Wem gehört der AC Mailand? Eigentümer und Struktur

Wem gehört AC Milan

Der AC Mailand gehört seit dem Sommer 2022 dem US-Investmentunternehmen RedBird Capital Partners, das von Gerry Cardinale gegründet und geführt wird. RedBird übernahm den siebenfachen Champions-League-Sieger vom Hedgefonds Elliott Management zu einem Unternehmenswert von rund 1,2 Milliarden Euro und hält seither 99,93 Prozent der Anteile. Ende Januar 2026 löste RedBird das Verkäuferdarlehen von Elliott vollständig ab, sodass der frühere Eigentümer seither weder als Gläubiger noch im Verwaltungsrat vertreten ist. Nach der enttäuschenden Saison 2025/26 wurde die Führung des Klubs im Sommer 2026 umfassend umgebaut.

Key Takeaways

  • RedBird Capital Partners (Gründer: Gerry Cardinale) ist seit dem 31. August 2022 Eigentümer des AC Mailand und hält 99,93 Prozent der Anteile.
  • Der Unternehmenswert der Übernahme lag bei rund 1,2 Milliarden Euro; Elliott finanzierte einen großen Teil über ein Verkäuferdarlehen von bis zu 600 Millionen Euro.
  • Im Dezember 2024 wurde das Darlehen auf 489 Millionen Euro reduziert, im Januar 2026 vollständig durch Kreditlinien von Comvest Credit Partners abgelöst.
  • Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte der Klub Rekordumsätze von 494,5 Millionen Euro und den dritten Jahresgewinn in Folge.
  • Am 5. November 2025 kauften Milan und Inter das Stadion San Siro für 197 Millionen Euro von der Stadt; ein Neubau mit 71.500 Plätzen ist geplant.
  • Nach Platz fünf in der Serie A 2025/26 trennte sich der Klub von CEO Giorgio Furlani und Trainer Massimiliano Allegri; neuer CEO ist Massimo Calvelli, neuer Trainer Rúben Amorim.
NameAssociazione Calcio Milan S.p.A. (AC Mailand)
Gegründet1899 in Mailand (als Milan Foot-Ball and Cricket Club)
SitzMailand, Lombardei, Italien
BrancheProfifußball, Sport und Unterhaltung
EigentümerRedBird Capital Partners (99,93 %), Minderheitsinvestor Yankee Global Enterprises; 0,07 % Kleinaktionäre
FührungPräsident Paolo Scaroni; CEO Massimo Calvelli (seit Juni 2026); Trainer Rúben Amorim (seit Juni 2026)
Umsatz / MitarbeiterUmsatz 494,5 Mio. Euro, Nettogewinn 3 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2024/25); Mitarbeiterzahl nicht veröffentlicht

Von Berlusconi über China zum Hedgefonds: die Eigentümergeschichte

Der AC Mailand wurde 1899 vom Engländer Herbert Kilpin und Mitstreitern gegründet. Die prägendste Eigentümerära begann 1986, als der Medienunternehmer Silvio Berlusconi den Klub über seine Holding Fininvest übernahm. In den folgenden drei Jahrzehnten gewann Milan 29 Titel, darunter fünf Landesmeister- beziehungsweise Champions-League-Pokale.

2017 verkaufte Fininvest den Klub an ein chinesisches Konsortium um den Geschäftsmann Li Yonghong. Der Gesamtwert lag bei rund 740 Millionen Euro inklusive Schulden. Um den Kauf zu stemmen, lieh sich Lis Übernahmegesellschaft Rossoneri Sport Investment rund 303 Millionen Euro beim US-Hedgefonds Elliott Management. Als die Gesellschaft im Juli 2018 eine fällige Rückzahlung nicht leistete, übernahm Elliott als Pfandgläubiger die Kontrolle, sanierte den Klub und führte ihn 2022 zur ersten Meisterschaft seit elf Jahren.

Die Übernahme durch RedBird 2022 im Detail

Am 1. Juni 2022 gab Elliott die Einigung mit RedBird bekannt, der Abschluss folgte am 31. August 2022 zu einem Unternehmenswert von rund 1,2 Milliarden Euro. RedBird brachte nur einen Teil des Preises als Eigenkapital ein, den Rest finanzierte Elliott über ein Verkäuferdarlehen von bis zu 600 Millionen Euro und behielt dafür das Recht, zwei Verwaltungsratsmitglieder zu entsenden. Als Minderheitsinvestor stieg Yankee Global Enterprises ein.

Die Konstruktion beschäftigte auch die Justiz: Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts, Elliott habe nach dem Verkauf weiter Einfluss ausgeübt, und ließ im März 2024 die Klubzentrale durchsuchen. Im März 2026 beantragten die Ermittler die Einstellung des Verfahrens ohne strafrechtliche Vorwürfe. Dabei wurde bekannt, dass Elliott sich beim Verkauf eine warrantähnliche Beteiligung von rund fünf Prozent gesichert hatte.

Das Darlehen wurde in zwei Schritten abgebaut: Im Dezember 2024 schoss RedBird 170 Millionen Euro nach, das Restvolumen sank auf 489 Millionen Euro mit Laufzeit bis Juli 2028. Am 30. Januar 2026 löste RedBird den Kredit vollständig durch neue Kreditlinien ab, arrangiert von Comvest Credit Partners. Die Elliott-Vertreter Gordon Singer und Dominic Mitchell verließen den Verwaltungsrat.

