Aktien-Broker ohne Ordergebühr erheben keine direkte Provision pro Order, verdienen aber über den Spread, Fremdkostenpauschalen und Handelsplatzentgelte. Die tatsächlichen Kosten einer „kostenlosen“ Order können je nach Broker, Handelsplatz und Ordervolumen zwischen nahezu null und mehreren Euro liegen. Wer nur auf die Ordergebühr schaut, übersieht die entscheidenden Kostentreiber.
Key Takeaways
- „Keine Ordergebühr“ bedeutet nicht „kostenlos“ – Spreads, Fremdkosten und Handelsplatzentgelte ersetzen die klassische Provision.
- Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jeder Order an, unabhängig von der Ordergebühr.
- Trade Republic berechnet seit Juli 2026 eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro (Bestpreis-Ausführung) oder 2 Euro (manuelle Handelsplatzwahl).
- Finanzen.net Zero und Traders Place bieten 0 Euro Ordergebühren, erheben aber einen Mindermengenzuschlag von 1 Euro bzw. 0,95 Euro bei Orders unter 500 Euro.
- Das EU-weite PFOF-Verbot (seit Juli 2026) hat die Kostenstrukturen von Neobrokern grundlegend verändert.
- Handelsplätze wie Xetra oder Tradegate kosten oft 5 bis 6,50 Euro pauschal, während gettex und Baader für viele Neobroker kostengünstiger sind.
- XTB erlaubt echten Aktien- und ETF-Handel ohne Ordergebühr bis zu einem monatlichen Volumen von 100.000 Euro.
- Für Langzeitanleger mit regelmäßigen Sparplänen sind Neobroker oft tatsächlich günstiger als klassische Broker.
- Daytrader und aktive Händler sollten Spread, Ausführungsgeschwindigkeit und Slippage stärker gewichten als die Ordergebühr.
- Klassische Broker wie S Broker berechnen noch explizite Provisionen, etwa 4,99 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens plus Börsenentgelt.
Was ist ein Spread beim Aktienhandel und was kostet er wirklich?
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (dem Preis, zu dem ein Market Maker kauft) und dem Briefkurs (dem Preis, zu dem er verkauft). Jeder Anleger zahlt diesen Aufschlag automatisch beim Kauf und beim Verkauf einer Aktie oder eines ETFs, unabhängig davon, ob der Broker eine Ordergebühr erhebt oder nicht.
Bei einem DAX-Schwergewicht mit hohem Handelsvolumen liegt der Spread oft unter 0,1 Prozent des Kurswertes. Bei einer weniger liquiden Nebenwerte-Aktie kann er auf 0,5 bis 1 Prozent oder mehr steigen. Konkret bedeutet das: Wer Aktien im Wert von 1.000 Euro kauft und der Spread beträgt 0,3 Prozent, zahlt sofort 3 Euro an unsichtbaren Kosten, noch bevor der Kurs sich bewegt.
Entscheidende Faktoren für die Spreadskosten:
- Liquidität des Wertpapiers (DAX-Aktien vs. Small Caps)
- Gewählter Handelsplatz (gettex vs. Xetra vs. LS Exchange)
- Tageszeit (Spreads weiten sich außerhalb der Haupthandelszeiten)
- Marktvolatilität (in turbulenten Phasen steigen Spreads stark)
Faustformel: Bei einem Ordervolumen von 500 Euro und einem Spread von 0,2 Prozent kostet allein der Spread 1 Euro. Das entspricht einer impliziten Gebühr von 0,2 Prozent, auch wenn der Broker „0 Euro Ordergebühr“ bewirbt.
Unterschied zwischen Spread und Ordergebühr erklärt
Eine Ordergebühr ist ein fixer oder prozentualer Betrag, den der Broker direkt pro Transaktion berechnet und der auf der Abrechnung klar ausgewiesen wird. Der Spread hingegen ist eine Marktkosten-Komponente, die im Ausführungskurs eingebettet ist und auf keiner Abrechnung explizit erscheint.
