Kurze Antwort: Die Markenrechte an Sinalco liegen für Deutschland und den größten Teil der Welt bei der Sinalco International GmbH & Co. KG in Duisburg-Walsum, die zur Getränkegruppe Hövelmann gehört. Operativ tritt die Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG unter derselben Adresse auf. Ausgenommen sind die Schweiz und Liechtenstein: Dort gehört Sinalco der RAMSEIER Suisse AG in Sursee. Detmold ist nur der Gründungsort von 1902, nicht der heutige Sitz.
Die Gesellschaften
Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG – die operative Gesellschaft und Betreiberin von sinalco.de:
- Anschrift: Römerstraße 109, 47179 Duisburg-Walsum
- Registergericht: Amtsgericht Duisburg, HRA 6794
- Komplementärin: Deutsche Sinalco GmbH, Amtsgericht Duisburg HRB 9215
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 813397747
- Öko-Kontrollstelle: DE-ÖKO-006
- Geschäftsführer: Heino Hövelmann und Edmund Skopyrla; Prokura laut Registerbekanntmachungen für Ina Neleßen und Andreas Josten
Sinalco International GmbH & Co. KG – die markenhaltende Gesellschaft, Römerstraße 109, 47179 Duisburg. Amtsgericht Duisburg, HRA 6438, EUID DER1202.HRA6438, Ersteintragung 30. August 2002. Komplementärin ist die Sinalco International Verwaltungs GmbH (Eintragung 23. September 2002).
Zur häufig gestellten Frage nach einer „Sinalco AG“: Diese existierte historisch, gegründet 1908. Im US-Markenregister ist sie noch als früherer Inhaber älterer Marken verzeichnet. Sie ist nicht der heutige Markeninhaber.
Die Eigentümerstruktur
Die Verbindung zur Familie und Unternehmensgruppe Hövelmann ist eindeutig belegbar – die genaue Gesellschafterkette dagegen nur eingeschränkt.
Was belegt ist: Bei der Sinalco International GmbH & Co. KG ist die Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG als Kommanditistin geführt. Als Anteilseigner der Deutschen Sinalco KG nennen die Registerauswertungen die RheinfelsQuellen H. Hövelmann GmbH & Co. KG und die Sinalco International GmbH & Co. KG – bezogen auf die Registerpublikation vom 30. August 2002.
Die RheinfelsQuellen H. Hövelmann GmbH & Co. KG hat dieselbe Anschrift wie Sinalco: Römerstraße 109, 47179 Duisburg-Walsum. Amtsgericht Duisburg HRA 4946, Komplementärin Mineralquellen und Getränke H. Hövelmann GmbH (HRB 2002), Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE 119503846. Als Geschäftsführer nennt das Impressum Heidrun Hövelmann, Heino Hövelmann, Edmund Skopyrla und Torsten Schneider – zwei davon führen auch die Deutsche Sinalco.
Was nicht belegt ist: Die exakte aktuelle Gesellschafterkette zwischen den drei Gesellschaften lässt sich aus den frei zugänglichen Registerauswertungen nicht widerspruchsfrei rekonstruieren; die Angaben sind dort teilweise wechselseitig. Anteilsquoten sind für keine der Gesellschaften öffentlich verfügbar. Dieser Artikel nennt deshalb keine Prozentangaben.
Hermann Hövelmann, geschäftsführender Gesellschafter der Getränkegruppe Hövelmann, ist am 15. Juni 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben. Wie sich die Gesellschafterstruktur danach darstellt, ist nicht öffentlich.
Markeninhaber, Lizenznehmer, Abfüller
Sinalco arbeitet mit Konzessions- und Lizenzpartnern. Das ist der Grund, warum die Frage „Wer stellt Sinalco her?“ und die Frage „Wem gehört Sinalco?“ unterschiedliche Antworten haben.
- Deutschland: Die Hövelmann-Gruppe füllt selbst ab – für 2009 sind 1,4 Millionen Hektoliter belegt.
