Wem gehört BP? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört BP?

BP plc mit Sitz in London zählt zu den größten Öl- und Gaskonzernen der Welt – und gehört niemandem allein. Die Aktien des 1909 gegründeten Unternehmens liegen fast vollständig im Streubesitz; größter Einzelaktionär ist BlackRock, seit 2025 mischt der Hedgefonds Elliott mit rund fünf Prozent mit. 2025 erzielte BP Gesamterlöse von rund 192,5 Milliarden US-Dollar. Seit April 2026 führt Meg O’Neill den Konzern, der nach einer Strategiewende wieder stärker auf Öl und Gas setzt.

Key Takeaways

  • BP p.l.c. ist börsennotiert (London und New York) und hat keinen Mehrheitseigentümer.
  • Größte Aktionäre laut LSEG (April 2025): BlackRock rund 9,2 Prozent, Elliott rund 5,0 Prozent, Vanguard rund 4,95 Prozent.
  • Der britische Staat war ab 1914 Großaktionär und verkaufte seine Anteile zwischen 1979 und 1987 vollständig.
  • Im Februar 2025 kündigte CEO Murray Auchincloss eine Strategiewende an: rund 10 Milliarden US-Dollar jährlich für Öl und Gas, deutlich weniger für erneuerbare Energien.
  • 2025: Gesamterlöse rund 192,5 Milliarden US-Dollar, bereinigter Gewinn 7,5 Milliarden US-Dollar, rund 93.700 Beschäftigte.
  • Führungswechsel: Seit April 2026 ist Meg O’Neill CEO; Chairman Albert Manifold (Nachfolger von Helge Lund) wurde im Mai 2026 abgesetzt, seit September 2026 führt Ian Tyler das Board.
NameBP p.l.c. (früher British Petroleum)
Gegründet / Geboren1909 als Anglo-Persian Oil Company
Sitz / WohnortLondon, Großbritannien
Branche / BerufÖl- und Gasförderung, Raffinerien, Tankstellen, Energiehandel
Eigentümer / UnternehmenStreubesitz; größte Aktionäre BlackRock (ca. 9,2 %), Elliott (ca. 5,0 %), Vanguard (ca. 4,95 %)
Vermögensbasis / EinnahmequellenGesamterlöse 2025 rund 192,5 Mrd. US-Dollar; bereinigter Gewinn 7,5 Mrd. US-Dollar; rund 93.700 Beschäftigte

Geschichte und Herkunft

1909 wurde in London die Anglo-Persian Oil Company gegründet, um Ölvorkommen im heutigen Iran zu erschließen. 1914 sicherte sich die britische Regierung auf Betreiben von Winston Churchill eine Mehrheit von knapp über 50 Prozent, um die Ölversorgung der Royal Navy zu garantieren. 1935 wurde das Unternehmen in Anglo-Iranian Oil Company umbenannt, 1954 – nach der Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie – in British Petroleum.

Ab 1979 reduzierte der Staat unter Margaret Thatcher seinen Anteil schrittweise und trennte sich 1987 vollständig davon. Es folgten 1998 die Fusion mit Amoco, 2000 die Übernahmen von ARCO und Burmah Castrol, 2001 der neue Name BP p.l.c. und 2002 der Kauf der Veba Oel mit der Marke Aral. Die Explosion der Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010 mit elf Toten kostete Milliarden und prägt das Image bis heute. 2022 kündigte BP den Ausstieg aus seiner Rosneft-Beteiligung von 19,75 Prozent an.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört BP? Aktionärsstruktur, Kennzahlen und Meilensteine des Ölkonzerns 2026
Wem gehört BP? Eigentümer und Struktur 2026 2

BP p.l.c. ist eine Public Limited Company nach britischem Recht; die Aktien notieren in London im FTSE 100 und in New York als American Depositary Shares. Einen kontrollierenden Aktionär gibt es nicht: Kein Staat, keine Familie und kein Industriekonzern hält mehr als zehn Prozent. Die Anteile verteilen sich auf Fondsgesellschaften, Pensionskassen, Versicherer, Staatsfonds und zahlreiche Privatanleger.

Größter Einzelaktionär ist laut LSEG-Daten vom April 2025 BlackRock mit rund 9,2 Prozent, überwiegend über Indexfonds für Kunden gehalten. Die Vanguard Group kommt auf rund 4,95 Prozent. Dazwischen hat sich der aktivistische Hedgefonds Elliott geschoben: Am 22. April 2025 überschritt er mit 5,006 Prozent der Stimmrechte die britische Meldeschwelle; die Position wird zu großen Teilen über Aktienswaps gehalten.

Elliott hat die Machtverhältnisse verändert, obwohl der Fonds nur einen Bruchteil des Kapitals kontrolliert: Er drängte auf Kostensenkungen, Verkäufe und die Konzentration auf Öl und Gas und unterstützte die Berufung von Albert Manifold zum Verwaltungsratschef. Die übrigen rund 80 Prozent bilden den Streubesitz. Wem gehört BP also? Dem Kapitalmarkt – nicht einem einzelnen Eigentümer.

Führung und Strategiewende 2025

Am 26. Februar 2025 vollzog CEO Murray Auchincloss unter dem Titel „Reset“ eine Kehrtwende gegenüber der grünen Strategie seines Vorgängers Bernard Looney: Rund 10 Milliarden US-Dollar sollen jährlich in Öl und Gas fließen, die Ausgaben für kohlenstoffarme Energien wurden auf 1,5 bis 2 Milliarden US-Dollar gekürzt. Bis 2027 will BP Vermögenswerte für 20 Milliarden US-Dollar verkaufen und die Nettoverschuldung auf 14 bis 18 Milliarden US-Dollar senken.

