Wem gehört Born Senf? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Born Senf?

Born Senf ist keine bayerische, sondern eine Thüringer Traditionsmarke: Die BORN Senf & Feinkost GmbH mit Sitz in Erfurt geht auf eine 1820 von den Brüdern Wilhelm und Louis Born gegründete Fabrik zurück. Eigentümerin ist seit 2002 die Develey Senf & Feinkost GmbH aus Unterhaching bei München, die Born als hundertprozentige Tochter führt. Hinter Develey steht die Unternehmerfamilie Durach, die den Senfkonzern in vierter Generation leitet. Stand 2026 ist Born damit Teil einer familiengeführten, nicht börsennotierten Gruppe.

Key Takeaways

  • Born Senf gehört zu 100 Prozent der Develey Senf & Feinkost GmbH (Unterhaching), einem Familienunternehmen der Familie Durach.
  • Gegründet wurde das Unternehmen 1820 in Erfurt-Ilversgehofen von den Brüdern Wilhelm und Louis Born – nicht in Nürnberg.
  • Bis 1970 blieb Born in Familienbesitz, wurde dann in der DDR verstaatlicht und ist seit 1990 wieder privat geführt.
  • 2000 übernahm der österreichische Hersteller Mautner Markhof Feinkost, 2002 ging das Paket inklusive Born an Develey.
  • Produziert wird heute in einem neuen Werk am Erfurter Kreuz; der frühere Standort Bad Langensalza wurde aufgegeben.
  • Geschäftsführer ist seit September 2017 der gebürtige Erfurter Thomas Heinz.
  • Im April 2026 wurde der Born Tomaten-Ketchup Testsieger bei Stiftung Warentest (Note „gut“, 1,8).
NameBORN Senf & Feinkost GmbH
Gegründet1820 in Erfurt-Ilversgehofen (Wilhelm und Louis Born)
SitzErfurt (Wenigemarkt 11); Produktion am Erfurter Kreuz
BrancheLebensmittelindustrie (Senf, Ketchup, Saucen, Feinkost)
EigentümerDeveley Senf & Feinkost GmbH, Unterhaching (100 Prozent); dahinter Familie Durach
GeschäftsführungThomas Heinz (seit 1. September 2017)
Mitarbeiterrund 50 (Angabe laut Wikipedia und Branchenverzeichnissen, ohne Jahresangabe)
VermögensbasisMarke Born, Werk Erfurter Kreuz, Senfladen und Senfmuseum in Erfurt; Teil der Develey-Gruppe

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln von Born Senf liegen in Ilversgehofen, damals ein Vorort von Erfurt. Dort gründeten die Brüder Wilhelm und Louis Born 1820 eine „Knochenmehl-, Essig- und Senffabrik nebst Kunstgärtnerei“, wie die Firmenchronik festhält. Um 1900 unterhielt das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Filiale in London und exportierte bis nach Südamerika und China.

1969 kam der Kunststoffbecher auf den Markt, der bis heute das Erscheinungsbild des Born-Senfs prägt. Bis 1970 blieb das Unternehmen in Familienbesitz, dann wurde es in der DDR verstaatlicht.

Nach der Wende 1990 ging Born wieder in private Hände über. Produziert wurde zunächst in Erfurt (Senf) und Bad Langensalza (Ketchup); 1993 wurde Bad Langensalza alleiniger Produktionsstandort. Im Jahr 2000 übernahm der österreichische Senfhersteller Mautner Markhof Feinkost das Erfurter Unternehmen. Bereits 2002 verkaufte der damals börsennotierte Wiener Konzern Mautner Markhof sein Kerngeschäft an Develey aus Unterhaching – und mit ihm die hundertprozentige Beteiligung an Born.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Born Senf? Eigentümerstruktur mit Familie Durach, Develey und BORN Senf & Feinkost GmbH 2026
Wem gehört Born Senf? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die BORN Senf & Feinkost GmbH (Amtsgericht Jena, HRB 111619) ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Develey Senf & Feinkost GmbH. Das bestätigt unter anderem ein Projektbericht des Fraunhofer-Instituts IFF im Jahresbericht 2024, der Born ausdrücklich als „100%ige Tochter der Develey Senf & Feinkost GmbH“ bezeichnet. Anteile in Streubesitz oder externe Investoren gibt es nicht.

Develey ist ein Familienunternehmen aus Unterhaching bei München, das 1845 als Münchner Senfmanufaktur entstand. Geführt wird es in vierter Generation von der Familie Durach; Michael Durach leitet die Gruppe seit 1999 gemeinsam mit seinem Bruder Stefan. Zur Gruppe gehören neben Develey unter anderem Löwensenf, Bautz’ner, Reine de Dijon, Kochs und Specht. Born ist damit eine von mehreren regionalen Senfmarken unter einem Dach.

Operativ genießt die Erfurter Tochter viel Spielraum: Laut Wikipedia agiert Born mit eigenständigem Vertrieb und Marketing „vollkommen selbstständig am Markt“. Geschäftsführer ist seit dem 1. September 2017 Thomas Heinz, ein gebürtiger Erfurter, der zuvor bei der Danone Waters GmbH tätig war. Die Erfurter GmbH veröffentlicht keine Umsatzzahlen; Angaben in Firmenverzeichnissen sind Schätzungen, die uamr.de nicht als belegt übernimmt.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Der größte Erfolg der jüngeren Zeit kam im Frühjahr 2026: In der April-Ausgabe der Zeitschrift „test“ kürte die Stiftung Warentest den Born Tomaten-Ketchup unter 23 geprüften Produkten zum Testsieger mit der Note „gut“ (1,8). Wie die Berliner Zeitung berichtete, überzeugte das Produkt vor allem sensorisch; Geschäftsführer Heinz sprach anschließend von spürbar gestiegenen Onlineverkäufen.

