Demeter gehört keinem Konzern, keiner Familie und keinem Investor, sondern seinen Mitgliedern: Der Demeter e.V. mit Sitz in Darmstadt ist ein gemeinnütziger Verein, getragen von Landwirten, Verarbeitern und Händlern, und verwaltet die Marke „Demeter“ in Deutschland treuhänderisch. Wer das Zeichen nutzen will, schließt einen Markennutzungsvertrag und zahlt Beiträge. Zum 31.12.2025 zählte der Verein 3.588 Mitglieder, Demeter-Betriebe bewirtschafteten 2025 rund 113.400 Hektar. International sichert die Biodynamic Federation Demeter International den Namen.
Key Takeaways
- Demeter ist kein Unternehmen, sondern ein eingetragener Verein in Darmstadt, der seinen Mitgliedern gehört und keine Anteilseigner hat.
- Die Marke „Demeter“ wird laut Satzung vom Demeter e.V. treuhänderisch verwaltet; Erzeuger, Verarbeiter und Händler nutzen sie über Markennutzungsverträge.
- Zum 31.12.2025 hatte der Verband 3.588 Mitglieder, darunter 2.465 juristische Personen wie Höfe und Hersteller.
- 2025 bewirtschafteten 1.599 Demeter-Erzeuger 113.411 Hektar; hinzu kamen 319 Verarbeiter, 88 Hofverarbeiter und rund 460 Handelspartner.
- Der Verband ist föderal aufgebaut: ein Bundesverband und fünf Landesverbände (Norden, Osten, Westen, Bayern, Baden-Württemberg).
- Weltweit bündelt die Biodynamic Federation Demeter International (gegründet 2020) 46 Mitgliedsorganisationen aus 36 Ländern und schützt die Marke international.
- Nach zwei Vorstandswechseln seit 2024 leiten seit Oktober 2025 Ute Rönnebeck und Nancy Schacht den Bundesvorstand.
| Name | Demeter e.V. |
|---|---|
| Gegründet | 1928 Demeter-Warenzeichen, 1954 Demeter-Bund e.V., 2007 Fusion zum heutigen Demeter e.V. |
| Sitz | Darmstadt (Hessen), Hauptstadtbüro in Berlin |
| Branche | Ökologischer Anbauverband, Markenträger für biodynamische Lebensmittel |
| Eigentümer | Die Mitglieder (Erzeuger, Verarbeiter, Händler, Fördermitglieder); keine Anteilseigner |
| Muttergesellschaft | Keine; Mitglied der Biodynamic Federation Demeter International (Dachverband) |
| Umsatz / Mitarbeiter | Keine veröffentlichten Umsatzzahlen; 3.588 Mitglieder (31.12.2025), 1.599 Erzeugerbetriebe auf 113.411 Hektar (2025) |
| Vermögensbasis | Markenrechte „Demeter“ und „Biodyn“, Beiträge und Markennutzungsgebühren, öffentliche Zuschüsse; keine Ausschüttungen |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von Demeter reichen ins Jahr 1924 zurück, als Rudolf Steiner im schlesischen Koberwitz acht Vorträge über eine „biologisch-dynamische“ Landwirtschaft hielt. Anthroposophisch orientierte Landwirte schufen 1928 das Demeter-Warenzeichen, das erste Label für ökologisch erzeugte Lebensmittel. 1932 wurde die Marke in München geschützt, 1941 verboten die Nationalsozialisten sämtliche Demeter-Organisationen.
Nach dem Krieg hielt ab 1946 der Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise die Markenrechte. 1954 konstituierte sich auf dem Dottenfelderhof bei Frankfurt der Demeter-Bund e.V., der fortan die Nutzungsrechte vergab. 1997 entstand Demeter International e.V. aus 19 nationalen Organisationen. 2007 fusionierten Demeter-Bund, Marktforum und Forschungsring-Verbandsteile zum heutigen Demeter e.V. 2024 feierte der Verband „100 Jahre biodynamisch“ im Ökodorf Brodowin.
