
Ethereum gehört niemandem – und genau das ist das Prinzip. Die 2015 gestartete Blockchain-Plattform wird von einem weltweiten Netzwerk aus Validatoren, Entwicklern und Nutzern getragen, nicht von einem Unternehmen mit Aktionären. Die Ethereum Foundation in Zug fördert die Entwicklung, besitzt das Netzwerk aber nicht. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 233 Milliarden US-Dollar (Stand September 2026) ist Ether die zweitgrößte Kryptowährung nach Bitcoin.
Key Takeaways
- Ethereum ist ein dezentrales, quelloffenes Netzwerk ohne Eigentümer, Aktien oder Zentrale.
- Die Stiftung Ethereum (Ethereum Foundation) wurde am 13. Juli 2014 in Zug gegründet und fördert Forschung und Protokollentwicklung.
- Vitalik Buterin ist Erfinder und Mitgründer, sitzt im Stiftungsrat, kontrolliert das Netzwerk aber nicht.
- Seit „The Merge“ am 15. September 2022 sichern Validatoren mit gestaktem Ether das Netzwerk (Proof of Stake).
- Rund 39,7 Millionen ETH – etwa ein Drittel des Umlaufs – waren Mitte 2026 gestakt; Lido ist mit rund 23 Prozent der größte Anbieter.
- Seit Juli 2024 handeln in den USA Spot-ETFs auf Ether, unter anderem von BlackRock und Fidelity.
- 2025 und 2026 baute die Foundation ihre Führung um.
| Name | Ethereum (Netzwerk) / Stiftung Ethereum (Ethereum Foundation) |
| Gegründet | Stiftung: 13. Juli 2014; Netzwerkstart: 30. Juli 2015 |
| Sitz | Zug, Schweiz (Stiftung); Netzwerk weltweit verteilt |
| Branche | Blockchain, Kryptowährung, Smart Contracts |
| Eigentümer | Kein Eigentümer; Open-Source-Protokoll, gesichert durch rund 1,24 Millionen Validatoren |
| Kennzahlen | Marktkapitalisierung ca. 233 Mrd. US-Dollar (September 2026); ca. 120,7 Mio. ETH im Umlauf |
| Führung der Stiftung | Stiftungsrat: Aya Miyaguchi (Präsidentin), Vitalik Buterin, Hsiao-Wei Wang, Patrick Storchenegger |
| Vermögensbasis/Struktur | Stiftung finanziert sich aus eigenen Ether-Beständen (0,26 % des Umlaufs, Stand Oktober 2024); Validatoren erhalten Blockbelohnungen und Gebühren |
Geschichte und Herkunft
Die Idee stammt vom russisch-kanadischen Programmierer Vitalik Buterin, der im November 2013 ein Whitepaper veröffentlichte: eine Blockchain, die nicht nur Zahlungen abwickelt, sondern beliebige Programme – Smart Contracts – ausführt. Zu den Mitgründern zählen unter anderem Gavin Wood, Charles Hoskinson, Anthony Di Iorio, Joseph Lubin und Jeffrey Wilcke.
Als rechtlichen Rahmen gründeten sie am 13. Juli 2014 die Stiftung Ethereum in Zug. Ab dem 22. Juli 2014 lief ein 42-tägiger Crowdsale, bei dem gut 60 Millionen Ether gegen Bitcoin verkauft wurden; die Stiftung nahm umgerechnet rund 18,3 Millionen US-Dollar ein. Im Genesis-Block standen 72 Millionen ETH, frühe Mitwirkende und die Stiftung erhielten je rund 5,9 Millionen. Am 30. Juli 2015 ging das Netzwerk live. 2016 spaltete sich nach dem Hack der Investment-DAO Ethereum Classic ab. Seit Januar 2018 ist Ether dauerhaft die Nummer zwei nach Bitcoin.
Eigentümerstruktur im Detail

Wer Ethereum „besitzt“, lässt sich nur über die Frage beantworten, wer das Netzwerk kontrolliert. Diese Kontrolle ist auf mehrere Gruppen verteilt, von denen keine allein entscheiden kann.
Validatoren und Staking-Anbieter
Seit „The Merge“ am 15. September 2022 arbeitet Ethereum mit Proof of Stake. Wer mindestens 32 ETH hinterlegt, kann einen Validator betreiben. Mitte Juni 2026 waren rund 39,7 Millionen ETH gestakt, etwa 32 Prozent des Umlaufs, verteilt auf rund 1,24 Millionen Validatoren. Der wunde Punkt ist die Konzentration: Das Liquid-Staking-Protokoll Lido bündelt rund 23 Prozent aller gestakten Ether, dahinter folgen Binance (rund 3,7 Millionen ETH) und Coinbase (rund 2,9 Millionen ETH).
Entwickler und Stiftung
Änderungen am Protokoll laufen über öffentliche „Ethereum Improvement Proposals“ (EIPs). Mehrere unabhängige Software-Clients – etwa Geth, Nethermind oder Besu – müssen ein Upgrade umsetzen, und Node-Betreiber installieren es freiwillig. Die Ethereum Foundation ist eine Schweizer Stiftung, keine Firma: Sie vergibt Fördergelder und beschäftigt Forscher. Zum 31. Oktober 2024 verfügte sie über Vermögenswerte von rund 970 Millionen US-Dollar, davon knapp 789 Millionen in Kryptowährungen – fast ausschließlich Ether, aber nur 0,26 Prozent des Umlaufs. Im Stiftungsrat sitzen Präsidentin Aya Miyaguchi, Vitalik Buterin, Hsiao-Wei Wang und der Zuger Anwalt Patrick Storchenegger.
