BASF gehört keinem Großaktionär, keiner Familie und keinem Staat, sondern rund 850.000 Aktionärinnen und Aktionären: Die BASF SE mit Sitz in Ludwigshafen befindet sich vollständig im Streubesitz (Stand Juni 2026, BASF-Investor-Relations). Etwa 58 Prozent der Aktien liegen bei institutionellen Investoren, rund 42 Prozent bei Privatanlegern, fast ausschließlich aus Deutschland. Größter Einzelaktionär ist BlackRock mit zuletzt 5,75 Prozent der Stimmrechte (Juli 2025). Der DAX-Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 59,7 Milliarden Euro und beschäftigte zum Jahresende 108.251 Menschen.
Key Takeaways
- BASF ist eine reine Publikumsgesellschaft mit rund 850.000 Aktionären und ohne beherrschenden Eigentümer (Stand Juni 2026).
- Rund 58 Prozent der Aktien halten institutionelle Anleger, rund 42 Prozent Privatanleger – einer der höchsten Privatanlegeranteile im DAX 40.
- BlackRock meldete am 1. Juli 2025 5,75 Prozent der Stimmrechte und ist damit größter Einzelaktionär.
- Vorstandsvorsitzender ist seit April 2024 Markus Kamieth („Winning Ways“-Strategie).
- 2025 sank der Umsatz auf 59,7 Milliarden Euro (2024: 61,4 Milliarden Euro), das Ergebnis nach Steuern stieg auf 1,6 Milliarden Euro.
- Am 30. Juni 2026 wurde der Verkauf von 60 Prozent des Lackgeschäfts an Carlyle vollzogen; BASF hält 40 Prozent an der neuen Gesellschaft Surventis.
- Die Agrarsparte Agricultural Solutions soll bis Mitte 2027 in Frankfurt an die Börse, BASF will die Mehrheit behalten.
| Unternehmen | BASF SE |
|---|---|
| Gegründet | 6. April 1865 in Mannheim als Badische Anilin- & Soda-Fabrik (Friedrich Engelhorn); Neugründung als BASF AG 1952 |
| Sitz | Ludwigshafen am Rhein |
| Eigentümer | 100 Prozent Streubesitz; ca. 58 Prozent institutionelle, ca. 42 Prozent private Anleger; größter Einzelaktionär BlackRock (5,75 Prozent, Juli 2025) |
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft (SE) seit 14. Januar 2008; DAX-40-notiert |
| Führung | Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender seit April 2024 |
| Umsatz | 59,7 Milliarden Euro (2025) |
| Mitarbeiter | 108.251 (31. Dezember 2025), davon 48.955 in Deutschland |
| Vermögensbasis der Eigentümer | Breit gestreutes Aktienkapital bei Fondsgesellschaften, Pensionsfonds, Staatsfonds und Privatanlegern; keine Eigentümerfamilie |
Geschichte und Herkunft
Die BASF wurde am 6. April 1865 von Friedrich Engelhorn in Mannheim als Badische Anilin- & Soda-Fabrik gegründet und siedelte sich kurz darauf in Ludwigshafen an. 1925 ging das Unternehmen in der IG Farben auf, die nach dem Zweiten Weltkrieg zerschlagen wurde; am 30. Januar 1952 erfolgte die Neugründung als BASF Aktiengesellschaft, wie die deutsche Wikipedia dokumentiert. Am 14. Januar 2008 wurde die BASF AG in eine Europäische Gesellschaft (SE) umgewandelt; der Konzern zählt zu den Gründungsmitgliedern des DAX.
Eigentümerstruktur im Detail
Laut der Aktionärsanalyse von BASF zum Ende Juni 2026 hat der Konzern rund 850.000 Aktionärinnen und Aktionäre; die früher verbreitete Angabe von „über 600.000“ ist überholt. Institutionelle Investoren halten etwa 58 Prozent des Kapitals, Privatanleger rund 42 Prozent – ein im DAX ungewöhnlich hoher Wert. Die privaten Anleger sitzen fast ausschließlich in Deutschland.
Bei den institutionellen Anlegern dominieren Nordamerikaner: Rund 25 Prozent der Aktien halten Investoren aus den USA und Kanada, 7 Prozent aus Großbritannien und Irland, 8 Prozent aus dem übrigen Europa und nur 4 Prozent deutsche Institutionelle (BASF-Investor-Relations, Juni 2026). Zusammen mit den Privatanlegern liegt knapp die Hälfte der Aktien in deutscher Hand.
Beherrschende Aktionäre gibt es nicht. Nach den von BASF veröffentlichten Stimmrechtsmitteilungen ist BlackRock Inc. der größte Einzelaktionär: Am 1. Juli 2025 meldete der Vermögensverwalter 5,75 Prozent der Stimmrechte aus Aktien (6,03 Prozent inklusive Finanzinstrumenten); die in älteren Darstellungen genannten 5,15 Prozent sind überholt. Die Capital Group meldete im April 2026 3,06 Prozent, alle übrigen Beteiligungen liegen unter der Meldeschwelle von 3 Prozent.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
BASF produziert an Verbundstandorten wie Ludwigshafen, Antwerpen und seit 2025 Zhanjiang in China Grund- und Spezialchemikalien, Kunststoffe, Katalysatoren und Pflanzenschutzmittel. Der Konzern unterscheidet zwischen den Kerngeschäften Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care sowie den eigenständig geführten Bereichen Surface Technologies und Agricultural Solutions.
