
Flixbus gehört der Flix SE, einer Europäischen Aktiengesellschaft mit Sitz in München, die nicht börsennotiert ist. Hinter der Gesellschaft stehen die drei Gründer André Schwämmlein, Daniel Krauss und Jochen Engert sowie eine Reihe von Finanzinvestoren, darunter General Atlantic, Silver Lake, HV Capital, Permira und TCV. 2024 kam ein neues Konsortium hinzu: EQT Future, die Kühne Holding und die Porsche SE übernahmen gemeinsam rund 35 Prozent der Anteile. Stand 2026 beförderte Flix im Geschäftsjahr 2025 rund 98,7 Millionen Fahrgäste in 45 Ländern und erzielte einen Umsatz von 2,28 Mrd. Euro.
Key Takeaways
- Flixbus ist eine Marke der Flix SE mit Sitz in München, die seit April 2022 als Europäische Aktiengesellschaft firmiert und nicht börsennotiert ist.
- Die Gründer André Schwämmlein (CEO), Daniel Krauss (CIO) und Jochen Engert (Aufsichtsrat) sind weiterhin beteiligt und aktiv.
- Im Juli 2024 übernahmen EQT Future, die Kühne Holding und die Porsche SE als Co-Investor zusammen rund 35 Prozent an Flix.
- Altinvestoren sind unter anderem General Atlantic, Silver Lake, HV Capital, Permira, TCV, Blackrock und Canyon Partners.
- Im Geschäftsjahr 2025 lag der Konzernumsatz bei 2.283,2 Mio. Euro, das Konzernergebnis erstmals mit 4,2 Mio. Euro im Plus.
- Flix übernahm 2021 den US-Fernbusbetreiber Greyhound von FirstGroup für insgesamt 172 Mio. US-Dollar.
- Für FlixTrain bestellte Flix 2025 bis zu 65 Hochgeschwindigkeitszüge bei Talgo für bis zu 2,4 Mrd. Euro; die ersten sollen ab 2028 fahren.
- Ein Börsengang war lange im Gespräch, wurde durch den Investoreneinstieg 2024 aber vorerst zurückgestellt.
| Name | Flix SE (Marken: FlixBus, FlixTrain, Greyhound, Kâmil Koç, Flibco) |
|---|---|
| Gegründet | 2011/2012 (als GoBus, seit 2013 Flixbus) |
| Branche | Fernbus- und Fernzugplattform (Travel Tech) |
| Eigentümer | Gründer, Finanzinvestoren (u. a. General Atlantic, Silver Lake, HV Capital, Permira, TCV), seit 2024 EQT Future, Kühne Holding und Porsche SE (zusammen rund 35 %) |
| Sitz | München |
| Geschäftsführung | Vorstand: André Schwämmlein (CEO), Daniel Krauss (CIO); CFO: Benjamin Gubitz; Aufsichtsratsvorsitz: Achim Berg |
| Umsatz | 2.283,2 Mio. Euro (2025); 2.235,4 Mio. Euro (2024) |
| Mitarbeiter | über 5.500 (Unternehmensangabe) |
Geschichte und Herkunft
Die Idee zu Flixbus entstand 2009, als André Schwämmlein mit Daniel Krauss und Jochen Engert über die bevorstehende Öffnung des deutschen Fernbusmarktes diskutierte. 2012 wurde das Unternehmen in München als GoBus gegründet und Anfang 2013 in Flixbus umbenannt. Mit der Liberalisierung des Fernbusmarktes 2013 starteten die ersten Linien.
Bereits im September 2013 stiegen Daimler Mobility Services, UnternehmerTUM und Holtzbrinck Ventures (heute HV Capital) als erste Investoren ein. 2015 folgte der Zusammenschluss mit dem Berliner Konkurrenten MeinFernbus, der Flixbus zum klaren Marktführer in Deutschland machte. Im selben Jahr investierte General Atlantic, Ende 2016 Silver Lake. Danach wurde Flix erstmals mit mehr als 1 Mrd. US-Dollar bewertet.
