Wem gehört Flink? Eigentümer, Investoren und Stand 2026

Wem gehört Flink

Flink ist der letzte große Schnelllieferdienst für Lebensmittel, der in Deutschland übrig geblieben ist. Das 2020 in Berlin gegründete Unternehmen gehört keinem einzelnen Eigentümer, sondern einem Kreis aus Finanz- und Strategieinvestoren: Größter Anteilseigner ist die Rewe Group mit knapp 20 Prozent, daneben sind unter anderem Prosus, DoorDash, Bond, Northzone, Cherry Ventures und Mubadala Capital beteiligt. Im März 2026 sammelte Flink rund 100 Millionen US-Dollar ein, angeführt von Prosus und erstmals mit der Venture-Einheit des Tabakkonzerns BAT an Bord. Geführt wird das Unternehmen seit Frühjahr 2025 allein von Mitgründer Julian Dames.

Key Takeaways

  • Flink SE wurde Ende 2020 in Berlin von Oliver Merkel, Julian Dames und Christoph Cordes gegründet und ist nicht börsennotiert.
  • Die Rewe Group hielt zum 31. Dezember 2024 laut Supermarktblog 19,1 Prozent der Anteile (Vorjahr 11,9 Prozent) und ist größter Einzelaktionär mit stimmberechtigtem Sitz im Aufsichtsrat.
  • Seit der Gründung hat Flink rund 1,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt; die höchste Bewertung lag Ende 2021 bei 2,85 Milliarden US-Dollar.
  • Im Sommer 2024 verlor Flink den Einhorn-Status; laut Handelsblatt sank die Bewertung zwischenzeitlich auf rund 500 Millionen US-Dollar.
  • Im März 2026 erhielt Flink rund 100 Millionen US-Dollar, angeführt von Prosus; neu eingestiegen ist Btomorrow Ventures von British American Tobacco, Rewe beteiligte sich nicht.
  • Flink ist nach eigenen Angaben seit Sommer 2025 auf EBITDA-Basis profitabel; der Umsatz lag 2024 bei rund 600 Millionen Euro und 2025 laut WirtschaftsWoche bei rund 700 Millionen Euro.
  • Nach dem Rückzug aus Österreich (2022) und Frankreich (2024) ist Flink nur noch in Deutschland und den Niederlanden aktiv, mit rund 160 Lagern und über 10.000 Beschäftigten.
  • Ein Einstieg von Amazon wurde im Herbst 2025 geprüft, kam aber nicht zustande; Rewe-Chef Lionel Souque hat eine Übernahme mehrfach ausgeschlossen.
NameFlink SE
GegründetDezember 2020, Berlin
BrancheQuick Commerce, Lebensmittel-Schnelllieferdienst
EigentümerInvestorenkonsortium; größter Anteilseigner Rewe Group (19,1 % Ende 2024), weitere u. a. Prosus, DoorDash, Bond, Northzone, Cherry Ventures, Mubadala Capital, Btomorrow Ventures (BAT)
SitzBerlin
GeschäftsführungJulian Dames (CEO, Mitgründer; seit Frühjahr 2025 alleiniger Vorstand)
Umsatzrund 600 Mio. Euro (2024); rund 700 Mio. Euro (2025, laut WirtschaftsWoche)
Mitarbeiterüber 10.000 (Unternehmensangabe, März 2026)

Geschichte und Herkunft

Flink entstand Ende 2020 mitten in der Corona-Pandemie. Oliver Merkel kam aus der Unternehmensberatung, Julian Dames von Foodora und Delivery Hero, Christoph Cordes hatte zuvor Home24 geführt. Die Idee: Lebensmittel aus kleinen innerstädtischen Lagern, sogenannten Dark Stores, binnen Minuten per Fahrradkurier auszuliefern.

