Wem gehört Hornbach? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Hornbach

Hornbach gehört zu gut einem Drittel der Gründerfamilie und zu knapp zwei Dritteln Börseninvestoren, kontrolliert wird es dennoch von der Familie. Konzernobergesellschaft ist die im SDAX notierte Hornbach Holding AG & Co. KGaA, deren geschäftsführende Komplementärin, die Hornbach Management AG, vollständig der Hornbach Familien-Treuhandgesellschaft mbH gehört. Dieselbe Treuhandgesellschaft hält 37,5 Prozent der Holding-Aktien, die übrigen 62,5 Prozent liegen vor allem bei institutionellen Anlegern. Im Geschäftsjahr 2025/26 setzte die Gruppe 6,43 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 25.500 Menschen.

Key Takeaways

  • Die Hornbach Holding AG & Co. KGaA ist die börsennotierte Dachgesellschaft; ihr Grundkapital besteht aus 16 Millionen stimmberechtigten Aktien.
  • Die Hornbach Familien-Treuhandgesellschaft mbH hält 37,5 Prozent der Holding-Aktien und 100 Prozent der Komplementärin Hornbach Management AG.
  • Größter familienfremder Aktionär ist die finnische Finda Oy mit 12,64 Prozent der Stimmrechte (Stimmrechtsmitteilung Mai 2023).
  • Die Hornbach Baumarkt AG wurde im Februar 2022 von der Börse genommen; die Holding hält laut Geschäftsbericht 2024/25 95,3 Prozent ihrer Aktien.
  • Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte die Gruppe einen Nettoumsatz von 6.433,9 Millionen Euro und ein bereinigtes EBIT von 264,7 Millionen Euro.
  • Seit dem 1. November 2026 führt Erich Harsch als Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG die Gruppe; er folgte auf Albrecht Hornbach.
NameHornbach Holding AG & Co. KGaA
Gegründet1877 in Landau in der Pfalz (Börsengang 1987, KGaA seit 2015)
SitzNeustadt an der Weinstraße (Registersitz), Hauptverwaltung in Bornheim (Pfalz)
BrancheBau- und Gartenmärkte, Baustoffhandel, Einzelhandelsimmobilien
EigentümerHornbach Familien-Treuhandgesellschaft mbH 37,5 %; Finda Oy 12,64 %; Rest institutionelle Anleger und Streubesitz; Komplementärin Hornbach Management AG zu 100 % bei der Familie
Umsatz/Mitarbeiter6.433,9 Mio. Euro Nettoumsatz, 25.514 Beschäftigte (Geschäftsjahr 2025/26, Stichtag 28. Februar 2026)
FührungVorstand der Hornbach Management AG: Erich Harsch (Vorsitzender, seit 1. November 2026), Dr. Joanna Kowalska (Finanzen), Jan Hornbach, Nils Hornbach; Aufsichtsratsvorsitzender Dr. John Feldmann

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte beginnt 1877 in Landau in der Pfalz, wo der Schieferdachdeckermeister Michael Hornbach eine Werkstatt eröffnete. Um 1900 erweiterte sein Sohn Wilhelm den Betrieb um einen Baumaterialienhandel. 1968 eröffnete Otmar Hornbach, Urenkel des Gründers, in Bornheim bei Landau den ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt Europas.

1987 ging das Unternehmen an die Frankfurter Börse; die Stammaktien blieben in Familienbesitz, die stimmrechtslosen Vorzugsaktien gingen in den Streubesitz. 1993 wurde das Baumarktgeschäft in die eigenständige, ebenfalls notierte Hornbach-Baumarkt-AG ausgegliedert. Ab 1996 expandierte die Kette nach Österreich, später in die Niederlande, Tschechien, Luxemburg, die Schweiz, Schweden, die Slowakei und 2007 nach Rumänien. Von 2001 bis 2014 war der britische Konzern Kingfisher beteiligt. Im Oktober 2015 wurde die Holding in eine KGaA umgewandelt, die Vorzugsaktien wurden in Stammaktien getauscht.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Hornbach? Eigentümerstruktur der Hornbach Holding mit Familienanteil, Finda Oy, Streubesitz und Kennzahlen 2026
Wem gehört Hornbach? Eigentümer und Struktur 2026 2

Die Rechtsform der KGaA ist der Schlüssel zur Titelfrage. Bei einer Kommanditgesellschaft auf Aktien führt die persönlich haftende Gesellschafterin die Geschäfte, bei Hornbach die Hornbach Management AG. Sämtliche Aktien dieser Komplementärin liegen bei der Hornbach Familien-Treuhandgesellschaft mbH, in der die Anteile der Familie gebündelt sind.

Am Kapital der Holding ist die Familie laut Unternehmensangaben mit 37,5 Prozent beteiligt; die weiteren 62,5 Prozent befinden sich „insbesondere in der Hand institutioneller Investoren“. Größter Einzelaktionär außerhalb der Familie ist die finnische Investmentgesellschaft Finda Oy aus Helsinki, die ihre Beteiligung im Mai 2023 auf 12,64 Prozent der Stimmrechte aufstockte. Finanzportale führen daneben Fonds der britischen M&G mit 7,15 Prozent und den Investor Johannes Jansen mit 3,01 Prozent (Stimmrechtsmitteilung April 2026). Der verbleibende Streubesitz wird mit rund 39,7 Prozent angegeben.