Es folgte eine Serie von Übernahmen, darunter Megabus Kontinentaleuropa und Postbus (2016), Eurolines sowie der türkische Marktführer Kâmil Koç (2019). 2018 startete FlixTrain. Im Juli 2019 sammelte das Unternehmen rund 500 Mio. Euro von TCV, Permira und HV Capital ein; im Juni 2021 kamen 650 Mio. US-Dollar hinzu, bei einer Bewertung von über 3 Mrd. US-Dollar.
Im Oktober 2021 übernahm Flix die US-Ikone Greyhound Lines vom britischen Verkehrskonzern FirstGroup für insgesamt 172 Mio. US-Dollar, davon 140 Mio. US-Dollar sofort und 32 Mio. US-Dollar über 18 Monate gestreckt; die Immobilien blieben bei FirstGroup. Im April 2022 wurde die FlixMobility GmbH in die Flix SE umgewandelt.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Flix SE ist ein privat gehaltenes Unternehmen. Es gibt keine Börsennotierung und keine Pflicht, die Aktionärsstruktur im Detail zu veröffentlichen. Die letzte öffentlich dokumentierte Aufteilung stammt aus dem Jahr 2018: Damals hielt General Atlantic 36 Prozent, die Gründer-Investmentgesellschaft SEK Ventures 24 Prozent, HV Capital 16 Prozent, Silver Lake 11 Prozent und Daimler Mobility 6 Prozent. Diese Werte sind durch die Finanzierungsrunden 2019 und 2021 sowie den Investoreneinstieg 2024 überholt; aktuelle Prozentzahlen sind nicht öffentlich bekannt.
Die bedeutendste Veränderung erfolgte im Juli 2024. Der schwedische Finanzinvestor EQT mit seinem Impact-Fonds EQT Future und die Kühne Holding des Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne übernahmen gemeinsam rund 35 Prozent der Anteile, teils über eine Kapitalerhöhung, teils durch Kauf von Altinvestoren. Laut Handelsblatt zahlte das Konsortium nach Angaben aus Finanzkreisen rund 900 Mio. Euro; die Börsen-Zeitung nannte eine Bewertung von rund 3 Mrd. Euro. Im August 2024 schloss sich die Porsche SE als Co-Investor von EQT Future mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag an.
Die übrigen rund 65 Prozent verteilen sich auf die Altinvestoren General Atlantic, Silver Lake, HV Capital, Permira, TCV, Blackrock und Canyon Partners sowie auf die drei Gründer. Deren Anteil ist nicht veröffentlicht; dass sie weiterhin beteiligt und aktiv sind, ist jedoch unstrittig. Der achtköpfige Aufsichtsrat besteht laut Lagebericht aus langfristig orientierten Investoren und unabhängigen Branchenexperten. Den Vorsitz hat Achim Berg, Mitgründer Jochen Engert gehört dem Gremium ebenfalls an.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2025 schloss Flix laut geprüftem Konzernabschluss mit einem Umsatz von 2.283,2 Mio. Euro ab, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber 2.235,4 Mio. Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA stieg von 134,5 auf 144,6 Mio. Euro, die Marge von 6,0 auf 6,3 Prozent. Nach einem Konzernverlust von 82,1 Mio. Euro im Jahr 2024 wies der Konzern 2025 erstmals ein positives Ergebnis von 4,2 Mio. Euro aus. Die Fahrgastzahl kletterte von 91,8 auf 98,7 Millionen, die Zahl der Länder von 44 auf 45.
Europa blieb mit 1.420,9 Mio. Euro Umsatz und 68,1 Millionen Fahrgästen das größte Segment, Nordamerika mit FlixBus und Greyhound erlöste 633,8 Mio. Euro bei 13,3 Millionen Fahrgästen. Das Segment „Rest der Welt“ mit der Türkei und den neuen Märkten erreichte 227,0 Mio. Euro Umsatz, schrieb aber wegen der Abwertung der türkischen Lira ein negatives bereinigtes EBITDA von 42,4 Mio. Euro. 2025 startete Flix in Mexiko und im November in Australien, dem fünften Kontinent.
Anfang 2025 verließ Finanzvorstand Christoph Debus Flix, um CEO der DERTOUR Group zu werden, und wechselte zum 1. März 2025 in den Aufsichtsrat. Neuer CFO wurde Benjamin Gubitz; der Vorstand der SE besteht seither aus den beiden Gründern Schwämmlein und Krauss.
