Farah Pahlavi, geborene Farah Diba, war von 1959 bis 1979 die Ehefrau des iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi und ab 1967 als Schahbanu die einzige gekrönte Kaiserin in der Geschichte Irans. Nach der Islamischen Revolution lebt sie seit Januar 1979 im Exil, heute abwechselnd in Paris und in der Nähe von Washington. Stand September 2026 ist die 87-Jährige weiterhin öffentlich präsent: Im Januar 2026 äußerte sie sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zu den Protesten in Iran, und ihre Website dokumentiert bis in den Sommer 2026 regelmäßige Auftritte und Botschaften. Dieser Artikel zeichnet ihre Biographie nach – von der Architekturstudentin in Paris über die Kulturpolitikerin auf dem Pfauenthron bis zur Exilantin – und beschreibt, woraus ihre wirtschaftliche Basis besteht, ohne Spekulationen über Vermögenswerte.
Key Takeaways
- Farah Diba wurde am 14. Oktober 1938 in Teheran geboren, studierte ab 1957 Architektur an der École Spéciale d’Architecture in Paris und heiratete am 21. Dezember 1959 Schah Mohammad Reza Pahlavi.
- Am 26. Oktober 1967 wurde sie zur Kaiserin (Schahbanu) gekrönt und formal zur Regentin für den Fall der Verhinderung des Schahs bestimmt – ein Novum in der iranischen Monarchie.
- Als Kaiserin stand sie hinter zahlreichen Kultur- und Sozialprojekten, darunter das Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst, das Schiras-Kunstfestival (1967–1977) und Einrichtungen für Krebs-, Lepra- und Waisenhilfe.
- Am 16. Januar 1979 verließ sie mit dem Schah Iran; nach Stationen in Ägypten, Marokko, den Bahamas, Mexiko, den USA und Panama starb der Schah im Juli 1980 in Kairo.
- Nach 1980 lebte sie in den USA (Williamstown, Greenwich, Potomac) und Paris; 2003/2004 erschienen ihre Memoiren „An Enduring Love“ beziehungsweise „Erinnerungen“.
- Der Besitz der Pahlavi-Familie in Iran wurde nach der Revolution konfisziert; die frühere Pahlavi-Stiftung ging in der Mostazafan-Stiftung auf.
- Belastbare Zahlen zu ihrem heutigen Vermögen existieren nicht; uamr.de nennt keine Beträge.
Steckbrief: Farah Pahlavi
| Name | Farah Pahlavi, geborene Farah Diba (persisch Farah Diba Pahlavi) |
| Geboren | 14. Oktober 1938 in Teheran (laut deutscher und englischer Wikipedia sowie eigener Website) |
| Titel | Schahbanu (Kaiserin) von Iran 1967–1979, zuvor Königin |
| Ausbildung | Architekturstudium, École Spéciale d’Architecture, Paris (ab 1957) |
| Aktiv seit | 1959 (Heirat), öffentliche Ämter ab 1961 |
| Bekannt für | Krönung 1967, Kultur- und Sozialpolitik, Exil seit 1979, Memoiren, Stimme der monarchistischen Exil-Opposition |
| Wohnsitz | Paris und Potomac (Maryland, USA) |
| Einnahmequellen | Buchhonorare, Einkünfte aus im Exil verbliebenem Familienbesitz, Unterstützung durch die Familie; keine öffentlichen Angaben |
Herkunft und Ausbildung: Von Teheran nach Paris
Farah Diba wurde am 14. Oktober 1938 in Teheran geboren. Ihre Familie war aserbaidschanischer Herkunft; der Großvater diente laut deutscher Wikipedia als persischer Botschafter im Russischen Reich und in den Niederlanden, der Vater Sohrab Diba hatte in Frankreich Rechts- und Militärwissenschaften studiert und starb 1948. Farah besuchte in Teheran zunächst die italienische Schule, dann die französische Jeanne-d’Arc-Schule und legte am Razi-Gymnasium das Abitur ab. 1957 ging sie nach Paris und schrieb sich an der École Spéciale d’Architecture ein – für eine Iranerin ihrer Generation ein ungewöhnlicher Schritt.
