
Beko ist die wichtigste Marke des türkischen Haushaltsgeräte-Konzerns Arçelik A.Ş. aus Istanbul, der seit April 2024 weltweit unter der Konzernmarke „Beko“ auftritt. Hinter Arçelik steht die Koç Holding, die zusammen mit der Gründerfamilie Koç und deren Stiftungen rund 57 Prozent der Anteile kontrolliert. Stand September 2026 gehört Beko damit der Familie Koç, ergänzt um die Burla-Familie als zweitgrößten Aktionär und einen Streubesitz an der Börse Istanbul. Im Juni 2026 übernahm Arçelik zudem die restlichen 25 Prozent an Beko Europe von Whirlpool.
Key Takeaways
- Beko gehört zum börsennotierten Konzern Arçelik A.Ş., der seit April 2024 unter der Konzernmarke „Beko“ auftritt, während der Rechtsname Arçelik A.Ş. bestehen blieb.
- Größter Aktionär ist die Koç Holding mit 41,43 Prozent; mit Koç-Familie, Pensionsfonds und Stiftungen kommt die Koç-Sphäre laut Halbjahresbericht 2025 auf rund 57 Prozent.
- Die Burla-Familie hält über Teknosan und Burla Ticaret etwa 17,6 Prozent, der Streubesitz liegt bei knapp 15 Prozent, weitere 10 Prozent sind eigene Aktien.
- Der Konzernumsatz sank 2025 auf 523,9 Milliarden Lira, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 9,8 Milliarden Lira.
- Beko Europe entstand im April 2024 als Gemeinschaftsunternehmen mit Whirlpool (75 zu 25 Prozent); im Juni 2026 kaufte Arçelik die Whirlpool-Anteile für 71,5 Millionen Euro.
- Konzernchef ist Hakan Bulgurlu, den Verwaltungsrat führt Rahmi M. Koç; die deutsche Beko Germany GmbH sitzt in Eschborn.
| Name | Arçelik A.Ş. (Konzernmarke „Beko“) |
| Gegründet | 1955 |
| Hauptsitz | Istanbul, Türkei |
| Branche | Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik |
| Eigentümer | Koç Holding 41,43 %, Koç-Familie und Koç-Stiftungen ca. 16 %, Burla-Familie ca. 17,6 %, eigene Aktien 10 %, Streubesitz ca. 15 % |
| Führung | Hakan Bulgurlu (CEO), Rahmi M. Koç (Verwaltungsratsvorsitzender) |
| Umsatz | 523,9 Milliarden Türkische Lira (2025) |
| Mitarbeiter | rund 45.000 (Koç Holding Geschäftsbericht 2025) |
Von der Konservenfabrik zum Weltkonzern
Die Geschichte von Beko beginnt 1955 in Istanbul. Laut der offiziellen Unternehmenschronik gründete Vehbi Koç gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Bejerano eine Gesellschaft, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben beider Nachnamen zusammensetzt. Ursprünglich als Konservenfabrik geplant, wurde das Unternehmen stattdessen Vertriebspartner für General Electric.
Im selben Jahr gründete Lütfü Doruk in Partnerschaft mit Vehbi Koç den Hersteller Arçelik, der seit 1986 an der Börse Istanbul notiert ist. Erst 1983 trat Beko als Marke für Weiße Ware in der Türkei auf, in den 1990er Jahren wurde sie zur Exportmarke der Koç-Gruppe und im Jahr 2000 in die Arçelik A.Ş. eingegliedert. Heute ist die Marke laut Beko in mehr als 100 Ländern präsent; der Konzern zählt 38 Werke in 13 Ländern.
Wem gehört Beko heute?
Die Marke Beko gehört der Arçelik A.Ş., und diese wird von der Koç Holding kontrolliert. Laut Zwischenbericht zum 30. Juni 2025 hält die Koç Holding direkt 41,43 Prozent der Aktien. Hinzu kommen Mitglieder der Familie Koç mit 8,67 Prozent, der Pensionsfonds der Koç Holding mit 4,46 Prozent, die Familiengesellschaft Temel Ticaret mit 2,75 Prozent und die Vehbi-Koç-Stiftung mit 0,12 Prozent. Zusammen kontrolliert die Koç-Sphäre damit rund 57 Prozent des Kapitals.
Zweitgrößter Aktionärsblock ist die Burla-Familie, die über Teknosan Büro Makina (12,05 Prozent) und Burla Ticaret (5,56 Prozent) gut 17,6 Prozent hält. Weitere 10 Prozent der Aktien besitzt das Unternehmen nach Rückkäufen selbst, der Streubesitz liegt bei knapp 15 Prozent. Den Verwaltungsrat führt Rahmi M. Koç, der Sohn des Gründers.
Arçelik oder Beko? Konzernmarke seit 2024
Am 4. April 2024 gab Arçelik per Börsenmitteilung bekannt, alle globalen Aktivitäten in 57 Ländern künftig unter der Konzernmarke „Beko“ zu führen. Der Rechtsname der Muttergesellschaft blieb jedoch Arçelik A.Ş.; auch die Finanzberichte für 2025 und 2026 erscheinen weiter unter dieser Bezeichnung. Die Produktmarke Arçelik wird in der Türkei weiter verkauft; eine Umbenennung der Aktiengesellschaft selbst hat bislang nicht stattgefunden.
