Varta Dividende: Was Aktionäre nach StaRUG, Delisting und Insolvenz wissen müssen

Varta Dividende 2025

Eine Varta-Dividende gibt es nicht und wird es für frühere Aktionäre auch nicht mehr geben. Die Varta AG hat seit ihrem Börsengang 2017 zu keinem Zeitpunkt eine Dividende gezahlt. Im Zuge der Restrukturierung nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) wurde das Grundkapital im März 2025 auf null herabgesetzt, die alten Aktien erloschen entschädigungslos, und die Aktie wurde am 11. März 2025 von der Frankfurter Wertpapierbörse genommen. Im Juli 2026 stellte die sanierte Varta AG zudem einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. Stand: 16. September 2026.

Key Takeaways

  • Varta hat seit dem Börsengang 2017 nie eine Dividende ausgeschüttet; für das Geschäftsjahr 2025 gab es weder eine Hauptversammlung für Streubesitzaktionäre noch eine Ausschüttung.
  • StaRUG-Verfahren: Gläubiger stimmten dem Restrukturierungsplan am 25. November 2024 zu, das Landgericht Stuttgart wies Beschwerden am 21. Januar 2025 zurück, das Bundesverfassungsgericht verwarf eine Verfassungsbeschwerde am 28. Februar 2025 als unzulässig.
  • Am 11. März 2025 wurde die Kapitalherabsetzung auf null wirksam; die Altaktionäre schieden laut Unternehmensmitteilung „kompensationslos“ aus, der Börsenhandel endete am selben Tag.
  • Neue Eigentümer nach der Kapitalerhöhung um 60 Millionen Euro: der bisherige Mehrheitsaktionär Michael Tojner und die Porsche AG; die Schulden sanken von rund 485 auf rund 230 Millionen Euro.
  • Am 24. Juli 2026 beantragten die Varta AG und drei Tochtergesellschaften beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz in Eigenverwaltung; das Geschäft mit Haushaltsbatterien ist ausgenommen.
  • Es gibt keine Nachfolge-Aktie und keine Nachfolge-Dividende; die Varta AG ist nicht mehr börsennotiert.

Dividende im Überblick

UnternehmenVarta AG (nicht mehr börsennotiert)
ISINDE000A0TGJ55 (Aktien am 11. März 2025 erloschen)
Dividende GJ 2025 (Zahlung 2026)keine
Vorjahr (GJ 2024)keine
Hauptversammlung 2026keine öffentliche Hauptversammlung; Gesellschaft im Eigentum von MT InvestCo (Michael Tojner) und Porsche
Zahltagentfällt
Ausschüttungspolitikkeine; seit dem Börsengang 2017 nie eine Dividende gezahlt
QuelleVarta-Mitteilung vom 11. März 2025, LTO, Bundesverfassungsgericht (1 BvR 418/25), Der Aktionär, IWR, Industriemagazin

Dividendenhistorie Varta (2020–2026)

Eine Dividendenhistorie im eigentlichen Sinn existiert nicht. Varta ging im Oktober 2017 an die Börse und behielt in den Boomjahren 2019 bis 2021, als die Aktie zeitweise über 150 Euro kostete, sämtliche Gewinne ein, um die Produktion von Lithium-Ionen-Knopfzellen für kabellose Kopfhörer auszubauen. Ab 2022 folgten Gewinnwarnungen, der Verlust des wichtigsten Kunden Apple am Standort Nördlingen, Verluste und schließlich die Überschuldung. Für kein einziges Geschäftsjahr wurde eine Ausschüttung beschlossen.

GeschäftsjahrDividende je AktieVeränderung
2025keine (Aktien erloschen)–
20240,00 Euro–
20230,00 Euro–
20220,00 Euro–
20210,00 Euro–
20200,00 Euro–

Termine 2026: Hauptversammlung, Ex-Tag, Zahltag

Für ehemalige Streubesitzaktionäre gibt es 2026 keine relevanten Termine mehr. Die maßgeblichen Daten liegen in der Vergangenheit: Am 25. November 2024 nahmen die Gläubigergruppen den Restrukturierungsplan in Stuttgart mit der erforderlichen Mehrheit an, während die Gruppe der Minderheitsaktionäre ihn ablehnte – und überstimmt wurde. Das Landgericht Stuttgart wies die sofortigen Beschwerden gegen die Planbestätigung am 21. Januar 2025 zurück (Aktenzeichen 1 T 12/24). Das Bundesverfassungsgericht nahm die von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) unterstützte Verfassungsbeschwerde am 28. Februar 2025 nicht zur Entscheidung an (1 BvR 418/25), weil die Beschwerdeführer eine Grundrechtsverletzung nicht hinreichend dargelegt hätten. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte für rund 1.000 Anleger Beschwerde eingelegt; laut Der Aktionär galten die Chancen auf eine Entschädigung als gering.