- Vivaris Getränke GmbH & Co. KG, Haselünne, eine Tochter der Berentzen-Gruppe, ist seit 2015 Konzessionsnehmerin, ursprünglich für Nord- und Ostdeutschland. Berentzen führt Sinalco offiziell im Portfolio und bezeichnet sich als „gegenwärtig Lizenznehmer für die Marke Sinalco“.
- Im November 2024 wurde die Zusammenarbeit verlängert: Vivaris bleibt Vertriebspartner in der Gastronomie. Ab 1. Januar 2025 laufen Betreuung und Faktura des Getränkefachgroßhandels für Sinalco-Gastronomiegebinde national wieder über Hövelmann Getränke Vertrieb.
- International: Vertrieb durch die Duisburger Gruppe in rund 50 Ländern, ausgenommen die Schweiz.
- Österreich: Sinalco Austria Ges.m.b.H., Ahrleiten 6, 5761 Maria Alm, Firmenbuchnummer FN 168 112 z beim Landesgericht Salzburg, UID ATU 44 67 53 02. Geschäftsführer: Heino Hövelmann. Die Verwaltung sitzt in Duisburg-Walsum.
Seit Juni 2011 gehört außerdem die Fachingen Heil- und Mineralbrunnen GmbH (Amtsgericht Montabaur HRB 6781) zur deutschen Sinalco; Geschäftsführer sind Heiner Wolters und Edmund Skopyrla.
Sinalco Schweiz ist etwas anderes
Hier liegt die größte Fehlerquelle. „Sinalco International“ ist die Duisburger markenhaltende Gesellschaft – ohne Schweizbezug. Sinalco Schweiz ist keine Sinalco-Gesellschaft. Die Website sinalco.ch wird betrieben von der RAMSEIER Suisse AG, Merkurstrasse 1, 6210 Sursee, Handelsregisternummer CH-100.3.785.032-8, UID CHE-112.287.955 MWST. Sinalco ist dort eine Marke der Ramseier Suisse AG.
Die Kette dorthin: Die Rechte für Schweiz und Liechtenstein verblieben beim Verkauf an Hövelmann bei Feldschlösschen, gingen 2002 an die Pomdor AG, fusionierten 2005 mit der Granador AG zur Unidrink AG, die 2008 in Ramseier Suisse AG umbenannt wurde.
Historie
- 1902: Der Detmolder Fabrikant Franz Hartmann entwickelt gemeinsam mit dem Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz in Oberlößnitz (heute Radebeul) ein Fruchtgetränk: die „Bilz-Brause“.
- 1905: Preisausschreiben für einen schützbaren Markennamen, ausgelobt sind 100 Goldmark. Der Siegername Sinalco leitet sich vom lateinischen sine alcohole ab – „ohne Alkohol“.
- 1907: Markenschutz für Sinalco.
- 1908: Gründung der Sinalco AG.
- 1937: Entstehung des bis heute prägenden Logos – roter Punkt mit schrägem Schriftzug über einem Kelch-Umriss.
- bis 1970: Die gelbe Sinalco liegt in Deutschland auf Rang eins, Sinalco-Kola auf Rang drei hinter Coca-Cola und Pepsi.
- 1971: Erster Eigentümerwechsel – nach dem Tod der Eigentümerfamilie Verkauf über die Hansa-Brauerei Dortmund an die Dortmunder Actien-Brauerei, damit an den Oetker-Konzern.
- 1981: Oetker verkauft die Markenrechte an die schweizerische Sibra-Holding, später Cardinal-Holding, bereits Konzessionärin für die Schweiz.
- 1986/87: Die eigene Produktion wird aufgegeben; Sinalco ist zunächst nur noch Handelsunternehmen.
- 1991: Übernahme von Cardinal durch die Feldschlösschen-Gruppe.
- 1994: Feldschlösschen verkauft die deutschen Markenrechte an die Hövelmann-Gruppe; Gründung der Deutschen Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG in Duisburg-Walsum.
- 1997: Auch die internationalen Markenrechte außer Schweiz und Liechtenstein gehen an die Hövelmann-Gruppe.
- 1998: Gründung von Sinalco Austria in Maria Alm.
- 2002: Registereintragungen der beiden Duisburger Gesellschaften beim Amtsgericht Duisburg.
