Kurze Antwort: OBI gehört zur Tengelmann Twenty-One KG und damit der Familie Haub. Die Beteiligungsquote ist allerdings nicht offiziell veröffentlicht – weder Tengelmann noch OBI nennen eine Zahl. Die Märkte selbst werden zu einem erheblichen Teil nicht von der Zentrale betrieben, sondern von selbstständigen Franchise-Partnern.
Die Gesellschaften
Das Impressum von obi.de nennt zwei Rechtsträger, die man auseinanderhalten muss:
- OBI Home and Garden GmbH, Albert-Einstein-Straße 7–9, 42929 Wermelskirchen, Amtsgericht Köln HRB 115846, USt-IdNr. DE 362559161. Betreibt die heyOBI-App und die Handelsplattform.
- OBI GmbH & Co. Deutschland KG, gleiche Anschrift, Amtsgericht Köln HRA 15889. Komplementärin ist die OBI Heimwerkermarkt Systemzentrale GmbH (HRB 36389). Diese Gesellschaft ist laut Deutschem Franchiseverband der Franchisegeber.
Darüber steht die OBI Group Holding SE & Co. KGaA, Amtsgericht Köln HRB 75958, ersteingetragen am 10. Januar 2002.
Die Eigentümerin
Die Tengelmann Twenty-One KG in München ist die Holding der Familie Haub. Sie beschreibt sich selbst als Halterin von Anteilen an „more than 50 companies in Europe and North America“ und führt OBI und KiK als Handelsbeteiligungen auf. Christian W. E. Haub ist Mehrheitsgesellschafter und CEO, sein Bruder Georg Haub hält weitere Anteile; seit 2022 sind Christian Haubs Kinder Mitgesellschafter. Die Gesellschaft entstand 2019 als Nachfolgerin der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG.
Die Quote fehlt. Kein Tengelmann- oder OBI-Dokument nennt eine Zahl. Die Börsen-Zeitung berichtete am 25. März 2026 unter Bezug auf die Financial Times, Tengelmann halte 74 Prozent an OBI – das ist eine Presseangabe, keine offizielle. Wer die restlichen 26 Prozent hält, ist nicht feststellbar.
Franchise und Eigenbetrieb
Aus der letzten OBI-Pressemitteilung mit belastbaren Zahlen (Stand 14. Februar 2023):
- 645 Märkte in Europa, davon 349 in Deutschland
- 134 Märkte von Franchise-Partnern betrieben, verteilt auf 49 Partner
Die Partner sind rechtlich selbstständige Unternehmen – belegt sind unter anderem Kemmler Baustoffe, Bergle & Co., Gillet Baumarkt, C. J. Wigger, Stammelbach Karl Krüger und Thies & Co. Laut Franchiseverband liegt die laufende Gebühr bei 2,5 Prozent vom Nettoumsatz zuzüglich 0,25 Prozent Werbegebühr.
Gründung
Der erste Markt eröffnete am 5. November 1970 im Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg-Poppenbüttel, 870 Quadratmeter groß. Gründer waren Manfred Maus und Emil Lux, Klaus Birker war als Kommanditist beteiligt. Der Markenname wurde 1969 erworben und leitet sich von der französischen Aussprache des Wortes „hobby“ ab. 1987 zog die Zentrale nach Wermelskirchen, 1991 begann die Internationalisierung in Italien, 2015 wurden 49 Baumax-Märkte in Österreich übernommen, 2022 folgte der Rückzug aus Russland.
Was sich nicht belegen lässt
Neben der Beteiligungsquote fehlt auch das Jahr, in dem Tengelmann bei OBI einstieg – die offizielle OBI-Historie nennt es nicht. Aktuelle Gesamt- und Franchisezahlen jünger als Februar 2023 veröffentlicht OBI nicht mehr. Für 2026 sind lediglich 15 neue Franchisemärkte mit fünf Partnern angekündigt.
Quellen
- OBI, Impressum – obi.de
- OBI, Historie – obi.de
- Tengelmann Twenty-One KG, Unternehmensseite – tengelmann21.com
- Deutscher Franchiseverband, Systemprofil OBI – franchiseverband.com
- Börsen-Zeitung vom 25. März 2026 – boersen-zeitung.de (Presseangabe 74 Prozent)
Stand: 26. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.