Strategisch setzt Flix stark auf die Schiene. Im Mai 2025 bestellte das Unternehmen bei Talgo 30 Hochgeschwindigkeitszüge mit Option auf 35 weitere, die Lokomotiven liefert Siemens Mobility; das Auftragsvolumen beträgt bis zu 2,4 Mrd. Euro, für 30 Züge wurde eine Kreditfazilität über 510 Mio. Euro vereinbart. Die ersten Züge sollen ab 2028 fahren und die bisherige Flotte von 15 FlixTrain-Zügen deutlich erweitern. Im Januar 2026 übernahm Flix zudem die Mehrheit am luxemburgischen Flughafentransfer-Anbieter Flibco. Ein Börsengang steht 2026 nicht auf der Agenda; Schwämmlein betonte 2024, ein IPO sei immer eine Option, aber nie ein explizites Ziel gewesen.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Flix besitzt in der Regel keine eigenen Busse. Das Unternehmen betreibt die Plattform, plant das Netz, legt Preise fest, vermarktet die Tickets und verantwortet den Kundenservice. Die Fahrten selbst führen mehr als 1.000 regionale Buspartner durch. Dieses Asset-light-Modell erlaubte die schnelle Expansion auf heute mehr als 40 Länder und über 8.000 Ziele.
Der Wachstumskurs: 2022 lag der Umsatz bei 1.534,0 Mio. Euro mit 60,6 Millionen Fahrgästen, 2023 bei 2.000,1 Mio. Euro mit 81,2 Millionen, 2025 bei 2.283,2 Mio. Euro mit 98,7 Millionen Fahrgästen. Das Wachstum hat sich 2025 verlangsamt, dafür stieg die Profitabilität. Seit dem Start haben nach Unternehmensangaben mehr als 500 Millionen Menschen mit Flix gereist; das Unternehmen beschäftigt über 5.500 Mitarbeitende.
FAQ
Wem gehört Flixbus?
Flixbus gehört der Flix SE in München. Deren Anteile halten die Gründer, Finanzinvestoren wie General Atlantic, Silver Lake, HV Capital, Permira und TCV sowie seit 2024 ein Konsortium aus EQT Future, Kühne Holding und Porsche SE mit rund 35 Prozent.
Ist Flixbus börsennotiert?
Nein. Die Flix SE ist eine privat gehaltene Europäische Aktiengesellschaft. Ein Börsengang wurde mehrfach erwogen, durch den Investoreneinstieg von EQT und Kühne 2024 aber vorerst zurückgestellt.
Wer hat Flixbus gegründet?
Flixbus wurde von André Schwämmlein, Daniel Krauss und Jochen Engert gegründet. Schwämmlein ist CEO, Krauss CIO, Engert sitzt im Aufsichtsrat.
Gehört Greyhound zu Flixbus?
Ja. Flix übernahm Greyhound Lines im Oktober 2021 von FirstGroup für insgesamt 172 Mio. US-Dollar. Greyhound ist heute das Rückgrat des Nordamerika-Geschäfts.
Wie viel Umsatz macht Flix?
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Flix-Konzern 2.283,2 Mio. Euro Umsatz, ein bereinigtes EBITDA von 144,6 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von 4,2 Mio. Euro.
Welche Marken gehören zur Flix SE?
Neben FlixBus gehören FlixTrain, Greyhound (Nordamerika), Kâmil Koç (Türkei) und seit Januar 2026 mehrheitlich der Flughafentransfer-Anbieter Flibco zur Gruppe.
Fazit
Flixbus ist kein Familienunternehmen und kein Börsenkonzern, sondern ein von Gründern geführtes, investorenfinanziertes Plattformunternehmen. Mit EQT, der Kühne Holding und der Porsche SE sind seit 2024 Großinvestoren an Bord, die den Börsengang in den Hintergrund gerückt haben. 2025 erzielte Flix erstmals einen Konzerngewinn und investiert mit der Milliardenbestellung für FlixTrain in den nächsten Expansionsschritt. Die genaue Aufteilung der Anteile bleibt Privatsache der Beteiligten; uamr.de nennt keine Beträge zu den Vermögen der Gründer.