A.P. Møller-Mærsk, die größte Reederei Dänemarks und einer der größten Containerlogistiker der Welt, ist börsennotiert, wird aber von der Gründerfamilie kontrolliert. Größter Aktionär ist die A.P. Møller Holding A/S mit 45,32 Prozent des Kapitals und 52,50 Prozent der Stimmrechte (Stand 4. Juni 2026, laut Investor-Relations-Seite des Konzerns). Diese Holding gehört vollständig der 1953 gegründeten Stiftung A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal. Zwei weitere Familienstiftungen halten zusammen weitere rund 14 Prozent des Kapitals. An der Spitze stehen Stand September 2026 Robert Mærsk Uggla als Verwaltungsratsvorsitzender – ein Urenkel des Firmengründers – und Vincent Clerc als CEO.
Key Takeaways
- Die A.P. Møller Holding A/S hält 45,32 Prozent des Kapitals und 52,50 Prozent der Stimmen an A.P. Møller-Mærsk (Stand 4. Juni 2026).
- Die Holding gehört zu 100 Prozent der A.P. Møller Stiftung (A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal), gegründet 1953.
- Die Familienstiftung (A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Familiefond) hält 9,88 Prozent des Kapitals, Den A.P. Møllerske Støttefond 4,46 Prozent.
- Zusammen kontrollieren die drei Møller-Stiftungen rund 74 Prozent der Stimmrechte.
- Ane Mærsk Mc-Kinney Uggla, Tochter von Mærsk Mc-Kinney Møller, ist Vorsitzende der Stiftung und der Holding; ihr Sohn Robert M. Uggla ist CEO der Holding und seit März 2022 Verwaltungsratsvorsitzender von Maersk.
- 2025 setzte Maersk 54,0 Milliarden US-Dollar um, das EBIT lag bei 3,5 Milliarden US-Dollar; die Prognose 2026 wurde im August nach einem starken zweiten Quartal deutlich angehoben.
- Die Holding hat ihr Portfolio breit diversifiziert: 2025 wurde Svitzer von der Börse genommen, im August 2026 die Übernahme von Ocean Yield abgeschlossen.
| Name | A.P. Møller-Mærsk A/S |
| Gegründet | 16. April 1904 in Svendborg (Dampskibsselskabet Svendborg) |
| Sitz | Esplanaden 50, Kopenhagen, Dänemark |
| Branche | Containerschifffahrt, Logistik, Hafenterminals |
| Eigentümer | A.P. Møller Holding A/S 45,32 % Kapital / 52,50 % Stimmen; Familiefond 9,88 % / 14,76 %; Støttefond 4,46 % / 6,73 %; Rest Streubesitz (Stand 4. Juni 2026) |
| Führung | Vincent Clerc (CEO seit Januar 2023), Robert Mærsk Uggla (Chairman seit März 2022) |
| Umsatz / Mitarbeiter | 54,0 Mrd. US-Dollar (2025); mehr als 100.000 Beschäftigte (laut Konzernangaben Februar 2026) |
Geschichte: Von Svendborg zum Weltkonzern
Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1886, als der Kapitän Peter Mærsk Møller den Dampfer SS Laura erwarb. Am 16. April 1904 gründete er gemeinsam mit seinem Sohn Arnold Peter (A.P.) Møller in Svendborg die Dampskibsselskabet Svendborg, die Keimzelle des heutigen Konzerns. 1912 folgte in Kopenhagen die Dampskibsselskabet af 1912. Beide Gesellschaften bildeten über Jahrzehnte das Rückgrat der Gruppe und fusionierten erst 2003 zur heutigen A.P. Møller-Mærsk A/S.
Prägende Figur des 20. Jahrhunderts war Mærsk Mc-Kinney Møller (1913–2012), Sohn des Gründers A.P. Møller. Er wurde 1939 Partner, führte das Unternehmen nach dem Tod seines Vaters 1965 und blieb bis zu seinem Tod geschäftsführender Teilhaber. 1953 richtete A.P. Møller die nach ihm und seiner Frau benannte Stiftung ein, um – so die heutige Holding auf ihrer Website – „eine familienkontrollierte Eigentümerstruktur der Geschäftsaktivitäten sicherzustellen“. Diese Konstruktion ist bis heute der Kern der Eigentümerstruktur.
