Die Osram Licht AG zahlt seit dem Geschäftsjahr 2018/19 keine reguläre Dividende mehr. Nach der Übernahme durch den österreichischen Sensorhersteller ams (heute ams-OSRAM AG) erhalten die verbliebenen außenstehenden Aktionäre stattdessen eine vertraglich garantierte Ausgleichszahlung von 2,24 Euro netto je Aktie und Jahr aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag von 2020. Die Aktie wurde 2021 von der Börse genommen; einen Squeeze-out hat es bis September 2026 nicht gegeben – die Osram Licht AG hielt am 21. Mai 2026 weiterhin eine ordentliche Hauptversammlung ab. Die Muttergesellschaft ams-OSRAM AG schüttet ebenfalls keine Dividende aus. Stand der Angaben: September 2026.
Key Takeaways
- Letzte reguläre Osram-Dividende: 1,11 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2017/18; seitdem keine Dividende.
- Seit 2021 gilt ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der ams Offer GmbH: Ausgleichszahlung 2,57 Euro brutto beziehungsweise 2,24 Euro netto je Aktie und Geschäftsjahr, Abfindungsangebot 45,54 Euro je Aktie.
- Delisting-Angebot 2021 zu 52,30 Euro je Aktie; danach Rückzug vom regulierten Markt in Frankfurt und München.
- Kein Squeeze-out: Die Osram Licht AG existiert weiter, Hauptversammlung 2026 am 21. Mai 2026 in Ingolstadt, ohne Bilanzgewinn und ohne Dividende.
- Die ams-OSRAM AG (ISIN AT0000A18XM4) wies für 2025 ein Bilanzergebnis von 0,00 Euro aus und zahlt keine Dividende.
- Für 2027 ist bei Osram allein die Ausgleichszahlung relevant; eine reguläre Dividende ist nicht absehbar.
Dividende im Überblick
| Unternehmen | Osram Licht AG, München (Tochter der ams-OSRAM AG, Premstätten) |
| ISIN | DE000LED4000 |
| Dividende GJ 2025 (Zahlung 2026) | Keine Dividende; Ausgleichszahlung 2,24 Euro netto je Aktie für außenstehende Aktionäre |
| Vorjahr (GJ 2024) | Keine Dividende; Ausgleichszahlung 2,24 Euro netto je Aktie |
| Hauptversammlung 2026 | 21. Mai 2026, Kulturzentrum Neun, Ingolstadt |
| Zahltag | Ausgleichszahlung nach der ordentlichen Hauptversammlung; kein Dividenden-Zahltag |
| Ausschüttungspolitik | Ergebnisabführung an ams Offer GmbH; fester Ausgleich statt Dividende |
| Quelle | Einladung zur Hauptversammlung 2026 und Rede des Vorstands, Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung 2020, Osram-Bereich der IR-Seite von ams-OSRAM |
Was ist passiert: Von der Siemens-Tochter zur ams-Beteiligung
Osram kam 2013 als Abspaltung von Siemens an die Börse und zahlte in den Folgejahren steigende Dividenden, zuletzt 1,11 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2017/18 (Bilanzstichtag 30. September). Mit dem Einbruch des Autogeschäfts und dem Übernahmekampf 2019 endete diese Phase: Für das Geschäftsjahr 2018/19 wurde keine Dividende mehr vorgeschlagen. Ende 2019 setzte sich die ams AG aus dem steirischen Premstätten mit einem Übernahmeangebot durch und hielt nach Abschluss der Angebote im Juli 2020 rund 69,5 Prozent der Osram-Aktien, wie die Stellungnahme der Osram-Organe zum späteren Delisting-Angebot festhält.
Am 22. September 2020 schlossen die Osram Licht AG und die ams Offer GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, den die außerordentliche Hauptversammlung am 3. November 2020 billigte. Laut Einladung sieht der Vertrag für die außenstehenden Aktionäre eine jährliche Ausgleichszahlung von 2,57 Euro brutto je Aktie vor, abzüglich Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag also 2,24 Euro netto für ein volles Geschäftsjahr. Als Abfindung wurden zunächst 44,65 Euro je Aktie angeboten; laut Bekanntmachung zur Änderung der Tagesordnung wurde der Betrag vor der Versammlung um 0,89 Euro auf 45,54 Euro erhöht. Gegen die Angemessenheit von Ausgleich und Abfindung wurden Spruchverfahren eingeleitet.
Im Frühjahr 2021 folgte das Delisting-Angebot der ams Offer GmbH zu 52,30 Euro je Aktie mit Annahmefrist bis zum 18. Juni 2021. Vorstand und Aufsichtsrat bewerteten den Preis in ihrer Stellungnahme als angemessen und finanziell attraktiv. Auf Anweisung der Bieterin beantragte Osram den Widerruf der Zulassung an den regulierten Märkten in Frankfurt und München. Seither ist die Osram-Aktie nicht mehr an einem regulierten Markt notiert; die Osram Licht AG besteht aber als Aktiengesellschaft mit außenstehenden Aktionären fort. Ein Squeeze-out, also der Zwangsausschluss der Minderheitsaktionäre, wurde bis September 2026 nicht beschlossen.
