Huda Beauty gehört seit Juni 2025 wieder vollständig ihrer Gründerin Huda Kattan. Die Kosmetikmarke mit Sitz in Dubai war 2013 mit falschen Wimpern bei Sephora gestartet, nahm Ende 2017 den Finanzinvestor TSG Consumer Partners als Minderheitsgesellschafter auf und kaufte diese Anteile acht Jahre später zurück. Finanziert wurde der Schritt unter anderem durch den Verkauf der Duftmarke Kayali, die seit Februar 2025 Hudas Schwester Mona Kattan und dem Wachstumsinvestor General Atlantic gehört. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert und veröffentlicht keine Geschäftszahlen.
Key Takeaways
- Huda Beauty wurde 2013 in Dubai von der Visagistin und Bloggerin Huda Kattan gemeinsam mit ihren Schwestern Mona und Alya gegründet.
- Im Dezember 2017 stieg TSG Consumer Partners mit einer Minderheitsbeteiligung ein; Branchenmedien bezifferten die Unternehmensbewertung damals auf rund 1,2 Mrd. US-Dollar.
- Am 3. Juni 2025 gab Huda Beauty bekannt, dass Huda Kattan sämtliche TSG-Anteile zurückgekauft hat und die Marke wieder zu 100 Prozent in Gründerhand ist.
- Die 2018 gestartete Duftmarke Kayali wurde im Februar 2025 an Mona Kattan und General Atlantic verkauft; der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
- Huda Kattan und ihr Ehemann Christopher Goncalo führen das Unternehmen als Co-CEOs; Alya Kattan verantwortet die Social-Media-Strategie.
- Zum Portfolio gehören Huda Beauty (Make-up), Wishful (Hautpflege, seit 2020) und GloWish (Teint, seit 2021); wichtigster Handelspartner ist Sephora.
- 2025 und 2026 geriet die Gründerin wegen politischer Beiträge in die Kritik; Sephora nahm die Marke aus einer US-Herbstkampagne.
| Name | Huda Beauty |
|---|---|
| Gegründet | 2013 in Dubai (Blog „Huda Beauty“ seit April 2010) |
| Sitz | Dubai, Vereinigte Arabische Emirate |
| Branche | Kosmetik (Make-up, Hautpflege) |
| Eigentümer | Huda Kattan, 100 Prozent (seit Juni 2025; zuvor Minderheitsbeteiligung von TSG Consumer Partners) |
| Umsatz/Mitarbeiter | Keine offiziellen Zahlen; Branchenschätzung für 2018 rund 200 Mio. US-Dollar Nettoumsatz (Business of Fashion, 2019) |
| Führung | Huda Kattan und Christopher Goncalo (Co-CEOs), Alya Kattan (Social-Media-Strategie) |
Geschichte und Herkunft
Huda Kattan wurde am 2. Oktober 1983 in Oklahoma City als Tochter irakischer Einwanderer geboren. Sie studierte Finanzwesen an der University of Michigan-Dearborn (Abschluss 2008), absolvierte eine Make-up-Ausbildung in Los Angeles und zog 2008 nach Dubai, wo sie als Visagistin für Revlon arbeitete. Im April 2010 startete sie den Blog „Huda Beauty“, aus dem eine der reichweitenstärksten Beauty-Communities in den sozialen Netzwerken wurde.
2013 folgte der Schritt zur Marke: Gemeinsam mit ihren Schwestern Mona und Alya brachte Kattan eine Kollektion falscher Wimpern heraus, die exklusiv bei Sephora in der Dubai Mall erschien. Die Starthilfe kam aus der Familie, unter anderem durch ein Darlehen von Alya Kattan; die erste Kollektion verkaufte sich nach Unternehmensangaben deutlich schneller als vom Händler kalkuliert.
Auf die Wimpern folgten flüssige Lippenstifte, Lidschattenpaletten und die Foundation „#FauxFilter“. 2015 kam die Marke in die US-Filialen von Sephora, im Juni 2017 startete sie in Deutschland bei Sephora in München. Heute umfasst das Sortiment mehr als 140 Produkte, vertrieben online und über Händler wie Sephora, Boots und Harrods.
Eigentümerstruktur im Detail

Huda Beauty ist ein privat gehaltenes Unternehmen ohne Börsennotierung. Seit dem Rückkauf der Investorenanteile im Juni 2025 hält Gründerin Huda Kattan nach Unternehmensangaben 100 Prozent. In der Mitteilung vom 3. Juni 2025 bezeichnete sich die Marke als eine der wenigen etablierten Beauty-Marken, die zu vollständigem Gründerbesitz zurückgekehrt sind. Den Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht.
Zuvor war die Struktur acht Jahre lang zweigeteilt. Im Dezember 2017 hatte TSG Consumer Partners aus San Francisco eine Minderheitsbeteiligung erworben. Die Höhe des Anteils wurde offiziell nie bekanntgegeben; Business of Fashion berichtete später von einer Bewertung von rund 1,2 Mrd. US-Dollar beim Einstieg. Mit dem Kapital sollten Produktpalette und Vertrieb ausgebaut werden.
