Wem gehört Bionade? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Bionade?

Bionade gehört seit dem 1. Januar 2018 vollständig zur HassiaGruppe, dem Familienunternehmen der Familie Hinkel aus Bad Vilbel. Die Bio-Limonade aus Ostheim vor der Rhön wurde vom Braumeister Dieter Leipold in der Privatbrauerei Peter entwickelt, stieg Mitte der 2000er Jahre zur Kultmarke auf und wechselte 2009 und 2012 in zwei Schritten zur Radeberger Gruppe des Oetker-Konzerns. Unter Hassia wächst die Marke wieder: 2025 legte Bionade beim Umsatz um 4,3 Prozent zu und hält bei Bio-Limonaden einen Umsatzmarktanteil von 62,9 Prozent. Geschäftsführer der Bionade GmbH ist Hassia-Chef Dirk Hinkel.

Key Takeaways

  • Eigentümer von Bionade ist seit dem 1. Januar 2018 die Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG (HassiaGruppe) aus Bad Vilbel, ein Familienunternehmen in fünfter Generation.
  • Erfinder ist der Braumeister Dieter Leipold (1937–2014) aus der Privatbrauerei Peter in Ostheim vor der Rhön; sein Stiefsohn Peter Kowalsky führte Marketing und Vertrieb.
  • 2009 übernahm die Radeberger Gruppe (Dr. Oetker) 70 Prozent, Ende 2012 auch die restlichen Anteile der Gründerfamilie.
  • Im Rekordjahr 2007 verkaufte Bionade rund 200 Millionen Flaschen; nach einer Preiserhöhung 2008 brach der Absatz ein, 2011 waren es noch rund 60 Millionen.
  • Die HassiaGruppe erzielte 2025 einen Umsatz von 363 Millionen Euro bei 950 Millionen Litern Absatz und beschäftigt rund 1.551 Mitarbeiter an neun Standorten.
  • Bionade wuchs 2025 beim Umsatz um 4,3 Prozent, ist nicht börsennotiert, und Verkaufsgerüchte gibt es Stand September 2026 nicht.
NameBionade GmbH (Marke „Bionade“)
GründungPatent 1994, Markteinführung 1995
SitzNordheimer Straße 14, 97645 Ostheim vor der Rhön (Bayern)
RechtsformGmbH, Amtsgericht Schweinfurt HRB 4254
BrancheAlkoholfreie Getränke: Bio-Limonade, Mate, Eistee
GeschäftsführerDirk Hinkel
EigentümerHassia Mineralquellen GmbH & Co. KG, Bad Vilbel (Familie Hinkel), seit 1. Januar 2018
Kennzahlen EigentümerHassiaGruppe 2025: 363 Millionen Euro Umsatz, 950 Millionen Liter Absatz, rund 1.551 Mitarbeiter
VermögensbasisMarkenrechte, Produktionsstandort Ostheim, Marktführerschaft bei Bio-Limonaden; Einzelumsatz der Bionade GmbH wird nicht veröffentlicht

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln von Bionade liegen in der Privatbrauerei Peter in Ostheim vor der Rhön. Der 1937 geborene Braumeister Dieter Leipold, seit 1964 dort tätig und über seine Ehe mit Sigrid Kowalsky Mitinhaber, suchte eine Alternative zum unrentablen Biergeschäft der kleinen Brauerei. Er entwickelte ein Brauverfahren, bei dem aus Malz in einem Gärungsprozess Gluconsäure statt Alkohol entsteht. Das Verfahren wurde 1994 patentiert, 1995 kam die erste Bionade auf den Markt.

Der Durchbruch kam erst Jahre später. Leipolds Stiefsohn Peter Kowalsky, Jahrgang 1968, übernahm ab 1997 als geschäftsführender Gesellschafter der Bionade International GmbH Forschung, Marketing und Vertrieb. Ab 1999 wurde die Marke neu positioniert: schlichtes Etikett, klare Glasflasche im Bierformat und gezielte Platzierung in Bars und Cafés, vor allem in Hamburg. Der Absatz stieg von rund 7 Millionen Flaschen (2004) über 20 Millionen (2005) und rund 70 Millionen (2006) auf rund 200 Millionen Flaschen im Rekordjahr 2007. Der Umsatz wuchs nach Medienberichten von rund 14 Millionen Euro 2006 auf etwa 40 Millionen Euro 2008. Kowalsky wurde 2007 zum „Ökomanager des Jahres“ gewählt.

Dann folgte der Bruch: Eine Preiserhöhung von rund einem Drittel im Jahr 2008, eine gescheiterte US-Expansion und der Verlust des Underdog-Images ließen die Verkaufszahlen einbrechen. 2011 setzte Bionade nur noch rund 60 Millionen Flaschen ab. Dieter Leipold starb am 31. August 2014 in Ostheim.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Bionade? Eigentümerkette von der Familie Hinkel über die HassiaGruppe zur Bionade GmbH in Ostheim 2026
Wem gehört Bionade? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Eigentümergeschichte verlief in drei Etappen. In der Gründerphase gehörte die Bionade GmbH der Familie Kowalsky/Leipold und der Egon Schindel Holding, dem Mutterunternehmen von Rhön-Sprudel, das 51 Prozent hielt. Im Oktober 2009 verkaufte die Schindel-Gruppe ihre Mehrheit an die Radeberger Gruppe, die Getränkesparte des Oetker-Konzerns; der Kaufpreis lag Medienberichten zufolge bei rund 30 Millionen Euro. Radeberger stockte auf 70 Prozent auf und übernahm Ende 2012 auch die restlichen Anteile der Gründerfamilie. Peter Kowalsky schied aus und engagiert sich seither in der Initiative „Sustainable Business Angels“ für nachhaltige Start-ups.

