Wem gehört Engelbert Strauss? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Engelbert Strauss?

Engelbert Strauss – seit 2023 als „Strauss“ auftretend – gehört vollständig der Gründerfamilie Strauss aus Biebergemünd in Hessen. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert, hat keine externen Investoren und wird in dritter und vierter Generation geführt: Die Brüder Henning und Steffen Strauss, Enkel des Gründers, stehen als Inhaber an der Spitze. Mit rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz (2023) und etwa 1.800 Mitarbeitern am Stammsitz zählt Strauss zu Europas führenden Anbietern von Berufsbekleidung; Stand 2026 expandiert die Familie mit der Baumarktkette Bauhaus in den stationären Handel.

Key Takeaways

  • Strauss ist ein reines Familienunternehmen: Alle Anteile liegen bei der Familie Strauss, es gibt weder Börsennotierung noch Finanzinvestoren.
  • Henning Strauss (CEO und Markenchef) und Steffen Strauss (CEO und Inhaber) führen das Unternehmen; ihr Vater Norbert Strauss leitete zuvor über Jahrzehnte die Firma.
  • Das Unternehmen wurde um das Jahr 1948 von Engelbert Strauss gegründet; die Handelstradition der Familie reicht bis 1902 zurück.
  • 2023 erzielte Strauss rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz, nachdem 2019 erstmals die Milliardengrenze überschritten worden war; neuere Umsatzzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht.
  • Zum Jahreswechsel 2024/2025 wurde die Gesellschaftsstruktur neu geordnet: Die Dachgesellschaft firmiert als Strauss GmbH & Co. KG, die bisherige Engelbert Strauss GmbH & Co. KG heißt heute Strauss Deutschland GmbH & Co. KG.
  • Im Februar 2026 eröffnete Strauss mit Bauhaus in Wien den ersten dauerhaften Store außerhalb Deutschlands; ab August 2026 sollen Flächen in 144 deutschen und 59 weiteren europäischen Bauhaus-Fachcentren folgen.
NameStrauss GmbH & Co. KG (Dachgesellschaft) / Strauss Deutschland GmbH & Co. KG (ehemals Engelbert Strauss GmbH & Co. KG)
Gegründetum 1948 durch Engelbert Strauss
SitzBiebergemünd, Main-Kinzig-Kreis, Hessen
Eigentümer100 Prozent Familie Strauss (Henning und Steffen Strauss als Inhaber); nicht börsennotiert
Umsatzrund 1,4 Mrd. Euro (2023)
Mitarbeiterrund 1.800 am Stammsitz (2026); Produktion in 28 Ländern

Geschichte und Herkunft

Bereits 1902 zog August Strauss als Handelsreisender mit Besen und Bürsten durch die Region östlich von Frankfurt. Sein Sohn Engelbert Strauss gründete um das Jahr 1948 ein eigenes Handelsgeschäft, das zunächst Handschuhe und Arbeitsschutzartikel vertrieb. In den 1960er Jahren stellte die Firma auf den Versandhandel um, 1973 begann der Katalogversand, der Engelbert Strauss in Handwerksbetrieben in ganz Deutschland bekannt machte.

In den 1970er Jahren trat Norbert Strauss, der Sohn des Gründers, in das Unternehmen ein und baute das Sortiment in Richtung Berufsbekleidung aus. In den 1990er Jahren entstand der Hauptsitz in Biebergemünd, 1996 folgte mit Österreich die erste Auslandstochter, 2002 Großbritannien, später weitere europäische Länder. Steffen Strauss stieg 1999 ein, Henning Strauss 2002. Unter ihnen wandelte sich der Handwerkerausstatter zur Lifestyle-Marke; 2019 überschritt der Umsatz erstmals die Milliardengrenze, 2023 wurde die Kommunikation auf den Namen „Strauss“ umgestellt.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Engelbert Strauss? Eigentümer und Struktur 2026 mit Familie Strauss, Strauss GmbH & Co. KG und Strauss Deutschland 2026
Wem gehört Engelbert Strauss? Eigentümer und Struktur 2026 2

Alle Gesellschaftsanteile liegen bei der Familie Strauss. Es gibt keine Börsennotierung, keine Finanzinvestoren, keine Stiftung und keine Minderheitsgesellschafter von außen. Wie die Anteile innerhalb der Familie verteilt sind, ist nicht öffentlich bekannt. In den Pressemitteilungen des Unternehmens werden Henning Strauss als „CEO und Markenchef“ und Steffen Strauss als „CEO und Inhaber“ geführt.

Zum Jahreswechsel 2024/2025 hat die Familie die Gesellschaftsstruktur neu geordnet. Seither treten alle Gesellschaften unter dem Namen „Strauss“ auf. Die Dachgesellschaft firmiert als Strauss GmbH & Co. KG mit Sitz in Biebergemünd; ihre Komplementärin ist die Strauss Management GmbH. Die operative Engelbert Strauss GmbH & Co. KG wurde im Januar 2025 in Strauss Deutschland GmbH & Co. KG umbenannt und erhielt mit der Strauss Deutschland Management GmbH eine neue Komplementärin. Im Juni 2025 wurde die Engelbert Strauss Retail GmbH & Co. KG, die Gesellschaft für die stationären Stores, auf die Strauss Deutschland verschmolzen.

