Happy Slice ist die Pizza-Liefermarke der Streamer Knossi und Trymacs – gehört aber nicht den beiden, sondern der LANCH GmbH aus Berlin. Das Food-Tech-Start-up von Nono Konopka baut Food-Marken mit Creators auf, lässt die Produkte in Partnerrestaurants zubereiten und verkauft sie über Lieferplattformen. Knossi und Trymacs sind Gesichter, Rezept-Mitentwickler und Kleininvestoren; die Kontrolle liegt bei LANCH und den Wagniskapitalgebern Felix Capital und HV Capital. Stand 2026 ist die Zukunft der Marke offen.
Key Takeaways
- Happy Slice ist eine Marke der LANCH GmbH (Berlin), kein eigenständiges Unternehmen der Streamer.
- Knossi und Trymacs sind Markengesichter, Rezept-Mitentwickler und Angel-Investoren bei LANCH.
- Marktstart am 25. Mai 2023 mit 70 Partnerrestaurants; bis September 2024 über eine Million verkaufte Pizzen.
- LANCH sammelte 2,5 Mio. Euro (Ende 2022), 6,5 Mio. Euro (Oktober 2023) und 26 Mio. Euro (Series A, Februar 2025) ein.
- Größte Kapitalgeber sind laut deutsche-startups.de Felix Capital (22 %) und HV Capital (20 %); Gründer-CEO Nono Konopka hielt 2023 noch rund 42 %.
- LANCH wies für 2024 einen Jahresfehlbetrag von 14,4 Mio. Euro aus und kündigte für 2025 mehr als 100 Mio. Euro Umsatz an.
- Die Schwestermarke Happy Chips wurde 2026 eingestellt; auch die Zukunft von Happy Slice ist offen.
| Name | Happy Slice (Marke der LANCH GmbH) |
|---|---|
| Gegründet / Geboren | Marktstart 25. Mai 2023; LANCH Pre-Seed Ende 2022 |
| Hauptsitz / Wohnort | Berlin |
| Branche / Beruf | Pizza-Lieferdienst / Creator-Food-Marke |
| Eigentümer / Unternehmen | LANCH GmbH; Gesellschafter u. a. Felix Capital, HV Capital, Gründer um Nono Konopka, Angel-Investoren (darunter Knossi und Trymacs) |
| Umsatz (Jahr) | Nicht veröffentlicht; LANCH kündigte für 2025 über 100 Mio. Euro an (Jahresfehlbetrag 2024: 14,4 Mio. Euro) |
| Mitarbeiter | Über 100 (LANCH, Stand Februar 2025) |
| Einnahmequellen / Vermögensbasis | Lieferverkäufe über Lieferando, Wolt und Uber Eats, Partnerrestaurants, Einzelhandel, Merchandising |
Geschichte und Herkunft
Die Idee hinter Happy Slice stammt aus der Berliner Start-up-Welt. Nono Konopka, der zuvor Culturly gegründet und 2018/2019 mit dem Fahrrad von Berlin nach Peking gefahren war („Biking Borders“), baute mit Jonas Meynert, Kevin Kock und Dominic Kluge die LANCH GmbH auf. Das Konzept: Creators mit Millionenpublikum bekommen eine eigene Food-Marke, ohne Restaurants betreiben zu müssen. Ende 2022 sammelte das Start-up im Stealth-Modus 2,5 Mio. Euro Pre-Seed-Kapital ein.
Rund ein Jahr lang wurde die Pizza entwickelt – laut OMR in rund 20 Verkostungen mit fast 2.000 Teilnehmenden. Am 25. Mai 2023 ging Happy Slice mit 70 Partnerrestaurants gleichzeitig live; Knossi und Trymacs hatten die Rezepte mitentwickelt und bewarben den Start in ihren Streams. Am ersten Wochenende wurden laut TechCrunch rund 30.000 Pizzen verkauft. Im Oktober 2023 folgte Loco Chicken (Rapper Luciano) als zweite LANCH-Marke, im September 2024 kam Happy Chips in über 10.000 Supermärkte.
Eigentümerstruktur im Detail

Rechtlich ist Happy Slice keine eigene Gesellschaft, sondern eine Marke der LANCH GmbH. Wem die Pizza gehört, entscheidet sich also an der Gesellschafterliste von LANCH – und die hat sich seit 2023 deutlich verschoben.
Im Mai 2023 beschrieb OMR die Verteilung so: Nono Konopka rund 42 %, Jonas Meynert 19,5 %, die Angel-Plattform Bunch 19,5 %, HV Capital rund 9,5 %, dazu Kevin Kock 2,1 %, Dominic Kluge 0,7 % und Robin Steps 0,4 %. Über Bunch waren rund 20 Parteien gebündelt – darunter Knossi, Trymacs, Luciano, die Fußball-Weltmeister Mario Götze und André Schürrle sowie Gründer von Flixbus, Flaschenpost und Gorillas. Die Streamer sind damit Miteigentümer, aber nur mit kleinen, nicht veröffentlichten Anteilen.
Zwei Finanzierungsrunden haben die Gewichte verschoben: Im Oktober 2023 investierten der Londoner Fonds Felix Capital und HV Capital 6,5 Mio. Euro, im Februar 2025 führten beide eine Series A über 26 Mio. Euro an. Laut deutsche-startups.de hält Felix Capital 22 % und HV Capital 20 % an LANCH; die Gründeranteile wurden verwässert. Eine offizielle Bewertung nannte LANCH nicht – Konopka sprach im OMR-Podcast von 100 bis 300 Mio. Euro. Die GmbH ist nicht börsennotiert.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Mit der Series A verschob LANCH den Fokus auf physische Restaurants: Für Loco Chicken kündigte das Unternehmen im Juni 2025 an, die Zahl der eigenen Stores bis Jahresende zu verfünffachen. Anfang 2025 zählte das Start-up rund 350 Lieferstandorte über alle Marken, mehr als 100 Mitarbeitende und peilte für 2025 über 100 Mio. Euro Umsatz an; ob das Ziel erreicht wurde, ist nicht veröffentlicht.