Im Frühjahr 1959 lernte sie während eines Staatsbesuchs des Schahs in Paris Mohammad Reza Pahlavi kennen. Nach mehreren Einladungen nach Teheran wurde die Verlobung am 21. November 1959 bekannt gegeben, die Hochzeit fand am 21. Dezember 1959 statt. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Reza (1960), Farahnaz (1963), Ali Reza (1966) und Leila (1970).
Kaiserin von Iran: Krönung und Kulturpolitik
Die Krönung von 1967
Am 26. Oktober 1967, dem 48. Geburtstag des Schahs, wurde Farah in Teheran zur Kaiserin gekrönt und erhielt den Titel Schahbanu. Mit der Krönung verbunden war laut Wikipedia die verfassungsrechtliche Stellung als Regentin (Nayeb-al-Saltaneh): Im Falle des Todes des Schahs vor Volljährigkeit des Kronprinzen hätte sie die Staatsgeschäfte geführt. In der über zweieinhalbtausendjährigen iranischen Monarchiegeschichte hatte zuvor keine Frau diese Position innegehabt. Ebenfalls 1967 trat ein neues Familiengesetz in Kraft, das Frauen unter anderem das Recht auf Scheidungsklage und das Sorgerecht einräumte; Farah war an seiner Vorbereitung beteiligt.
Museen, Festivals, Sozialwerke
Ihr Wirkungsfeld als Kaiserin lag in Kultur, Bildung und Sozialem. Laut englischer Wikipedia übernahm sie die Schirmherrschaft über 24 Bildungs-, Gesundheits- und Kulturorganisationen und beschäftigte ein Büro mit rund 40 Mitarbeitern, das Hilfsgesuche bearbeitete. Zu den von ihr gegründeten oder geförderten Einrichtungen zählen laut deutscher Wikipedia das Lepradorf Behkadeh Raji (1961), die Nationale Gesellschaft zum Kampf gegen Krebs (1963), Waisenhäuser für rund 10.000 Kinder, die Reza-Pahlavi-Blindenschule (1965) und die Farah-Pahlavi-Universität (1975), die als einzige Hochschule des Landes ausschließlich Frauen aufnahm.
International bekannt wurde ihre Kulturpolitik. 1967 rief sie das Schiras-Kunstfestival ins Leben, das bis 1977 als Bühne für zeitgenössische Musik, Theater und Tanz aus Ost und West diente. Sie stand hinter dem Bau der Rudaki-Halle (1968), des Stadttheaters Teheran (1973) und mehrerer Museen – darunter das Teppichmuseum, das Glas- und Keramikmuseum und das 1977 eröffnete Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst. Für dieses ließ sie eine Sammlung westlicher Moderne mit Werken von Picasso, Monet und Pollock zusammentragen, die bis heute im Besitz des Museums ist und als eine der bedeutendsten außerhalb Europas und Nordamerikas gilt. 1968 kürte die Washington Post sie zur „Woman of the Year“.
Revolution und Exil: Die Odyssee von 1979/80
1978 geriet die Monarchie unter Druck: Der Brandanschlag auf das Kino Rex in Abadan im August, der „Schwarze Freitag“ auf dem Jaleh-Platz im September und landesweite Streiks führten in die Revolution. Am 16. Januar 1979 verließen der Schah und Farah Teheran. Es folgte eine Odyssee, die die deutsche Wikipedia detailliert dokumentiert: Ägypten, Marokko, die Bahamas, Cuernavaca in Mexiko, im Oktober 1979 die USA zur Krebsbehandlung des Schahs, nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im November ein Militärkrankenhaus in Texas, dann Panama und im März 1980 erneut Ägypten. Am 27. Juli 1980 starb der Schah in Kairo. Farah führte anschließend bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Reza im Oktober 1980 formal die Regentschaft der Exil-Monarchie.