Im Geschäftsjahr 2025 sank der Umsatz laut BASF-Bericht auf 59,7 Milliarden Euro nach 61,4 Milliarden Euro 2024. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging auf 6,6 Milliarden Euro zurück (2024: 7,2 Milliarden Euro), das Ergebnis nach Steuern stieg auf 1,6 Milliarden Euro (2024: 1,3 Milliarden Euro). Der früher genannte Umsatz von 68,9 Milliarden Euro für 2023 ist damit überholt. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte die BASF-Gruppe 108.251 Mitarbeitende (Ende 2024: 111.822), davon 48.955 in Deutschland. Die Dividende für 2025 blieb bei 2,25 Euro je Aktie.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Seit April 2024 führt Markus Kamieth den Konzern als Nachfolger von Martin Brudermüller. Der 1970 geborene Chemiker ist seit 1999 bei BASF und seit 2017 im Vorstand. Unter dem Titel „Winning Ways“ verfolgt er Komplexitätsabbau, Konzentration auf das Kerngeschäft und mehr Eigenständigkeit für einzelne Sparten. Im September 2024 gab BASF das Öl- und Gasgeschäft von Wintershall Dea an Harbour Energy ab und hält seither 39,59 Prozent an dem britischen Förderunternehmen.
Der größte Umbauschritt betrifft das Lackgeschäft. Im Oktober 2025 vereinbarte BASF mit dem Finanzinvestor Carlyle den Verkauf von 60 Prozent der Sparte Coatings zu einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro. Die Transaktion wurde am 30. Juni 2026 vollzogen, BASF erhielt rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern und hält 40 Prozent an der neuen Gesellschaft Surventis. Am 1. Oktober 2025 war bereits das brasilianische Dekorfarbengeschäft für 1,15 Milliarden US-Dollar an Sherwin-Williams gegangen.
Als nächster Schritt ist der Börsengang der Agrarsparte Agricultural Solutions vorgesehen: Laut Hauptversammlungsrede von Markus Kamieth vom 30. April 2026 soll das Geschäft bis Mitte 2027 in Frankfurt notiert werden, BASF will Mehrheitsaktionärin bleiben. Ende Juli 2026 meldete BASF, getrieben vom Buchgewinn aus dem Coatings-Verkauf, einen Quartalsnettogewinn von gut 4,1 Milliarden Euro und hob die EBITDA-Prognose für 2026 auf 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an. Zugleich baute der Konzern seit Januar 2024 weltweit rund 7.000 Stellen ab; in Ludwigshafen sank die Beschäftigtenzahl erstmals seit 1954 unter 30.000. Bis 2028 will BASF mindestens 12 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe ausschütten.
Vermögensbasis der Eigentümer
Anders als bei vielen deutschen Industriekonzernen steht hinter BASF keine Eigentümerfamilie. Die Nachfahren des Gründers Friedrich Engelhorn spielen in der Aktionärsstruktur keine Rolle, der Staat ist nicht beteiligt. Die Vermögensbasis der Eigentümer ist die eines Streubesitzkonzerns: Portfolios internationaler Fondsgesellschaften wie BlackRock oder Capital Group, Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen und Hunderttausende Privatdepots. Vorstand und Aufsichtsrat halten nur geringe Aktienbestände. Offizielle Angaben zum Privatvermögen einzelner Manager oder Anleger existieren nicht, und uamr.de nennt zu Privatpersonen grundsätzlich keine Beträge.
FAQ
Wer ist der größte Aktionär von BASF?
Der größte bekannte Einzelaktionär ist BlackRock mit 5,75 Prozent der Stimmrechte aus Aktien laut Meldung vom 1. Juli 2025.
Gehört BASF einer Familie oder dem Staat?
Nein. BASF befindet sich vollständig im Streubesitz; weder die Gründerfamilie Engelhorn noch die öffentliche Hand halten nennenswerte Anteile.
Wie viele Aktionäre hat BASF?
Nach der Aktionärsanalyse zum Ende Juni 2026 rund 850.000; etwa 42 Prozent der Aktien liegen bei Privatanlegern, fast alle in Deutschland.
Was passiert mit Lackgeschäft und Agrarsparte?
60 Prozent des Lackgeschäfts gingen am 30. Juni 2026 an Carlyle, BASF hält 40 Prozent an Surventis. Agricultural Solutions soll bis Mitte 2027 an die Börse, BASF behält die Mehrheit.
Wie groß ist BASF heute?
2025 lag der Umsatz bei 59,7 Milliarden Euro, das Ergebnis nach Steuern bei 1,6 Milliarden Euro; Ende 2025 beschäftigte der Konzern 108.251 Menschen.
Fazit
BASF gehört im Wortsinn der Öffentlichkeit: Rund 850.000 Aktionäre, darunter ein für den DAX ungewöhnlich hoher Anteil deutscher Privatanleger, teilen sich das Kapital, während BlackRock als einziger Aktionär über der 5-Prozent-Schwelle liegt. Unter Markus Kamieth verändert sich allerdings, was diese Eigentümer besitzen: Mit dem Verkauf von Wintershall Dea, dem Coatings-Deal mit Carlyle und dem geplanten Börsengang der Agrarsparte wird BASF zu einem kleineren, fokussierten Chemiekonzern, dessen Wert sich an der Umsetzung von „Winning Ways“ messen lassen muss.
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