Eigentümerstruktur im Detail

Der Demeter e.V. hat weder Gesellschafter noch Aktionäre. Träger sind die Mitglieder: Vollmitglieder (Erzeuger, Verarbeiter und Händler mit Markennutzungsvertrag) und Fördermitglieder. Ende 2025 meldete der Verband im Lobbyregister des Bundestags 3.588 Mitglieder, davon 2.465 juristische Personen – Höfe, Hersteller, Händler – und 1.123 natürliche Personen, meist Fördermitglieder und Hausgärtner. Höchstes Organ ist die Delegiertenversammlung, die den bis zu zehnköpfigen Aufsichtsrat für drei Jahre wählt; der Aufsichtsrat beruft und kontrolliert den hauptamtlichen Bundesvorstand.
Das entscheidende Gut des Vereins ist die Marke. Die Satzung nennt als Vereinszweck die „treuhänderische Verwaltung der Verbands- und Markenzeichen ›Demeter‹ und ›Biodyn‹“ sowie deren „vertragliche und markenrechtliche Sicherung“. Wer das Zeichen nutzen will, muss Mitglied werden, die Richtlinien einhalten, sich zertifizieren lassen und einen Markennutzungsvertrag abschließen. Die Lizenznehmer sind damit zugleich die Träger des Verbands und entscheiden über die Regeln der Marke mit.
International ist die Struktur zweistufig: Der deutsche Verband ist Mitglied der Biodynamic Federation Demeter International (BFDI), die im Februar 2020 aus Demeter International und der 2002 gegründeten International Biodynamic Association hervorging. Der Dachverband vertritt 46 Mitgliedsorganisationen in 36 Ländern, setzt den internationalen Demeter-Standard und schützt die Marken „Demeter“ und „Biodynamic“ weltweit; die nationalen Organisationen vergeben die Nutzungsrechte in ihren Ländern. Weltweit wirtschaften laut Federation über 7.000 Betriebe auf rund 250.000 Hektar in 63 Ländern nach Demeter-Regeln.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Seit 2024 erlebt Demeter einen Führungsumbruch. Im November 2024 beendete der Aufsichtsrat die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Bundesvorstand Dr. Alexander Gerber wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Ausrichtung des Verbandes“ zum 31. Januar 2025. Aufsichtsratsmitglied Matthias Deppe übernahm interimistisch, bevor am 1. Mai 2025 Prof. h.c. Dr. Chirine Etezadzadeh als Bundesvorständin antrat. Schon im September 2025 trennten sich Verband und Vorständin nach nicht einmal fünf Monaten „im gegenseitigen Einvernehmen“.
Seit dem 1. Oktober 2025 führen Ute Rönnebeck (zuvor Demeter im Westen) und Nancy Schacht (zuvor Demeter im Osten) den Bundesvorstand als Übergangs-Doppelspitze; Aufsichtsratsvorsitzende ist die Winzerin Friederike Roll, Geschäftsführerin seit September 2024 Elisabeth Huber. Parallel läuft die Suche nach einer dauerhaften Besetzung. Die Delegiertenversammlung im April 2026 in Oberursel stand unter dem Motto „Umbruch & Aufbruch“: Der Verband kündigte eine Qualitätsoffensive für Service, Effizienz und Markenkommunikation an, gründete die Nachwuchsplattform „Junges Demeter“ und positioniert sich gegen die Gentechnik-Deregulierung in der EU.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Demeter erwirtschaftet keine Gewinne im unternehmerischen Sinn. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Markennutzungsgebühren nach einer einheitlichen Beitragsordnung sowie öffentliche Projektmittel; für 2025 wies er im Lobbyregister Zuschüsse der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung von 340.001 bis 350.000 Euro aus. Eine Bilanz oder Gesamteinnahmen veröffentlicht der Verein nicht.
