
Wer in Deutschland als Immobilienmakler arbeiten möchte, braucht keine staatlich vorgeschriebene Berufsausbildung, aber zwingend eine Gewerbeerlaubnis nach §34c der Gewerbeordnung. Der schnellste Weg führt über einen IHK-Lehrgang (4 bis 12 Wochen, ab ca. 300 Euro) kombiniert mit der behördlichen Zulassung. Wer eine breitere Fachbasis anstrebt, absolviert die dreijährige duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau.
Key Takeaways
- Für den Beruf Immobilienmakler gibt es in Deutschland keine Pflichtausbildung, aber die §34c-Erlaubnis ist gesetzlich vorgeschrieben.
- Abitur ist keine Voraussetzung: Auch mit Hauptschulabschluss ist ein Einstieg möglich.
- Ausbildungswege reichen von einem 4-Wochen-Intensivkurs bis zur dreijährigen dualen Ausbildung zum Immobilienkaufmann.
- Kosten variieren stark: IHK-Kurzlehrgänge kosten 300 bis 2.000 Euro, umfassende Programme bis zu 6.000 Euro.
- Online- und Hybridangebote dominieren 2026 den Weiterbildungsmarkt für Makler.
- Das Einstiegsgehalt liegt je nach Region und Modell zwischen 25.000 und 40.000 Euro brutto jährlich; erfahrene Makler mit eigenem Bestand verdienen deutlich mehr.
- IHK-Zertifikate gelten als wichtigstes Vertrauenssignal bei Arbeitgebern und Kunden.
- Der Immobilienmarkt bleibt nachfrageintensiv, aber der Wettbewerb unter Maklern nimmt zu.
Was ist ein Immobilienmakler und was macht er genau?
Ein Immobilienmakler vermittelt Kauf-, Verkaufs- und Mietverträge für Immobilien und erhält dafür eine erfolgsabhängige Provision. Er arbeitet als Bindeglied zwischen Eigentümern und Interessenten und übernimmt dabei weit mehr als das bloße Zeigen von Wohnungen.
Typische Aufgaben im Berufsalltag:
- Bewertung und Marktpreisanalyse von Immobilien
- Erstellung von Exposés und Vermarktungsunterlagen
- Durchführung von Besichtigungen
- Beratung zu Finanzierungs- und Rechtsfragen (ohne Rechtsberatung im juristischen Sinne)
- Verhandlungsführung zwischen Käufer und Verkäufer
- Begleitung bis zur notariellen Beurkundung
Ein vollständig professionell agierender Makler braucht in der Regel zwei bis drei Jahre Berufserfahrung, um alle Facetten des Berufs sicher zu beherrschen.
Unterschied zwischen Makler und Immobilienmakler
Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Berufsfelder. Ein „Makler“ kann auch Versicherungsmakler, Börsenmakler oder Handelsmakler sein. Der Begriff „Immobilienmakler“ ist spezifisch auf die Vermittlung von Grundstücken, Wohn- und Gewerbeimmobilien begrenzt.
Rechtlich relevant: Nur wer Immobilien vermittelt, benötigt die §34c-Erlaubnis nach der Gewerbeordnung. Andere Maklerberufe unterliegen anderen Zulassungsvorschriften.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Immobilienmakler Ausbildung?
Für den Einstieg in die Immobilienmakler Ausbildung in Deutschland sind die formalen Hürden vergleichsweise niedrig. Ein Schulabschluss wird empfohlen, ist aber gesetzlich nicht vorgeschrieben. Entscheidend ist die persönliche Zuverlässigkeit, die die Behörde bei der §34c-Beantragung prüft.
Voraussetzungen für die §34c-Erlaubnis:
- Polizeiliches Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge
- Keine offenen Insolvenzverfahren oder Vermögensverfall
- Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt
- Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung (empfohlen, teils gefordert)
Für IHK-Lehrgänge verlangen die meisten Anbieter mindestens einen Hauptschulabschluss. Einige Akademien setzen Volljährigkeit voraus.

Kann man Immobilienmakler ohne Abitur werden?
Ja, der Beruf Immobilienmakler ist in Deutschland auch ohne Abitur zugänglich. Die gesetzliche Grundlage, die §34c-Erlaubnis, knüpft nicht an einen bestimmten Schulabschluss.
Wer die duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann anstrebt, braucht formal mindestens einen Hauptschulabschluss, wobei Betriebe in der Praxis häufig mittlere Reife oder Abitur bevorzugen. Für IHK-Kurzlehrgänge und Online-Kurse gilt: Hauptschulabschluss reicht in den meisten Fällen aus.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Immobilienmakler in Deutschland?
