Wem gehört E-Plus? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört E-Plus?

E-Plus war von 1994 bis 2014 der dritte deutsche Mobilfunknetzbetreiber und gehörte zuletzt dem niederländischen Konzern KPN. Am 1. Oktober 2014 übernahm Telefónica Deutschland die E-Plus-Gruppe für 5 Mrd. Euro in bar plus 17,6 Prozent eigener Aktien. Seither gingen Netz, Kunden und Marken in o2 auf. Eigentümerin ist die Telefónica Deutschland Holding AG in München, die zu 96,85 Prozent dem spanischen Telefónica-Konzern gehört und seit April 2024 nicht mehr börsennotiert ist.

Key Takeaways

  • E-Plus wurde 1992 in Düsseldorf von einem Konsortium aus VEBA, RWE, Thyssen und BellSouth gegründet und startete sein Netz im Mai 1994.
  • Von 2002 bis 2014 gehörte E-Plus vollständig dem niederländischen Telekommunikationskonzern KPN.
  • Telefónica Deutschland übernahm E-Plus am 1. Oktober 2014; KPN erhielt 5 Mrd. Euro in bar und 17,6 Prozent der Aktien von Telefónica Deutschland.
  • Die Telefónica Deutschland Holding AG gehört zu 96,85 Prozent der Telefónica S.A.; ein angekündigter Squeeze-out der Minderheitsaktionäre ist zurückgestellt.
  • Der Umsatz von Telefónica Deutschland sank 2025 auf 8,172 Mrd. Euro, weil der Großkunde 1&1 mit rund 12 Millionen Kunden zu Vodafone wechselte.
  • Seit dem 1. Januar 2026 führt Santiago Argelich Hesse das Unternehmen; für 2026 ist der Abbau von 1.100 Stellen geplant.
NameE-Plus (ehemals E-Plus Mobilfunk GmbH), heute Teil von Telefónica Deutschland / o2
Gegründet1992 in Düsseldorf, Netzstart Mai 1994
SitzDüsseldorf (E-Plus); München (Telefónica Deutschland Holding AG)
EigentümerTelefónica Deutschland Holding AG, diese zu 96,85 Prozent im Besitz der Telefónica S.A. (Madrid)
UmsatzTelefónica Deutschland 2025: 8,172 Mrd. Euro (2024: 8,492 Mrd. Euro)
Mitarbeiter6.820 Vollzeitstellen (Ende Januar 2026), Abbau von 1.100 Stellen im Jahr 2026 geplant

Geschichte und Herkunft

Die E-Plus Mobilfunk GmbH wurde 1992 in Düsseldorf von einem Konsortium aus VEBA, RWE, Thyssen und dem US-Konzern BellSouth gegründet. 1993 erhielt sie von Bundespostminister Wolfgang Bötsch die Lizenz für das erste deutsche Netz im DCS-1800-Standard, das E1-Netz. Im Mai 1994 ging es in Berlin und sieben weiteren Ballungsräumen an den Start – als dritter Netzbetreiber nach Telekom (D1) und Mannesmann (D2).

Ende 1994 zählte E-Plus rund 30.000 Kunden, Ende 1999 waren es 3,8 Millionen bei 16,3 Prozent Marktanteil. Parallel wechselten die Eigentümer: VEBA und RWE bündelten ihre Telekommunikationsaktivitäten in der Gesellschaft o.tel.o, die 60,25 Prozent an E-Plus hielt. 1999 übernahm BellSouth diese Anteile, im Jahr 2000 stieg KPN mit 77,49 Prozent als Hauptgesellschafter ein. Im März 2002 kaufte KPN auch die restlichen Anteile von BellSouth und wurde Alleineigentümer.

Unter KPN setzte E-Plus auf günstige Preise und viele Marken: 2005 kamen Base, simyo, Ay Yildiz und die Partnerschaft mit Aldi Talk, 2006 vybemobile, 2008 der Discounter Blau, 2012 yourfone. Die Kundenzahl stieg bis Ende 2008 auf knapp 17,8 Millionen, bei der Übernahme 2014 waren es rund 25,5 Millionen.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört E-Plus? Eigentümerstruktur mit Telefónica Deutschland und Telefónica S.A. 2026
Wem gehört E-Plus? Eigentümer und Struktur 2026 2

Am 23. Juli 2013 gaben KPN und Telefónica den Verkauf von E-Plus an Telefónica Deutschland bekannt. KPN erhielt 5 Mrd. Euro in bar sowie 17,6 Prozent an der neu geschaffenen Telefónica Deutschland Holding AG; die Transaktion wurde mit rund 8,6 Mrd. Euro bewertet. Die EU-Kommission genehmigte die Fusion im Juli 2014 unter der Auflage, rund 30 Prozent der kombinierten Netzkapazität an Drillisch abzugeben. Am 1. Oktober 2014 wurde die Übernahme vollzogen. Das fusionierte Unternehmen kam auf fast 47 Millionen Kundenanschlüsse und einen Pro-forma-Umsatz von rund 7,9 Mrd. Euro für 2013 – nach Kunden die Nummer eins in Deutschland.