Die Duftmarke Kayali gehört seit Februar 2025 nicht mehr zum Unternehmen. Huda Beauty verkaufte seine Anteile an Mona Kattan und den US-Wachstumsinvestor General Atlantic, die Kayali seither gemeinsam halten; Mona Kattan bleibt Geschäftsführerin. Konditionen und Anteilsverhältnisse wurden nicht offengelegt; Huda Beauty wurde von Goldman Sachs International beraten. Nach übereinstimmenden Berichten diente der Erlös zumindest teilweise dazu, die TSG-Anteile abzulösen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Am 17. Februar 2025 wurde die Kayali-Transaktion bekanntgegeben, am 3. Juni 2025 die vollständige Rückkehr in Gründerbesitz. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Instagram-Kanal der Marke rund 57 Millionen Follower.
Gleichzeitig wuchs der Druck auf die Gründerin. Im Juli 2025 löschte TikTok ein Video, in dem Kattan Verschwörungstheorien über Israel wiedergab; die Anti-Defamation League warf ihr Antisemitismus vor, Kattan sprach von verdrehten Worten. Sephora erklärte, Hass und Desinformation stünden den eigenen Werten entgegen, und nahm die Marke aus seiner US-Herbstkampagne „Experts“. Eine Auslistung der Produkte erfolgte nicht.
Ende Januar 2026 geriet Kattan erneut in die Kritik, nachdem sie ein Video zu den Protesten im Iran geteilt hatte, das viele Nutzer als Unterstützung der Regierung in Teheran deuteten. Unter dem Hashtag #BoycottHuda formierten sich Boykottaufrufe; Kattan entschuldigte sich und erklärte, sie sei schlecht informiert gewesen. Ob die Kontroversen das Geschäft belastet haben, lässt sich mangels veröffentlichter Zahlen nicht beziffern.
Marken und Geschäftsfelder
Kern des Unternehmens ist die Make-up-Marke Huda Beauty, die zu den umsatzstärksten Marken bei Sephora im Nahen Osten zählt. 2020 kam die Hautpflegelinie Wishful hinzu, im Mai 2021 folgte GloWish für natürliches Teint-Make-up.
Kayali, 2018 von Mona Kattan unter dem Dach von Huda Beauty gegründet, ist inzwischen ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Dubai. Die Marke startete im November 2018 mit vier Düften, war Ende 2024 in 2.690 Geschäften in 30 Ländern vertreten und beschäftigte im November 2025 rund 130 Mitarbeiter.
Geschäftszahlen und Kennzahlen
Als nicht börsennotiertes Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten veröffentlicht Huda Beauty weder Umsatz noch Gewinn oder Mitarbeiterzahlen. Alle kursierenden Zahlen sind Schätzungen: Business of Fashion bezifferte den Nettoumsatz 2018 auf rund 200 Mio. US-Dollar, Bloomberg zitierte 2018 eine Forbes-Schätzung von rund einer Milliarde US-Dollar Unternehmenswert. Neuere Schätzungen weichen stark voneinander ab.
Zum Privatvermögen von Huda Kattan oder ihren Schwestern existieren keine offiziellen Angaben; uamr.de nennt dazu keine Beträge. Die Vermögensbasis der Gründerin besteht im Wesentlichen aus ihrer vollständigen Beteiligung an Huda Beauty und ihren Tätigkeiten als Co-CEO, Markengesicht und Content-Produzentin. Forbes führte Kattan 2017 unter den zehn einflussreichsten Beauty-Influencern.
FAQ
Wem gehört Huda Beauty heute? Seit Juni 2025 zu 100 Prozent der Gründerin Huda Kattan. Der seit 2017 beteiligte Finanzinvestor TSG Consumer Partners wurde ausgezahlt.
Ist Huda Beauty an der Börse? Nein. Das Unternehmen ist privat gehalten und hat keinen Börsengang angekündigt.
Gehört Kayali noch zu Huda Beauty? Nein. Die Duftmarke wurde im Februar 2025 ausgegliedert und gehört seither Mona Kattan und dem Investor General Atlantic. Der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
Welche Rolle spielen Mona und Alya Kattan? Mona Kattan war Mitgründerin von Huda Beauty und führt heute als CEO und Miteigentümerin Kayali. Alya Kattan leitet die Social-Media-Strategie von Huda Beauty.
Wo wird Huda Beauty verkauft? Weltweit über den eigenen Onlineshop und Händler wie Sephora, Boots und Harrods; in Deutschland seit Juni 2017 bei Sephora.
Wie viel Umsatz macht Huda Beauty? Offizielle Zahlen gibt es nicht. Branchenschätzungen nannten für 2018 rund 200 Mio. US-Dollar Nettoumsatz; aktuelle Schätzungen sind uneinheitlich.
Fazit
Huda Beauty ist ein seltener Fall in der Kosmetikbranche: eine aus einem Blog entstandene Marke, die nach acht Jahren mit einem Finanzinvestor wieder vollständig ihrer Gründerin gehört. Möglich wurde das durch die Trennung von Kayali, das nun Mona Kattan und General Atlantic weiterführen.
Die Kehrseite der Unabhängigkeit ist die enge Bindung an die Person Huda Kattan. Ihre Reichweite trägt das Geschäft, ihre politischen Äußerungen 2025 und 2026 haben aber gezeigt, wie schnell daraus ein Risiko für Handelspartnerschaften werden kann. Ohne veröffentlichte Zahlen bleibt die wirtschaftliche Lage von außen nur schätzbar.