Die Dauer hängt vom gewählten Ausbildungsweg ab und reicht von vier Wochen bis drei Jahren.
| Ausbildungsweg | Dauer | Abschluss | Kosten (ca.) |
|---|---|---|---|
| IHK-Intensivlehrgang | 4-12 Wochen | IHK-Zertifikat | 300-2.000 € |
| Fernlehrgang / Online-Kurs | 3-6 Monate | Zertifikat Anbieter/IHK | 500-3.000 € |
| Vollzeitlehrgang Akademie | 6-12 Monate | IHK/Akademiezertifikat | 2.000-6.000 € |
| Duale Ausbildung Immobilienkaufmann/-frau | 3 Jahre | IHK-Berufsabschluss | Ausbildungsvergütung |
Faustregel: Wer schnell in den Beruf einsteigen will, wählt den IHK-Kurzlehrgang plus §34c-Anmeldung. Wer eine solide Fachbasis für eine langfristige Karriere aufbauen will, profitiert von der dualen Ausbildung.
Immobilienmakler Ausbildung: Kosten und Gebühren 2026
Die Gesamtkosten setzen sich aus Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren und den Verwaltungskosten für die §34c-Erlaubnis zusammen. Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter und Format zwischen 300 und 6.000 Euro. Die Gewerbeerlaubnis nach §34c kostet je nach Gemeinde zwischen 200 und 800 Euro einmalig.
Zusätzliche Kostenpunkte:
- IHK-Prüfungsgebühr: ca. 150-300 Euro
- Führungszeugnis: ca. 13 Euro
- Berufshaftpflichtversicherung: ab ca. 200 Euro jährlich
Fördermöglichkeiten: Wer als Arbeitnehmer eine Weiterbildung absolviert, kann unter Umständen Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG nutzen.
Immobilienmakler Ausbildung online oder in Präsenz?
2026 dominieren Online- und Hybridformate den Weiterbildungsmarkt für angehende Makler. Anbieter wie die Sparkassenakademie, die Europäische Immobilien-Akademie (EIA) und verschiedene IHK-Standorte bieten Blended-Learning-Modelle an, die Selbststudium mit Präsenztagen kombinieren.
Online-Ausbildung eignet sich für:
- Berufstätige mit wenig Zeit für Präsenzveranstaltungen
- Quereinsteiger, die flexibel lernen wollen
- Personen außerhalb von Ballungsräumen ohne nahegelegene Akademie
Präsenzausbildung eignet sich für:
- Lernende, die direkten Austausch und Netzwerken bevorzugen
- Personen, die strukturierte Lernumgebungen benötigen
- Auszubildende in der dualen Ausbildung (Pflichtpräsenz in Berufsschule)
Welche Schulen bieten Immobilienmakler Ausbildung an?
Mehrere etablierte Institutionen bieten anerkannte Lehrgänge an. Die IHK-Standorte in allen Bundesländern gelten als Goldstandard für Zertifikate, da IHK-Abschlüsse bundesweit anerkannt sind.
Bekannte Anbieter (Auswahl):
- IHK-Bildungszentren (bundesweit, Präsenz und online)
- Europäische Immobilien-Akademie (EIA), Saarbrücken
- Sparkassenakademien der Länder
- Haufe Akademie
- Deutsche Makler Akademie (DMA)
- Fernschulen wie SGD oder ILS
Bei der Wahl des Anbieters gilt: IHK-Zertifikat oder eine staatlich anerkannte Prüfung sind entscheidend für die Glaubwürdigkeit gegenüber Arbeitgebern und Kunden.
Ist die Immobilienmakler Ausbildung schwer und was sind häufige Fehler?
Der Lernstoff ist umfangreich, aber bei strukturiertem Vorgehen gut bewältigbar. Schwierig wird es vor allem, wenn Lernende die rechtlichen und steuerlichen Inhalte unterschätzen.
Häufige Fehler beim Einstieg:
- §34c-Erlaubnis zu spät beantragen (Bearbeitungszeit: 4-8 Wochen)
- Wahl eines Anbieters ohne IHK-Anerkennung
- Unterschätzung der Bedeutung von Netzwerk und Akquise
- Fehlende Berufshaftpflichtversicherung bei Aufnahme der Tätigkeit
Typische Lerninhalte in Maklerlehrgängen:
- Immobilienrecht (Miet-, Kauf-, Maklerrecht)
- Grundlagen der Immobilienbewertung
- Finanzierungsmodelle und Bankenwesen
- Vertriebs- und Verhandlungstechniken
- Marketing und digitale Vermarktung
- Grundbuch, Notarverfahren, Baulastenverzeichnis
Immobilienmakler Ausbildung ohne vorherige Berufserfahrung möglich?
