Wem gehört die UEFA? Struktur, Mitglieder und Finanzen

Wem gehört UEFA

Die UEFA gehört niemandem – zumindest keiner Person und keinem Unternehmen. Die Union des Associations Européennes de Football ist ein eingetragener Verein nach Schweizer Recht mit Sitz in Nyon, dessen Mitglieder die 55 nationalen Fußballverbände Europas sind. Jeder Verband hat im UEFA-Kongress eine Stimme, unabhängig von Größe oder Finanzkraft. Präsident ist seit 2016 der Slowene Aleksander Čeferin, der nach eigener Ankündigung 2027 nicht mehr antritt. Stand September 2026 erzielt der Verband laut Finanzbericht 2024/25 mehr als fünf Milliarden Euro Einnahmen pro Saison – Geld, das größtenteils an Klubs und Verbände zurückfließt.

Key Takeaways

  • Die UEFA ist ein Verein nach Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs; sie hat keine Eigentümer, sondern Mitglieder.
  • Mitglieder sind 55 nationale Verbände, darunter der DFB, der ÖFB und der Schweizerische Fußballverband; jüngstes Mitglied ist seit 2016 Kosovo.
  • Oberstes Organ ist der Kongress mit dem Prinzip „ein Verband, eine Stimme“; er wählt Präsident und Exekutivkomitee, genehmigt Rechnung und Budget.
  • Aleksander Čeferin ist seit dem 14. September 2016 Präsident, zuletzt 2023 bis 2027 bestätigt; im Februar 2024 kündigte er an, 2027 nicht mehr zu kandidieren.
  • In der Saison 2024/25 lagen die Einnahmen laut UEFA erstmals in einem Jahr ohne EURO über fünf Milliarden Euro; 3,4 Milliarden Euro gingen an die Klubs.
  • Das Geschäftsjahr 2024/25 schloss planmäßig mit einem Minus von 46,2 Millionen Euro, die Reserven liegen bei 521,8 Millionen Euro.
  • Der 50. Ordentliche UEFA-Kongress in Brüssel verabschiedete am 12. Februar 2026 ein Budget von 5,1 Milliarden Euro für 2026/27; der nächste Kongress findet am 4. März 2027 in Astana statt.
NameUnion des Associations Européennes de Football (UEFA)
Gegründet15. Juni 1954 in Basel
SitzNyon, Schweiz (seit 1995)
BrancheSportverband, Organisation des europäischen Fußballs
Eigentümerkeine – Verein nach Schweizer Recht, getragen von 55 Mitgliedsverbänden
FührungPräsident Aleksander Čeferin (seit 2016); Generalsekretär Theodore Theodoridis (seit 2016)
Umsatz / Mitarbeiterüber 5 Mrd. Euro Einnahmen in der Saison 2024/25 (Finanzbericht) / keine offiziellen Angaben zur Mitarbeiterzahl im Bericht

Geschichte: Von Basel über Bern nach Nyon

Die UEFA wurde am 15. Juni 1954 in Basel gegründet. Nach Angaben der deutschen Wikipedia trafen sich damals Vertreter von 25 der 31 europäischen FIFA-Mitgliedsverbände im Grand Hotel Euler, um einen eigenen Kontinentalverband zu schaffen. Der Zeitpunkt war kein Zufall: Die FIFA hatte ihre Struktur gerade auf Konföderationen umgestellt, und Europa wollte seine Interessen gebündelt vertreten. Erster Verwaltungssitz war Paris, 1959 zog der Verband nach Bern und 1995 schließlich nach Nyon am Genfersee, wo 1999 das heutige Hauptquartier eröffnet wurde.

Mit der Gründung entstanden auch die Wettbewerbe, die den Verband bis heute prägen: 1955 startete der Europapokal der Landesmeister, der Vorläufer der Champions League, 1960 die erste Europameisterschaft. Die Zahl der Mitglieder wuchs mit der politischen Landkarte Europas. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens kamen in den 1990er-Jahren zahlreiche neue Verbände hinzu; als bislang letztes Mitglied wurde am 3. Mai 2016 Kosovo aufgenommen. Seither zählt die UEFA 55 Mitgliedsverbände, von denen 48 souveräne UN-Mitgliedstaaten repräsentieren, während etwa die vier britischen Verbände, die Färöer oder Gibraltar eigenständig vertreten sind.

