Hansi Müller – Biographie und Karriere

Hansi Müller Vermögen und Biographie

Hans Peter „Hansi“ Müller war in den 1970er und 1980er Jahren als Fußballprofi im Mittelfeld aktiv. Der gebürtige Stuttgarter wurde 1980 mit der Nationalmannschaft Europameister, spielte bei Inter Mailand in der italienischen Serie A und beendete seine aktive Laufbahn beim FC Tirol Innsbruck. Nach dem Ende seiner Profikarriere blieb er dem VfB Stuttgart als Ehrenmitglied verbunden und war laut einem Pressebericht aus dem Jahr 2017 kommunalpolitisch in seiner Wohngemeinde engagiert.

Werdegang und Herkunft

Hansi Müller wurde am 27. Juli 1957 in Stuttgart geboren. Seine Eltern gehörten zu den Donauschwaben, einer deutschsprachigen Bevölkerungsgruppe im damaligen Jugoslawien, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge von Vertreibungen aus der Region in das Nachkriegsdeutschland kam. Der Vater stammte aus Bačka Palanka, die Mutter aus Inđija, beide Orte liegen im Gebiet der heutigen serbischen Vojvodina. Vor seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft durchlief Müller die deutsche Amateurnationalmannschaft (1976 bis 1978, sieben Einsätze, drei Tore) sowie die B-Nationalmannschaft (1977 bis 1978, fünf Einsätze). Diese Stationen im Nachwuchs- und Amateurbereich gingen seiner Zeit in der A-Nationalmannschaft unmittelbar voraus. Müller ist 1,80 Meter groß und wurde während seiner gesamten Laufbahn im Mittelfeld eingesetzt.

Karrierestationen im Vereinsfußball

Von 1975 bis 1982 spielte Müller für den VfB Stuttgart und bestritt in dieser Zeit 186 Bundesligaspiele, in denen ihm 65 Tore gelangen. In Nachschlagewerken wird er für diese Phase als zentraler Mittelfeldspieler mit spielgestaltender Rolle beschrieben. 1982 wechselte er zu Inter Mailand, wo er bis 1984 48 Ligaspiele absolvierte und neun Tore erzielte. Anschließend folgte von 1984 bis 1985 eine kurze Station beim italienischen Club Como mit 17 Einsätzen und einem Treffer.

1985 wechselte Müller zum FC Swarovski Tirol nach Innsbruck. Vermittelt wurde der Transfer vom damaligen Vereinsmäzen Gernot Langes-Swarovski. Bei dem österreichischen Verein blieb Müller bis 1990 und bestritt 123 Spiele, in denen ihm 35 Tore gelangen. Über seine gesamte Vereinslaufbahn kommt er auf insgesamt 374 Pflichtspiele und 110 Tore, verteilt auf Vereine in Deutschland, Italien und Österreich.

Station FC Tirol Innsbruck

Die Zeit in Innsbruck war sportlich ereignisreich. 1987 erreichte der FC Tirol mit Müller das Halbfinale des UEFA-Pokals und schied dort gegen den schwedischen Vertreter IFK Göteborg aus, nach einer 1:4-Niederlage im Hinspiel und einer 0:1-Niederlage im Rückspiel. 1989 gewann der Verein unter Trainer Ernst Happel das Double aus österreichischer Meisterschaft und Cupsieg, 1990 folgte ein weiterer Meistertitel. Happel, der den Verein in dieser Phase trainierte, hatte zuvor unter anderem den Hamburger SV sowie die niederländische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1978 betreut. Müller beendete seine aktive Laufbahn 1990 mit einem Abschiedsspiel im Innsbrucker Tivoli-Stadion.

Nationalmannschaft und Auszeichnungen

Für die A-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland bestritt Müller zwischen 1978 und 1983 42 Länderspiele und erzielte dabei fünf Tore. Sein Debüt gab er 1978; bei der Fußball-Weltmeisterschaft desselben Jahres in Argentinien stand er in allen vier Partien der deutschen Mannschaft in der Startelf. 1980 gewann er mit der Nationalmannschaft die Fußball-Europameisterschaft in Italien; es war der zweite EM-Titel der deutschen Auswahl nach 1972. 1982 erreichte er mit der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Spanien das Finale, das gegen Italien verloren wurde. Beide Turniere fielen in die Zeit seiner Zugehörigkeit zur A-Nationalmannschaft zwischen 1978 und 1983.

  • Europameister 1980 mit der Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland
  • Vize-Weltmeister 1982
  • Berufung in die UEFA-Mannschaft des Turniers bei der EM 1980
  • Aufnahme in die kicker-Bundesliga-Mannschaft der Saison 1979/80 und 1980/81
  • Auszeichnung durch die französische Fachzeitschrift Onze Mondial im Jahr 1981
  • Bravo-Otto, ein von der Jugendzeitschrift Bravo vergebener Publikumspreis, im Jahr 1980

Leben nach der aktiven Karriere

Nach seinem Karriereende blieb Müller dem VfB Stuttgart verbunden und wurde Ehrenmitglied des Vereins. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war er offizieller Botschafter für den Austragungsort Stuttgart, bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 übernahm er dieselbe Rolle für den Austragungsort Innsbruck. Laut dem 2017 erschienenen Porträt der Tiroler Tageszeitung gehörte er seit 2014 dem Gemeinderat seiner Wohngemeinde Korb an. Korb liegt im Rems-Murr-Kreis im Remstal, einer Weinbauregion östlich von Stuttgart. Daneben tritt Müller laut diesem Bericht als Redner bei Veranstaltungen für Wirtschaftsvertreter auf.

Persönliches

Müller war mit seiner ersten Ehefrau Claudia 28 Jahre verheiratet; sie starb 2005 an einer Krebserkrankung. Aus dieser Ehe gingen zwei inzwischen erwachsene Kinder hervor. Später heiratete Müller erneut; aus dieser Verbindung stammt ein weiterer Sohn, Sandro. Zum Zeitpunkt des 2017 veröffentlichten Porträts der Tiroler Tageszeitung war Sandro sieben Jahre alt.

Quellen-Fazit

Die Angaben zu Müllers Vereins- und Nationalmannschaftskarriere sowie zu seinen Auszeichnungen stützen sich auf die englischsprachige Wikipedia-Biografie, die auf Statistiken der DFB-Datenbank und von RSSSF zurückgreift. Informationen zu seiner Zeit beim FC Tirol Innsbruck, zu seinem kommunalpolitischen Engagement in Korb und zu seinem Privatleben entstammen einem Porträt der Tiroler Tageszeitung anlässlich seines 60. Geburtstags im Jahr 2017. Übereinstimmend belegen diese Quellen eine Fußballerkarriere, die von der Bundesliga über die italienische Serie A bis in den österreichischen Spitzenfußball reichte, sowie ein zum Zeitpunkt der Berichterstattung bestehendes gesellschaftliches Engagement in seiner Wohnregion. Das Geburtsdatum 27. Juli 1957 wird zusätzlich durch den Eintrag in der Deutschen Biographie, einem biografischen Nachschlagewerk mit Normdatenverknüpfung, bestätigt.