Wem gehört Honor? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Honor

Honor gehört nicht mehr Huawei. Seit dem 17. November 2020 besitzt die Shenzhen Zhixin New Information Technology Co., Ltd. die Marke, ein Konsortium aus Händlern unter Führung der stadteigenen Shenzhen Smart City Technology Development Group. Ende 2024 wurde Honor zur Aktiengesellschaft Honor Device Co., Ltd. mit Gesellschaftern wie China Telecom, China Mobile, BOE und CICC Capital. Shenzhen Zhixin hält 49,55 Prozent; der seit 2025 vorbereitete Börsengang steht noch aus.

Key Takeaways

  • Honor entstand 2013 als Huawei-Submarke und wurde im November 2020 unter dem Druck der US-Sanktionen komplett verkauft.
  • Käufer war das Konsortium Shenzhen Zhixin aus der staatlichen Shenzhen Smart City Technology Development Group und mehr als 30 Händlern und Zulieferern.
  • Seit dem 28. Dezember 2024 firmiert Honor als Aktiengesellschaft mit 23 Gesellschaftern und 32,2 Milliarden Yuan eingetragenem Kapital.
  • Shenzhen Zhixin hält 49,55 Prozent; weitere Anteilseigner sind China Telecom, China Mobile, BOE Technology, CICC Capital und Guosen Capital.
  • Im Januar 2025 trat CEO George Zhao zurück, Nachfolger wurde der frühere Huawei-Manager Li Jian.
  • Seit Juni 2025 läuft mit CITIC Securities die Vorbereitung eines A-Aktien-Börsengangs; ein Listing gab es bis November 2026 nicht.
  • 2025 verkaufte Honor nach eigenen Angaben erstmals über 71 Millionen Smartphones; in China liegt die Marke laut IDC nur noch auf Rang sechs.
NameHonor Device Co., Ltd.
Gegründet2013 als Huawei-Submarke; seit 17. November 2020 eigenständig; seit 28. Dezember 2024 Aktiengesellschaft
SitzShenzhen (Bezirk Futian), Volksrepublik China
BrancheUnterhaltungselektronik: Smartphones, Tablets, Notebooks, Wearables
EigentümerShenzhen Zhixin New Information Technology Co., Ltd. (49,55 %, staatlich kontrolliertes Konsortium); 22 weitere Gesellschafter, u. a. China Telecom, China Mobile, BOE Technology, CICC Capital, Guosen Capital
Umsatz/MitarbeiterUmsatz nicht veröffentlicht; über 14.000 Mitarbeiter (Unternehmensangabe 2026); eingetragenes Kapital 32,2 Mrd. Yuan (Dezember 2024)
FührungCEO Li Jian (seit Januar 2025); Verwaltungsratsvorsitzender Wu Hui (seit November 2023)

Geschichte und Herkunft

Huawei führte Honor im Dezember 2013 als Marke für ein jüngeres, preisbewusstes Online-Publikum ein. 2014 begann mit dem Honor 3C in Malaysia der internationale Vertrieb, bis Juni 2015 war die Marke in 74 Ländern erhältlich.

Der Bruch kam mit den US-Sanktionen: Am 15. Mai 2019 setzte die US-Regierung Huawei auf die Entity List, womit auch Honor-Smartphones Google-Dienste und viele Chiplieferanten verloren. Huawei trennte die Submarke ab, damit sie als unabhängiges Unternehmen wieder bei US-Zulieferern einkaufen konnte. Am 17. November 2020 gab Huawei den vollständigen Verkauf bekannt und erklärte, keine Anteile mehr zu halten und nicht in die Geschäftsführung eingebunden zu sein.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Honor? Eigentümerstruktur mit Shenzhen Zhixin, Stadt Shenzhen und weiteren Gesellschaftern 2026
Wem gehört Honor? Eigentümer und Struktur 2026 2

Käufer im Jahr 2020 war die eigens gegründete Shenzhen Zhixin New Information Technology Co., Ltd. Gründer und Hauptgesellschafter des Konsortiums ist die Shenzhen Smart City Technology Development Group, ein Unternehmen der Stadt Shenzhen; hinzu kamen mehr als 30 Händler, Vertriebspartner und Zulieferer. Einen Kaufpreis hat Huawei nie genannt; Medien berichteten unter Berufung auf Insider von rund 100 Milliarden Yuan, bestätigt wurde die Zahl nie.

Am 28. Dezember 2024 wurde Honor in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und in Honor Device Co., Ltd. umbenannt. Zuvor stiegen neue Kapitalgeber ein: im August 2024 China Mobile, am 31. Oktober 2024 China Telecom, eine Einheit der CICC Capital, Fonds der CoStone Capital, die Shenzhen Special Economic Zone Development Group sowie Jinshi Xingyao, eine Beteiligungsplattform für Honors Vertriebspartner. Die Höhe der Investments wurde nicht veröffentlicht.

Das Handelsregister wies danach 23 Gesellschafter und ein eingetragenes Kapital von 32,2 Milliarden Yuan aus. Namentlich belegt sind neben Shenzhen Zhixin ein Fonds für Shenzhener Staatsvermögen, Guosen Capital, der Displayhersteller BOE Technology, China Mobile und China Telecom. Laut Unterlagen aus dem Börsenvorbereitungsverfahren hält Shenzhen Zhixin direkt 49,55 Prozent und ist kontrollierender Gesellschafter; dahinter steht die Staatsvermögensverwaltung der Stadt Shenzhen. Die Anteile der übrigen 22 Gesellschafter sind nicht einzeln veröffentlicht.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Am 17. Januar 2025 gab der Verwaltungsrat den Rücktritt von CEO George Zhao (Zhao Ming) bekannt, der Honor seit 2016 geführt hatte; offiziell wurden persönliche Gründe genannt. Nachfolger wurde Li Jian, zuvor rund 20 Jahre bei Huawei und seit 2021 bei Honor. Im März 2025 kündigte er die „Alpha-Strategie“ an: zehn Milliarden US-Dollar sollen binnen fünf Jahren in ein KI-Geräte-Ökosystem fließen.