Eigentümerstruktur im Detail: Ein Verein der Verbände

Die Frage „Wem gehört die UEFA?“ lässt sich nur mit einem Blick in die Statuten beantworten. Artikel 1 definiert die UEFA als Verein im Sinne der Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs, eingetragen im Handelsregister. Ein Verein hat weder Aktionäre noch Gesellschafter, sondern Mitglieder. Diese Mitglieder sind ausschließlich nationale Fußballverbände, deren Sitz in einem von der Mehrheit der UN-Mitglieder anerkannten unabhängigen Staat in Europa liegt; Ausnahmen für geografisch außereuropäische Verbände bedürfen der Zustimmung der FIFA. Der Mitgliedsbeitrag ist symbolisch: Die Statuten nennen einen Jahresbeitrag von 200 Euro je Verband. Die eigentliche wirtschaftliche Kraft des Verbands stammt aus den Wettbewerben.

Die Statuten sehen vier Organe vor: den Kongress als oberstes Organ, das Exekutivkomitee, den Präsidenten und die Rechtspflegeorgane. Der Kongress tritt jährlich als ordentlicher Kongress zusammen; außerordentliche Kongresse können vom Exekutivkomitee oder auf schriftlichen Antrag eines Fünftels der Mitglieder einberufen werden. Nach den Angaben der UEFA auf ihrer Website hat jeder der 55 Verbände eine Stimme – der DFB mit seinen Millionen Mitgliedern wiegt also genauso schwer wie der Verband von San Marino. Der Kongress wählt den Präsidenten und die Mitglieder des Exekutivkomitees, bestimmt die europäischen Vertreter im FIFA-Rat, genehmigt Jahresbericht, Rechnung und Budget, ernennt die Revisionsstelle und entscheidet über Statutenänderungen sowie über Aufnahme und Suspendierung von Mitgliedern.

Der Präsident und die vom Kongress gewählten Mitglieder des Exekutivkomitees werden jeweils für vier Jahre gewählt, wobei die Wahlen alle zwei Jahre gestaffelt stattfinden. Die Statuten begrenzen die Amtszeit auf drei aufeinanderfolgende Mandate; angebrochene Amtszeiten zählen dabei als volle. Genau diese Regel sorgte 2024 für Aufsehen: Beim Kongress in Paris beschlossen die Delegierten am 8. Februar 2024 eine Statutenänderung, die Čeferin – der sein erstes, 2016 begonnenes Mandat nur teilweise absolviert hatte – eine Kandidatur bis 2031 ermöglicht hätte. Der DFB stimmte laut Sky Sport dafür, der englische Verband dagegen. Wenige Minuten nach der Abstimmung erklärte Čeferin, er werde 2027 nicht mehr antreten. Zuvor war er am 14. September 2016 erstmals gewählt, am 7. Februar 2019 und am 5. April 2023 jeweils per Akklamation bestätigt worden.

Das Tagesgeschäft führt die Administration in Nyon unter dem Generalsekretär, den das Exekutivkomitee auf Vorschlag des Präsidenten ernennt. Seit 2016 ist das der Grieche Theodore Theodoridis, zunächst ad interim, später fest. Er verantwortet Personal, Budgetvollzug und die jährliche Berichterstattung an den Kongress. Erster Vizepräsident ist laut englischer Wikipedia der Italiener Gabriele Gravina. Seit dem Kongress 2026 sitzt zudem mit David Terrier ein Vertreter der Spielergewerkschaft FIFPro Europe dauerhaft im Exekutivkomitee.

Geschäftsmodell und Zahlen

Wirtschaftlich ist die UEFA vor allem ein Vermarkter ihrer Wettbewerbe. Laut dem am 12. Februar 2026 vom Kongress genehmigten Finanzbericht 2024/25 überstiegen die Einnahmen erstmals in einer Saison ohne Europameisterschaft die Marke von fünf Milliarden Euro – ein Plus von 737 Millionen Euro gegenüber 2023/24, wenn man die EURO-2024-Einnahmen herausrechnet. Den Löwenanteil lieferten die Medienrechte mit rund 4,06 Milliarden Euro, davon 3,6 Milliarden Euro aus den Männer-Klubwettbewerben; kommerzielle Rechte brachten 787 Millionen Euro, Ticketing und Hospitality rund 100 Millionen Euro, wie Inside World Football aus dem Bericht zitiert. Champions League, Europa League und Conference League erlösten zusammen 4,4 Milliarden Euro, 690 Millionen Euro mehr als in der Vorsaison – ein Effekt der 2024 eingeführten Ligaphase.

