Henning May, bürgerlich Henning Gemke, wurde am 13. Januar 1992 in Köln geboren. Er ist Sänger, Pianist und Mitbegründer der Band AnnenMayKantereit und trat darüber hinaus als Kollaborationspartner anderer Musiker sowie als Hörbuchsprecher in Erscheinung.
Herkunft und Ausbildung
May wuchs in Köln auf und besuchte dort das Schiller-Gymnasium im Stadtteil Sülz, wo die Band AnnenMayKantereit 2011 ihren Ursprung nahm. Nach dem Abitur 2011 gründete May gemeinsam mit Christopher Annen und Severin Kantereit die Band AnnenMayKantereit. Der Bandname setzt sich aus den Nachnamen der drei Gründungsmitglieder zusammen.
Gründung und erste Jahre von AnnenMayKantereit
Die Band begann ihre musikalische Tätigkeit an Straßenecken in Köln, wo sie zunächst ein lokales Publikum erreichte. Aufnahmen dieser Auftritte, die über die Videoplattform YouTube verbreitet wurden, trugen in der Folge zur wachsenden Bekanntheit der Band über Köln hinaus bei. Im Jahr 2013 veröffentlichte die Band ihr selbstproduziertes, gleichnamiges Debütalbum „AnnenMayKantereit“, das mit einer Releaseparty in Köln vorgestellt wurde. 2014 spielte die Band unter anderem beim Appletree Garden Festival, beim Open Flair und beim Reeperbahn Festival und trat zeitweise als Vorgruppe der Band Beatsteaks auf. Im Herbst 2015 unterzeichnete AnnenMayKantereit einen Vertrag mit dem Universal-Music-Label Vertigo Berlin und veröffentlichte im selben Jahr die EP „Wird schon irgendwie gehen“. Ebenfalls 2015 erhielt die Band den Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland sowie den Deutschen Webvideopreis. Der Vertragsabschluss mit Vertigo Berlin markierte den Übergang von der Kölner Straßenmusikszene zu einer Zusammenarbeit mit einem großen Musiklabel.
Durchbruch und Diskografie
Mit dem Album „Alles nix Konkretes“ gelang AnnenMayKantereit im März 2016 der Sprung an die Spitze der deutschen Albumcharts. Das Album wurde in Deutschland mit Dreifach-Gold ausgezeichnet. Für ihre Arbeit erhielt die Band 2017 den Musikpreis Echo in den Kategorien „Newcomer national“ und „Band Pop national“. 2019 wurde AnnenMayKantereit zudem bei der 1Live Krone in der Kategorie „Beste Band“ geehrt und schloss im Januar desselben Jahres einen weltweiten Verlagsvertrag mit BMG Rights Management ab. Auf „Alles nix Konkretes“ folgten die Alben „Schlagschatten“ (Dezember 2018), „12“ (November 2020) und „Es ist Abend und wir sitzen bei mir“ (3. März 2023). Seit 2022 tritt die Band bei Konzerten zeitweise mit einem erweiterten Ensemble aus Streichquartett und Jazz-Combo auf.
Im Jahr 2015 war Henning Mays Stimme zudem auf dem Song „Hurra die Welt geht unter“ des Rap-Kollektivs K.I.Z zu hören; der Titel platzierte sich auf Position 31 der deutschen Single-Charts. Diese Zusammenarbeit gilt als früher Beleg für Mays Bekanntheit über die eigene Band hinaus.
Solowerk und Kollaborationen
Neben der Arbeit mit AnnenMayKantereit wirkte May wiederholt an Projekten anderer Künstler mit. Zusammen mit der Rapperin Juju veröffentlichte er den Song „Vermissen“, der 2019 Platz eins der deutschen Singlecharts erreichte und Mays ersten Nummer-eins-Erfolg außerhalb von AnnenMayKantereit markierte. Für diesen Titel wurde das Duo bei der 1Live Krone in der Kategorie „Beste Single“ ausgezeichnet. 2022 folgte eine gemeinsame Coverversion des Songs „Tom’s Diner“ mit der Band Giant Rooks, die sich im März desselben Jahres auf Position 63 der britischen Charts platzierte.
Über die Musik hinaus lieh May seine Stimme auch Hörbuchproduktionen. 2020 wirkte er als Sprecher an einer Folge der Hörspielserie „Die drei ???“ mit, was seine künstlerische Tätigkeit über das Musikgeschäft hinaus dokumentiert.
Gesellschaftliches und politisches Engagement
May äußert sich öffentlich zu gesellschaftlichen Themen und unterstützt die Klimaschutzbewegung Fridays for Future; 2020 nahm die Band an einer Kundgebung der Bewegung in Berlin teil. May ist zudem Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen und unterstützte die Partei im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 auch finanziell.
Aktuelles Wirken
Im Sommer 2025 kündigte AnnenMayKantereit die neue Single „Nur wir beide“ an. Gleichzeitig gaben May, Annen und Kantereit eine Konzerttournee für das Jahr 2026 bekannt. Die geplanten Termine führen die Band durch Deutschland, Österreich und Luxemburg, mit Stationen unter anderem in Nürnberg, Esch-sur-Alzette, Frankfurt am Main, Dortmund, Köln, Berlin, Hamburg, Rostock, Hannover, Magdeburg, Leipzig, Bremen, München, Wien, Freiburg und Zürich. Nach Angaben der Veranstalter soll das Programm der Tournee sowohl neue Songs als auch bereits veröffentlichte Stücke aus der Bandgeschichte umfassen. Die Termine verteilen sich über mehrere Monate des Jahres 2026 und reichen von Juli-Konzerten bis zu Terminen im September. Die Band tritt damit, Stand 2026, seit rund 15 Jahren in der ursprünglichen Besetzung aus May, Annen und Kantereit auf.
Persönliches
May lebt in Berlin, wo er sich zeitweise eine Wohnung mit Bandkollege Severin Kantereit teilte. Über sein Privatleben äußert sich May in der Öffentlichkeit zurückhaltend; ausführliche private Details sind öffentlich kaum dokumentiert. Bekannt ist vor allem sein künstlerisches und politisches Wirken, während Angaben zu Familie oder Beziehungen nicht Teil seiner öffentlichen Kommunikation sind.
Musikalisches Wirken im Bandkontext
Innerhalb von AnnenMayKantereit übernimmt May neben dem Gesang auch instrumentale Aufgaben. Er spielt unter anderem Klavier sowie weitere Instrumente wie Melodica, Akkordeon, Ukulele und Gitarre. Diese instrumentale Vielseitigkeit prägt den Klang der Band, ebenso wie seine Stimme, die in Presseberichten regelmäßig als markantes Merkmal der Gruppe beschrieben und dort gelegentlich mit dem Gesangsstil von Rio Reiser verglichen wird.
Quellen-Fazit
Die Angaben zu Geburtsdatum, bürgerlichem Namen, Bandgründung, Diskografie und Auszeichnungen stützen sich auf die deutsch- und englischsprachige Wikipedia sowie auf eine Künstlerbiografie von chartsurfer.de. Angaben zur Tournee 2026 und zur neuen Single stammen aus aktueller Musikmedien-Berichterstattung. Zu Details des Privatlebens liegen nur wenige öffentlich bestätigte Informationen vor; entsprechende Angaben im Artikel beschränken sich daher auf das, was in den genannten Quellen dokumentiert ist.