Am 26. Juni 2025 wurde bekannt, dass Honor beim Shenzhener Büro der Wertpapieraufsicht CSRC die Beratungsphase für einen A-Aktien-Börsengang registriert hat; Berater ist CITIC Securities. Das Verfahren war bis März 2026 angesetzt, ein Zulassungsantrag folgte nicht. Im Mai 2026 wies Honor Gerüchte über einen Abbruch zurück und erlaubte Beschäftigten, Belegschaftsaktien zum Ausgabepreis zurückzugeben. Am 30. Juli 2026 legte CITIC den vierten Fortschrittsbericht vor, der die Verwendung der Emissionserlöse als offen nennt. Ob Shenzhen oder Shanghai Handelsplatz wird, ist nicht entschieden; Stand November 2026 ist Honor nicht börsennotiert.

Marktposition und Kennzahlen

Umsatz und Gewinn veröffentlicht Honor nicht. Nach Unternehmensangaben verkaufte Honor 2025 weltweit erstmals über 71 Millionen Smartphones, neun Prozent mehr als im Vorjahr; der Auslandsabsatz stieg um 47 Prozent auf über die Hälfte. Omdia stufte Honor für 2025 als wachstumsstärksten der zehn größten Hersteller ein, in die globalen Top fünf kam die Marke aber nicht.

In China verlief die Entwicklung gegenläufig. 2022 war Honor laut Strategy Analytics mit 19 Prozent kurzzeitig Marktführer, 2024 lieferte es laut Canalys 42,2 Millionen Geräte aus und fiel auf Platz fünf. Im dritten Quartal 2025 zählte IDC 9,8 Millionen Geräte und 14,4 Prozent Marktanteil, im zweiten Quartal 2026 noch 11,3 Prozent bei einem Rückgang von 9,5 Prozent, jeweils Platz sechs hinter Huawei, Apple, Oppo, Vivo und Xiaomi. Als Hauptgrund gilt die Rückkehr Huaweis mit eigenen Chips seit 2023.

Rolle der Stadt Shenzhen

Die Staatsnähe ergibt sich aus der Gesellschafterliste: Shenzhen Zhixin wurde von einem stadteigenen Unternehmen gegründet, China Telecom und China Mobile sind zentralstaatliche Konzerne, dazu kommt ein Fonds für Shenzhener Staatsvermögen. Im August 2024 berichtete Reuters auf Basis von Dokumenten der Stadtverwaltung über Forschungsförderung, Steuererleichterungen und eine eigene Arbeitsgruppe im Bezirk Futian. Honor erklärte, seit 2021 keine über das Übliche hinausgehende Unterstützung erhalten zu haben.

US-Abgeordnete forderten 2021, auch Honor zu sanktionieren. Dazu kam es nicht: Honor bezieht weiterhin Chips von Qualcomm und MediaTek und liefert Geräte mit Google-Diensten aus.

FAQ

Wem gehört Honor heute? Zu 49,55 Prozent dem staatlich kontrollierten Konsortium Shenzhen Zhixin; die übrigen Anteile halten 22 Gesellschafter, darunter China Telecom, China Mobile, BOE Technology und CICC Capital.

Gehört Honor noch zu Huawei? Nein. Huawei hat die Marke am 17. November 2020 vollständig verkauft, hält keine Anteile mehr und ist nach eigener Erklärung nicht an Entscheidungen beteiligt.

Ist Honor an der Börse? Nein. Das Unternehmen bereitet seit Juni 2025 mit CITIC Securities einen A-Aktien-Börsengang in China vor, hatte bis November 2026 aber keinen Zulassungsantrag gestellt.

Wer führt Honor? CEO ist seit Januar 2025 Li Jian, ein ehemaliger Huawei-Manager; er folgte auf George Zhao. Verwaltungsratsvorsitzender ist seit November 2023 Wu Hui.

Wie viel hat Huawei für Honor bekommen? Offiziell ist der Kaufpreis nicht bekannt. Medien berichteten 2020 unter Berufung auf Insider von rund 100 Milliarden Yuan; weder Huawei noch Honor haben die Zahl bestätigt.

Fazit

Honor ist seit 2020 eigenständig, die Kontrolle liegt beim Staatsvermögen der Stadt Shenzhen: Das Konsortium Shenzhen Zhixin hält 49,55 Prozent, flankiert von staatlichen Telekomkonzernen, Zulieferern, Händlern und Finanzinvestoren. Die Aktiengesellschaft seit Ende 2024 und das seit Juni 2025 laufende Vorbereitungsverfahren zeigen den Willen zum Börsengang, der bis November 2026 nicht zustande kam.

Operativ wächst die Marke im Ausland mit Rekordabsatz, im Heimatmarkt verliert sie seit der Rückkehr Huaweis Anteile. Wie viel Honor umsetzt und verdient, zeigt sich erst, wenn ein Börsenprospekt die Zahlen offenlegt.