Huawei Technologies Co., Ltd. aus Shenzhen ist nicht börsennotiert und gehört zu 100 Prozent der Huawei Investment & Holding Co., Ltd. Diese Holding hat zwei Gesellschafter: die firmeneigene Gewerkschaft, die laut Huawei das Beteiligungsprogramm für 169.054 aktive und pensionierte Mitarbeiter verwaltet und rund 99,4 Prozent hält, sowie Gründer Ren Zhengfei mit knapp 0,59 Prozent (Stand Ende 2025). Die Forscher Christopher Balding und Donald Clarke bezweifeln seit 2019, dass diese Darstellung die Kontrollverhältnisse abbildet.
Key Takeaways
- Huawei Technologies ist eine hundertprozentige Tochter der Huawei Investment & Holding Co., Ltd. und nicht börsennotiert.
- Gesellschafter der Holding sind die firmeneigene Gewerkschaft (rund 99,4 Prozent) und Gründer Ren Zhengfei (knapp 0,59 Prozent, Stand Ende 2025).
- Am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm nahmen Ende 2025 laut Huawei 169.054 Beschäftigte und Ruheständler teil.
- Die Studie von Balding und Clarke (2019) sieht in den Mitarbeiteranteilen nur eine Gewinnbeteiligung ohne Kontrollrechte.
- 2025 erzielte Huawei 880,9 Milliarden Yuan Umsatz (plus 2,2 Prozent) und 68 Milliarden Yuan Nettogewinn (plus 8,6 Prozent).
- Seit Mai 2019 steht Huawei auf der US-Sanktionsliste; 2020 verkaufte der Konzern deshalb die Marke Honor.
| Name | Huawei Technologies Co., Ltd. |
|---|---|
| Gegründet | September 1987 |
| Sitz | Shenzhen, Provinz Guangdong, Volksrepublik China |
| Branche | Telekommunikationsausrüstung, Smartphones, Cloud, Fahrzeugtechnik |
| Eigentümer | Gewerkschaft der Huawei Investment & Holding (Mitarbeiterbeteiligungsprogramm) rund 99,4 %; Gründer Ren Zhengfei knapp 0,59 % (Stand 31.12.2025) |
| Umsatz/Mitarbeiter | 880,9 Mrd. Yuan Umsatz, 68 Mrd. Yuan Nettogewinn (2025); rund 213.000 Mitarbeiter |
| Führung | Verwaltungsratsvorsitzender Liang Hua; rotierende Vorsitzende Xu Zhijun, Hu Houkun und Meng Wanzhou; Gründer Ren Zhengfei im Verwaltungsrat |
Geschichte und Herkunft
Ren Zhengfei, ein ehemaliger Offizier des Ingenieurkorps der Volksbefreiungsarmee, gründete Huawei im September 1987 in Shenzhen mit fünf weiteren Gesellschaftern; das eingetragene Kapital betrug 21.000 Yuan. Zunächst verkaufte die Firma Telefonvermittlungsanlagen aus Hongkong weiter, 1993 folgte das erste eigene Vermittlungssystem. In den 2000er Jahren wurde Huawei zum weltweit führenden Netzausrüster, ab etwa 2010 kamen Smartphones hinzu; 2020 war Huawei kurzzeitig der größte Smartphone-Hersteller der Welt.
Da stand der Konzern bereits unter Druck. Am 1. Dezember 2018 wurde Finanzchefin Meng Wanzhou, Tochter des Gründers, auf Antrag der USA in Vancouver festgenommen; Vorwurf war Bankbetrug bei Iran-Geschäften. Im Mai 2019 setzten die USA Huawei auf ihre „Entity List“, der Konzern verlor den Zugang zu Google-Diensten und modernen Chips. Am 17. November 2020 verkaufte er die Marke Honor an ein Konsortium unter Führung der staatlichen Shenzhen Smart City Technology Development Group. Meng Wanzhou kehrte im September 2021 nach einer Vereinbarung mit der US-Justiz nach China zurück.
Eigentümerstruktur im Detail

Formal ist die Lage eindeutig: Huawei Technologies gehört vollständig der Huawei Investment & Holding Co., Ltd. Deren einzige Gesellschafter sind die „Union of Huawei Investment & Holding“, die Gewerkschaft der Holding, mit rund 99,4 Prozent und Ren Zhengfei mit knapp 0,59 Prozent (Stand 31. Dezember 2025). Sein Anteil sinkt mit jeder Ausgabe neuer Anteile; 2018 waren es 1,14 Prozent.
Über die Gewerkschaft läuft das Beteiligungsprogramm mit Ende 2025 laut Huawei 169.054 aktiven und pensionierten Teilnehmern. Die Anteile werden nach Leistung und Position zugeteilt, sind nicht übertragbar und werden beim Ausscheiden zurückgenommen; ausländische Beschäftigte sind ausgeschlossen. Die Beteiligten wählen alle fünf Jahre eine Vertreterkommission; im Februar 2025 bestimmten 127.909 Stimmberechtigte 161 Vertreter. Die Kommission wählt Verwaltungsrat und Aufsichtsrat und entscheidet über Kapitalerhöhungen und Gewinnverwendung. Ren Zhengfei hat laut Huawei ein Vetorecht bei Grundsatzfragen wie Kapitalstruktur und Verwaltungsratsnominierungen.
Hier setzt die Kritik an. Christopher Balding und Donald Clarke veröffentlichten im April 2019 die Studie „Who Owns Huawei?“. Ihr Befund: Die Mitarbeiter halten keine Aktien, sondern „virtuelle Anteile“, also ein vertragliches Recht auf Gewinnbeteiligung ohne Eigentum und Stimmrechte an der Gesellschaft. Rechtlich gehöre die Holding zu 99 Prozent einem Gewerkschaftskomitee, dessen Funktionsweise nicht öffentlich sei. Arbeite es wie chinesische Gewerkschaften üblich, die dem staatlich gelenkten Gewerkschaftsbund unterstehen, sei Huawei eher als staatlich kontrolliert zu betrachten. Einen Beweis dafür lieferte die Studie nicht.
