Brainpool aus Köln steht hinter Fernsehklassikern wie „Die Harald Schmidt Show“, „TV total“, „Schlag den Raab“ und „Stromberg“. Die Frage „Wem gehört Brainpool?“ ist 2026 klar zu beantworten: Die Brainpool TV GmbH gehört zu 100 Prozent zur französischen Banijay-Gruppe und ist ein Label der Banijay Germany GmbH. Stefan Raab, lange Mitgesellschafter, verkaufte seine Anteile 2018 und produziert seit 2024 mit seiner Firma Raab Entertainment für RTL. Neu ist 2026 die Fusion von Banijay Entertainment mit All3Media.
Key Takeaways
- Brainpool wurde am 28. November 1994 in Köln von Jörg Grabosch, Martin Keß und Ralf Günther gegründet.
- Seit Juni 2020 hält Banijay 100 Prozent der Brainpool TV GmbH.
- Stefan Raab war ab 2007 mit 25 Prozent, ab 2009 mit 12,5 Prozent beteiligt und verkaufte im März 2018 an Banijay.
- Die Rechte an Raabs ProSieben-Katalog mit über 4.000 Programmstunden blieben bei Brainpool.
- Raab gründete zum 1. Januar 2024 mit Daniel Rosemann die Raab Entertainment GmbH in Hürth.
- Am 9. Juli 2026 wurde die Fusion von Banijay Entertainment und All3Media abgeschlossen; Banijay Group und RedBird IMI halten je 50 Prozent.
- Brainpool-Geschäftsführung 2026: Nadine Grünfeld und Florian Göbels; Banijay-Germany-CEO ist Marcus Wolter.
| Name | Brainpool TV GmbH |
|---|---|
| Gegründet / Geboren | 28. November 1994 |
| Sitz / Wohnort | Köln |
| Branche / Beruf | Fernseh- und Medienproduktion (Comedy, Shows, Serien, Live-Entertainment) |
| Eigentümer / Unternehmen | 100 % Banijay (über Banijay Germany GmbH, Köln); Banijay Entertainment seit Juli 2026 je 50 % Banijay Group und RedBird IMI |
| Vermögensbasis / Einnahmequellen | Auftragsproduktionen, Formatrechte und Programmkatalog, Live-Events, Künstlermanagement, Plattform MySpass |
Geschichte und Herkunft
Brainpool entstand Ende 1994 in Köln. Die Gründer Jörg Grabosch, Martin Keß und Ralf Günther starteten im Januar 1995 mit der „RTL Nachtshow“ und machten das Unternehmen mit „Die Harald Schmidt Show“ und ab 1999 „TV total“ zur ersten Adresse für Late-Night und Comedy in Deutschland.
Am 23. November 1999 ging Brainpool am Neuen Markt an die Börse. 2001 und 2002 übernahm die VIVA Media GmbH sämtliche Anteile, im Juli 2002 wurde der Aktienhandel eingestellt. Mit dem Kauf von VIVA durch Viacom 2004 gehörte Brainpool bis Ende 2006 zum MTV-Mutterkonzern.
2007 holten Grabosch und Günther das Unternehmen per Management-Buy-out zurück, gemeinsam mit Stefan Raab und Andreas Scheuermann. Raab war damit nicht mehr nur das Gesicht der wichtigsten Shows, sondern Mitgesellschafter. Seine Formate liefen über die Tochter Raab TV, die 2011 einen Fünfjahresvertrag mit ProSiebenSat.1 im Volumen von 185 Millionen Euro abschloss.
Eigentümerstruktur im Detail

Nach dem Management-Buy-out hielten Grabosch, Günther, Raab und Scheuermann jeweils 25 Prozent. Im Juli 2009 stieg die französische Gruppe Banijay Entertainment mit 50 Prozent ein, die vier Gesellschafter hielten fortan je 12,5 Prozent.
Im März 2018 verkaufte Stefan Raab seine 12,5 Prozent an Banijay, das damit auf 62,5 Prozent kam. Im Sommer 2018 untersagte das Landgericht Köln den Anteilsverkauf zwar vorläufig, erlaubte Banijay aber, die bisherigen Geschäftsführer abzuberufen; Anfang 2019 übernahm Marcus Wolter, CEO der neu gegründeten Banijay Germany GmbH, die Führung. Im Juni 2020 übernahm Banijay die restlichen Anteile und hält seither 100 Prozent.
Über Brainpool steht die 2018 von Marcus Wolter und der Banijay Group gegründete Banijay Germany GmbH in Köln; Wolter ist dort CEO und Gesellschafter, seine Beteiligungshöhe ist nicht öffentlich bekannt. Laut Handelsregister besteht seit Mai 2025 ein Gewinnabführungsvertrag mit Banijay Germany; im März 2026 wurde die Brainpool Entertainment GmbH, die frühere Raab TV, auf die Brainpool TV GmbH verschmolzen. Als Gesellschafterin ist seit Juli 2026 die Banijay SAS in Paris eingetragen.
An der Spitze steht die börsennotierte Banijay Group des französischen Unternehmers Stéphane Courbit. Seit dem 9. Juli 2026 ist das Produktionsgeschäft in der Banijay Entertainment mit Sitz in London gebündelt, an der Banijay Group und der Investor RedBird IMI je 50 Prozent halten – ein Verbund mit rund 170 Produktionsfirmen in 25 Ländern.