Klassische Broker wie S Broker kombinieren beides: Sie berechnen eine explizite Provision (zum Beispiel 4,99 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens) und der Anleger zahlt zusätzlich noch den Spread des Marktes. Neobroker verzichten auf die explizite Provision, verdienen aber über den Spread oder über kleine Pauschalen.
| Kostenart | Sichtbarkeit | Wer zahlt sie? | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Ordergebühr | Klar ausgewiesen | Alle Anleger bei klassischen Brokern | 4,99 Euro + 0,25 % |
| Spread | Im Kurs versteckt | Alle Anleger, immer | 0,05 % bis 1 %+ |
| Fremdkostenpauschale | Auf Abrechnung sichtbar | Neobroker-Kunden | 1 bis 2 Euro pro Order |
| Mindermengenzuschlag | Im Preis ausgewiesen | Bei Orders unter 500 Euro | 0,95 bis 1 Euro |
Welche Broker haben wirklich keine Ordergebühren und wie verdienen sie Geld?

Mehrere Neobroker in Deutschland bewerben „0 Euro Ordergebühren“, darunter Finanzen.net Zero, Traders Place und XTB. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Handel kostenlos ist. Diese Broker verdienen ihr Geld auf anderen Wegen, vor allem über Spreads, Fremdkostenpauschalen und Mindermengenzuschläge.
Wie Neobroker ohne Ordergebühr Geld verdienen:
- Spreads: Der Broker oder sein Market-Making-Partner verdient an der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
- Fremdkostenpauschalen: Trade Republic berechnet seit Juli 2026 pauschal 1 Euro pro Order bei automatischer Bestpreis-Ausführung und 2 Euro, wenn der Kunde den Handelsplatz selbst wählt.
- Mindermengenzuschläge: Finanzen.net Zero und Traders Place erheben bei Orders unter 500 Euro einen Zuschlag von 1 Euro bzw. 0,95 Euro.
- Zinsen auf Cashguthaben: Viele Neobroker behalten einen Teil der Zinsen auf Einlagen ein.
- Produktgebühren: Bei manchen Derivaten oder Fonds fallen Produktkosten an, die nicht als Ordergebühr erscheinen.
Wichtige Änderung seit Juli 2026: Das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) hat die Einnahmequellen von Neobrokern verändert. Zuvor erhielten viele Broker Kickbacks von Market Makern für die Weiterleitung von Orders. Seit dem Verbot müssen sie diese Einnahmen durch andere Modelle ersetzen, was die Einführung oder Erhöhung von Fremdkostenpauschalen erklärt.
Wähle diesen Broker, wenn…
- Finanzen.net Zero: Langfristanleger mit Orders ab 500 Euro, die Depot- und Ordergebühren vollständig vermeiden wollen.
- Trade Republic: Anleger, die Einfachheit schätzen und 1 Euro pro Order akzeptieren.
- XTB: Anleger mit monatlichem Ordervolumen unter 100.000 Euro, die echte Aktien und ETFs handeln.
- Traders Place: Anleger mit Ordergrößen ab 500 Euro über gettex oder Baader.
Handelsplatz-Auswahl und ihr Einfluss auf die Kosten
Die Wahl des Handelsplatzes ist einer der unterschätztesten Kostenfaktoren beim Aktienhandel. Derselbe Broker kann je nach Handelsplatz sehr unterschiedliche Gesamtkosten erzeugen.
Für viele Neobroker gilt: Über gettex oder Baader sind Orders ab 500 Euro ohne explizite Gebühr ausführbar, während Trades über Tradegate Exchange oft rund 5 Euro pauschal kosten und Xetra-Orders bei etwa 6,50 Euro beginnen. Der Unterschied liegt nicht nur in den Entgelten, sondern auch in der Ausführungsqualität und den Spreads.
Handelsplätze im Überblick:
- gettex / Baader: Günstigstes Modell für Neobroker, enge Spreads für liquide Titel, 0 Euro Gebühr ab 500 Euro Volumen bei vielen Anbietern.