- 2015: Vivaris wird erste Konzessionsnehmerin.
Zu den Jahren 1994 und 1997 gibt es eine Abweichung zwischen den Quellen: Die Unternehmenswebsite datiert die Übernahme auf 1994 für Deutschland, Österreich und Luxemburg, während die Aufarbeitung bei Wikipedia zwischen 1994 (Deutschland) und 1997 (international außer Schweiz und Liechtenstein) trennt.
Markenrechte
Im US-Bundesmarkenregister ist die Sinalco International GmbH & Co. KG als Inhaberin der Registrierung 5343268 (Serial 79198902) eingetragen, angemeldet am 29. September 2016, eingetragen am 28. November 2017, Status aktiv, Klasse 32. Basis ist die internationale Registrierung (WIPO/Madrid) Nr. 0491934 aus dem Jahr 1985. Ältere US-Marken laufen noch auf die historische Sinalco Aktiengesellschaft.
Häufige Falschannahmen
- „Sinalco ist eine Detmolder Firma.“ Detmold ist der Gründungsort von 1902. Sitz ist seit 1994 Duisburg-Walsum.
- „Sinalco gehört der Sinalco AG.“ Die Sinalco AG ist ein historischer Rechtsträger von 1908.
- „Sinalco Schweiz ist eine Tochter von Sinalco Deutschland.“ Nein – die Schweizer Rechte liegen bei der RAMSEIER Suisse AG.
- „Sinalco gehört Oetker“ oder „gehört Feldschlösschen“. Beides veraltet: 1971 bis 1981 beziehungsweise 1991 bis 1994/97.
- „Sinalco wird von Berentzen produziert.“ Verkürzt – Berentzen/Vivaris ist Lizenznehmer, Markeninhaber bleibt Sinalco.
- Gründungsjahr 1902, 1905, 1907 oder 1908? Alle vier Zahlen kursieren. 1902 ist die Bilz-Brause, 1905 der Markenname, 1907 der Markenschutz, 1908 die Sinalco AG.
Was sich aus öffentlichen Quellen nicht belegen lässt
- Die beim DPMA eingetragenen deutschen Registernummern und der dort eingetragene Markeninhaber – das DPMA-Register ist für automatisierte Abrufe gesperrt
- Anteilsquoten an sämtlichen genannten Gesellschaften – für keine liegen öffentliche Angaben vor
- Die exakte aktuelle Gesellschafterkette zwischen Deutscher Sinalco, Sinalco International und RheinfelsQuellen
- Geschäftsführer und Registernummer der Sinalco International Verwaltungs GmbH
- Namen und Anteile der natürlichen Personen hinter der Hövelmann-Gruppe sowie die Nachfolgeregelung nach dem Tod Hermann Hövelmanns im Juni 2026
- Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der Sinalco International GmbH & Co. KG
- Das Aktionariat der RAMSEIER Suisse AG
- Umsatz, Ertrag und Mitarbeiterzahl von Sinalco oder der Hövelmann-Gruppe
- Die vollständige Liste der internationalen Lizenznehmer und Abfüller
- Ob die Sinalco AG als Rechtsträger heute noch existiert
- Die Vertragslaufzeit der Vivaris-Konzession und das aktuelle Abfüllvolumen
Quellen
- Impressum – Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG
- Sinalco – Historie
- North Data – Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG, HRA 6794
- North Data – Sinalco International GmbH & Co. KG, HRA 6438
- Impressum – RheinfelsQuellen H. Hövelmann GmbH & Co. KG
- Impressum – Sinalco Austria Ges.m.b.H.
- Impressum sinalco.ch – RAMSEIER Suisse AG
- getraenke-news.de: Sinalco verlängert mit Vivaris (15.11.2024)
- Berentzen-Gruppe – Alkoholfreie Getränke (Sinalco als Lizenzmarke)
- Justia Trademarks – SINALCO, Reg. 5343268
- Impressum – Fachingen Heil- und Mineralbrunnen GmbH
- Wikipedia – Sinalco (Unternehmensgeschichte mit Einzelnachweisen)
Stand: 26. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.