Wem gehört Depot? Eigentümer, Insolvenz und Neustart 2026

Wem gehört Depot?

Depot gehört Christian Gries, dem Enkel des Firmengründers, der die Deko-Kette aus Niedernberg seit dem Rückkauf der Migros-Anteile 2019 allein kontrolliert. Einen externen Investor gibt es nicht, obwohl das Unternehmen 2024 ein Schutzschirmverfahren durchlief und die Auffanggesellschaft GDC Deutschland GmbH im Mai 2026 erneut Insolvenz in Eigenverwaltung anmeldete. Ende August 2026 kündigte diese Gesellschaft alle Arbeits- und Mietverträge zum 30. September 2026, rund 730 Beschäftigte verlieren ihre Stellen. Gries will die Marke „Depot“ mit einer neuen Gesellschaft, weniger Filialen und stärkerem Online-Fokus fortführen.

Key Takeaways

  • Eigentümer von Depot ist Christian Gries, der 2019 die 90-Prozent-Beteiligung des Migros-Genossenschafts-Bunds zurückkaufte.
  • Die Ursprünge reichen bis 1948 zurück; die erste Filiale „Das Depot“ öffnete 1995 in Aschaffenburg.
  • Mit Migros-Kapital wuchs das Netz von 2009 bis 2019 von 109 auf rund 500 Filialen; der Umsatz lag zuletzt bei etwa 390 Mio. Euro (2023).
  • Am 15. Juli 2024 bewilligte das Amtsgericht Aschaffenburg ein Schutzschirmverfahren; die Töchter in Österreich und der Schweiz gingen ebenfalls in die Insolvenz.
  • Ohne externen Investor übernahm die GDC Deutschland GmbH zum 1. April 2025 den Betrieb mit rund 150 bis 180 Filialen.
  • Am 13. Mai 2026 folgte die zweite Insolvenz in Eigenverwaltung; bis August 2026 wurden 105 von 155 Filialen geschlossen.
  • Zum 30. September 2026 stellt die GDC Deutschland GmbH wegen Masseunzulänglichkeit den Betrieb ein; Gries hält die Markenrechte und plant einen Neustart mit Shop-in-Shop-Flächen und Online-Handel.
NameDepot (Marke); Betreiber: Gries Deco Company GmbH (bis 2025), GDC Deutschland GmbH (ab April 2025, Betriebsende 30. September 2026)
Gegründet1948 in Schöllkrippen; 1995 erste Filiale „Das Depot“ in Aschaffenburg
SitzNiedernberg (Unterfranken); GDC Deutschland GmbH in Großostheim
BrancheEinzelhandel mit Wohnaccessoires, Dekoration und Kleinmöbeln
EigentümerChristian Gries (Alleineigentümer seit 2019, Enkel des Gründers)
MuttergesellschaftKeine; die frühere Gries Deco Holding GmbH wurde 2020 auf die Gries Deco Company GmbH verschmolzen
Umsatz / MitarbeiterUmsatz 2023: rund 390 Mio. Euro; Mitarbeiter: etwa 4.400 (Mitte 2024), rund 1.650 (2025), etwa 730 (September 2026)
VermögensbasisChristian Gries als Inhaber der Gesellschaftsanteile und Markenrechte; keine Börsennotierung, keine externen Investoren

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von Depot beginnt 1948 in Schöllkrippen im Spessart. Oskar und Maria Gries stellten dort künstliche Früchte und Christbaumschmuck her und verkauften ausschließlich über den Großhandel. 1969 übernahmen Sohn Michael Gries und seine Frau Monika den Betrieb, 1993 stieg mit Christian Gries die dritte Generation ein, und zwar mitten in einer Krise, in der ein Großteil der Belegschaft entlassen werden musste.

Die Wende brachte ein Lagerverkauf in Schöllkrippen, der so gut lief, dass 1995 in Aschaffenburg die erste Filiale „Das Depot“ für Endkunden eröffnete. Im Jahr 2000 übernahm Christian Gries die Geschäftsleitung, seit 2005 firmieren alle deutschen Läden unter der Marke „Depot“.