- Tradegate Exchange: Breites Wertpapierangebot, aber Pauschalentgelt von ca. 5 Euro pro Order bei vielen Brokern.
- Xetra: Höchste Liquidität für deutsche Aktien, aber Mindestentgelt von ca. 6,50 Euro, daher für kleine Orders ungeeignet.
- LS Exchange / Quotrix: Häufig in Neobroker-Apps integriert, Spreads variieren je nach Titel.
Häufiger Fehler: Anleger wählen automatisch Xetra, weil es als „offizielle“ Börse gilt, zahlen aber unnötig hohe Handelsplatzentgelte für Orders, die über gettex zu identischen oder besseren Kursen ausführbar wären.
Orderausführung, Geschwindigkeit und Slippage als versteckte Kosten
Slippage entsteht, wenn eine Order zu einem schlechteren Kurs ausgeführt wird als erwartet. Das passiert vor allem bei Marktorders in wenig liquiden Titeln oder in volatilen Marktphasen. Selbst wenn der Broker keine Ordergebühr erhebt, kann Slippage die Gesamtkosten erheblich erhöhen.
Bei einem Neobroker, der Orders automatisch an einen einzigen Market Maker weiterleitet, ist die Ausführungsqualität direkt von der Qualität dieses Partners abhängig. Seit dem PFOF-Verbot im Juli 2026 sind Broker verpflichtet, eine Best-Execution-Politik umzusetzen, also Orders zum bestmöglichen verfügbaren Kurs auszuführen. Trade Republic hat sein Modell entsprechend angepasst und routet Orders nun automatisch an die Börse mit dem besten verfügbaren Kurs.
Wann Slippage besonders relevant ist:
- Bei Marktorders (keine Preisbegrenzung)
- Bei wenig liquiden Nebenwerten oder Small Caps
- In den ersten und letzten Handelsminuten des Tages
- Bei größeren Ordervolumina, die den Markt bewegen können
Empfehlung: Limitorders setzen, um Slippage zu begrenzen. Der geringe Aufwand spart bei aktiven Anlegern messbar Geld.
Für wen lohnt sich ein Broker ohne Ordergebühren wirklich?
Broker ohne Ordergebühr eignen sich besonders für Langzeitanleger, die regelmäßig kleinere Beträge investieren, etwa über Sparpläne. Für diese Gruppe sind die Gesamtkosten oft tatsächlich niedriger als bei klassischen Brokern mit expliziten Provisionen.
Langzeitanleger profitieren, wenn:
- Sie Sparpläne nutzen (viele Neobroker bieten 0 Euro Ausführungsgebühr für Sparpläne)
- Ihre Einzelorders über 500 Euro liegen (Mindermengenzuschlag entfällt)
- Sie in liquide, großkapitalisierte Aktien oder ETFs investieren (enge Spreads)
Daytrader und aktive Händler sollten dagegen prüfen:
- Wie eng die Spreads bei ihren bevorzugten Instrumenten wirklich sind
- Ob die Ausführungsgeschwindigkeit und -qualität für ihre Strategie ausreicht
- Ob ein Broker mit expliziter, aber niedriger Provision bei hohem Volumen günstiger ist
Wer täglich 10 bis 20 Orders platziert, zahlt bei einem Spread von 0,15 Prozent pro Trade und einem Volumen von 2.000 Euro pro Order täglich 30 bis 60 Euro an impliziten Spread-Kosten, unabhängig von der Ordergebühr.
Wie berechne ich die echten Handelskosten bei verschiedenen Brokern?
Die echten Handelskosten setzen sich aus Ordergebühr, Fremdkostenpauschale, Handelsplatzentgelt, Spread und eventuellen Mindermengenzuschlägen zusammen. Nur wer alle Komponenten addiert, kann Broker seriös vergleichen.