Die erste Finanzierungsrunde im Februar 2021 führten Cherry Ventures, Northzone und Target Global an. Im Juni 2021 folgten 240 Millionen US-Dollar unter Führung von Mubadala Capital aus Abu Dhabi, wobei auch Rewe einstieg. Im Dezember 2021 kam der Höhepunkt des Booms: 750 Millionen US-Dollar, angeführt vom US-Lieferdienst DoorDash, bei einer Bewertung von 2,85 Milliarden US-Dollar. Flink war damals in rund 60 Städten in vier Ländern aktiv.

2022 übernahm Flink den französischen Konkurrenten Cajoo für rund 100 Millionen Euro; der Handelskonzern Carrefour wurde dadurch Aktionär. Doch die Expansion hielt nicht: Im Dezember 2022 meldete die österreichische Tochter Insolvenz an, im April 2024 ging das französische Geschäft in die Abwicklung. Bei einer Runde über 150 Millionen Euro im Mai 2023 wurde Flink nur noch mit rund einer Milliarde Euro bewertet; Verkaufsgespräche mit Getir und Just Eat Takeaway scheiterten. Als Getir und Gorillas im April 2024 Deutschland verließen, blieb Flink als einziger großer Anbieter übrig.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Flink? Eigentümerstruktur des Berliner Lieferdienstes Flink SE mit Rewe als größtem Aktionär sowie Prosus, DoorDash, Bond und Mubadala, Stand 2026
Wem gehört Flink? Eigentümer, Investoren und Stand 2026 2

Flink ist eine nicht börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft (SE). Eine vollständige Aktionärsliste veröffentlicht das Unternehmen nicht. Belastbar sind vor allem die Angaben zur Rewe Group: Laut Supermarktblog hielt der Kölner Handelskonzern zum 31. Dezember 2024 19,1 Prozent, nach 11,9 Prozent ein Jahr zuvor. Rewe ist damit größter Einzelaktionär, hat einen stimmberechtigten Sitz im Aufsichtsrat und liefert den Großteil des Sortiments. Da Rewe an der Runde vom März 2026 nicht teilnahm, dürfte der Anteil seither leicht verwässert sein; eine aktuelle Zahl ist nicht öffentlich.

Zweite tragende Säule ist Prosus, die niederländische Technologie-Holding des Naspers-Konzerns. Prosus war bereits 2021 Investor, führte die Runde im März 2026 an und hat 2025 den Lieferando-Mutterkonzern Just Eat Takeaway übernommen, über den Flink seit Ende 2024 als exklusiver Partner frische Lebensmittel verkauft. Just Eat Takeaway selbst ist kein Gesellschafter, stellt aber seit August 2024 einen Beobachter ohne Stimmrecht im Aufsichtsrat.

DoorDash, Eigentümer des Flink-Konkurrenten Wolt, führte 2021 die große Runde an und ist nach Angaben von Julian Dames weiterhin beteiligt, obwohl der DoorDash-Finanzchef das Investment zwischenzeitlich als abgeschrieben bezeichnet hatte. Weitere Anteilseigner sind laut Tagesspiegel Cherry Ventures, Northzone, Bond, Mubadala Capital und Mutschler Ventures, seit März 2026 zudem Btomorrow Ventures von British American Tobacco. Die Gründer halten Anteile in nicht öffentlicher Höhe. Exakte Prozentwerte jenseits von Rewe nennt keine seriöse Quelle, deshalb verzichtet uamr.de auf Schätzungen.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Jahr 2025 begann mit einem Machtwechsel. Im Februar 2025 berichtete das Manager Magazin, dass der Aufsichtsrat den Vertrag von CEO Oliver Merkel nicht verlängert, nachdem dieser den Rückhalt im Investorenkreis um Rewe verloren hatte. Julian Dames übernahm die alleinige Führung. Operativ brachte das Jahr die Wende: Nach Unternehmensangaben schreibt Flink seit August 2025 auf EBITDA-Basis schwarze Zahlen.