Geschäftsmodell und Zahlen: Rekordumsatz, kleiner Gewinn

Laut dem im November 2025 veröffentlichten Abschluss 2024/25 stiegen die Konzernumsätze um rund zehn Prozent auf 494,5 Millionen Euro, der Nettogewinn betrug 3 Millionen Euro nach 4,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die Sponsoring-Erlöse erreichten mit 91,1 Millionen Euro einen Höchstwert; die Nettofinanzverschuldung stieg auf 92,6 Millionen Euro.

Inter kam 2024/25 auf 567 Millionen Euro Umsatz, Juventus auf 529 Millionen Euro. In der Deloitte Football Money League 2026, die Transfererlöse nicht mitzählt, rangiert Milan mit 410,4 Millionen Euro auf Platz 15. Der Spielerhandel ist ein Kernbestandteil des Modells: Im Sommer 2025 wechselte etwa Tijjani Reijnders für rund 55 Millionen Euro zu Manchester City, verpflichtet wurde unter anderem Christopher Nkunku für 37 Millionen Euro.

San Siro: Stadionkauf mit Inter und Neubaupläne

Am 5. November 2025 unterzeichneten Milan und Inter den Kaufvertrag für das Giuseppe-Meazza-Stadion samt Umfeld. Die Stadt Mailand erhält 197 Millionen Euro, rund 73 Millionen Euro davon als erste Rate. Geplant ist ein Neubau mit 71.500 Plätzen nach Entwürfen von Foster + Partners und Manica, Zieltermin ist die Europameisterschaft 2032. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob das Vergabeverfahren regulär ablief.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026: Umbruch nach verpasster Champions League

Die Saison 2025/26 endete unter Trainer Massimiliano Allegri mit Platz fünf und 70 Punkten; die Champions-League-Qualifikation wurde am letzten Spieltag durch eine Heimniederlage gegen Cagliari um einen Punkt verpasst. RedBird sprach von einem „eindeutigen Scheitern“ und trennte sich am 25. Mai 2026 von Allegri, CEO Giorgio Furlani, Sportdirektor Igli Tare und Technischem Direktor Geoffrey Moncada. Am 16. Juni 2026 wurde Rúben Amorim, zuvor bei Manchester United, als Trainer vorgestellt, am 26. Juni folgte Massimo Calvelli als CEO. Der frühere Chef der Tennisorganisation ATP kommt aus dem RedBird-Netzwerk. Präsident Paolo Scaroni blieb im Amt.

Die Menschen hinter dem AC Mailand

Gerry Cardinale gründete RedBird 2014, nachdem er von 1992 bis 2012 bei Goldman Sachs tätig war und dort 2001 gemeinsam mit den Yankees den Sender YES Network aufgebaut hatte. RedBird besitzt seit 2020 auch den FC Toulouse und ist an der Fenway Sports Group (FC Liverpool) beteiligt. Paolo Scaroni, seit 2018 Präsident, war zuvor Vorstandschef der Energiekonzerne Enel und Eni. Im April 2024 erklärte Cardinale, er habe „keine Absicht, Milan zu verkaufen“; einen Bericht über den Verkauf eines 22-Prozent-Pakets nannte RedBird „eine komplette Erfindung“.

FAQ

Wem gehört der AC Mailand aktuell? RedBird Capital Partners um Gerry Cardinale hält seit August 2022 rund 99,93 Prozent der Anteile; Yankee Global Enterprises ist Minderheitsinvestor.

Wie viel hat RedBird für den AC Mailand bezahlt? Die Übernahme wurde mit einem Unternehmenswert von rund 1,2 Milliarden Euro bewertet, ein großer Teil davon über ein Verkäuferdarlehen von Elliott finanziert.

Ist Elliott noch am AC Mailand beteiligt? Nein. Seit der Refinanzierung im Januar 2026 hat Elliott weder Kreditforderungen noch Sitze im Verwaltungsrat.

Wer führt den Klub operativ? Präsident ist Paolo Scaroni, CEO seit Juni 2026 Massimo Calvelli. Trainer der ersten Mannschaft ist seit Juni 2026 Rúben Amorim.

Gehört das San Siro dem AC Mailand? Ja, seit November 2025 gemeinsam mit Inter Mailand, das Stadion wurde für 197 Millionen Euro von der Stadt erworben.

Steht der AC Mailand zum Verkauf? RedBird hat Verkaufsgerüchte wiederholt dementiert. Gerry Cardinale erklärte, er wolle langfristig in Mailand bleiben.

Fazit

Der AC Mailand ist heute ein von US-Kapital geführter Fußballkonzern: RedBird hat den von Elliott sanierten Klub übernommen, die Verkäuferschulden abgelöst und drei Jahre in Folge Gewinne ausgewiesen. Mit dem Kauf des San Siro und dem geplanten Neubau will Cardinale die Erlösbasis ausbauen. Sportlich bleibt die Rückkehr in die Champions League die größte Baustelle, an der die neue Führung um Calvelli und Amorim gemessen wird.