Im Containergeschäft wuchs Maersk vor allem durch Zukäufe: 1999 kam die US-Reederei Sea-Land, 2005 P&O Nedlloyd, 2017 die Hamburger Reederei Hamburg Süd. Zwischen 2016 und 2019 trennte sich der Konzern konsequent vom Energiegeschäft. Maersk Oil ging für 7,45 Milliarden US-Dollar an Total, Maersk Tankers wurde 2017 an die A.P. Møller Holding verkauft, Maersk Drilling 2019 als eigenständige Gesellschaft an die Börse gebracht. Seither positioniert sich Maersk als integrierter Logistikkonzern mit den Sparten Ocean, Logistics & Services und Terminals.
Eigentümerstruktur im Detail: Stiftung, Holding, Familie
Maersk ist an der Nasdaq Copenhagen in zwei Aktienklassen notiert: MAERSK A mit Stimmrecht und MAERSK B ohne Stimmrecht. Das Grundkapital beträgt laut Investor-Relations-Seite 14.695.828.000 dänische Kronen bei 19.172.976 Stimmen. Weil die Familienvehikel überproportional A-Aktien halten, liegen ihre Stimmanteile über den Kapitalanteilen.
Die Liste der Großaktionäre nennt drei Namen (Stand 4. Juni 2026): Die A.P. Møller Holding A/S mit 45,32 Prozent des Kapitals und 52,50 Prozent der Stimmen, die A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Familiefond mit 9,88 Prozent des Kapitals und 14,76 Prozent der Stimmen sowie Den A.P. Møllerske Støttefond mit 4,46 Prozent des Kapitals und 6,73 Prozent der Stimmen. Addiert kontrollieren die drei Stiftungsvehikel knapp 60 Prozent des Kapitals und rund 74 Prozent der Stimmrechte. Kein anderer Aktionär überschreitet die Meldeschwelle von 5 Prozent.
Die A.P. Møller Holding wurde 2013 als Investmentarm der Stiftung gegründet; die Stiftung übertrug ihr in diesem Zuge ihre Mehrheit an Maersk. Die Holding gehört laut ihrer Website vollständig der A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal, einer dänischen gemeinnützigen Stiftung. Die Stiftung selbst hat keine Eigentümer im klassischen Sinn – sie ist rechtlich verselbstständigtes Vermögen mit einem Zweck, der laut Holding auf drei Prinzipien beruht: finanzielle Konsolidierung, positive gesellschaftliche Wirkung und Vorrang von Reinvestition vor Ausschüttung.
Die Familie übt ihren Einfluss über die Gremien aus. Ane Mærsk Mc-Kinney Uggla (Jahrgang 1948), Tochter von Mærsk Mc-Kinney Møller, ist seit 2012 Vorsitzende der Stiftung und seit 2013 Vorsitzende der Holding. Ihr Sohn Robert Mærsk Uggla (Jahrgang 1978) ist seit September 2016 CEO der A.P. Møller Holding und wurde im März 2022 zum Verwaltungsratsvorsitzenden von A.P. Møller-Mærsk gewählt. Damit sitzt die vierte Generation der Gründerfamilie an der Spitze der börsennotierten Gesellschaft, ohne dass einzelne Familienmitglieder die Aktien persönlich halten. Wie viel Vermögen die Familie außerhalb der Stiftungsstruktur besitzt, ist nicht belegbar; uamr.de nennt dazu keine Zahlen.
Die Holding ist längst mehr als ein Maersk-Aktionär. Laut ihrem Geschäftsbericht 2025 (veröffentlicht am 1. April 2026) erwirtschaftete die Gruppe 401 Milliarden Kronen Umsatz und 24 Milliarden Kronen Nettoergebnis; der Nettoinventarwert stieg um 22 Prozent auf 281 Milliarden Kronen. Maersk und die Danske Bank – an der die Holding rund 20 Prozent hält – machen nur noch etwa die Hälfte des Nettoinventarwerts aus, 2016 waren es 100 Prozent. Weitere Beteiligungen sind Maersk Tankers, der Schlepperbetreiber Svitzer, der 2025 von der Börse genommen wurde, sowie seit August 2026 der Schiffsleasinganbieter Ocean Yield, den die Holding vollständig von KKR übernahm.
Geschäftsmodell und Zahlen
Maersk gliedert sich in drei Segmente. Ocean, das Containergeschäft, betreibt rund 350 eigene und mehr als 390 gecharterte Schiffe mit einer Kapazität von 4,66 Millionen TEU. Seit Februar 2025 arbeitet Maersk in der Allianz „Gemini Cooperation“ mit Hapag-Lloyd zusammen; laut Konzernangaben steuern die Partner gemeinsam rund 1.200 Schiffe auf den Ost-West-Routen. Logistics & Services bündelt Lager-, Luftfracht- und Landverkehrsangebote. Terminals (APM Terminals) betreibt 53 Hafenterminals in 29 Ländern.