Zum Konzern gehören 22 Marken, darunter Beko, Grundig, Arctic, Blomberg, Defy und Elektra Bregenz; über Beko Europe kamen Whirlpool (per Lizenz), Bauknecht, Indesit, Hotpoint, Ignis und Privileg hinzu. In Deutschland ist die Beko Germany GmbH zuständig, die bis Ende 2023 als Beko Grundig Deutschland GmbH firmierte. Sie sitzt laut Impressum in Eschborn bei Frankfurt, zuvor in Neu-Isenburg; Geschäftsführer sind Till Bickelmann und Jens-Christoph Bidlingmaier.
Geschäftsmodell und Zahlen
Arçelik bezeichnet sich als größter Haushaltsgerätehersteller Europas und zweitgrößter der Welt nach Marktanteil. Für 2023 nannte der Konzern einen Umsatz von 8 Milliarden Euro, kombiniert mit dem Whirlpool-Europageschäft rund 11 Milliarden Euro. In Lira stieg der Umsatz 2024 auf 560,9 Milliarden und ging 2025 laut Ergebnispräsentation zum vierten Quartal real um 6,6 Prozent auf 523,9 Milliarden zurück. Das EBITDA lag bei 30,7 Milliarden Lira, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 9,8 Milliarden Lira. Europa steuerte 49 Prozent des Umsatzes bei.
Bei den Mitarbeitern schwanken die Angaben: Zum Rebranding 2024 sprach der Konzern von 55.000 Beschäftigten, der Halbjahresbericht 2025 nennt „über 50.000“, der Geschäftsbericht 2025 der Koç Holding „nahezu 45.000“. Neue Werke entstanden zuletzt in Ägypten und Bangladesch.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Beko Europe startete am 2. April 2024 mit 11 Werken in Italien, Polen, der Slowakei, Großbritannien und Rumänien sowie mehr als 20.000 Mitarbeitern unter CEO Ragıp Balcıoğlu. Bereits im November 2024 kündigte das Unternehmen laut Euronews den Abbau von 1.935 Stellen in Italien an, verbunden mit der Schließung der Kühlgeräteproduktion in Siena und Cassinetta sowie des Waschmaschinenwerks in Comunanza. Begründet wurde dies mit einer Auslastung von unter 40 Prozent und asiatischer Konkurrenz. Zum Jahresende 2025 folgten Schließungen in Łódź und Breslau.
Am 19. Juni 2026 meldete Reuters, dass Arçelik die verbliebenen 25 Prozent an Beko Europe für 71,5 Millionen Euro von Whirlpool übernimmt. Der Aktionärsvertrag wurde beendet, die Markenlizenz für Whirlpool in Europa läuft weiter. Für 2026 stellt das Management eine bereinigte EBITDA-Marge von 6,25 bis 6,5 Prozent und Investitionen von rund 250 Millionen Euro in Aussicht.
FAQ
Ist Beko eine türkische oder deutsche Marke?
Beko ist eine türkische Marke des Konzerns Arçelik A.Ş. aus Istanbul, der zur Koç Holding gehört.
Hat sich Arçelik in Beko umbenannt?
Seit April 2024 tritt der Konzern weltweit unter der Konzernmarke „Beko“ auf. Der Rechtsname der Muttergesellschaft lautet aber weiterhin Arçelik A.Ş.
Gehören Bauknecht und Whirlpool jetzt zu Beko?
Ja. Seit April 2024 führt Beko Europe das frühere Europageschäft von Whirlpool mit Bauknecht, Indesit und Hotpoint. Im Juni 2026 übernahm Arçelik auch die letzten 25 Prozent von Whirlpool.
Wer ist der Chef von Beko?
CEO des Konzerns ist Hakan Bulgurlu, Verwaltungsratsvorsitzender ist Rahmi M. Koç.
Ist Beko an der Börse notiert?
Ja, die Arçelik A.Ş. ist seit 1986 an der Börse Istanbul gelistet. Der Streubesitz liegt allerdings nur bei knapp 15 Prozent.
Wie viel Umsatz macht Beko?
Der Konzernumsatz lag 2025 bei 523,9 Milliarden Türkischen Lira, nach 560,9 Milliarden Lira im Jahr 2024.
Fazit
Beko ist trotz Börsennotierung ein Familienunternehmen im Großformat: Die Koç Holding und die Familie Koç halten mit rund 57 Prozent die klare Mehrheit an der Arçelik A.Ş., die Burla-Familie ist als zweiter Ankeraktionär dabei. Die Konzernmarke „Beko“ änderte 2024 den Auftritt, nicht die Eigentümerstruktur.
Stand September 2026 hat der Konzern mit der vollständigen Übernahme von Beko Europe die Struktur vereinfacht, bleibt aber durch schwache Nachfrage in Europa, asiatische Konkurrenz und den Nettoverlust des Jahres 2025 belastet. Ob die Werksschließungen in Europa die Rendite wie geplant verbessern, dürfte sich in den Zahlen für 2026 zeigen.
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