Am 11. März 2025 gab Varta das Wirksamwerden der Kapitalherabsetzung auf null und der gleichzeitigen Kapitalerhöhung bekannt. Die Zulassung der Aktien zum regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse erlosch damit automatisch. Der letzte Kurs an der Börse Stuttgart lag laut Der Aktionär am Morgen des 11. März 2025 bei 1,21 Euro – Käufer zu diesem Kurs erhielten nichts mehr.

Dividendenrendite und Ausschüttungsquote

Dividendenrendite und Ausschüttungsquote lassen sich nicht berechnen: Es gibt weder eine Dividende noch einen Börsenkurs. Wer Varta-Aktien im Depot hatte, sah sie im März 2025 ausgebucht. Der Verlust ist steuerlich relevant: Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist der Totalverlust aus dem entschädigungslosen Erlöschen von Aktien als Veräußerungsverlust anzusetzen und mit anderen Aktiengewinnen verrechenbar. Die zwischenzeitliche Beschränkung der Verlustverrechnung auf 20.000 Euro pro Jahr wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 aufgehoben. Ob die Depotbank den Verlust automatisch in den Verlusttopf eingestellt hat, sollten Betroffene anhand der Steuerbescheinigung 2025 prüfen; andernfalls ist die Geltendmachung in der Steuererklärung möglich.

Ausblick 2027

Die Sanierung von 2025 hat nicht gehalten. Laut Berichten von IWR und Industriemagazin stellten die Varta AG, die Varta Microbattery GmbH, die Varta Micro Production GmbH und die Varta Storage GmbH am 24. Juli 2026 beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenzanträge in Eigenverwaltung; Rechtsanwalt Tobias Wahl wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Ausdrücklich ausgenommen ist der profitable Bereich Consumer Batteries mit den Haushaltsbatterien, den eine Gläubigergruppe um die Deutsche Bank, RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox in eine eigene Eigentümerstruktur überführen will. Laut den Gläubigern hatte kein Beteiligter – auch nicht Porsche oder Michael Tojner – zusätzliche Finanzmittel zugesagt. Das Werk in Nördlingen mit rund 350 Beschäftigten soll bis Herbst 2026 schließen.

Für ehemalige Aktionäre ändert das nichts: Sie sind seit März 2025 nicht mehr beteiligt und haben auch im Insolvenzverfahren keine Ansprüche. Eine Nachfolge-Aktie gibt es nicht; die Varta AG befindet sich im Eigentum von MT InvestCo (Michael Tojner) und Porsche und wird voraussichtlich in Teilen verkauft oder abgewickelt. Einen Wiederaufbau als börsennotiertes Unternehmen hat niemand angekündigt. Für 2027 ist daher weder mit einer Dividende noch mit einer neuen Börsennotierung zu rechnen.

Steuern auf die Varta-Dividende

Da Varta nie eine Dividende gezahlt hat, fiel darauf auch nie Abgeltungsteuer an. Relevant ist allein die Verlustseite: Der Totalverlust aus dem Erlöschen der Aktien gehört in die Verlustverrechnung mit Aktiengewinnen, die der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag unterliegen. Wer Varta-Aktien vor dem 11. März 2025 verkauft hatte, hat einen regulären Veräußerungsverlust realisiert, den die Bank in der Regel automatisch im Aktien-Verlusttopf erfasst hat.

FAQ

Hat Varta jemals eine Dividende gezahlt? Nein. Seit dem Börsengang im Oktober 2017 wurde für kein Geschäftsjahr eine Ausschüttung beschlossen.

Was ist mit meinen Varta-Aktien passiert? Sie sind am 11. März 2025 durch die Kapitalherabsetzung auf null erloschen und wurden aus dem Depot ausgebucht. Eine Entschädigung gibt es nicht; die Verfassungsbeschwerde dagegen war erfolglos.

Gibt es eine Nachfolge-Aktie oder ein neues Listing? Nein. Die Varta AG gehört seit 2025 Michael Tojner und Porsche und ist nicht börsennotiert. Seit Juli 2026 läuft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Kann ich den Verlust steuerlich geltend machen? Ja. Der Totalverlust ist als Aktienverlust mit Aktiengewinnen verrechenbar; die frühere Deckelung auf 20.000 Euro pro Jahr gilt seit dem Jahressteuergesetz 2024 nicht mehr. Im Zweifel hilft ein Blick in die Steuerbescheinigung oder ein Steuerberater.

Fazit

Die Suche nach einer Varta-Dividende 2026 führt ins Leere: Das Unternehmen hat nie ausgeschüttet, die Aktien der Altaktionäre sind im März 2025 im StaRUG-Verfahren entschädigungslos untergegangen, und die sanierte Gesellschaft steht seit Juli 2026 erneut im Insolvenzverfahren. Der Fall gilt inzwischen als Lehrstück dafür, dass das StaRUG Aktionäre gegen ihren Willen aus einem Unternehmen drängen kann. Für Betroffene bleibt nur die steuerliche Verrechnung des Verlusts. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.