Die Reichweite der Marke zeigen die Entwicklungsberichte: 2025 bewirtschafteten 1.599 Erzeuger 113.411 Hektar, dazu kamen 88 Hofverarbeiter, 319 Verarbeiter, 165 Großhändler, 277 Fachhändler und 17 filialisierte Einzelhändler (2024: 1.636 Erzeuger, 108.236 Hektar, 334 Verarbeiter). 15.382 Demeter-Produkte waren 2025 gelistet (2024: 15.889). Nach Fläche ist Demeter deutlich kleiner als Bioland oder Naturland, gilt aber wegen strengerer Richtlinien als Premiumsegment des Bio-Marktes. Absolute Umsatzzahlen für Demeter-Ware nennt der Verband nicht; für das Krisenjahr 2022 räumte er einen Umsatzrückgang von 5 Prozent ein.
Demeter Vermögen: Wer profitiert?
Als gemeinnütziger Verein schüttet Demeter nichts aus. Der wirtschaftliche Wert der Marke fließt den Lizenznehmern zu: Höfe, Molkereien wie Andechser oder Schrozberger, Hersteller wie Bauckhof und Beutelsbacher sowie Direktvermarkter erzielen mit dem Demeter-Zeichen in der Regel höhere Preise als mit dem EU-Bio-Siegel allein. Umgekehrt finanzieren ihre Beiträge Richtlinienarbeit, Zertifizierung, Beratung, Forschung und Lobbyarbeit.
Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführung sind Angestellte oder ehrenamtliche Vertreter der Mitglieder, keine Eigentümer; zu Vergütungen einzelner Personen existieren keine offiziellen Zahlen, uamr.de nennt hierzu keine Beträge. Übernahme, Verkauf oder Börsengang sind bei dieser Rechtsform ausgeschlossen.
FAQ
Wem gehört die Marke Demeter? In Deutschland verwaltet der Demeter e.V. die Marken „Demeter“ und „Biodyn“ treuhänderisch und vergibt Nutzungsrechte per Markennutzungsvertrag; international sichert die Biodynamic Federation Demeter International den Schutz.
Ist Demeter ein Unternehmen oder ein Verein? Ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Landwirten, Verarbeitern, Händlern und Fördermitgliedern als Mitgliedern – ohne Anteilseigner und ohne Gewinnausschüttung.
Wer leitet Demeter 2026? Seit Oktober 2025 führen Ute Rönnebeck und Nancy Schacht den Bundesvorstand als Übergangsdoppelspitze; Aufsichtsratsvorsitzende ist Friederike Roll.
Wie viele Demeter-Betriebe gibt es in Deutschland? 2025 bewirtschafteten 1.599 Erzeugerbetriebe 113.411 Hektar; hinzu kommen 319 Verarbeiter, 88 Hofverarbeiter und rund 460 Handelspartner.
Wie finanziert sich der Demeter e.V.? Über Beiträge und Markennutzungsgebühren der Mitglieder sowie öffentliche Projektzuschüsse, etwa der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
Gehört Demeter zu Demeter International? Der deutsche Verband ist eigenständig, aber Mitglied der Biodynamic Federation Demeter International, die 2020 gegründet wurde und 46 Organisationen in 36 Ländern vereint.
Fazit
Demeter gehört seinen Mitgliedern – und sonst niemandem. Der Verein in Darmstadt hält die Marke treuhänderisch, seine Lizenznehmer sind zugleich seine Träger, der internationale Dachverband sichert den Namen weltweit. Profiteure sind die rund 1.600 Höfe und mehrere hundert Hersteller und Händler, die mit dem Zeichen Premiumpreise erzielen.
Die Turbulenzen an der Spitze seit 2024 zeigen, dass auch eine Mitgliederorganisation Richtungskämpfe austrägt. Wie der Verband die Vorstandsfrage dauerhaft löst und ob die Markenoffensive die 2025 leicht gesunkene Zahl der Erzeuger und Produkte wieder wachsen lässt, bleibt 2026 die entscheidende Frage.
Weiterlesen in Finanzen
- Wem gehört der Axel Springer Verlag? Eigentümer und Struktur 2026
- Wem gehört Denns BioMarkt? Eigentümer, Struktur und Geschichte
- Wem gehört Depot? Eigentümer, Insolvenz und Neustart 2026
- Wem gehört Dentaprime? Betreiber und Eigentümerkette
- Wem gehört DEKRA? Ein Verein hält 100 Prozent
- Wem gehört Disneyland Paris? Eigentümer und Struktur 2026