
Die Einhell Germany AG aus Landau an der Isar gehört auch 2026 im Kern der Gründerfamilie Thannhuber: Ihre Beteiligungsgesellschaft Thannhuber AG hält den Großteil der nicht börsennotierten Stammaktien und damit die Kontrolle über den Werkzeug- und Gartengerätehersteller. Börsennotiert sind nur die stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die breit gestreut sind und seit März 2026 im SDAX gelistet werden. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von 1.157,7 Mio. Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 107,9 Mio. Euro. Vorstandsvorsitzender ist seit 2003 Andreas Kroiss.
Key Takeaways
- Einhell wurde am 2. Juni 1964 von Josef Thannhuber gegründet, der das Installationsgeschäft seines Onkels Hans Einhell in Landau an der Isar übernahm.
- Das Grundkapital besteht aus 6.283.200 Stammaktien und 5.040.000 Vorzugsaktien; nur die Vorzugsaktien sind an der Börse notiert.
- Die Thannhuber AG der Gründerfamilie hält laut Geschäftsbericht 2025 den Großteil der Stammaktien, nach Angaben von MarketScreener rund 93 Prozent – und damit die Stimmrechtsmehrheit.
- 2025 stieg der Konzernumsatz auf 1.157,7 Mio. Euro (2024: 1.109,7 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern auf 107,9 Mio. Euro, der Konzernjahresüberschuss lag bei 76,5 Mio. Euro.
- Einhell beschäftigte 2025 im Jahresdurchschnitt 2.612 Mitarbeiter und ist mit 51 Tochtergesellschaften in über 100 Ländern aktiv.
- Die Akku-Plattform Power X-Change erwirtschaftete 2025 rund 54 Prozent des Umsatzes; bis 2029 soll ihr Anteil auf über 70 Prozent steigen.
- Seit 1. Januar 2026 sind Michael Brunner (Finanzen) und Heinz Hoffmann (International) im Vorstand; für 2026 werden rund 1,2 Mrd. Euro Umsatz erwartet.
| Name | Einhell Germany AG |
| Gegründet | 2. Juni 1964 durch Josef Thannhuber (als Hans Einhell GmbH) |
| Sitz | Landau an der Isar, Niederbayern |
| Eigentümer | Familie Thannhuber über die Thannhuber AG (Großteil der Stammaktien, rund 93 %); Vorzugsaktien börsennotiert im Prime Standard und SDAX, breit gestreut |
| Umsatz | 1.157,7 Mio. Euro (2025), Ergebnis vor Steuern 107,9 Mio. Euro |
| Mitarbeiter | 2.612 im Jahresdurchschnitt 2025, 51 Tochtergesellschaften in über 100 Ländern |
Eigentümerstruktur im Detail

Seit dem Aktiensplit im Verhältnis 1:3 vom August 2024 ist das Grundkapital in 11.323.200 Aktien eingeteilt: 6.283.200 stimmberechtigte Stammaktien und 5.040.000 stimmrechtslose Vorzugsaktien. Die Stammaktien sind nicht börsennotiert. Laut Geschäftsbericht 2025 befindet sich „der Großteil der nicht notierten Stammaktien weiterhin im Besitz der Thannhuber AG“, der Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie. Der Finanzdatendienst MarketScreener beziffert den Anteil der Familie Thannhuber auf rund 93 Prozent der Stammaktien, also etwa 5,84 Millionen Stück; die Börsen-Zeitung nannte bereits 2016 einen Anteil von 91 Prozent. Umgerechnet auf das gesamte Grundkapital entspricht das gut 51 Prozent.
Die übrigen rund 4 Prozent des Grundkapitals entfallen auf weitere, nicht börsennotierte Stammaktien. Die Vorzugsaktien – rund 44,5 Prozent des Grundkapitals – werden im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt und sind laut Unternehmen „bei in- und ausländischen Anlegern breit gestreut“. Größere institutionelle Halter sind nach Daten von onvista unter anderem Lazard Frères Gestion, Allianz Global Investors und DWS mit jeweils niedrigen einstelligen Prozentanteilen. Da nur Stammaktien Stimmrechte tragen, kontrolliert die Thannhuber AG die Hauptversammlung faktisch allein.
Die Familie ist zudem operativ und in der Aufsicht vertreten: Dr. Markus Thannhuber ist seit 2007 Vorstand für Technik, Philipp Thannhuber stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Aufsichtsratsvorsitzender ist seit der Hauptversammlung 2024 Prof. Dr. Manfred Schwaiger, der den langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Dieter Spath ablöste. Zum 31. Dezember 2025 bezifferte Einhell die Marktkapitalisierung von Stamm- und Vorzugsaktien zusammen auf 953,4 Mio. Euro.
Geschichte und Herkunft
Der Elektromaschinenbauer Josef Thannhuber übernahm am 2. Juni 1964 das Installationsgeschäft seines Onkels Hans Einhell und firmierte es als Hans Einhell GmbH – der Name des Onkels ist bis heute die Marke. 1973 entstand die erste Tochtergesellschaft in Spanien. 1987 wurde das Unternehmen zur Hans Einhell AG umgewandelt und am 13. Juni 1987 an der Frankfurter Börse erstnotiert; die Familie behielt die Stammaktien, an die Börse kamen die Vorzugsaktien.