Das Wachstum finanzierte die Familie mehrfach mit Beteiligungskapital: 2004 stieg 3i mit 40 Prozent ein und wurde 2006 wieder ausgekauft; 2007 übernahm die britische Dawnay Day 50 Prozent, ging 2008 selbst in die Insolvenz, worauf Gries erneut zurückkaufte. Erst mit Migros ab 2009 begann die große Expansion von 109 auf rund 500 Filialen.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Depot? Eigentümerstruktur mit Christian Gries, GDC Deutschland GmbH und Kennzahlen 2026
Wem gehört Depot? Eigentümer, Insolvenz und Neustart 2026 2

Christian Gries ist seit 2019 Alleineigentümer. Der Migros-Genossenschafts-Bund hatte im Januar 2009 zunächst 49,1 Prozent an der Gries Deco Company übernommen, die Beteiligung 2011 auf 51,1 Prozent und 2013 auf 90 Prozent aufgestockt; Gries hielt in dieser Phase nur noch 10 Prozent. 2019 kaufte er das Migros-Paket komplett zurück. Medienberichten zufolge musste Migros dabei Darlehen in der Größenordnung von 400 Mio. Schweizer Franken abschreiben.

Auf Gesellschaftsebene folgten zwei Schnitte. Am 22. Oktober 2020 wurde die Gries Deco Holding GmbH auf die operative Gries Deco Company GmbH verschmolzen. Im Zuge des Schutzschirmverfahrens übernahm die neu gegründete GDC Deutschland GmbH mit Sitz in Großostheim rückwirkend zum 1. April 2025 den Geschäftsbetrieb, während die alte Gesellschaft abgewickelt wurde. Beide standen unter Kontrolle von Christian Gries, der auch Geschäftsführer war; seit März 2025 verstärkte ihn Marco De Benedetti, früherer Deutschlandchef von Tupperware.

Die Auslandsgeschäfte liefen über eigene Landesgesellschaften, in Österreich heute die Gries Deco Austria GmbH, in der Schweiz die Depot CH AG in Frauenfeld. Externe Anteilseigner gibt es seit 2019 nicht mehr. Auch 2025 fand sich trotz Gesprächen, bei denen in Branchenkreisen der Non-Food-Discounter TEDi genannt wurde, kein Käufer.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Die erste Krise begann am 15. Juli 2024 mit dem Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Aschaffenburg. Die Gruppe beschäftigte damals rund 4.400 Menschen und betrieb über 300 Filialen in Deutschland, 34 in der Schweiz und 49 in Österreich. Die österreichische Tochter beantragte am 1. August 2024 ein eigenes Insolvenzverfahren und schrumpfte auf 29 Standorte; die Depot CH AG meldete am 31. Januar 2025 Konkurs an und schloss alle 34 Schweizer Läden.

In Deutschland fielen 2024 zunächst 43 Filialen weg, im ersten Quartal 2025 weitere 45, bis zum Sommer 2025 nochmals 54. Der Gläubigerausschuss stimmte im April 2025 dem Übergang auf die GDC Deutschland GmbH zu, die mit etwa 150 bis 180 Standorten und rund 1.650 Stellen neu startete.

Der Neustart hielt gut ein Jahr. Am 13. Mai 2026 ordnete das Amtsgericht Aschaffenburg für die GDC Deutschland GmbH ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an. Als Ursachen nannte das Unternehmen Liquiditätsengpässe, Mietrückstände, rund 30 defizitäre Standorte, gestiegene Importzölle, die Konkurrenz von Plattformen wie Temu und Shein sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Im Juni 2026 wurden 66 Schließungen angekündigt, bis August weitere 39, sodass 105 von 155 Filialen wegfielen. Am 27. August 2026 folgte die Mitteilung, dass die Insolvenzmasse nicht für alle Verbindlichkeiten reicht: Sämtliche Arbeits- und Mietverträge wurden zum 30. September 2026 gekündigt, rund 730 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Depot verkaufte Wohnaccessoires, saisonale Dekoration und Kleinmöbel für Haus und Garten, ergänzt um Raumdüfte der Marke „ipuro“. Neben eigenen Filialen gab es Shop-in-Shop-Flächen in Möbel-, Waren- und SB-Warenhäusern sowie einen in der Migros-Ära aufgebauten Online-Shop.