Unter Radeberger blieb der Neustart aus. Am 10. Oktober 2017 gab der Bierkonzern bekannt, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und die Marken Bionade und Ti Erfrischungstee an die HassiaGruppe abzugeben. Zum 1. Januar 2018 gingen Markenrechte, der Standort Ostheim und die damals 79 Beschäftigten an Hassia über. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.

Die heutige Eigentümerin ist selbst ein reines Familienunternehmen. Johann Philipp Wilhelm Hinkel erschloss 1864 in Bad Vilbel die erste Mineralquelle, 1900 ließ sein Sohn Fritz Hinkel die Marke „Hassia-Sprudel“ registrieren. Laut Wikipedia halten 21 Gesellschafter aus der Familie die Anteile, die nur innerhalb der Familie weitergegeben werden dürfen. Geschäftsführender Gesellschafter ist seit 2002 Dirk Hinkel in fünfter Generation, zugleich Geschäftsführer der Bionade GmbH; Stefan Müller verantwortet als Geschäftsführer das Marketing. Bionade ist damit nicht börsennotiert und hat keine externen Investoren.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Hassia hat die Marke wieder auf Wachstumskurs gebracht. 2024, im Jahr des 30. Jubiläums, steigerte Bionade den Absatz um 5 Prozent und den Umsatz um 8 Prozent. 2025 wuchs der Umsatz um weitere 4,3 Prozent, doppelt so stark wie der Markt für alkoholfreie Getränke mit 2,1 Prozent. Bei Bio-Limonaden beansprucht Bionade einen Umsatzmarktanteil von 62,9 Prozent, Handelsmarken kommen auf unter 10 Prozent.

Das Sortiment umfasst drei Kategorien: Limonaden, Mate und Eistee. 2024 kamen Eistee Pfirsich und Zitrone, 2025 die naturtrübe Limette hinzu; 2026 folgen Holunderblüte in der 0,33-Liter-Mehrwegflasche, Eistee Granatapfel und eine limitierte Litschi-Designedition, von der 5 Cent pro Flasche in das Projekt „Vielfalt 2030“ fließen. Seit Oktober 2025 leitet Ronny Lindstädt das Marketing. Der Standort Ostheim bleibt Produktionsherz der Marke. Hinweise auf einen Verkauf gibt es nicht; Hassia beschreibt ihre Strategie mit den Worten, man denke „in Generationen statt in Quartalsergebnissen“.

Kennzahlen und Geschäftsmodell der HassiaGruppe

Die HassiaGruppe gilt hinter Gerolsteiner als zweitgrößter Marken-Mineralbrunnenbetrieb Deutschlands. 2024 erzielte sie 357 Millionen Euro Umsatz bei 924 Millionen Litern Absatz, 2025 stiegen die Werte auf 363 Millionen Euro und 950 Millionen Liter. Die Gruppe beschäftigt rund 1.551 Mitarbeiter an neun Standorten. 2025 investierte sie eine Rekordsumme von über 65 Millionen Euro, unter anderem in eine neue Glasabfüllanlage in Bad Vilbel.

Das Geschäftsmodell beruht auf mehr als 25 Marken: Mineralwässer wie Hassia, Rosbacher, Lichtenauer, Thüringer Waldquell und Carolinen, die Cola-Marke Vita Cola sowie die Saftmarken Rapp’s und Kumpf. Bionade ist die nationale Bio-Premiummarke der Gruppe. Gewachsen ist Hassia vor allem durch Übernahmen: 2005 Vita Cola und Thüringer Waldquell, 2018 Bionade und Ti, 2021 die Mineralbrunnengruppe Wüllner.

FAQ

Wem gehört Bionade heute? Seit dem 1. Januar 2018 zu 100 Prozent der Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG aus Bad Vilbel, dem Familienunternehmen der Familie Hinkel.

Wer hat Bionade erfunden? Der Braumeister Dieter Leipold entwickelte das Brauverfahren in der Privatbrauerei Peter in Ostheim vor der Rhön. Das Patent wurde 1994 erteilt, die Markteinführung folgte 1995.

Gehört Bionade noch zu Dr. Oetker? Nein. Die Radeberger Gruppe des Oetker-Konzerns war von 2009 bis Ende 2017 Eigentümerin und verkaufte Bionade zusammen mit der Marke Ti an die HassiaGruppe.

Ist Bionade börsennotiert? Nein. Weder die Bionade GmbH noch die HassiaGruppe sind an der Börse notiert; die Anteile liegen vollständig bei der Familie Hinkel.

Wo wird Bionade hergestellt? Weiterhin am Gründungsstandort Ostheim vor der Rhön in Unterfranken. Hassia hat den Standort 2018 samt Belegschaft übernommen.

Wie erfolgreich ist Bionade aktuell? 2025 wuchs der Umsatz um 4,3 Prozent, der Marktanteil bei Bio-Limonaden liegt bei 62,9 Prozent. Den Einzelumsatz der Bionade GmbH veröffentlicht Hassia nicht.

Fazit

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Bionade?“ lautet 2026 eindeutig: der HassiaGruppe der Familie Hinkel aus Bad Vilbel. Die Kultmarke hat drei Eigentümerphasen durchlaufen – Gründerfamilie, Oetker-Konzern und Familienunternehmen Hassia – und ist nach dem Absturz nach 2008 wieder auf Wachstumskurs, führt den Markt für Bio-Limonaden an und bleibt in Ostheim verankert.