Dividendenhistorie Osram Licht (2018–2026)
| Geschäftsjahr | Dividende je Aktie | Veränderung |
| 2017/18 | 1,11 Euro | unverändert |
| 2018/19 | 0,00 Euro | ausgesetzt |
| 2019/20 | 0,00 Euro | – |
| ab 2021 | keine Dividende; Ausgleichszahlung 2,24 Euro netto je Aktie und Jahr | – |
| 2025 (HV 2026) | keine Dividende; Ausgleichszahlung 2,24 Euro netto | unverändert |
Termine 2026: Hauptversammlung und Ausgleichszahlung
Die ordentliche Hauptversammlung der Osram Licht AG fand laut Einladung am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, um 10:00 Uhr im Kulturzentrum Neun in Ingolstadt statt. Einen Tagesordnungspunkt zur Gewinnverwendung gab es nicht, weil die Gesellschaft keinen Bilanzgewinn ausweist: Laut Rede des Vorstands erzielte die Osram Licht AG 2025 als Holding Umsatzerlöse von 13,2 Millionen Euro aus konzerninternen Leistungen und Markenlizenzen, aber einen Fehlbetrag von 152 Millionen Euro, was zu einem Bilanzverlust von 176 Millionen Euro führte. Das Grundkapital ist in 96.848.074 Aktien eingeteilt, davon hält die Gesellschaft 2.664.388 eigene Aktien. Der Vorstand bestätigte in seiner Rede ausdrücklich, dass die außenstehenden Aktionäre die vertraglich zugesicherte jährliche Ausgleichszahlung von 2,24 Euro netto je Aktie erhalten – unabhängig vom Ergebnis. Die Ausgleichszahlung wird nach der ordentlichen Hauptversammlung fällig.
Nachfolge-Aktie: Was die ams-OSRAM AG zahlt
Wer nach der Übernahme in die Muttergesellschaft gewechselt ist, hält Aktien der ams-OSRAM AG (Wien und SIX, ISIN AT0000A18XM4). Eine Dividende gibt es dort derzeit nicht: In den Beschlussvorschlägen des Vorstands zur Hauptversammlung am 10. Juni 2026 in Premstätten heißt es, das Bilanzergebnis 2025 betrage 0,00 Euro, weshalb ein Tagesordnungspunkt zur Gewinnverwendung entfalle. Der Konzern arbeitet an einem Sparprogramm: Laut Rede des Osram-Vorstands sollen im Programm „Simplify“ bis 2028 jährlich 200 Millionen Euro Kosten eingespart werden, verbunden mit dem Abbau von rund 2.000 Stellen weltweit, etwa die Hälfte davon in Europa und insbesondere in Deutschland. Für 2026 erwartet das Management Gegenwind durch Wechselkurse, Geopolitik und Rohstoffpreise.
Ausblick 2027
Für Osram-Minderheitsaktionäre bleibt die Lage stabil und zugleich statisch: Solange der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht, fließen jährlich 2,24 Euro netto je Aktie, eine reguläre Dividende ist ausgeschlossen, weil das Ergebnis an die ams Offer GmbH abgeführt wird. Ob und wann ams-OSRAM einen Squeeze-out anstrebt, hat das Unternehmen nicht angekündigt. Bei der ams-OSRAM AG ist für 2027 keine Dividende in Aussicht gestellt; das Unternehmen hat dazu keine Prognose veröffentlicht.
Steuern auf die Osram-Ausgleichszahlung
Die Ausgleichszahlung nach Paragraf 304 Aktiengesetz wird steuerlich wie eine Dividende behandelt: Sie unterliegt in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, die die Depotbank einbehält. Bezugsgröße ist der Nettobetrag von 2,24 Euro, weil die Körperschaftsteuer bereits auf Ebene der Gesellschaft abgezogen wurde. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro kann per Freistellungsauftrag genutzt werden. Sollte die ams-OSRAM AG künftig eine Dividende zahlen, würde Österreich 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer einbehalten, von denen nach dem Doppelbesteuerungsabkommen 15 Prozentpunkte in Deutschland anrechenbar und der Rest in Österreich rückforderbar wäre.
FAQ
Zahlt Osram 2026 eine Dividende? Nein. Die Osram Licht AG weist keinen Bilanzgewinn aus. Außenstehende Aktionäre erhalten stattdessen die Ausgleichszahlung von 2,24 Euro netto je Aktie aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.
Gab es einen Squeeze-out bei Osram? Bis September 2026 nicht. Die Osram Licht AG hält weiterhin Hauptversammlungen ab, zuletzt am 21. Mai 2026, und hat außenstehende Aktionäre.
Kann ich meine Osram-Aktien noch andienen? Der Vertrag sah eine Abfindung von 45,54 Euro je Aktie vor, das Delisting-Angebot 2021 lag bei 52,30 Euro. Ob und zu welchen Konditionen eine Andienung heute noch möglich ist, hängt vom Ausgang der Spruchverfahren und den Vertragsbedingungen ab; Auskunft gibt die Depotbank oder der Osram-Bereich der IR-Seite von ams-OSRAM.
Zahlt die ams-OSRAM AG eine Dividende? Nein. Für das Geschäftsjahr 2025 betrug das Bilanzergebnis laut Beschlussvorschlägen zur Hauptversammlung am 10. Juni 2026 0,00 Euro.
Wie hoch war die letzte reguläre Osram-Dividende? 1,11 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2017/18. Für 2018/19 und 2019/20 wurde keine Dividende gezahlt.
Fazit
Die „Osram-Dividende“ existiert seit 2019 nicht mehr; an ihre Stelle ist eine feste Ausgleichszahlung von 2,24 Euro netto je Aktie getreten, die die ams Offer GmbH den verbliebenen Minderheitsaktionären jährlich schuldet. Die Aktie ist vom regulierten Markt verschwunden, die Gesellschaft besteht ohne Squeeze-out fort, und die Muttergesellschaft ams-OSRAM AG zahlt derzeit ebenfalls keine Dividende. Für Anleger ist Osram damit eher ein Rechtsanspruch als eine Dividendenaktie. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
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