Der im April 2026 bekannt gewordene Jahresabschluss 2024 zeigt die Kosten des Wachstums: Der Jahresfehlbetrag stieg von 2,8 Mio. Euro (2023) auf 14,4 Mio. Euro. Einen Grund nannte Trymacs im August 2026 auf Twitch: Happy Chips habe wegen gestiegener Kartoffelpreise nach den Missernten 2024 „mit jeder einzelnen verkauften Chipstüte Minus gemacht“ – die Verkaufspreise für rund zehn Millionen Tüten waren fest vereinbart, der Rohstoffpreis nicht. Die Chips-Marke wurde eingestellt.
Für Happy Slice zog Trymacs eine gemischte Bilanz: Die Pizza sei „einigermaßen erfolgreich“ gewesen, die Ressourcen sollten nun in ein neues Projekt fließen – Protein-Wraps bei Loco Chicken. Die Happy-Slice-Website war im Oktober 2026 weiterhin online; eine offizielle Einstellung hat LANCH nicht kommuniziert. Einzelne Partnerbetriebe, etwa in Offenburg und Rostock, hatten die Zusammenarbeit bereits zuvor beendet.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Happy Slice besitzt keine eigenen Pizzerien. Die Pizzen entstehen in bestehenden Restaurants mit freien Küchenkapazitäten; LANCH liefert Rezepturen, Zutaten, Marketing und Qualitätskontrolle. Bestellt wird über Lieferando, Wolt und Uber Eats sowie die „Happy Slice Club“-App. Laut TechCrunch erhalten die Partnerrestaurants rund ein Drittel der Einnahmen, der Rest verteilt sich auf Lieferplattform, Creator und LANCH.
Das Sortiment umfasst 14 Pizzen auf Pinsa-Teig, darunter vier vegane. Kennzahlen: 70 Partnerrestaurants zum Start, 65 Standorte laut Handelsblatt im Februar 2024, über eine Million verkaufte Pizzen bis September 2024. Das Ziel von 200 Partnern bis Ende 2023 wurde nach öffentlich bekannten Zahlen nicht erreicht. Separate Umsatzzahlen für die Marke veröffentlicht LANCH nicht.
Die Menschen hinter Happy Slice
Jens „Knossi“ Knossalla (geboren 1986 in Malsch) wurde zunächst als Twitch-Streamer mit Glücksspiel-Inhalten bekannt, ist heute aber vor allem Fernseh-Entertainer („7 vs. Wild“-Sieger 2023, „Das Supertalent“). Maximilian „Trymacs“ Stemmler (geboren 1994 in Hamburg) startete 2016 mit Clash-Royale-Videos auf YouTube und war Anfang 2021 zeitweise der meistabonnierte Twitch-Streamer weltweit. Bei LANCH führt Nono Konopka als CEO; Jonas Meynert (COO), Kevin Kock (CRO) und Dominic Kluge (CPO, gelernter Koch) komplettieren das Gründerteam. Zu Privatvermögen gibt es keine offiziellen Angaben; uamr.de nennt keine Beträge.
FAQ
Wem gehört Happy Slice? Der LANCH GmbH in Berlin. Größte Gesellschafter sind laut deutsche-startups.de Felix Capital (22 %) und HV Capital (20 %), dazu Gründer um Nono Konopka und rund 20 Angel-Investoren.
Sind Knossi und Trymacs Eigentümer von Happy Slice? Nur indirekt: Beide sind als Angel-Investoren an LANCH beteiligt, die Höhe ist nicht öffentlich. Vor allem sind sie Markengesichter und Rezept-Mitentwickler.
Wie viel Geld hat LANCH eingesammelt? 2,5 Mio. Euro (Ende 2022), 6,5 Mio. Euro (Oktober 2023) und 26 Mio. Euro Series A (Februar 2025) – zusammen mehr als 30 Mio. Euro.
Gibt es Happy Slice 2026 noch? Die Website war im Oktober 2026 noch online. Trymacs erklärte jedoch im August 2026, die Ressourcen flössen in ein neues Projekt; eine offizielle Einstellung hat LANCH nicht verkündet.
Ist LANCH profitabel? Nein. Für 2024 wies die GmbH einen Jahresfehlbetrag von 14,4 Mio. Euro aus, nach 2,8 Mio. Euro im Vorjahr. Ergebniszahlen für 2025 liegen noch nicht vor.
Fazit
Happy Slice zeigt, wie Creator-Marken funktionieren: Die Streamer liefern Reichweite, das Eigentum liegt beim Start-up dahinter. Die LANCH GmbH gehört heute vor allem Felix Capital und HV Capital sowie den Gründern um Nono Konopka; Knossi und Trymacs sind Kleininvestoren unter rund 20 Angels.
Wirtschaftlich ist die Bilanz gemischt: Über eine Million verkaufte Pizzen stehen einem zweistelligen Millionenverlust 2024 und dem Aus für Happy Chips gegenüber. LANCH setzt 2026 auf Loco Chicken und eigene Stores – ob Happy Slice dabei eine Zukunft hat, ist offen.