
fritz-kola gehört keinem Getränkekonzern, sondern mehrheitlich ihrem Mitgründer: Mirco Wolf Wiegert hält rund zwei Drittel der Anteile an der Hamburger fritz-kola GmbH, die bis März 2024 als fritz-kulturgüter GmbH firmierte. Das übrige Drittel liegt seit 2017 bei zwei Unternehmern aus der Getränkebranche, der Vermögensverwaltung Hetesko von Jägermeister-Aufsichtsratschef Florian Rehm (rund 30 Prozent) und dem Abfüller Friedrich Lütvogt (3 Prozent). Mitgründer Lorenz Hampl ist Ende 2016 ausgestiegen. Stand 2026 beschäftigt das Unternehmen rund 340 Mitarbeitende, exportiert in über 20 Länder und erzielte zuletzt veröffentlicht rund 110 Mio. Euro Umsatz (2022).
Key Takeaways
- Die Marke fritz-kola gehört der nicht börsennotierten fritz-kola GmbH in Hamburg, die zu keinem Konzern gehört.
- Mitgründer Mirco Wolf Wiegert ist Mehrheitsgesellschafter mit rund zwei Dritteln der Anteile und Geschäftsführer.
- Seit 2017 sind Florian Rehm (über Hetesko, rund 30 Prozent) und Dirk Lütvogt (Friedrich Lütvogt, 3 Prozent) Minderheitsgesellschafter.
- Mitgründer Lorenz Hampl verkaufte seine Anteile Ende 2016 auf eigenen Wunsch an Wiegert und verließ das Unternehmen.
- Der Umsatz stieg von 44,5 Mio. Euro (2016) auf rund 110 Mio. Euro (2022); neuere Umsatzzahlen sind nicht veröffentlicht.
- fritz-kola besitzt keine eigene Fabrik, sondern lässt bei Lohnabfüllern produzieren, seit 2025 auch in Belgien.
- 2024 kehrte die Firma zum Namen fritz-kola GmbH zurück; 2026 zog die Zentrale ins Hamburger Schanzenviertel.
| Name | fritz-kola GmbH (2014 bis März 2024: fritz-kulturgüter GmbH) |
|---|---|
| Gegründet | 2002 Markenanmeldung, 28. Februar 2003 Gründung als GbR, 2008 GmbH |
| Sitz | Hamburg (seit Juli 2026 im Schanzenviertel) |
| Branche | Erfrischungsgetränke (Cola, Limonaden, Schorlen) |
| Eigentümer | Mirco Wolf Wiegert (rund zwei Drittel), Hetesko/Florian Rehm (rund 30 %), Friedrich Lütvogt (3 %) |
| Geschäftsführung | Mirco Wolf Wiegert, Florian Weins (seit 2023), Audrey Krause-Roehrig (seit Oktober 2026) |
| Umsatz/Mitarbeiter | rund 110 Mio. Euro (2022) / rund 340 Mitarbeitende (2026) |
Eigentümerstruktur im Detail

Gegründet wurde fritz-kola von den Pfadfinderfreunden Lorenz Hampl und Mirco Wolf Wiegert. Ende 2016 trennten sich die beiden geschäftlich: Hampl verkaufte seine Anteile an Wiegert und schied als Geschäftsführer aus. Für kurze Zeit war Wiegert damit Alleingesellschafter.
Schon im ersten Quartal 2017 holte Wiegert zwei Mitgesellschafter an Bord, die zusammen ein Drittel übernahmen: Florian Rehm, Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitseigner von Mast-Jägermeister, und Dirk Lütvogt, der den Mineralbrunnen Auburg Quelle (Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG) in Wagenfeld führt, einen der wichtigsten Abfüller von fritz-kola. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Wiegert betonte damals, Gesellschafter sei die Familie Mast als Privatunternehmer, nicht die Marke Jägermeister.
Stand 2026 ist diese Struktur unverändert: Wiegert hält rund zwei Drittel (etwa 67 Prozent), Rehms Vermögensverwaltung Hetesko rund 30 Prozent und Friedrich Lütvogt 3 Prozent. Wiegert ist zugleich geschäftsführender Gesellschafter; seine Vermögensbasis ist diese Mehrheitsbeteiligung. Offizielle Angaben zu seinem Privatvermögen oder dem von Lorenz Hampl existieren nicht, und uamr.de nennt keine Schätzbeträge. Finanzinvestoren gibt es nicht, Hinweise auf einen Verkauf ebenso wenig. Die Botschaft des Gründers lautet seit Jahren: „Wir bleiben unabhängig.“
Geschichte und Herkunft
Die Idee entstand 2002, als die Studenten Hampl und Wiegert eine Cola mit mehr Koffein und weniger Zucker als die großen Marken entwickeln wollten. Mit geringem Startkapital ließen sie im November 2002 die Wort-Bild-Marke „fritz-kola“ mit ihren beiden Köpfen als Signet schützen; am 28. Februar 2003 gründeten sie die Hampl und Wiegert GbR. Die ersten Kisten verkauften sie direkt an Bars und Clubs im Schanzenviertel.
2004 kamen Fruchtlimonaden hinzu, 2006 startete der Export in die Niederlande, nach Spanien, Österreich und in die Schweiz, 2008 wurde die GmbH eingetragen. Im September 2014 firmierte das Unternehmen in fritz-kulturgüter GmbH um; 2013 hatte es die Markenrechte an der Ananaslimonade Anjola gekauft, deren Relaunch scheiterte.
