Wem gehört Fresenius? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört Fresenius

Fresenius ist ein DAX-Konzern aus Bad Homburg vor der Höhe, der mehrheitlich im Streubesitz liegt – und trotzdem fest in der Hand einer Stiftung. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hält rund 27 Prozent der Aktien der Fresenius SE & Co. KGaA und ist zugleich Alleinaktionärin der Fresenius Management SE, die als persönlich haftende Gesellschafterin den Konzern führt. Unter Vorstandschef Michael Sen konzentriert sich Fresenius auf Fresenius Kabi und Fresenius Helios; Fresenius Medical Care ist nur noch eine Finanzbeteiligung von rund 25 Prozent. 2025 erzielte der Konzern 22,55 Mrd. Euro Umsatz, Stand 2026.

Key Takeaways

  • Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ist mit rund 27 Prozent der Aktien die größte Aktionärin von Fresenius, Stand 30. Juni 2026.
  • Rund 73 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz, überwiegend bei institutionellen Investoren.
  • Die Stiftung ist Alleinaktionärin der Komplementärin Fresenius Management SE und kontrolliert damit die Unternehmensführung.
  • Fresenius Medical Care ist seit Ende 2023 dekonsolidiert; nach Aktienverkäufen 2025 und 2026 hält Fresenius noch etwa 25 Prozent.
  • Der Konzernumsatz stieg 2025 auf 22,55 Mrd. Euro, die Dividende für 2025 auf 1,05 Euro je Aktie.
  • Vorstandsvorsitzender ist seit Oktober 2022 Michael Sen, den Aufsichtsrat leitet Wolfgang Kirsch.
NameFresenius SE & Co. KGaA
Gegründet1912 in Frankfurt am Main durch Eduard Fresenius (Hirsch-Apotheke seit 1462)
SitzBad Homburg vor der Höhe (Hessen)
BrancheGesundheitswesen (Pharma, Medizintechnik, Krankenhäuser)
EigentümerElse Kröner-Fresenius-Stiftung rund 27 %, Streubesitz rund 73 %; Komplementärin Fresenius Management SE gehört zu 100 % der Stiftung
Geschäftsführung/CEOMichael Sen (Vorstandsvorsitzender seit Oktober 2022), Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Kirsch
Umsatz/Mitarbeiter22,55 Mrd. Euro Umsatz (2025) / 178.394 Mitarbeiter (31. Dezember 2025)

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört Fresenius? Eigentümerkette, Aktionärsstruktur und Kennzahlen der Fresenius SE & Co. KGaA, Stand 2026
Wem gehört Fresenius? Eigentümer und Struktur 2026 2

Formal gehört der Konzern dem Kapitalmarkt: Rund 73 Prozent der 563.237.277 Stammaktien (Stand 31. Dezember 2025) liegen im Streubesitz. Größte Einzelaktionärin ist die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, die laut Investor-Relations-Seite zum 30. Juni 2026 rund 27 Prozent hält; der Geschäftsbericht 2025 nennt 27,1 Prozent.

Die eigentliche Kontrolle läuft über die Rechtsform. Fresenius ist seit dem 28. Januar 2011 eine SE & Co. KGaA, also eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Geschäfte führt nicht ein von den Aktionären gewählter Vorstand, sondern die persönlich haftende Gesellschafterin Fresenius Management SE – und deren Alleinaktionärin ist die Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Deren Vorstand mit Michael Sen an der Spitze ist faktisch der Konzernvorstand, den die Stiftung bestimmt, ohne die Aktienmehrheit zu halten.

Bis 2011 hielt die Stiftung 58 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien; mit der Umwandlung aller Vorzugsaktien in Stammaktien sank ihr Anteil auf 29 Prozent. Die KGaA-Struktur sicherte ihr trotzdem den Einfluss, den Else Kröner mit der Stiftungsgründung 1983 gewollt hatte: den Fortbestand von Fresenius als eigenständiges Unternehmen.

Geschichte und Herkunft

Die Wurzeln reichen bis zur 1462 gegründeten Hirsch-Apotheke in Frankfurt am Main, die im 18. Jahrhundert an die Familie Fresenius kam. Der Apotheker Eduard Fresenius gründete 1912 das Pharmaunternehmen Dr. E. Fresenius. Seine Ziehtochter Else Fernau, später Else Kröner, übernahm 1952 die Leitung der Apotheke und des Unternehmens mit damals rund 40 Beschäftigten und baute daraus gemeinsam mit ihrem Mann Hans Kröner einen internationalen Konzern.

1983 errichtete Else Kröner die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, die nach ihrem Tod 1988 ihre Unternehmensanteile übernahm. 1986 ging Fresenius mit Vorzugsaktien an die Börse. Prägende Übernahmen folgten: 1998 das Infusionsgeschäft von Pharmacia & Upjohn, aus dem Fresenius Kabi entstand, 2005 die Helios Kliniken für 1,5 Mrd. Euro und 2017 der spanische Klinikbetreiber Quirónsalud für 5,76 Mrd. Euro. Seit dem 23. März 2009 ist die Aktie im DAX notiert.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

Der operative Konzern besteht aus zwei Unternehmensbereichen. Fresenius Kabi stellt Generika, Biosimilars, Infusions- und Ernährungstherapien sowie Medizintechnik her und erzielte 2025 einen Umsatz von 8,61 Mrd. Euro bei einer EBIT-Marge von 16,4 Prozent. Fresenius Helios betreibt Kliniken in Deutschland und über Quirónsalud in Spanien; der Umsatz lag 2025 bei 13,55 Mrd. Euro bei einer EBIT-Marge von 9,8 Prozent. Beide wuchsen organisch um 7 Prozent.