Strukturell ist der Umzug der Produktion abgeschlossen. Nach dem ersten Spatenstich 2016 und dem Richtfest im Juli 2017 wurde das neue Werk im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz zwischen Erfurt und Arnstadt ab 2018 eingerichtet. Im April 2024 berichtete die Regionalpresse anlässlich eines Besuchs von Landrätin Petra Enders, Born habe dort „ein hochmodernes Werk errichtet und seine Produktion von Bad Langensalza dorthin verlagert“.

Auch beim Klimaschutz gibt es Bewegung. Das Fraunhofer IFF analysierte 2024 den Erfurter Produktionsstandort, um wirtschaftlich tragfähige Wege zur Klimaneutralität aufzuzeigen. „In Erfurt möchten wir zukünftig aus eigener Kraft klimaneutral werden“, erklärte Heinz dazu. Die Konzernmutter Develey kündigte 2025 gegenüber der Lebensmittel Praxis an, zwischen 2024 und 2026 einen dreistelligen Millionenbetrag vor allem in deutsche Werke zu investieren – genannt wird dabei auch das neue Werk in Thüringen.

Marken und Produkte

Kernprodukt ist der mittelscharfe Born Senf im Becher, der in Thüringen traditionell zur Bratwurst gereicht wird. Die Gelbsenfsaat bezieht Born nach eigenen Angaben vollständig von Thüringer Feldern. Über Senf hinaus umfasst das Sortiment Ketchup, Grillsaucen, Mayonnaise, Meerrettich, Essige und Dressings; 2026 kam ein Kinder-Ketchup hinzu. Die Thüringer Allgemeine bezifferte die Senfproduktion 2010 auf rund 3.000 Tonnen jährlich; neuere Mengenangaben gibt es nicht.

Ein Aushängeschild ist der Born Senfladen am Wenigemarkt 11 in der Erfurter Altstadt, nahe der Krämerbrücke. Dort gibt es eine Verkostungstheke und eine „Senf-Tankstelle“, an der Kunden frisch gezapften Senf in mitgebrachte Behälter abfüllen. Im selben Haus zeigt das kleine Born-Senf-Museum die Firmengeschichte.

Die Eigentümerfamilie Durach: Einnahmequellen und Vermögensbasis

Die wirtschaftliche Basis der Familie Durach ist die Develey-Gruppe. Nach Angaben der Lebensmittel Praxis vom Mai 2025 beschäftigt der Konzern weltweit rund 2.800 Mitarbeiter an 18 Standorten in zehn Ländern, davon über 1.300 in sechs deutschen Werken, und erzielt einen Umsatz von etwa 600 Millionen Euro.

Zum Vermögen der Familie Durach existieren keine offiziellen Angaben; die Gruppe ist nicht börsennotiert und legt keine Konzernergebnisse offen. uamr.de nennt daher bewusst keine Beträge. Belegbar ist lediglich, dass die Familie über ihre Anteile an Develey mittelbar auch Eigentümerin der Erfurter Traditionsmarke Born ist.

FAQ

Wem gehört Born Senf? Die BORN Senf & Feinkost GmbH in Erfurt gehört zu 100 Prozent der Develey Senf & Feinkost GmbH aus Unterhaching, einem Familienunternehmen der Familie Durach.

Kommt Born Senf aus Bayern oder aus Thüringen? Born ist eine Thüringer Marke und wurde 1820 in Erfurt-Ilversgehofen gegründet. Bayerisch ist lediglich die Konzernmutter Develey mit Sitz bei München.

Seit wann gehört Born zu Develey? Seit 2002. Damals kaufte Develey das Kerngeschäft des Wiener Konzerns Mautner Markhof, der Born erst zwei Jahre zuvor übernommen hatte.

Wo wird Born Senf heute hergestellt? In einem neuen Werk im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz zwischen Erfurt und Arnstadt. Der frühere Produktionsstandort Bad Langensalza wurde aufgegeben.

Wer leitet das Unternehmen? Geschäftsführer ist seit dem 1. September 2017 Thomas Heinz, ein gebürtiger Erfurter mit Vorerfahrung bei Danone Waters.

Welche Auszeichnung erhielt Born zuletzt? Im April 2026 wurde der Born Tomaten-Ketchup Testsieger der Stiftung Warentest mit der Note „gut“ (1,8) – vor 22 weiteren geprüften Ketchups.

Fazit

Born Senf ist ein Stück Thüringer Wirtschaftsgeschichte: 1820 in Erfurt gegründet, 150 Jahre in Familienhand, dann verstaatlicht, 1990 reprivatisiert und 2002 über Mautner Markhof zu Develey gekommen. Dort ist die Marke bis heute geblieben – als hundertprozentige Tochter eines bayerischen Familienkonzerns, der die Erfurter operativ weitgehend eigenständig arbeiten lässt.

Wer wissen will, wem Born Senf gehört, bekommt eine klare Antwort: der Familie Durach über die Develey Senf & Feinkost GmbH – und nicht einem Nürnberger Eigentümer, wie manche Darstellungen behaupten.