KPN reduzierte seinen Anteil schrittweise und stieg im Juni 2019 vollständig aus. Seither ist die Telefónica S.A. einzige strategische Eigentümerin; sie hält ihre Anteile über die Telefónica Germany Holdings Limited und die Telefónica Local Services GmbH. Ende 2023 startete der Konzern ein Übernahmeangebot zu 2,35 Euro je Aktie und erhöhte seinen Anteil von rund 71,8 auf über 94 Prozent. Nach dem anschließenden Delisting-Erwerbsangebot endete am 18. April 2024 der Handel an der Frankfurter Börse; Telefónica hielt danach 96,85 Prozent.

Die Eigentümerkette ist damit klar: Die frühere E-Plus Mobilfunk GmbH ging in der Betriebsgesellschaft Telefónica Germany GmbH & Co. OHG auf, deren Mutter die Telefónica Deutschland Holding AG in München ist. Diese kontrolliert die Telefónica S.A. in Madrid mit 96,85 Prozent; gut 3 Prozent liegen bei Minderheitsaktionären. Ein im März 2024 angekündigter Squeeze-out war laut Übersichten zu Spruchverfahren im April 2026 weiterhin zurückgestellt. Von E-Plus existiert noch die E-Plus Service GmbH in Düsseldorf als Vertragspartnerin von Aldi Talk.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Nach der Übernahme verschwand E-Plus als Marke zügig. Im Februar 2016 kündigte Telefónica Deutschland an, die Tarife von Base und E-Plus im Laufe des Jahres in die Markenwelt von o2 zu überführen; Konditionen und Laufzeiten blieben unverändert. Das LTE-Netz von E-Plus wurde am 1. Juli 2016 abgeschaltet, die Zusammenführung der übrigen Netze war im Spätsommer 2017 mit einer einheitlichen Netzkennung abgeschlossen.

Telefónica Deutschland betreibt heute eines von drei bundesweiten Mobilfunknetzen. Neben o2 gehören Blau, Ay Yildiz, Fonic und Ortel Mobile zum Konzern, wichtigster Handelspartner ist Aldi Talk. 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 8,492 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 336 Mio. Euro. Ende 2024 verwaltete es mehr als 45 Millionen Mobilfunkanschlüsse (inklusive Maschinenverbindungen) bei rund 7.500 Mitarbeitern.

2025 brachte einen Einschnitt: Der Umsatz sank um 3,8 Prozent auf 8,172 Mrd. Euro, der Nettogewinn halbierte sich auf 167 Mio. Euro. Ursache ist der Abschied des Großkunden 1&1, der rund 12 Millionen Mobilfunkkunden bis Ende 2025 ins Vodafone-Netz umbuchte. Seither liegt die Zahl der Mobilfunkanschlüsse bei über 35 Millionen (Mitte 2026).

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Zum Jahreswechsel wechselte die Führung: Markus Haas, seit 2017 Vorstandsvorsitzender, schied Ende 2025 aus. Nachfolger ist seit dem 1. Januar 2026 Santiago Argelich Hesse, zuvor Chef des Funkturmbetreibers Cellnex in Polen.

Er startet mit einem Sparprogramm: Von 6.820 Vollzeitstellen zu Jahresbeginn 2026 sollen 1.100 wegfallen, zudem werden 60 der rund 800 o2-Shops geschlossen. Im zweiten Quartal 2026 fiel der Umsatz um 11,1 Prozent auf rund 1,8 Mrd. Euro, das operative Ergebnis sank um 7,2 Prozent auf rund 0,6 Mrd. Euro. Für 2027 stellt das Management wieder Wachstum in Aussicht, getragen von Geschäftskunden und Kombiangeboten aus Mobilfunk und Festnetz.

FAQ

Wem gehört E-Plus heute? E-Plus gehört seit dem 1. Oktober 2014 zu Telefónica Deutschland (o2). Die Holding ist zu 96,85 Prozent im Besitz der spanischen Telefónica S.A.

Gibt es die Marke E-Plus noch? Nein. Die Tarife von E-Plus und Base wurden 2016 in o2 überführt, das Netz bis 2017 verschmolzen. Nur die E-Plus Service GmbH existiert noch als Vertragspartnerin von Aldi Talk.

Wem gehörte E-Plus vor der Übernahme? Von 2002 bis 2014 dem niederländischen Konzern KPN, der bereits 2000 mit 77,49 Prozent als Hauptgesellschafter eingestiegen war.

Was hat Telefónica für E-Plus bezahlt? KPN erhielt 5 Mrd. Euro in bar sowie 17,6 Prozent der Aktien von Telefónica Deutschland. Der Gesamtwert lag bei rund 8,6 Mrd. Euro.

Ist Telefónica Deutschland noch an der Börse? Nein. Nach Übernahme- und Delisting-Angebot zu 2,35 Euro je Aktie endete der Handel in Frankfurt am 18. April 2024. Ein Squeeze-out der letzten Minderheitsaktionäre ist angekündigt, aber zurückgestellt.

Wer führt Telefónica Deutschland? Seit dem 1. Januar 2026 Santiago Argelich Hesse. Er folgte auf Markus Haas, der das Unternehmen von 2017 bis Ende 2025 leitete.

Fazit

E-Plus ist deutsche Mobilfunkgeschichte, aber kein eigenständiges Unternehmen mehr. Die Eigentümerfrage führt über Telefónica Deutschland direkt nach Madrid: Telefónica S.A. kontrolliert die Münchner Holding mit 96,85 Prozent, seit 2024 ohne Börsennotierung. Von E-Plus bleiben Netzstandorte, Kunden und Discountmarken unter dem Dach von o2 – und die offene Frage, wie schnell der Konzern den Abgang von 1&1 verkraftet.