Unter der Holding arbeiten drei Teilkonzerne. Die Hornbach Baumarkt AG steht für rund 95 Prozent des Umsatzes. Sie war bis Februar 2022 selbst börsennotiert: Im Dezember 2021 bot die Holding den übrigen Aktionären 47,50 Euro je Aktie und erhöhte ihren Anteil von rund 76,4 auf 90,86 Prozent; zum 28. Februar 2022 endete die Notierung. Seither stockte die Holding auf 93,7 Prozent (Februar 2024) und laut Geschäftsbericht 2024/25 auf 95,3 Prozent auf. Einen Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre hat das Unternehmen nicht angekündigt. Die Hornbach Baustoff Union GmbH betreibt den Baustoffhandel, die Hornbach Immobilien AG hält einen Großteil der Einzelhandelsimmobilien der Gruppe.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das Geschäftsjahr 2025/26 (1. März 2025 bis 28. Februar 2026) schloss die Gruppe mit einem Nettoumsatz von 6.433,9 Millionen Euro ab, ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber 6.200,0 Millionen Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBIT sank leicht von 269,5 auf 264,7 Millionen Euro. Die Dividende bleibt mit 2,40 Euro je Aktie stabil.

Im Geschäftsjahr 2026/27 setzte sich das Wachstum fort: Im ersten Halbjahr bis Ende August 2026 stieg der Umsatz um 6,0 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 4,9 Prozent auf 285,6 Millionen Euro. Die Jahresprognose bestätigte das Management im September 2026. Zugleich kündigte Hornbach die Übernahme von sechs ehemaligen Hellweg-Standorten in Deutschland zum 1. Dezember 2026 an, vorbehaltlich der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Mit Serbien bereitet die Gruppe ihr zehntes Land vor; der erste Markt soll frühestens Ende 2027 öffnen.

Personell markiert 2026 einen Generationswechsel. Albrecht Hornbach, ab 2001 Vorstandsvorsitzender der Holding und seit 2015 der Hornbach Management AG, schied vertragsgemäß zum 31. Oktober 2026 aus. Seit dem 1. November 2026 steht Erich Harsch an der Spitze der Hornbach Management AG; er bleibt zugleich Vorstandsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG, die er seit 2020 führt. Neu in den Vorstand der Komplementärin rückten Jan Hornbach und Nils Hornbach, seit Juni 2023 Vorstände der Baumarkt AG. Finanzvorständin ist Dr. Joanna Kowalska, die 2025 auf Karin Dohm folgte. Im Aufsichtsrat der KGaA ist die Familie durch den stellvertretenden Vorsitzenden Martin Hornbach vertreten.

Geschäftszahlen und Kennzahlen

Zum 28. Februar 2026 betrieb die Hornbach Baumarkt AG 176 Standorte, darunter 173 Bau- und Gartenmärkte und drei Bodenhaus-Fachmärkte für Bodenbeläge. 100 davon liegen in Deutschland, die übrigen in acht weiteren europäischen Ländern.

Die Hornbach Baustoff Union erzielte 2025/26 mit 39 Niederlassungen im Südwesten Deutschlands und im grenznahen Frankreich 352,4 Millionen Euro Umsatz. Die Gruppe beschäftigte zum Stichtag 25.514 Menschen (Vorjahr rund 25.300). Die Marktkapitalisierung der Holding lag Ende Februar 2026 bei rund 1,38 Milliarden Euro.

FAQ

Wem gehört Hornbach? Die Hornbach Holding AG & Co. KGaA gehört zu 37,5 Prozent der Hornbach Familien-Treuhandgesellschaft mbH und zu 62,5 Prozent vor allem institutionellen Investoren. Da die Familie die Komplementärin Hornbach Management AG vollständig besitzt, führt sie die Geschäfte.

Ist Hornbach börsennotiert? Ja, die Aktien der Hornbach Holding AG & Co. KGaA sind im Prime Standard der Frankfurter Börse und im SDAX notiert. Die Hornbach Baumarkt AG ist seit Februar 2022 nicht mehr an der Börse.

Wer führt Hornbach? Seit dem 1. November 2026 ist Erich Harsch Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG und der Hornbach Baumarkt AG. Dem Vorstand gehören außerdem Dr. Joanna Kowalska, Jan Hornbach und Nils Hornbach an.

In welchen Ländern gibt es Hornbach-Märkte? In Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Rumänien, Tschechien, der Schweiz, Schweden, der Slowakei und Luxemburg. Als zehntes Land ist Serbien mit einer ersten Eröffnung frühestens Ende 2027 geplant.

Welche Rolle spielt Albrecht Hornbach heute? Er führte die Gruppe ab 2001 und schied zum 31. Oktober 2026 planmäßig aus dem Vorstand aus. Eine neue Funktion nannte die Mitteilung zum Wechsel nicht.

Fazit

Hornbach ist ein Familienunternehmen mit Börsennotierung, bei dem die Kontrolle nicht über die Kapitalmehrheit, sondern über die Rechtsform gesichert wird. Mit 37,5 Prozent der Aktien und 100 Prozent der geschäftsführenden Komplementärin bestimmt die Familie Hornbach die Strategie, während Finda Oy, Fonds und Streubesitz die Mehrheit des Kapitals halten. Generationswechsel, Hellweg-Übernahme und Serbien-Pläne zeigen, dass die Gruppe 2026 auf Kontinuität und Expansion zugleich setzt.