In Iran wurde der Besitz der Herrscherfamilie nach der Revolution eingezogen. Die frühere Pahlavi-Stiftung wurde laut englischer Wikipedia umbenannt und in die per Dekret Ajatollah Chomeinis am 21. Februar 1980 gegründete Mostazafan-Stiftung („Stiftung der Entrechteten“) überführt, die bis heute einer der größten Wirtschaftskonzerne des Landes ist. Zu den Details der konfiszierten Vermögenswerte und zu einem möglichen im Ausland verbliebenen Familienvermögen existieren keine offiziellen, überprüfbaren Angaben; entsprechende Schätzungen in Medien und auf Websites stammen aus nicht nachvollziehbaren Quellen. uamr.de nennt deshalb keine Zahlen.
Leben nach 1980: USA, Paris, Memoiren
Nach dem Tod des Schahs ließ sich Farah Pahlavi laut englischer Wikipedia zunächst in Williamstown (Massachusetts) nieder, zog später nach Greenwich (Connecticut) und nach 2001 nach Potomac (Maryland) bei Washington. Seither teilt sie ihre Zeit zwischen der US-Hauptstadt und Paris und reist jährlich zum Mausoleum des Schahs in Kairo. 2003 erschien ihre Autobiographie „An Enduring Love: My Life with the Shah“, die 2004 unter dem Titel „Erinnerungen“ im Gustav Lübbe Verlag auf Deutsch herauskam. 2009 begleitete die iranisch-schwedische Regisseurin Nahid Persson Sarvestani sie für den Dokumentarfilm „The Queen and I“.
Bis heute gehört sie zum Netzwerk der europäischen Königshäuser und nahm laut Wikipedia unter anderem an den Hochzeiten von Kronprinz Frederik von Dänemark (2004), Prinz Felipe von Spanien (2004) und Fürst Albert II. von Monaco (2011) teil. 2005 erhielt sie den Steiger Award für ihr karitatives Engagement. Politisch hielt sie sich lange zurück, meldete sich aber nach dem Tod von Mahsa Amini 2022 mit Kritik an der Islamischen Republik zu Wort, verurteilte die Hinrichtung von Demonstranten und forderte die FIFA auf, iranischen Frauen den Stadionbesuch zu ermöglichen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Die jüngsten Jahre haben die Rolle der Familie Pahlavi in der iranischen Politik neu belebt. Nach den landesweiten Protesten, die Ende Dezember 2025 begannen, gab Farah Pahlavi der Nachrichtenagentur AFP am 21. Januar 2026 schriftlich ein Interview aus ihrer Pariser Wohnung. Darin sprach sie von einem „neuen Kapitel der Geschichte“, erklärte, es gebe „kein Zurück“, und äußerte den Wunsch, nach Iran zurückzukehren. Ihr Sohn Reza Pahlavi, dessen Name laut ihrer Aussage „bei jeder Demonstration skandiert“ werde, solle die Rolle übernehmen, die das iranische Volk ihm zuweise. Militärische Interventionen befürwortete sie in dem Interview nicht ausdrücklich, rief aber zu internationaler Solidarität auf.
Ende Februar 2026 begannen laut Wikipedia und der Zeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“ US-amerikanische und israelische Militärschläge gegen Iran, bei denen unter anderem Revolutionsführer Ali Chamenei getötet wurde; Reza Pahlavi trat in dieser Phase als Wortführer der monarchistischen Exil-Opposition auf, etwa auf der Münchner Sicherheitskonferenz und der CPAC-Konferenz in den USA. Nach einem befristeten Waffenstillstand blieb die Islamische Republik laut „Blätter“ (Ausgabe September 2026) mit neuer Führung bestehen. Farah Pahlavi selbst trat in dieser Zeit vor allem über ihre Website in Erscheinung: Sie veröffentlichte eine Neujahrsbotschaft zu Nouruz im März 2026, traf im Juli 2026 Angehörige getöteter Demonstranten und gedachte am 26. Juli in Kairo des 46. Todestags des Schahs. Eine Rückkehr nach Iran hat bis September 2026 nicht stattgefunden.