Die Kennzahlen spiegeln Aufstieg und Abstieg wider: Ende 2021 zählte die Gruppe rund 500 Filialen und etwa 6.000 Mitarbeitende, der Umsatz lag laut Wirtschaftswoche zuletzt bei rund 390 Mio. Euro (2023). Mitte 2024 waren noch etwa 4.400 Menschen beschäftigt, nach dem Neustart 2025 rund 1.650, im Sommer 2026 nur noch rund 730.

Depot Vermögen: Wer profitiert?

Wirtschaftlich hängt alles an einer Person: Christian Gries hält die Anteile an den Betreibergesellschaften und die Markenrechte an „Depot“. Seine Vermögensbasis besteht aus diesen Beteiligungen und seiner Tätigkeit als Geschäftsführer. Offizielle Zahlen zu seinem Privatvermögen existieren nicht, und uamr.de nennt keine Beträge.

Für Kunden soll die Marke erhalten bleiben: Gries hat angekündigt, Depot mit einer neuen, kleineren Gesellschaft fortzuführen, neue Mietverträge zu verhandeln und die Shop-in-Shop-Flächen bei Rewe und Edeka sowie den Online-Handel auszubauen. Die Gries Deco Austria GmbH mit 29 Filialen ist von der Schließung in Deutschland nicht automatisch betroffen; ihre Zukunft hängt davon ab, ob sie in die neue Struktur überführt wird.

FAQ

Wem gehört Depot? Depot gehört Christian Gries, dem Enkel des Firmengründers. Er kaufte 2019 die 90-Prozent-Beteiligung von Migros zurück und ist seither Alleineigentümer.

Ist Depot insolvent? Ja. Nach dem Schutzschirmverfahren 2024 meldete die GDC Deutschland GmbH am 13. Mai 2026 erneut Insolvenz in Eigenverwaltung an und stellt den Betrieb zum 30. September 2026 ein.

Schließen alle Depot-Filialen? Die Filialen der GDC Deutschland GmbH schließen bis Ende September 2026. Christian Gries will die Marke mit einer neuen Gesellschaft, Shop-in-Shop-Flächen und Online-Shop weiterführen; welche Standorte bleiben, ist offen.

Gehört Depot noch zu Migros? Nein. Migros war von 2009 bis 2019 beteiligt, zuletzt mit 90 Prozent, und verkaufte das Paket 2019 an Christian Gries zurück.

Gibt es einen neuen Investor bei Depot? Nein. Weder 2025 noch 2026 wurde ein externer Käufer gefunden; der Neustart 2025 erfolgte aus eigener Kraft über die GDC Deutschland GmbH.

Was ist mit Depot in Österreich und der Schweiz? Die Depot CH AG ging am 31. Januar 2025 in Konkurs und schloss alle 34 Filialen. In Österreich betreibt die Gries Deco Austria GmbH noch 29 Standorte, deren Zukunft von der neuen Struktur abhängt.

Fazit

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Depot?“ lautet seit 2019 unverändert: Christian Gries. Die Kette hat einen kompletten Zyklus durchlaufen: vom Lagerverkauf über rund 500 Filialen unter Migros-Regie bis zum Betriebsende der GDC Deutschland GmbH im September 2026.

Ob die Marke unter einer neuen Gesellschaft mit wenigen Läden, Shop-in-Shop-Flächen und Online-Handel eine tragfähige Zukunft hat, zeigt sich in den kommenden Monaten. Fest steht: Ohne externen Investor bleibt Depot das Projekt eines einzelnen Eigentümers, der nach zwei Verfahren einen dritten Anlauf nimmt.