Parallel kam es zum Umbruch an der Spitze. Chairman Helge Lund, seit 2019 im Amt, kündigte im April 2025 nach fast 25 Prozent Gegenstimmen auf der Hauptversammlung seinen Rückzug an; Albert Manifold, zuvor zehn Jahre Chef des Baustoffkonzerns CRH, übernahm am 1. Oktober 2025. Im Dezember 2025 trat Auchincloss überraschend ab. Carol Howle führte BP übergangsweise, bis Meg O’Neill – zuvor Chefin des australischen Gasproduzenten Woodside Energy – am 1. April 2026 übernahm.

Geschäftszahlen und Marktposition

2025 erzielte BP Gesamterlöse von rund 192,5 Milliarden US-Dollar, ein Prozent weniger als 2024 (194,6 Milliarden). Der bereinigte Gewinn sank wegen niedrigerer Ölpreise von 8,9 auf 7,5 Milliarden US-Dollar; unter dem Strich blieben nach Sonderposten nur 55 Millionen US-Dollar (2024: 381 Millionen). Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 22,2 Milliarden US-Dollar.

Die Dividende je Aktie stieg auf 32,96 US-Cent, das Aktienrückkaufprogramm wurde Anfang 2026 jedoch ausgesetzt. Ende 2025 beschäftigte BP rund 93.700 Menschen, nachdem im Januar 2025 der Abbau von 4.700 Stellen angekündigt worden war. Mit einem Börsenwert von rund 76 Milliarden US-Dollar im Frühjahr 2025 ist BP deutlich kleiner als ExxonMobil, Chevron oder Shell – ein Grund, warum der Konzern als Übernahmekandidat gilt.

Marken und Geschäftsfelder

BP ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv: Förderung unter anderem im Golf von Mexiko, in der Nordsee und in Aserbaidschan, dazu Raffinerien, Energiehandel und ein weltweites Tankstellennetz. In Deutschland betreibt die BP Europa SE mit Sitz in Hamburg unter der Marke Aral das größte Tankstellennetz des Landes sowie die Raffinerien in Gelsenkirchen und Lingen.

Die Schmierstoffmarke Castrol gehört seit Dezember 2025 nur noch zu 35 Prozent zu BP: Der Konzern vereinbarte den Verkauf von 65 Prozent an den US-Investor Stonepeak bei einem Unternehmenswert von rund 10 Milliarden US-Dollar und einem erwarteten Nettoerlös von etwa 6 Milliarden US-Dollar.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Im Juni 2025 sorgten Berichte über Fusionssondierungen von Shell für Aufsehen. Am 26. Juni 2025 erklärte Shell offiziell, „keine Absicht“ zu haben, ein Angebot für BP abzugeben, und war damit nach britischem Übernahmerecht sechs Monate an ein Gebot gehindert. Nach dem Rückzug von Auchincloss flammten die Spekulationen erneut auf, ein Angebot gab es bis September 2026 nicht.

Am 26. Mai 2026 setzte das Board Chairman Albert Manifold nach rund acht Monaten ab und begründete dies mit „ernsthaften Bedenken“ hinsichtlich Governance, Aufsicht und Verhalten; Details wurden nicht genannt. Die Aktie verlor über vier Prozent. Ian Tyler, früherer Chef des Baukonzerns Balfour Beatty, übernahm zunächst kommissarisch und wurde Anfang September 2026 offiziell zum Chairman ernannt. Unter O’Neill und Tyler muss BP nun das Kostensenkungsziel von 5,5 bis 6,5 Milliarden US-Dollar bis Ende 2027 erreichen.

FAQ

Wem gehört BP? BP befindet sich im Streubesitz. Die größten Aktionäre sind BlackRock (rund 9,2 Prozent), Elliott (rund 5,0 Prozent) und Vanguard (rund 4,95 Prozent).

Ist der britische Staat noch an BP beteiligt? Nein. Die Regierung hielt ab 1914 die Mehrheit, verkaufte ihre Anteile aber zwischen 1979 und 1987 vollständig.

Wer führt BP im Jahr 2026? Seit dem 1. April 2026 ist Meg O’Neill Vorstandsvorsitzende. Chairman ist seit September 2026 Ian Tyler, der den im Mai 2026 abgesetzten Albert Manifold ablöste.

Welche Rolle spielt Elliott bei BP? Der Hedgefonds hält seit April 2025 gut fünf Prozent und drängt auf Kostensenkungen, Verkäufe und die Konzentration auf Öl und Gas.

Übernimmt Shell BP? Shell erklärte am 26. Juni 2025 offiziell, kein Angebot abgeben zu wollen. Bis September 2026 gab es kein Gebot.

Gehört Aral noch zu BP? Ja. Aral ist seit 2002 die deutsche Tankstellenmarke von BP und wird über die BP Europa SE in Hamburg geführt. An Castrol hält BP dagegen nur noch 35 Prozent.

Fazit

Die Frage „Wem gehört BP?“ lässt sich 2026 eindeutig beantworten: den Aktionären am Kapitalmarkt, allen voran BlackRock, Vanguard und dem aktivistischen Investor Elliott. Ein Mehrheitseigentümer existiert nicht, der britische Staat ist seit 1987 nicht mehr beteiligt. Diese breite Streuung macht BP anfällig für Druck von Hedgefonds und für Übernahmespekulationen. Strategiewende, Castrol-Verkauf und der doppelte Führungswechsel mit Meg O’Neill und Ian Tyler zeigen, dass der Konzern seine Zukunft wieder im klassischen Öl- und Gasgeschäft sucht.