Hinzu kommen die Strauss Europe AG (früher Engelbert Strauss International AG) für die europäischen Landesgesellschaften, die US-Tochter Engelbert Strauss, Inc. in Los Angeles (seit Oktober 2023) sowie zwei neue Einheiten: eine Lizenzgesellschaft, die das geistige Eigentum der Marke bündelt und Master-Franchising sowie Lizenzprodukte ermöglichen soll, und eine Agentur für Sport- und Mediapartnerschaften.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Das wichtigste Projekt der Jahre 2025 und 2026 ist die Retail-Partnerschaft mit Bauhaus. Nach Pop-up-Tests 2025 in deutschen und europäischen Städten eröffnete Strauss am 19. Februar 2026 im Bauhaus-Fachcentrum in der Wiener Sandleitengasse den ersten dauerhaften Workwearstore außerhalb Deutschlands mit über 700 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ab August 2026 sollen Strauss-Flächen in 144 deutschen und 59 weiteren europäischen Bauhaus-Fachcentren entstehen; Bauhaus sei „wie wir inhaberstrukturiert“, so Steffen Strauss.

Für die Modernisierung des Fulfillment-Centers in Biebergemünd erhielt Strauss im Oktober 2025 den Deutschen Logistikpreis; die tägliche Paketkapazität stieg auf 45.000. Bereits im Juni 2024 hatte das Unternehmen in Bad Orb das rund 8.000 Quadratmeter große „Alea Resort“ mit Hotelsuiten, Spa und Wohnungen für Mitarbeiter eröffnet, in das ein hoher zweistelliger Millionenbetrag floss. Geschäftszahlen für 2024 oder 2025 hat Strauss nicht veröffentlicht; auch 2026 nennt das Unternehmen weiterhin die 1,4 Mrd. Euro aus dem Jahr 2023. Ein Verkauf oder der Einstieg externer Investoren steht nicht zur Debatte.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Strauss entwirft Berufsbekleidung, Sicherheitsschuhe und Arbeitsschutzartikel selbst, lässt sie überwiegend bei Partnern in Asien fertigen und verkauft direkt an Handwerk, Industrie und Privatkunden. Über 90 Prozent des Umsatzes laufen über digitale Kanäle; rund 10 Millionen Pakete gehen pro Jahr an Kunden in 106 Ländern. Stationär gibt es vier Workwearstores in Deutschland und einen Store in Los Angeles.

Die Produktion verteilt sich auf 28 Länder, mehr als 90 Prozent entfallen auf Asien; 2022 stammten 41 Prozent der Ware aus Bangladesch. Eigene Fertigung gibt es in Schlüchtern, in der CI Factory in Biebergemünd (seit 2020) und seit 2022 in Chattogram in Bangladesch. Strauss ist seit 2016 Mitglied der Fair Wear Foundation.

Marken und Beteiligungen

Die Markenstrategie verantwortet Henning Strauss. Strauss ist Partner der UEFA Europa League und Conference League bis 2027, war Workwear-Partner der EURO 2024, arbeitet seit 2021 mit dem FC Bayern München zusammen, ist seit 2023 in der NFL aktiv und seit Oktober 2024 Helmsponsor der MLB Postseason. 2023 erhielt das Unternehmen den Deutschen Marketing-Preis. Zur Gruppe gehören neben den Landesgesellschaften auch die CID GmbH, die Strauss Kita GmbH und das Alea Resort; über die Lizenzgesellschaft soll die Marke per Franchise künftig auch nach Japan und Ozeanien getragen werden.

FAQ

Wem gehört Engelbert Strauss? Engelbert Strauss beziehungsweise Strauss gehört zu 100 Prozent der Gründerfamilie Strauss aus Biebergemünd. Inhaber und Geschäftsführer sind die Brüder Henning und Steffen Strauss, Enkel des Gründers Engelbert Strauss.

Ist Engelbert Strauss börsennotiert? Nein. Das Unternehmen ist als GmbH & Co. KG organisiert und hat weder Aktionäre noch externe Investoren.

Warum heißt Engelbert Strauss jetzt Strauss? Seit 2023 nutzt das Unternehmen in der Kommunikation nur noch den Nachnamen, weil er international kürzer und einprägsamer ist. Der Gründername bleibt als Produktmarke erhalten; zum Jahreswechsel 2024/2025 wurden auch die Gesellschaften umbenannt.

Wie hoch ist der Umsatz von Strauss? Für 2023 nennt das Unternehmen rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz. Neuere Zahlen für 2024 und 2025 sind nicht öffentlich bekannt.

Welche Rolle spielt Norbert Strauss noch? Norbert Strauss, der Sohn des Gründers, führte das Unternehmen über Jahrzehnte. Die operative Führung liegt heute bei seinen Söhnen Henning und Steffen; in Pressemitteilungen tritt nur noch die vierte Generation als CEO auf.

Fazit

Engelbert Strauss ist auch 2026 ein Familienunternehmen ohne fremde Anteilseigner: Die Familie Strauss hält alle Anteile, Henning und Steffen Strauss führen das Geschäft in vierter Generation. Die Neuordnung der Gesellschaften, die Lizenzgesellschaft und die Bauhaus-Partnerschaft zeigen, dass die Eigentümer die Marke von Biebergemünd aus zur Weltmarke ausbauen wollen – ohne Börsengang und ohne Investoren.