Der Verband behält dieses Geld nicht. Nach UEFA-Angaben wurden 3,9 Milliarden Euro an Klubs und Verbände ausgeschüttet, davon 3,4 Milliarden Euro an die teilnehmenden Klubs, rund 400 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Klubs, die sich nicht für Europa qualifiziert hatten, erhielten 308 Millionen Euro Solidaritätszahlungen, 76 Prozent mehr als zuvor; insgesamt sind zehn Prozent der Bruttoeinnahmen für Solidarität reserviert. Unter dem Strich stand für 2024/25 ein Fehlbetrag von 46,2 Millionen Euro, den die UEFA als geplant und durch Reserven gedeckt bezeichnet. Die Reserven beliefen sich nach diesem Ergebnis auf 521,8 Millionen Euro.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Der 50. Ordentliche UEFA-Kongress fand am 12. Februar 2026 in Brüssel statt, ausgerichtet vom belgischen Verband. Die Delegierten genehmigten den Jahresbericht 2024/25 und das Budget 2026/27 mit prognostizierten Einnahmen von 5,1 Milliarden Euro. Davon sollen laut UEFA 81 Prozent aus Medienrechten, 16 Prozent aus kommerziellen Rechten und drei Prozent aus Ticketing stammen; 78 Prozent des Budgets fließen an die teilnehmenden Teams, die Solidaritätszahlungen steigen auf 455 Millionen Euro, was zehn statt bisher sieben Prozent entspricht. Für Frauen- und Nachwuchsfußball sind 77 Millionen Euro vorgesehen. Der Kongress beschloss zudem mehrere Statutenänderungen, ratifizierte den festen Sitz von FIFPro Europe im Exekutivkomitee und ernannte den früheren portugiesischen Verbandspräsidenten Fernando Gomes zum Ehrenmitglied. Erstmals nahm mit Football Supporters Europe auch eine Fanorganisation teil.

Sportpolitisch bleibt die Zukunft der Verbandsspitze das beherrschende Thema. Čeferins Amtszeit endet planmäßig 2027; der 51. Kongress, auf dem sein Nachfolger gewählt werden soll, ist für den 4. März 2027 in Astana angesetzt. Offizielle Kandidaturen lagen im September 2026 noch nicht vor. Parallel dazu setzt der Verband die Reform der Klubwettbewerbe fort und ringt mit der FIFA um den Terminkalender und die Rolle der Klub-Weltmeisterschaft. Beim Kongress in Brüssel nutzte Čeferin laut kicker seine Rede für Kritik an der FIFA.

FAQ

Wem gehört die UEFA? Niemandem im eigentumsrechtlichen Sinn. Die UEFA ist ein Verein nach Schweizer Recht. Ihre Mitglieder sind die 55 nationalen Fußballverbände Europas, die den Verband über den Kongress kontrollieren.

Wer ist Präsident der UEFA? Aleksander Čeferin aus Slowenien, seit dem 14. September 2016. Er wurde 2019 und 2023 bestätigt und hat angekündigt, bei der Wahl 2027 nicht mehr anzutreten.

Wie viel Geld nimmt die UEFA ein? Laut Finanzbericht 2024/25 mehr als fünf Milliarden Euro pro Saison, überwiegend aus Medien- und Vermarktungsrechten der Klubwettbewerbe. Für 2026/27 sind 5,1 Milliarden Euro budgetiert.

Was passiert mit den Einnahmen? Der Großteil wird ausgeschüttet: 2024/25 gingen 3,9 Milliarden Euro an Klubs und Verbände, davon 3,4 Milliarden Euro an die Teilnehmer der Klubwettbewerbe. Zehn Prozent der Einnahmen sind für Solidaritätszahlungen an nicht qualifizierte Klubs und den Breitenfußball reserviert.

Ist die UEFA Teil der FIFA? Die UEFA ist eine der sechs Kontinentalkonföderationen der FIFA, rechtlich aber ein eigenständiger Verein. Sie entsendet die europäischen Vertreter in den FIFA-Rat.

Fazit

Die UEFA ist kein Unternehmen mit Eigentümern, sondern ein Verein, der seinen 55 Mitgliedsverbänden gehört – und damit letztlich den Strukturen des organisierten Fußballs in Europa. Ihre Macht speist sich aus den Wettbewerben, die sie vermarktet: Über fünf Milliarden Euro pro Saison machen sie zu einer der finanzstärksten Sportorganisationen der Welt, wobei der Großteil des Geldes an Klubs und Verbände zurückfließt. Stand September 2026 steht der Verband vor einem Führungswechsel: Mit dem Kongress in Astana im März 2027 endet die Ära Čeferin.