1994 gründete Einhell einen Produktionsstandort in China, 2008 folgte die Umbenennung in Einhell Germany AG, 2012 und 2013 die Übernahmen von kwb tools und Ozito. Den strategischen Wendepunkt markierte 2015 die Einführung der Akku-Plattform Power X-Change, bei der ein Akkusystem alle Geräte antreibt. 2017 überschritt Einhell erstmals 500 Mio. Euro Umsatz, 2022 die Umsatzmilliarde; 2024 feierte das Unternehmen sein 60-jähriges Bestehen.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Einhell entwickelt und vermarktet Elektrowerkzeuge und Gartengeräte für Heimwerker; Entwicklung und Design sitzen in Landau, gefertigt wird überwiegend in Asien. Der Umsatz stieg von 725 Mio. Euro (2020) auf 1.032,5 Mio. Euro (2022), fiel 2023 auf 971,5 Mio. Euro und erreichte 2024 und 2025 neue Rekorde. Das Ergebnis vor Steuern lag 2025 bei 107,9 Mio. Euro, eine Vorsteuermarge von 9,3 Prozent; der Konzernjahresüberschuss betrug 76,5 Mio. Euro.
Für 2025 zahlt Einhell 1,90 Euro je Vorzugsaktie und 1,88 Euro je Stammaktie (Vorjahr 1,50 bzw. 1,48 Euro); die Hauptversammlung am 3. Juli 2026 stimmte zu. Der Umsatzanteil von Power X-Change stieg 2025 auf 54 Prozent und im ersten Halbjahr 2026 auf 56 Prozent; in Österreich liegt er bei 85 Prozent.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Zum 9. März 2026 nahm die Deutsche Börse die Einhell-Vorzugsaktie in den SDAX auf. Vorstandschef Andreas Kroiss sah darin eine Bestätigung der Wachstumsstrategie; der Aktiensplit von 2024 hatte die Aktie zuvor für breitere Anlegerkreise zugänglicher gemacht.
Zum Jahreswechsel wurde der Vorstand umgebaut: Finanzvorstand Jan Teichert schied nach 23 Jahren zum 31. Dezember 2025 aus. Seit 1. Januar 2026 leitet Michael Brunner das Ressort Finanzen, Heinz Hoffmann das neu geschaffene Ressort International; beide kommen aus dem eigenen Haus. Komplettiert wird der fünfköpfige Vorstand von Andreas Kroiss (Vorsitz), Dr. Markus Thannhuber (Technik) und Dr. Christoph Urban (IT und Service).
Operativ wuchs Einhell im ersten Halbjahr 2026 nur leicht: Der Umsatz stieg um 0,9 Prozent auf 636,2 Mio. Euro, das Ergebnis vor Steuern lag mit 62,0 Mio. Euro knapp über dem Vorjahreswert von 61,8 Mio. Euro. Der Vorstand bestätigte die Prognose von rund 1,2 Mrd. Euro Umsatz und etwa 9 Prozent Vorsteuerrendite für 2026. Wachstumsfelder sind der Markteintritt in den USA und Südkorea sowie der Ausbau von Power X-Change auf über 500 Produkte bis 2029.
Marken und Beteiligungen
Zum Konzern gehören 51 Tochtergesellschaften, darunter die australische Baumarktmarke Ozito, die Zubehörmarke kwb und die Servicegesellschaft iSC GmbH. Im Marketing setzt Einhell auf Sportpartnerschaften mit dem FC Bayern München (seit 2021) und als „Official Tool Expert“ des Mercedes-AMG PETRONAS Formel-1-Teams (seit 2023).
FAQ
Wem gehört Einhell? Die Kontrolle liegt bei der Gründerfamilie Thannhuber, die über ihre Thannhuber AG den Großteil der stimmberechtigten Stammaktien hält – nach Daten von MarketScreener rund 93 Prozent. Die börsennotierten Vorzugsaktien sind breit gestreut.
Ist Einhell an der Börse notiert? Ja, seit 1987. Gehandelt werden ausschließlich die stimmrechtslosen Vorzugsaktien im Prime Standard der Frankfurter Börse; seit 9. März 2026 ist die Aktie im SDAX enthalten.
Wer führt Einhell? Vorstandsvorsitzender ist seit Januar 2003 Andreas Kroiss. Im fünfköpfigen Vorstand sitzen außerdem Dr. Markus Thannhuber, Dr. Christoph Urban sowie seit 2026 Michael Brunner und Heinz Hoffmann.
Wie viel Umsatz macht Einhell? Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern 1.157,7 Mio. Euro Umsatz und 107,9 Mio. Euro Ergebnis vor Steuern. Für 2026 werden rund 1,2 Mrd. Euro erwartet.
Was ist Power X-Change? Die 2015 eingeführte Akku-Plattform, bei der ein Akkusystem für über 350 Geräte nutzbar ist; sie steht 2026 für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes.
Fazit
Einhell ist ein börsennotiertes Familienunternehmen im wörtlichen Sinn: Die Thannhuber AG kontrolliert über die Stammaktien die Stimmrechte, während Anleger nur über Vorzugsaktien am Erfolg teilhaben. Mit Rekordumsatz, stabiler Marge und verjüngtem Vorstand hat der niederbayerische Hersteller den Akku-Boom im Heimwerkermarkt konsequent für sich genutzt.