Farah Pahlavi Vermögen: Woher die Einnahmen stammen
Über das Vermögen von Farah Pahlavi gibt es keine belastbaren Angaben. Weder sie noch ihre Familie haben je Zahlen veröffentlicht, und die in Medien und auf Websites kursierenden Schätzungen über ein angebliches Pahlavi-Vermögen im Ausland beruhen auf Vermutungen, die seit 1979 nicht überprüfbar sind. uamr.de nennt deshalb keine Beträge. Beschreiben lässt sich nur, welche Quellen ihre Lebensführung im Exil tragen dürften.
Belegt ist, dass der Familienbesitz in Iran nach der Revolution konfisziert und in staatsnahe Stiftungen überführt wurde. Was die Familie zum Zeitpunkt der Flucht außerhalb Irans besaß, ist Gegenstand jahrzehntelanger, nie abschließend geklärter Debatten – die Islamische Republik erhob Ansprüche, unabhängig verifiziert wurden entsprechende Angaben nie. Nachvollziehbar sind Einnahmen aus ihren Memoiren, die in mehreren Sprachen erschienen, sowie aus dem Dokumentarfilm „The Queen and I“. Ihre Wohnsitze in Paris und Potomac sind öffentlich bekannt, Angaben zu deren Eigentumsverhältnissen liegen nicht vor. Ihre karitativen Aktivitäten, etwa für das UNESCO-Programm „Kinder in Not“, generieren keine Einkünfte.
FAQ
Wo lebt Farah Pahlavi heute? Abwechselnd in Paris und in Potomac bei Washington, D.C. Das AFP-Interview vom Januar 2026 gab sie aus ihrer Pariser Wohnung.
Wie alt ist Farah Pahlavi? Sie wurde am 14. Oktober 1938 in Teheran geboren und ist Stand September 2026 87 Jahre alt.
Warum wird Farah Pahlavi Kaiserin genannt? Sie wurde am 26. Oktober 1967 zur Schahbanu gekrönt – als erste und einzige gekrönte Kaiserin in der Geschichte der iranischen Monarchie.
Was wurde aus dem Vermögen der Pahlavis in Iran? Es wurde nach der Revolution 1979 konfisziert; die frühere Pahlavi-Stiftung ging in der 1980 gegründeten Mostazafan-Stiftung auf. Zu Umfang und Verbleib gibt es keine überprüfbaren Zahlen.
Welche Rolle spielt sie in der iranischen Opposition? Sie ist die Mutter des Exil-Oppositionellen Reza Pahlavi und äußert sich seit 2022 regelmäßig zu den Protesten in Iran, zuletzt im Januar 2026 gegenüber AFP.
Wie hoch ist das Vermögen von Farah Pahlavi? Dazu gibt es keine belegbaren Zahlen. uamr.de nennt keine Beträge.
Fazit
Farah Pahlavi ist eine der letzten lebenden Hauptfiguren der iranischen Monarchie und zugleich eine Gestalterin, deren kulturelle Hinterlassenschaft – Museen, Theater, Festivals – die Revolution überdauert hat. Ihr Leben teilt sich in zwei Hälften: zwei Jahrzehnte als Königin und Kaiserin mit erheblichem Einfluss auf Kultur- und Sozialpolitik, danach fast fünf Jahrzehnte Exil mit persönlichen Verlusten und wachsender politischer Symbolkraft. Die Ereignisse der Jahre 2025 und 2026 haben ihre Stimme wieder hörbar gemacht. Über ihr Vermögen lässt sich seriös nichts sagen, und uamr.de nennt keine Zahlen.