Schritt-für-Schritt-Kalkulation für eine Beispiel-Order:
- Ordervolumen festlegen (z.B. 1.000 Euro)
- Ordergebühr des Brokers ermitteln (z.B. 0 Euro bei Neobroker)
- Fremdkostenpauschale prüfen (z.B. 1 Euro bei Trade Republic)
- Handelsplatzentgelt berücksichtigen (z.B. 0 Euro über gettex, 6,50 Euro über Xetra)
- Spread schätzen (z.B. 0,1 % bei einem DAX-ETF = 1 Euro bei 1.000 Euro Volumen)
- Gesamtkosten addieren: 0 + 1 + 0 + 1 = 2 Euro bei Trade Republic über gettex
Vergleich mit klassischem Broker:
- S Broker: 4,99 Euro + 0,25 % von 1.000 Euro + Börsenentgelt + Spread = ca. 10 bis 12 Euro
Bei einem Ordervolumen von 1.000 Euro ist der Neobroker also deutlich günstiger. Bei sehr großen Orders (z.B. 50.000 Euro) relativiert sich der Unterschied, da der prozentuale Spread beim Neobroker ebenfalls steigt.
Häufige Fehler bei der Wahl eines gebührenfreien Brokers
Der größte Fehler ist, die Ordergebühr als einziges Vergleichskriterium zu nutzen. Daneben gibt es weitere typische Fehleinschätzungen.
Häufige Fehler:
- Spread ignorieren: Besonders bei Nebenwerten und Derivaten können Spreads die Ersparnisse durch 0-Euro-Ordergebühren schnell übersteigen.
- Handelsplatz nicht prüfen: Wer automatisch Xetra wählt, zahlt unnötige Entgelte, die bei gettex nicht anfallen würden.
- Mindermengenzuschlag übersehen: Orders unter 500 Euro kosten bei vielen Neobrokern trotzdem 0,95 bis 1 Euro extra.
- Sparplan vs. Einzelorder verwechseln: Sparpläne sind oft kostenlos ausführbar, während Einzelorders Fremdkostenpauschalen auslösen.
- PFOF-Verbot und neue Gebührenmodelle nicht beachten: Seit Juli 2026 haben mehrere Neobroker ihre Preismodelle angepasst. Veraltete Vergleiche aus 2025 oder früher spiegeln die aktuellen Kosten nicht mehr korrekt wider.
Sind kostenlose Broker wirklich günstiger als traditionelle?
Für die meisten Privatanleger mit langfristiger Strategie und Ordervolumina ab 500 Euro: ja. Für aktive Händler mit häufigen Orders in wenig liquiden Titeln: nicht unbedingt.
Die Antwort hängt vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Ein Anleger, der monatlich einen ETF-Sparplan bespielt und gelegentlich Einzelaktien kauft, zahlt bei einem Neobroker im Jahr oft unter 20 Euro Gesamtkosten. Derselbe Anleger würde bei einem klassischen Broker mit 5 bis 10 Euro pro Order schnell das Zehnfache zahlen.
Wann ein klassischer Broker sinnvoll sein kann:
- Zugang zu internationalen Handelsplätzen und exotischen Märkten benötigt wird
- Professionelle Analysetools und Ordertypen erforderlich sind
- Telefonischer Kundenservice und persönliche Beratung gewünscht werden
- Sehr große Orders platziert werden, bei denen Ausführungsqualität und Liquidität entscheidend sind
FAQ
Was bedeutet „keine Ordergebühr“ bei Neobrokern wirklich? Es bedeutet, dass keine direkte Provision pro Order berechnet wird. Der Broker verdient stattdessen über den Spread, Fremdkostenpauschalen (z.B. 1 bis 2 Euro) oder Mindermengenzuschläge bei kleinen Orders.
Was ist das PFOF-Verbot und warum ist es relevant? Das Payment for Order Flow-Verbot ist seit Juli 2026 EU-weit in Kraft. Es untersagt Brokern, Kickbacks von Market Makern für die Weiterleitung von Orders zu erhalten. Neobroker, die zuvor stark auf PFOF-Einnahmen angewiesen waren, haben ihre Preismodelle angepasst, oft durch Einführung kleiner Fremdkostenpauschalen.