Huawei wies die Schlussfolgerungen als „völlig unbegründet“ zurück. Verwaltungsratssekretär Jiang Xisheng erklärte im April 2019, die Gewerkschaft sei zwar beim Gewerkschaftsbund von Shenzhen registriert, diene aber nur als rechtliche Plattform, weil das chinesische Gesellschaftsrecht die Zahl direkter Gesellschafter begrenze. Andere Forscher wie Qiao und Marquis halten Huawei für ein privates, kollektiv gehaltenes Unternehmen. Festzuhalten bleibt: Juristischer Eigentümer ist die Gewerkschaft, und unabhängig überprüfen lässt sich die Binnenstruktur nicht.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Laut dem im März 2026 vorgelegten Geschäftsbericht 2025 stieg der Umsatz um 2,2 Prozent auf 880,9 Milliarden Yuan (rund 111 Milliarden Euro), der Nettogewinn um 8,6 Prozent auf 68 Milliarden Yuan (rund 8,6 Milliarden Euro). 2024 hatte Huawei 862,1 Milliarden Yuan umgesetzt (plus 22 Prozent, rund 108,5 Milliarden Euro) und 62,6 Milliarden Yuan verdient (rund 7,9 Milliarden Euro). In die Forschung flossen 192,3 Milliarden Yuan, 21,8 Prozent des Umsatzes. Der Konzern beschäftigte rund 213.000 Mitarbeiter; etwa 70 Prozent des Umsatzes entfielen auf China.
Technologisch hat Huawei die Sanktionen teilweise umgangen. Im August 2023 erschien das „Mate 60 Pro“ mit dem hauseigenen Prozessor „Kirin 9000S“, gefertigt vom chinesischen Auftragsfertiger SMIC im 7-Nanometer-Verfahren; für 2026 ist der KI-Chip „Ascend 950″ als Nvidia-Konkurrent angekündigt. Das Betriebssystem HarmonyOS kommt seit „HarmonyOS NEXT“ (2024) ohne Android-Code aus; Ende 2025 liefen über 36 Millionen Geräte mit HarmonyOS 5 oder 6.
Am schnellsten wächst das Autogeschäft. Huawei baut keine eigenen Fahrzeuge, liefert aber Software, Fahrassistenz und Vertrieb für Partnermarken der Harmony Intelligent Mobility Alliance (HIMA) wie Aito. 2025 wurden 589.100 HIMA-Fahrzeuge ausgeliefert, 32 Prozent mehr als im Vorjahr; der Bereich steigerte seinen Umsatz um 72,1 Prozent auf 45 Milliarden Yuan. Den Geschäftsbericht stellte Meng Wanzhou als rotierende Vorsitzende vor; sie, Xu Zhijun und Hu Houkun wechseln sich halbjährlich an der operativen Spitze ab.
Bedeutung für Deutschland und Europa
Im Juli 2024 einigte sich das Bundesinnenministerium mit Telekom, Vodafone und Telefónica darauf, kritische Komponenten von Huawei und ZTE bis Ende 2026 aus den 5G-Kernnetzen zu entfernen; bis Ende 2029 folgen die Netzmanagementsysteme in Zugangs- und Transportnetzen. Die EU-Kommission drängt auf ein verbindliches Verbot von „Hochrisiko-Anbietern“ in allen Mitgliedstaaten.
Die Eigentümerfrage ist der Kern dieser Debatte: Solange unklar bleibt, wer hinter der Gewerkschaft steht, gilt der Konzern als Sicherheitsrisiko.
FAQ
Wem gehört Huawei? Huawei Technologies gehört zu 100 Prozent der Huawei Investment & Holding Co., Ltd. Deren Gesellschafter sind die firmeneigene Gewerkschaft mit rund 99,4 Prozent und Gründer Ren Zhengfei mit knapp 0,59 Prozent (Stand Ende 2025).
Ist Huawei ein Staatsunternehmen? Nach eigenen Angaben nicht, keine Behörde hält Anteile. Kritiker verweisen darauf, dass der juristische Eigentümer ein Gewerkschaftskomitee ist und chinesische Gewerkschaften staatlich gelenkt sind.
Wie viel Umsatz macht Huawei? Im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei 880,9 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 111 Milliarden Euro, der Nettogewinn bei 68 Milliarden Yuan.
Wer führt Huawei? Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Liang Hua; die rotierenden Vorsitzenden Xu Zhijun, Hu Houkun und Meng Wanzhou wechseln sich halbjährlich ab. Gründer Ren Zhengfei hat bei Grundsatzfragen ein Vetorecht.
Gehört Honor noch zu Huawei? Nein. Huawei verkaufte die Marke im November 2020 wegen der US-Sanktionen an ein staatlich geführtes Konsortium aus Shenzhen.
Fazit
Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Huawei?“ hängt von der Ebene ab. Juristisch gehört die Holding fast vollständig einer Gewerkschaft, wirtschaftlich beteiligt Huawei über 169.000 Mitarbeiter und Pensionäre an den Gewinnen. Gründer Ren Zhengfei hält knapp 0,59 Prozent, sichert seinen Einfluss aber per Vetorecht.
Die US-Sanktionen hat der Konzern besser überstanden als erwartet: 2025 lag der Umsatz nahe dem Rekord von 2020. Offen bleibt, wer hinter der Gewerkschaft tatsächlich entscheidet; von außen lässt sich das nicht nachprüfen.