Nach Hampls Ausstieg wurde Winfried Rübesam 2017 zweiter Geschäftsführer, 2023 folgte Florian Weins. Zum 1. April 2024 kehrte das Unternehmen zum Namen fritz-kola GmbH zurück, weil sich „fritz-kulturgüter“ nie durchgesetzt hatte. Im neuen Logo wurde das Gesicht des ausgeschiedenen Mitgründers Hampl durch eine Zeichnung des Illustrators Chris Mitchell ersetzt.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
fritz-kola ist ein Marken- und Vertriebsunternehmen ohne eigene Fabrik. Die Getränke entstehen bei Lohnabfüllern, laut Unternehmensangaben 2024 an fünf Standorten in Deutschland (Wagenfeld, Güstrow, Sersheim, Eilenburg und Bamberg). Zum 1. Januar 2025 kam über die Tochter fritz-kola Belgium SRL eine Abfüllung bei Konings Juices and Drinks im belgischen Borgloon hinzu. Abgefüllt wird fast ausschließlich in Glasmehrwegflaschen.
Das Sortiment umfasst neben der klassischen fritz-kola zuckerfreie Varianten wie „super zero“, die Bio-Kola „fritz-kola organic“, die Limonaden fritz-limo, die Kola-Orangen-Mischung „mischmasch“ und die Bio-Schorlen fritz-spritz. Im deutschen Cola-Markt ohne Discounter zählt fritz-kola nach eigenen Angaben zu den Top 3; 2021 lag der Anteil an den im Einzelhandel verkauften Colaflaschen laut Euromonitor bei 2,9 Prozent.
Offizielle Umsatzzahlen kommuniziert das Unternehmen nicht, sie ergeben sich aber aus dem Bundesanzeiger: 2016 lag der Umsatz bei 44,5 Mio. Euro, 2021 das Betriebsergebnis bei rund 11 Mio. Euro und 2022 der Umsatz bei rund 110 Mio. Euro. Neuere Zahlen wurden bis Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Die Belegschaft wuchs von 272 (2021) auf rund 340 Mitarbeitende (2026). Exportiert wird in über 20 Länder, wichtigste Auslandsmärkte sind die Niederlande, Belgien, Österreich und Polen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 stand im Zeichen der Internationalisierung: Der Produktionsstart in Belgien verkürzt die Transportwege in die Benelux-Länder. Im Juni 2026 legte das Unternehmen seinen Nachhaltigkeitsbericht 2025 vor, erstmals nach dem VSME-Standard der EU, und räumte dabei ein, seine Verbrauchsziele pro Flasche verfehlt zu haben.
Für Wirbel sorgte im Frühjahr 2026 das Sponsoring des CDU-Parteitags in Stuttgart sowie gleich hohe Parteispenden an CDU, SPD, Grüne und FDP. Teile der Fangemeinde riefen zum Boykott auf; Wiegert begründete die Spenden mit dem Ziel, die Demokratie zu stärken. In der Folge entpolitisierte das Unternehmen seine Werbung mit der im September 2026 gestarteten Kampagne „why not?“. Ende Juni 2026 zog die Zentrale von Hammerbrook ins Schanzenviertel, wo die Marke einst begann.
Auch personell stellt sich fritz-kola neu auf. Im Oktober 2026 wurde Finanzchefin Audrey Krause-Roehrig als dritte Geschäftsführerin neben Wiegert und Weins ins Handelsregister eingetragen. David Rodiek, zuvor bei Brown-Forman, übernimmt Ende Oktober 2026 als Commercial Director International das Auslandsgeschäft und soll die Expansion auch außerhalb Europas vorantreiben.
FAQ
Wem gehört fritz-kola? Die fritz-kola GmbH gehört zu rund zwei Dritteln dem Mitgründer Mirco Wolf Wiegert. Rund 30 Prozent hält die Vermögensverwaltung Hetesko von Florian Rehm, 3 Prozent der Abfüller Friedrich Lütvogt.
Ist Mirco Wolf Wiegert alleiniger Gesellschafter? Nein. Nach dem Ausstieg von Lorenz Hampl Ende 2016 war Wiegert nur kurz Alleingesellschafter; seit 2017 halten Florian Rehm und Dirk Lütvogt zusammen ein Drittel der Anteile.
Gehört fritz-kola zu Jägermeister? Nein. Florian Rehm ist zwar Aufsichtsratschef von Mast-Jägermeister, bei fritz-kola ist er aber als Privatunternehmer beteiligt, nicht die Jägermeister-Gruppe.
Wer führt fritz-kola? Geschäftsführer sind Gründer Mirco Wolf Wiegert, Florian Weins (seit 2023) und seit Oktober 2026 Finanzchefin Audrey Krause-Roehrig.
Wie viel Umsatz macht fritz-kola? Laut Bundesanzeiger lag der Umsatz 2022 bei rund 110 Mio. Euro, nach 44,5 Mio. Euro im Jahr 2016. Neuere Zahlen hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.
Wo wird fritz-kola produziert? Bei Lohnabfüllern in Wagenfeld, Güstrow, Sersheim, Eilenburg und Bamberg sowie seit Januar 2025 bei Konings im belgischen Borgloon. Eine eigene Fabrik besitzt das Unternehmen nicht.
Fazit
fritz-kola ist auch 2026 ein inhabergeführtes Unternehmen: Mirco Wolf Wiegert kontrolliert mit rund zwei Dritteln der Anteile die Hamburger GmbH, flankiert von zwei Minderheitsgesellschaftern aus den Unternehmerfamilien Mast und Lütvogt. Kein Konzern, kein Finanzinvestor, keine Börse.
Mit rund 110 Mio. Euro Umsatz (2022) und rund 340 Mitarbeitenden ist aus dem Studentenprojekt ein Mittelständler geworden. Die Herausforderungen liegen nun im Auslandsgeschäft und in der Frage, wie viel Haltung sich eine Kultmarke leisten kann, ohne ihre Fans zu verprellen.
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