Im Oktober 2025 meldete das Handelsblatt, dass Amazon einen Einstieg prüfe; parallel bereitete Flink ein Wandeldarlehen über bis zu 87,5 Millionen Euro vor. Amazon entschied sich dagegen. Stattdessen schloss Flink Anfang März 2026 eine Runde über rund 100 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Prosus, mit Bestandsinvestoren wie DoorDash und Btomorrow Ventures als Neuzugang. Laut Handelsblatt nähert sich die Bewertung damit wieder der Milliardenmarke, nachdem sie zwischenzeitlich auf rund 500 Millionen US-Dollar gefallen war.

Mit dem Kapital will Flink 2026 in ausgewählten deutschen Regionen neue Lager eröffnen. Dames stellte im Mai 2026 ein Wachstum von 15 Prozent und langfristig bis zu 300 Hubs in 130 Städten in Aussicht. Seit Februar 2026 liegt der Mindestbestellwert bei 25 Euro, der durchschnittliche Warenkorb bei über 45 Euro. Eine Übernahme durch Rewe, Prosus oder DoorDash ist bis Oktober 2026 nicht erfolgt.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Flink betreibt nach eigenen Angaben rund 160 Lager in Deutschland und den Niederlanden und beschäftigt über 10.000 Menschen, überwiegend festangestellte Kuriere. Die durchschnittliche Lieferzeit liegt heute bei etwa 30 Minuten. Pro Hub werden laut Supermarktblog rund 350 Bestellungen täglich abgewickelt. Über Lieferando verkauft Flink auch unter dem Namen Rewe express, über Wolt und Uber Eats ist das Sortiment ebenfalls bestellbar.

FAQ

Wem gehört Flink? Flink gehört einem Investorenkonsortium. Größter Anteilseigner ist die Rewe Group mit 19,1 Prozent (Stand Ende 2024); weitere Aktionäre sind unter anderem Prosus, DoorDash, Bond, Northzone, Cherry Ventures, Mubadala Capital und seit 2026 Btomorrow Ventures von BAT. Die Gründer halten ebenfalls Anteile.

Ist Flink börsennotiert? Nein. Flink SE ist eine nicht börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin.

Gehört Flink zu Rewe? Nein. Rewe ist mit knapp 20 Prozent größter Einzelaktionär und Hauptlieferant, kontrolliert das Unternehmen aber nicht. Rewe-Chef Lionel Souque hat 2025 mehrfach erklärt, Flink nicht übernehmen zu wollen.

Wer führt Flink heute? Seit April 2025 führt Mitgründer Julian Dames das Unternehmen allein. Oliver Merkel und Christoph Cordes sind operativ ausgeschieden.

Ist Flink profitabel? Nach Unternehmensangaben arbeitet Flink seit Sommer 2025 auf EBITDA-Basis profitabel; für 2026 wird ein positiver Cashflow angestrebt. Ein geprüfter Jahresabschluss mit Nettogewinn liegt öffentlich nicht vor.

Wie viel Geld hat Flink insgesamt eingesammelt? Seit 2020 rund 1,4 Milliarden US-Dollar, darunter 750 Millionen US-Dollar im Dezember 2021, 150 Millionen Euro im Mai 2023, 100 Millionen Euro im April 2024 und rund 100 Millionen US-Dollar im März 2026.

Fazit

Flink ist der Überlebende eines Marktes, der die meisten Konkurrenten verschlungen hat. Die Eigentümerstruktur erklärt, warum das Unternehmen unabhängig geblieben ist: Rewe als größter Aktionär, Prosus als Eigentümer von Lieferando und DoorDash als Eigentümer von Wolt blockieren sich gegenseitig, denn jeder Käufer würde einen direkten Wettbewerber stärken. Mit EBITDA-Profitabilität, rund 700 Millionen Euro Umsatz und frischem Kapital steht Flink 2026 stabiler da als je zuvor. Ob es eigenständig bleibt, entscheidet sich wohl erst, wenn sich einer der strategischen Investoren im europäischen Liefermarkt durchsetzt.