Das Geschäftsjahr 2025 brachte laut Konzernmitteilung vom 5. Februar 2026 einen Umsatz von 54,0 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 55,5 Milliarden), ein EBITDA von 9,5 Milliarden und ein EBIT von 3,5 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 6,5 Milliarden). Die Frachtraten sanken wegen Überkapazitäten, während die Terminals ein Rekordergebnis mit 20 Prozent Umsatzplus lieferten. Die Aktionäre erhielten eine Dividende von 480 Kronen je Aktie, dazu wurde ein Aktienrückkauf über eine Milliarde US-Dollar beschlossen. Gleichzeitig kündigte der Konzern den Abbau von rund 1.000 der etwa 6.000 Verwaltungsstellen an, was jährlich 180 Millionen US-Dollar einsparen soll. Insgesamt beschäftigt Maersk mehr als 100.000 Menschen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Jahr 2026 begann mit einer vorsichtigen Prognose: Für das Gesamtjahr erwartete Maersk im Februar nur ein bereinigtes EBIT zwischen minus 1,5 und plus 1,0 Milliarden US-Dollar, weil neue Schiffe und die erwartete Rückkehr ins Rote Meer die Raten drücken sollten. Es kam anders. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz laut WorldCargo News um 23 Prozent auf 10,5 Milliarden US-Dollar, das EBIT auf 935 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal 229 Millionen). Die Auslastung der Flotte lag bei 96 Prozent, die Frachtraten legten um 22 Prozent zu. Maersk hob daraufhin die Prognose für das bereinigte EBIT 2026 auf 4,5 bis 6,5 Milliarden US-Dollar an und erwartet nun einen positiven freien Cashflow.
Parallel verlegt Maersk Dienste schrittweise zurück durch den Suezkanal. Seit Anfang Juli 2026 wurden vier Dienste wieder auf die Route umgestellt, was etwa einem Drittel der üblichen Volumina entspricht; im September folgten laut WorldCargo News weitere Umleitungen gemeinsam mit Hapag-Lloyd. CEO Clerc betonte, man mache „keine Kompromisse bei der Sicherheit der Besatzung, der Schiffe oder der Ladung“. Auf Eigentümerebene gab es keine Verschiebungen: Die Stiftungsvehikel halten ihre Positionen, Robert Uggla bleibt Verwaltungsratsvorsitzender.
FAQ
Ist Maersk ein Familienunternehmen? Im Kern ja. Die Aktien sind zwar börsennotiert, aber rund 74 Prozent der Stimmrechte liegen bei drei Stiftungen der Gründerfamilie Møller. Die Familie besetzt zudem die Spitzenpositionen von Stiftung, Holding und Verwaltungsrat.
Wem gehört die A.P. Møller Holding? Zu 100 Prozent der A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal, einer 1953 gegründeten dänischen Stiftung.
Wer führt Maersk operativ? Vincent Clerc ist seit Januar 2023 CEO. Verwaltungsratsvorsitzender ist seit März 2022 Robert Mærsk Uggla, Urenkel des Gründers A.P. Møller.
Was ist der Unterschied zwischen Maersk A- und B-Aktien? A-Aktien tragen Stimmrechte, B-Aktien nicht. Deshalb hält die A.P. Møller Holding 45,32 Prozent des Kapitals, aber 52,50 Prozent der Stimmen.
Gehört Hamburg Süd zu Maersk? Ja, die Hamburger Reederei wurde 2017 übernommen und ist seither in das Ocean-Segment integriert.
Fazit
Maersk gehört formal Tausenden Aktionären, tatsächlich aber einer Stiftungskonstruktion, die A.P. Møller 1953 geschaffen hat, um die Kontrolle in der Familie zu halten. Über die A.P. Møller Holding und zwei weitere Stiftungen kontrolliert die Familie Mc-Kinney Møller rund 74 Prozent der Stimmen; mit Ane Uggla an der Spitze der Stiftung und Robert Uggla an der Spitze von Holding und Verwaltungsrat ist die vierte Generation am Ruder. Stand September 2026 ist diese Struktur unverändert, während das operative Geschäft nach einem schwachen Start ins Jahr wieder deutlich an Fahrt gewinnt.