Ja, ein Quereinstieg ohne Vorwissen ist 2026 der häufigste Einstiegsweg. Der IHK-Lehrgang kombiniert mit der §34c-Erlaubnis gilt als schnellster und rechtlich sauberer Weg in den Beruf.
Wer vorher in einem kaufmännischen, juristischen oder technischen Beruf gearbeitet hat, bringt oft nützliche Vorkenntnisse mit. Berufserfahrung ist aber keine formale Voraussetzung.
Makler-Lizenz und Provisionsmodelle erklärt
Die „Makler-Lizenz“ in Deutschland ist die §34c-Erlaubnis nach der Gewerbeordnung, kein eigenständiges Lizenzsystem wie in anderen Ländern. Sie wird vom zuständigen Gewerbeamt erteilt und muss bei jeder wesentlichen Änderung der Tätigkeit aktualisiert werden.
Provisionsmodelle im Überblick:
- Außenprovision: Käufer und Verkäufer zahlen je einen Teil der Provision (seit 2020 gesetzlich geregelt: bei Wohnimmobilien teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision hälftig).
- Innenprovision: Nur der Auftraggeber zahlt, üblich bei gewerblichen Objekten.
- Festhonorar: Seltener, aber bei bestimmten Beratungsleistungen möglich.
Die Maklerprovision bei Wohnimmobilien beträgt in Deutschland üblicherweise 3,57 Prozent des Kaufpreises pro Partei (inkl. MwSt.), variiert aber regional.
Verdienst und Gehalt als Immobilienmakler in Deutschland
Das Einkommen als Immobilienmakler hängt stark vom Beschäftigungsmodell, der Region und der eigenen Akquiseleistung ab. Festangestellte Makler verdienen zum Einstieg zwischen 25.000 und 40.000 Euro brutto jährlich, oft ergänzt durch Provisionsanteile.
Selbstständige Makler mit eigenem Bestand und funktionierendem Netzwerk können deutlich mehr verdienen, tragen aber auch das volle unternehmerische Risiko. In Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Verdienstmöglichkeiten erfahrungsgemäß höher als im ländlichen Raum.
Einflussfaktoren auf das Gehalt:
- Region und Immobilienmarktlage
- Angestellt vs. selbstständig
- Spezialisierung (Wohnen, Gewerbe, Luxus)
- Eigenes Netzwerk und Kundenstamm
- Abschlussquote und Verhandlungsgeschick
Immobilienmakler oder Immobilienkaufmann: Welcher Beruf ist besser?
Beide Berufe haben unterschiedliche Schwerpunkte und eignen sich für verschiedene Karriereziele. Der Immobilienmakler ist primär vertriebsorientiert und arbeitet oft selbstständig auf Provisionsbasis. Der Immobilienkaufmann hat eine breitere kaufmännische Ausbildung und findet Beschäftigung in Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Banken und Immobilienfonds.

Wähle den Maklerweg, wenn:
- Vertrieb und direkter Kundenkontakt motivieren
- Selbstständigkeit und flexible Arbeitszeiten gewünscht sind
- Ein schneller Berufseinstieg angestrebt wird
Wähle die Immobilienkaufmann-Ausbildung, wenn:
- Eine breite kaufmännische Basis gewünscht ist
- Angestelltenverhältnis mit geregeltem Einkommen bevorzugt wird
- Karriere in Verwaltung, Projektentwicklung oder Bankenwesen angestrebt wird
Karrierechancen nach der Immobilienmakler Ausbildung
Die Karrierechancen nach der Immobilienmakler Ausbildung in Deutschland sind 2026 solide, aber der Markt ist selektiver geworden. Der Bedarf an qualifizierten Maklern bleibt hoch, besonders in Ballungsräumen mit angespanntem Wohnungsmarkt. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb durch digitale Plattformen und eine wachsende Zahl an Quereinsteigern.
