mit General Atlantic über den Rückkauf eines Teils des 21-Prozent-Pakets und spreche mit Banken über die Finanzierung. Umfang und Bewertung waren bei Redaktionsschluss offen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Operativ wächst Gymshark weiter, allerdings langsamer als in den Boomjahren. Im Geschäftsjahr bis 31. Juli 2025 stieg der Umsatz um 6,4 Prozent auf 646 Mio. Pfund, das 13. Wachstumsjahr in Folge. Das EBITDA kletterte auf 53,3 Mio. Pfund, der Vorsteuergewinn fiel jedoch von 11,9 Mio. auf rund 7 Mio. Pfund. Francis begründet dies mit bewussten Investitionen in Läden, Logistik und Community-Events; eine Dividende zahlt Gymshark nicht.
Im April 2025 kündigte das Unternehmen eine Restrukturierung an: 296 Stellen, fast ein Drittel der Belegschaft, wurden zur Disposition gestellt, zugleich sollten 168 neue Positionen entstehen. Als Grund nannte Gymshark „intensive makroökonomische Volatilität“. Nach Jahren der Börsengangsspekulationen deutet der geplante Anteilsrückkauf 2026 darauf hin, dass der Gründer die Kontrolle lieber ausbaut, als Kapitalmarktinvestoren hereinzuholen.
Vom Onlinehändler zur Omnichannel-Marke
Lange verkaufte Gymshark ausschließlich online über 14 länderspezifische Shops. Im Oktober 2022 eröffnete an der Londoner Regent Street der erste feste Store, später kamen Stratford und White City hinzu. Im Juli 2025 folgte das Trafford Centre bei Manchester, außerdem Standorte in Amsterdam und Dubai. Anfang 2026 startete Gymshark in Deutschland mit Shop-in-Shop-Flächen bei Breuninger in Stuttgart und Engelhorn in Mannheim.
Der wichtigste Markt sind die USA mit rund der Hälfte des Umsatzes. Seit Juni 2024 hat Gymshark ein US-Hauptquartier in New York; im Oktober 2025 eröffnete der erste feste US-Store auf Long Island, im Dezember 2025 ein Flagship mit rund 1.200 Quadratmetern an der Bond Street in Manhattan. Parallel startete eine Großhandelspartnerschaft mit zwölf Filialen von „Dick’s House of Sport“.
Ben Francis: Der Gründer an der Spitze
Ben Francis, geboren am 4. Juni 1992 in den West Midlands, ist seit dem 1. August 2021 wieder CEO und löste damit Steve Hewitt ab, der als Executive President blieb. Francis stand 2018 auf der Forbes-Liste „30 Under 30“, wurde 2020 „EY UK Entrepreneur of the Year“ und erhielt 2023 den Verdienstorden MBE.
Seine Vermögensbasis ist die Mehrheitsbeteiligung an Gymshark. Forbes führt ihn seit 2023 in seiner Milliardärsliste und bezeichnete ihn 2026 als jüngsten Milliardär Großbritanniens. Offizielle Zahlen zu seinem Privatvermögen existieren nicht, da Gymshark nicht börsennotiert ist; uamr.de nennt deshalb keine Beträge.
FAQ
Wem gehört Gymshark? Gründer und CEO Ben Francis hält rund 70 Prozent der Anteile. 21 Prozent gehören dem US-Investor General Atlantic, die restlichen rund 9 Prozent verteilen sich auf Minderheitsgesellschafter, deren Anteile nicht veröffentlicht sind.
Ist Lewis Morgan noch an Gymshark beteiligt? Nein. Der Mitgründer reduzierte seinen Anteil 2016 auf 20 Prozent und verkaufte 2020 den Rest. Heute ist er Executive Chairman der Sportmarke AYBL.
Ist Gymshark börsennotiert? Nein, Gymshark ist eine private Limited Company. Statt des mehrfach spekulierten Börsengangs plant Francis 2026 den Rückkauf von Anteilen von General Atlantic.
Wie viel Umsatz macht Gymshark? Im Geschäftsjahr bis 31. Juli 2025 lag der Umsatz bei 646 Mio. Pfund, der Vorsteuergewinn bei rund 7 Mio. Pfund.
Wer ist CEO von Gymshark? Ben Francis führt das Unternehmen seit dem 1. August 2021 wieder als CEO; von 2017 bis 2021 war Steve Hewitt CEO.
Gibt es Gymshark-Stores in Deutschland? Eigene Läden nicht. Anfang 2026 startete die Marke mit Shop-in-Shop-Flächen bei Breuninger in Stuttgart und Engelhorn in Mannheim.
Fazit
Gymshark bleibt ein Gründerunternehmen: Ben Francis kontrolliert rund 70 Prozent, General Atlantic ist seit 2020 der einzige große externe Investor, Mitgründer Lewis Morgan ist seit 2020 ausgestiegen. Mit dem 2026 bekannt gewordenen Rückkaufplan könnte sich das Gewicht weiter zum Gründer verschieben.
Wirtschaftlich steht die Marke an einem Wendepunkt: Der Umsatz wächst mit 646 Mio. Pfund weiter, doch der Gewinn ist durch den teuren Ausbau von Läden in London, New York, Amsterdam und Dubai auf rund 7 Mio. Pfund geschrumpft. Ob die Omnichannel-Strategie die Margen wieder anhebt, entscheidet sich in den kommenden Geschäftsjahren.
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