Auf Konzernebene stieg der Umsatz 2025 von 21,53 Mrd. Euro auf 22,55 Mrd. Euro, das EBIT erreichte 2,6 Mrd. Euro bei einer Marge von 11,5 Prozent. Das Kernergebnis ohne Fresenius Medical Care lag bei 1,62 Mrd. Euro, die Nettoverschuldung sank auf das 2,7-Fache des EBITDA. Die Hauptversammlung 2026 beschloss eine Dividende von 1,05 Euro je Aktie, insgesamt rund 591 Mio. Euro.

Fresenius Medical Care wird seit der Dekonsolidierung Ende 2023 nicht mehr im Konzernumsatz geführt. Der frühere Anteil von 32,2 Prozent wurde im März 2025 durch einen Aktienverkauf und eine Umtauschanleihe über 600 Mio. Euro auf rund 28,6 Prozent gesenkt; der Erlös lag bei rund 1,1 Mrd. Euro. Im August 2026 verkaufte Fresenius weitere 7,8 Mio. FME-Aktien für rund 300 Mio. Euro und hält seither etwa 25 Prozent – bleibt aber größter Aktionär der Dialysetochter.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Der Konzernumbau „#FutureFresenius“ ist weitgehend abgeschlossen: Die Dienstleistungssparte Vamed wurde 2024 verkauft, die Verflechtung mit Fresenius Medical Care Schritt für Schritt gelöst. Am 23. Mai 2025 wählte der Aufsichtsrat Wolfgang Kirsch erneut zu seinem Vorsitzenden. Zum 1. Juli 2026 übernahm Christian Pawlu die Verantwortung für Fresenius Helios von Robert Möller; dem Vorstand gehören daneben Sara Hennicken (Finanzen), Pierluigi Antonelli (Kabi) und Michael Moser an.

Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 5 Prozent auf 5,86 Mrd. Euro, das EBIT legte währungsbereinigt um 10 Prozent auf 719 Mio. Euro zu. Daraufhin hob Fresenius Anfang August 2026 die Prognose für das Kernergebnis je Aktie auf ein Plus von 10 bis 15 Prozent an; wichtigster Treiber ist das Biosimilar „Tyenne“ von Fresenius Kabi.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung privaten Rechts und fördert medizinische Forschung sowie medizinisch-humanitäre Projekte, vor allem in Entwicklungsländern. Seit 1983 hat sie nach eigenen Angaben rund 2.800 Projekte mit über 700 Mio. Euro bewilligt und gilt als größte medizinisch fördernde Stiftung Deutschlands.

Ihre Vermögensbasis sind die Beteiligung von rund 27 Prozent an Fresenius und die vollständige Kontrolle über die Fresenius Management SE. Else Kröner selbst war Pharmazeutin, Unternehmerin und später Aufsichtsratsvorsitzende von Fresenius; zu ihrem 100. Geburtstag am 15. Mai 2025 wurde sie im Frankfurter Städel Museum geehrt. Zu privaten Vermögenswerten nennt uamr.de keine Beträge.

FAQ

Wem gehört Fresenius? Rund 27 Prozent der Aktien gehören der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, rund 73 Prozent liegen im Streubesitz. Die Kontrolle über die Geschäftsführung hat die Stiftung als Alleinaktionärin der Komplementärin Fresenius Management SE.

Wer ist der größte Aktionär von Fresenius? Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit rund 27 Prozent, Stand 30. Juni 2026.

Gehört Fresenius Medical Care noch zu Fresenius? Nur noch als Finanzbeteiligung: Nach der Dekonsolidierung Ende 2023 und Aktienverkäufen 2025 und 2026 hält Fresenius etwa 25 Prozent an Fresenius Medical Care und bleibt deren größter Aktionär.

Wer führt Fresenius? Vorstandsvorsitzender ist seit Oktober 2022 Michael Sen, Aufsichtsratsvorsitzender ist Wolfgang Kirsch.

Wie viel Umsatz macht Fresenius? Im Geschäftsjahr 2025 lag der Konzernumsatz bei 22,55 Mrd. Euro, davon 13,55 Mrd. Euro bei Fresenius Helios und 8,61 Mrd. Euro bei Fresenius Kabi.

Was macht die Else Kröner-Fresenius-Stiftung? Die gemeinnützige Stiftung fördert medizinische Forschung und humanitäre Projekte; seit 1983 hat sie über 700 Mio. Euro für rund 2.800 Projekte bewilligt.

Fazit

Fresenius ist ein Sonderfall im DAX: ein Konzern mit rund 73 Prozent Streubesitz, dessen Führung dennoch nicht vom Kapitalmarkt, sondern von einer gemeinnützigen Stiftung bestimmt wird. Die stiftungseigene Komplementärin Fresenius Management SE macht das Unternehmen praktisch übernahmesicher.

Operativ hat sich Fresenius unter Michael Sen auf Kabi und Helios verschlankt und die Dialysebeteiligung auf rund 25 Prozent reduziert. An der Eigentümerstruktur dürfte sich auf absehbare Zeit nichts ändern.