ETF-Anleger und Ether-Besitzer
Ether selbst ist breit gestreut. Eine Obergrenze wie bei Bitcoin gibt es nicht; die Umlaufmenge lag im April 2026 bei rund 120,7 Millionen ETH und wuchs 2025 nur um 0,18 Prozent, weil ein Teil der Gebühren verbrannt wird. Am 22. Juli 2024 genehmigte die US-Börsenaufsicht SEC Spot-ETFs auf Ether, seit dem 23. Juli 2024 handeln Produkte von BlackRock, Fidelity, Grayscale, Bitwise, VanEck, Franklin Templeton, Invesco und 21Shares. Ihre Anleger halten Ether indirekt – ohne Einfluss auf das Protokoll.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 war das Jahr des Umbaus bei der Foundation. Nach Kritik aus der Community übergab die langjährige Geschäftsführerin Aya Miyaguchi die operative Leitung: Am 1. März 2025 wurden Hsiao-Wei Wang und Tomasz Stańczak, bis dahin Chef des Client-Teams Nethermind, als Co-Geschäftsführer angekündigt, Amtsantritt war der 17. März 2025. Im April 2025 folgte eine Struktur mit dem Stiftungsrat als Aufsichtsorgan und einem Managementteam.
Im Juni 2025 legte die Stiftung erstmals eine Treasury-Politik vor: Jährlich dürfen 15 Prozent des Vermögens für den Betrieb ausgegeben werden, über fünf Jahre soll die Quote auf 5 Prozent sinken. Im Februar 2026 begann die Foundation, eigene Bestände zu staken – bis April 2026 waren rund 69.500 ETH hinterlegt, nahe dem Ziel von 70.000 ETH. Ebenfalls im Februar 2026 gab Stańczak seinen Posten ab; Bastian Aue rückte als Co-Geschäftsführer neben Hsiao-Wei Wang nach. Technisch folgten auf das Dencun-Upgrade vom März 2024 „Pectra“ am 7. Mai 2025 und „Fusaka“ am 3. Dezember 2025. Der Ether-Kurs erreichte im August 2025 ein Allzeithoch von knapp 5.000 US-Dollar und lag Anfang September 2026 bei rund 2.380 US-Dollar.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Ethereum hat kein Geschäftsmodell im klassischen Sinn, aber eine eigene Ökonomie. Nutzer zahlen für jede Transaktion Gebühren („Gas“) in Ether; ein Teil wird vernichtet, der Rest fließt zusammen mit neu ausgegebenem Ether an die Validatoren, deren Basisrendite Mitte 2026 bei rund 2,7 Prozent lag. Die Stiftung lebt vom Wert ihrer Reserven, gelegentlichen Verkäufen und seit 2026 von Staking-Erträgen; 2023 gab sie unter anderem 47,4 Millionen US-Dollar für neue Institutionen und 34,7 Millionen für Layer-1-Forschung aus.
Die Gründer hinter Ethereum
Vitalik Buterin, geboren am 31. Januar 1994 in Kolomna bei Moskau und in Kanada aufgewachsen, bleibt das Gesicht des Projekts. Er prägt Forschungsschwerpunkte, sitzt im Stiftungsrat und hält seit dem Crowdsale Ether – zu Umfang und Wert nennt uamr.de keine Zahlen, offizielle Angaben existieren nicht. Die übrigen Mitgründer gingen eigene Wege: Gavin Wood gründete Polkadot, Charles Hoskinson Cardano, Joseph Lubin ConsenSys.
FAQ
Wem gehört Ethereum? Niemandem. Ethereum ist ein Open-Source-Protokoll, das von unabhängigen Validatoren, Client-Teams und Nutzern getragen wird. Es gibt keine Aktien und keinen Mehrheitseigentümer.
Welche Rolle spielt die Ethereum Foundation? Die Stiftung mit Sitz in Zug fördert Forschung und Entwicklung. Sie hält nur einen kleinen Teil aller Ether und kann keine Änderungen am Netzwerk erzwingen.
Ist Vitalik Buterin der Chef von Ethereum? Nein. Er ist Erfinder, Mitgründer und Mitglied des Stiftungsrats, hat aber keine formale Kontrolle über das Netzwerk.
Wer kontrolliert das Staking? Mitte 2026 waren rund 39,7 Millionen ETH auf etwa 1,24 Millionen Validatoren verteilt. Lido bündelt rund 23 Prozent, Binance und Coinbase folgen.
Kann man Ethereum-Aktien kaufen? Nein, Ethereum ist nicht börsennotiert. Anleger können Ether direkt erwerben oder seit Juli 2024 über US-Spot-ETFs von Anbietern wie BlackRock oder Fidelity investieren.
Fazit
Ethereum ist das Gegenmodell zum Konzern: kein Eigentümer, keine Zentrale, dafür ein Geflecht aus Validatoren, Entwicklern und einer Stiftung, die fördert statt befiehlt. Die Machtfrage entscheidet sich 2026 weniger in Zug als bei den großen Staking-Anbietern. Wer wissen will, wem Ethereum gehört, muss auf die Verteilung der gestakten Ether schauen – nicht auf einen Namen.