Mögliche Karrierewege:
- Festanstellung bei einem Maklerunternehmen oder einer Immobilienverwaltung
- Selbstständigkeit als freier Makler
- Spezialisierung auf Gewerbeimmobilien, Luxussegment oder Auslandsimmobilien
- Weiterbildung zum Immobilienfachwirt (IHK) oder Immobilienökonom
- Einstieg in Projektentwicklung oder Asset Management
Bis 2030 wird erwartet, dass digitale Kompetenzen, Kenntnisse in ESG-Kriterien (Nachhaltigkeit) und Datenanalyse zunehmend wichtiger werden. Makler, die sich frühzeitig in diesen Bereichen weiterbilden, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil.
FAQ
Brauche ich für die Immobilienmakler Ausbildung zwingend ein Abitur? Nein. Für IHK-Kurzlehrgänge und die §34c-Erlaubnis ist kein Abitur erforderlich. Für die duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann bevorzugen viele Betriebe mittlere Reife, aber auch Hauptschulabsolventen haben Chancen.
Was kostet die §34c-Erlaubnis? Die Verwaltungsgebühr liegt je nach Gemeinde zwischen 200 und 800 Euro einmalig. Hinzu kommen Kosten für Führungszeugnis (ca. 13 Euro) und ggf. Versicherungsnachweise.
Kann ich die Ausbildung vollständig online absolvieren? Ja, viele IHK-Lehrgänge und Akademieprogramme werden 2026 als reine Online- oder Hybridkurse angeboten. Der Abschluss ist gleichwertig, sofern ein anerkannter Anbieter gewählt wird.
Wie lange dauert die Bearbeitung der §34c-Erlaubnis? In der Regel vier bis acht Wochen, abhängig von der Auslastung der zuständigen Behörde. Den Antrag sollte man frühzeitig stellen.
Was verdient ein Makler im ersten Berufsjahr? Festangestellte Einsteiger verdienen typischerweise zwischen 25.000 und 35.000 Euro brutto jährlich. Selbstständige können im ersten Jahr auch weniger verdienen, wenn der Kundenstamm noch aufgebaut wird.
Ist eine Berufshaftpflichtversicherung Pflicht? Gesetzlich ist sie nicht in allen Bundesländern zwingend vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar. Viele Auftraggeber und Arbeitgeber setzen sie voraus.
Welcher Abschluss ist für Arbeitgeber am wertvollsten? Das IHK-Zertifikat gilt als wichtigstes Vertrauenssignal. Wer zusätzlich den Immobilienfachwirt (IHK) anstrebt, verbessert seine Chancen auf Führungspositionen deutlich.
Kann ich als Makler auch in Teilzeit arbeiten? Ja, besonders als selbstständiger Makler ist Teilzeittätigkeit möglich. Die Akquiseleistung und damit das Einkommen sind dann entsprechend geringer.
Gibt es staatliche Förderung für die Ausbildung? Ja, unter bestimmten Voraussetzungen sind Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG möglich. Eine individuelle Beratung beim Arbeitsamt ist empfehlenswert.
Was unterscheidet einen zertifizierten von einem nicht zertifizierten Makler? Zertifizierte Makler (IHK oder anerkannte Akademie) können ihre Qualifikation nachweisen, was Vertrauen bei Kunden und Arbeitgebern schafft. Nicht zertifizierte Makler dürfen die Tätigkeit mit §34c-Erlaubnis ausüben, haben aber oft Nachteile bei der Akquise.
Fazit: Nächste Schritte für angehende Immobilienmakler
Die Immobilienmakler Ausbildung in Deutschland bietet 2026 mehr Wege als je zuvor, von der schnellen IHK-Zertifizierung bis zur dreijährigen dualen Ausbildung. Der Einstieg ist auch ohne Abitur und ohne Berufserfahrung möglich, wenn die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge gegangen werden.
Konkrete nächste Schritte:
- Ausbildungsweg festlegen: IHK-Kurzlehrgang für schnellen Einstieg oder duale Ausbildung für breite Fachbasis.
- Anbieter vergleichen: IHK-Anerkennung des Zertifikats prüfen.
- §34c-Erlaubnis beantragen: Frühzeitig beim Gewerbeamt einreichen, Bearbeitungszeit einplanen.
- Berufshaftpflichtversicherung abschließen.
- Netzwerk aufbauen: Branchenverbände wie IVD oder RDM bieten Einstiegsmöglichkeiten.
- Weiterbildung planen: Digitale Kompetenzen und ESG-Kenntnisse werden bis 2030 zunehmend wichtiger.
Wer diese Schritte strukturiert angeht, hat gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Karriere im deutschen Immobilienmarkt.
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