Stefan Raab, Raab TV und Raab Entertainment
Stefan Raab kündigte im Juni 2015 seinen Rückzug aus dem Fernsehen an; Brainpool sprach danach rund 80 Kündigungen aus. Als Gesellschafter blieb Raab bis 2018, seine Einheit Raab TV bestand weiter und wurde 2024 in Brainpool Entertainment GmbH umbenannt.
Mit dem Comeback trennten sich die Wege endgültig. Zum 1. Januar 2024 gründete Raab mit dem früheren ProSieben- und Sat.1-Chef Daniel Rosemann die Raab Entertainment GmbH in Hürth. Sie produziert für RTL unter anderem „Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab“, „Stefan und Bully gegen irgendson Schnulli“, „Chefsache ESC 2025″ mit dem NDR und seit Februar 2026 „Die Stefan Raab Show“. Die Rechte an Raabs ProSieben-Katalog mit mehr als 4.000 Programmstunden und an den bei Brainpool entwickelten Formatideen blieben in Köln.
Geschäftszahlen und Marktposition
Belastbare Zahlen zu Brainpool sind rar. Der letzte öffentlich dokumentierte Wert stammt aus 2011: 65 Millionen Euro Umsatz und knapp 13 Millionen Euro Überschuss, der Höhepunkt der Raab-Ära. Aktuelle Umsatz- und Mitarbeiterzahlen sind nicht öffentlich bekannt; in älteren Texten kursierende Angaben von 150 Millionen Euro Umsatz sind nicht belegt.
Auf Konzernebene ist die Dimension klar: Banijay Entertainment kam 2025 auf über 4,3 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von mehr als 700 Millionen Euro. Banijay Germany produziert nach eigenen Angaben über 4.500 Programmstunden pro Jahr; das Bundeskartellamt gab die Zusammenführung mit den All3Media-Firmen am 2. Juni 2026 frei.
Innerhalb der Gruppe ist Brainpool das Label für Comedy und Show. Zu den Beteiligungen zählen die Cologne Comedy Festival GmbH und Anke Engelkes Ladykracher TV-Produktion GmbH (50 Prozent). Die 2008 gestartete Plattform MySpass wird inzwischen von Banijay Germany betrieben.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Personell hat sich Brainpool mehrfach neu aufgestellt. Im Oktober 2024 kam Shona Fraser in die Geschäftsführung, sie ging im Sommer 2025. Nachfolgerin wurde im September 2025 Nadine Grünfeld, zuvor Chefin von Cheerio Entertainment. Seit April 2026 ist zudem Florian Göbels als Geschäftsführer eingetragen.
Auf Konzernebene prägt die All3Media-Fusion das Jahr: am 3. März 2026 angekündigt, am 9. Juli abgeschlossen. Banijay Germany ordnete am 4. August 2026 seine Struktur neu: Die All3Media-Labels firmieren als „Filmpool United“ unter Vittorio Valente, das Board um Marcus Wolter wurde mit Arno Schneppenheim, Knut Kremling und Michael Laegel besetzt. Brainpool bleibt eigenständiges Label. Parallel macht RTL seit Januar 2026 schrittweise Raabs Archivproduktionen seit 1999 auf RTL+ und YouTube zugänglich.
FAQ
Wem gehört Brainpool 2026? Die Brainpool TV GmbH gehört zu 100 Prozent zu Banijay und ist ein Label der Banijay Germany GmbH in Köln.
Ist Stefan Raab noch an Brainpool beteiligt? Nein. Raab verkaufte seine zuletzt 12,5 Prozent im März 2018 an Banijay und arbeitet seit 2024 mit Raab Entertainment für RTL.
Wer hat Brainpool gegründet? Jörg Grabosch, Martin Keß und Ralf Günther am 28. November 1994 in Köln; erste Produktion war die „RTL Nachtshow“ ab Januar 1995.
Wem gehören die Rechte an „TV total“ und „Schlag den Raab“? Der ProSieben-Katalog mit über 4.000 Programmstunden liegt bei Brainpool und damit bei Banijay. Seit 2026 macht RTL die alten Produktionen schrittweise auf RTL+ und YouTube zugänglich.
Wer führt Brainpool? Geschäftsführer sind Nadine Grünfeld (seit September 2025) und Florian Göbels (seit April 2026). Marcus Wolter verantwortet als CEO von Banijay Germany das gesamte deutsche Geschäft.
Wie viel Umsatz macht Brainpool? Aktuelle Zahlen werden nicht veröffentlicht. Belegt sind 65 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2011; die Muttergesellschaft Banijay Entertainment setzte 2025 über 4,3 Milliarden Euro um.
Fazit
Brainpool ist vom Kölner Gründerunternehmen mit Börsenvergangenheit zum vollständig integrierten Label eines Weltkonzerns geworden. Wer 2026 fragt, wem Brainpool gehört, landet über Banijay Germany bei der Banijay Entertainment, die seit der All3Media-Fusion je zur Hälfte Banijay Group und RedBird IMI gehört. Stefan Raab ist seit 2018 kein Gesellschafter mehr und konkurriert mit Raab Entertainment heute um dieselben Sendeplätze.