Wie hoch ist der Spread typischerweise bei einem DAX-ETF? Bei liquiden DAX-ETFs oder großen MSCI-World-ETFs liegt der Spread an aktiven Handelsplätzen wie gettex oft unter 0,1 Prozent. Bei weniger liquiden Titeln kann er deutlich höher ausfallen.
Kostet Trade Republic wirklich nur 1 Euro pro Order? Seit Juli 2026 berechnet Trade Republic 1 Euro Fremdkostenpauschale bei automatischer Bestpreis-Ausführung. Wählt der Kunde manuell einen der rund 30 verfügbaren Handelsplätze, steigt die Pauschale auf 2 Euro. Hinzu kommt immer der Spread des Marktes.
Für welche Ordergrößen lohnt sich Finanzen.net Zero? Finanzen.net Zero erhebt keine Depot- oder Ordergebühren und keinen Mindermengenzuschlag bei Orders ab 500 Euro. Unter 500 Euro fällt 1 Euro Zuschlag an. Für regelmäßige Sparpläne und größere Einzelorders ist das Modell besonders attraktiv.
Kann ich mit einem Neobroker auch an Xetra handeln? Manche Neobroker ermöglichen den Zugang zu Xetra, berechnen dann aber das Xetra-Handelsplatzentgelt von ca. 6,50 Euro. Das macht Xetra-Orders über Neobroker für kleine Ordervolumina teuer.
Was ist Slippage und wie vermeide ich sie? Slippage ist die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Kurs. Sie entsteht bei Marktorders in wenig liquiden Titeln oder in volatilen Phasen. Limitorders begrenzen Slippage effektiv.
Ist XTB wirklich kostenlos für Aktien und ETFs? XTB erlaubt den Handel echter Aktien und ETFs ohne Ordergebühr bis zu einem monatlichen Gesamtvolumen von 100.000 Euro. Über diesem Limit fallen Gebühren an. Der Spread bleibt in jedem Fall eine Kostenkomponente.
Wie vergleiche ich Broker objektiv nach Gesamtkosten? Ordergebühr, Fremdkostenpauschale, Handelsplatzentgelt, Spread und Mindermengenzuschlag addieren und auf das eigene Ordervolumen und die Orderfrequenz anwenden. Ein Vergleich nur nach Ordergebühr ist irreführend.
Sind Sparpläne bei Neobrokern wirklich kostenlos? Viele Neobroker bieten 0 Euro Ausführungsgebühr für Sparpläne. Produktspreads und interne Fondskosten (TER) fallen jedoch weiterhin an. Für regelmäßige Investoren ist das dennoch eine der günstigsten Anlageformen.
Fazit: Was „kostenlos“ beim Aktienhandel wirklich bedeutet
Kein Broker arbeitet ohne Einnahmen. Wer „0 Euro Ordergebühr“ liest, sollte drei Fragen stellen: Wie hoch ist der Spread? Welche Fremdkosten oder Pauschalen fallen an? Und welchen Handelsplatz nutzt der Broker?
Für Langzeitanleger mit Ordervolumina ab 500 Euro und einem Fokus auf liquide ETFs und Aktien sind Neobroker wie Finanzen.net Zero, Traders Place oder Trade Republic in den meisten Fällen tatsächlich günstiger als klassische Broker. Das PFOF-Verbot seit Juli 2026 hat die Preismodelle verändert, aber nicht grundlegend verteuert.
Konkrete nächste Schritte:
- Eigenes Nutzungsprofil definieren: Wie oft, wie viel, welche Wertpapiere?
- Gesamtkosten für drei bis vier Broker mit der oben beschriebenen Methode berechnen.
- Handelsplatz bewusst wählen und Xetra nur dann nutzen, wenn die Liquidität es erfordert.
- Limitorders statt Marktorders verwenden, um Slippage zu kontrollieren.
- Preismodelle regelmäßig prüfen, da Neobroker ihre Konditionen nach dem PFOF-Verbot weiter anpassen.
Der günstigste Broker ist nicht der mit der niedrigsten Ordergebühr, sondern der mit den niedrigsten Gesamtkosten für das eigene Anlageverhalten.
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