
Fitness First ist in Deutschland längst keine britische Kette mehr, sondern die Kernmarke der LifeFit Group mit Sitz in Frankfurt am Main. Seit dem 4. September 2024 gehört die Gruppe mehrheitlich Fonds des Private-Equity-Investors Waterland, der den US-Finanzinvestor Oaktree Capital Management nach rund zwölf Jahren abgelöst hat. Mit den Übernahmen von FIT/One (2025) und Just Fit (2026) ist die LifeFit Group auf mehr als 230 Clubs gewachsen und erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 311,1 Mio. Euro. Die Fitness-First-Ableger in Großbritannien, Asien und Australien haben mit dem deutschen Unternehmen nur noch den Namen gemeinsam.
Key Takeaways
- Die Fitness First Germany GmbH (Amtsgericht Frankfurt, HRB 30512) ist eine Tochter der LifeFit Group, mit der seit 2020 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht.
- An der Spitze der LifeFit Group hält der Waterland-Fonds WPEF IX Holdco 2 B.V. 76,8 Prozent, die Mühleck Beteiligungs GmbH und die Fitco B.V. halten je 11,6 Prozent.
- Oaktree Capital Management hatte Fitness First 2012 per Schuldenschnitt übernommen und verkaufte seine rund 95 Prozent an der LifeFit Group 2024 an Waterland.
- Im Geschäftsjahr 2024/25 stieg der Umsatz der LifeFit Group von 210,8 auf 311,1 Mio. Euro, die Zahl der Clubs von 141 auf 213 und die Mitgliederzahl von 402.000 auf 708.000.
- Die Übernahme von FIT/One mit 45 Studios war im April 2025 die größte Transaktion der Firmengeschichte und brachte den Markteintritt in Österreich.
- Im März 2026 gab das Bundeskartellamt die Übernahme von 21 Just-Fit-Clubs im Rheinland frei; bis 2028 sollen mehr als 250 Clubs zur Gruppe gehören.
| Name | Fitness First Germany GmbH (Marke Fitness First, Teil der LifeFit Group) |
|---|---|
| Gegründet | 1993 in Bournemouth (Fitness First); deutsche Gesellschaft 1990 als Fitness Company, seit 2002 Teil von Fitness First |
| Branche | Fitnessstudios, Gesundheits- und Boutique-Fitness |
| Eigentümer | LifeFit Group; dort Waterland-Fonds 76,8 %, Mühleck Beteiligungs GmbH 11,6 %, Fitco B.V. 11,6 % (Stand Juli 2025) |
| Sitz | Frankfurt am Main, Hanauer Landstraße 148a |
| Geschäftsführung | Martin Seibold, Johannes Maßen |
| Umsatz | 311,1 Mio. Euro (LifeFit Group, Geschäftsjahr 2024/25); Einzelumsatz der Fitness First Germany GmbH nicht veröffentlicht |
| Mitarbeiter | durchschnittlich 2.223 (LifeFit Group, Geschäftsjahr 2023/24) |
Geschichte und Herkunft
Die Marke Fitness First entstand 1993 im südenglischen Bournemouth, wo Mike Balfour den ersten Club eröffnete. Die Kette ging an die Londoner Börse und expandierte um die Jahrtausendwende nach Australien und Asien. 2003 übernahm der Finanzinvestor Cinven das Unternehmen für 404 Mio. Pfund, 2005 reichte er es für 835 Mio. Pfund an BC Partners weiter. In Deutschland begann die Geschichte unter anderem Namen: Die 1990 gegründete Fitness Company Freizeitanlagen GmbH wurde 2002 hundertprozentige Tochter der Fitness First Group und 2009 in Fitness First Germany umbenannt.
2012 geriet die hoch verschuldete Gruppe ins Wanken: Ein Börsengang scheiterte, Billiganbieter setzten das Modell unter Druck. Die Gläubiger Oaktree Capital Management und Marathon Asset Management übernahmen die Kontrolle per Debt-for-Equity-Swap über 550 Mio. Pfund. Oaktree zerlegte den Konzern anschließend: 2016 gingen die 62 britischen Clubs an DW Sports des Wigan-Unternehmers Dave Whelan und das Australien-Geschäft an die Fitness and Lifestyle Group von Quadrant Private Equity, 2017 fusionierte die Asien-Sparte mit Celebrity Fitness zu Evolution Wellness.
Das deutsche Geschäft behielt Oaktree. Im Mai 2017 übernahm Martin Seibold die Führung in Frankfurt; ab Ende 2018 kamen elbgym, Smile X, The Gym Society und die Deutschland-Rechte an Barry’s Bootcamp hinzu, 2019 wurde daraus die LifeFit Group. 2022 folgten In Shape und FitnessLOFT, die 2023 zusammen mit Smile X auf die Marke Fitness First umgeflaggt wurden. Seitdem gibt es die Segmente Fitness First RED (Preis-Leistung) und Fitness First BLACK (Premium).
Eigentümerstruktur im Detail

Am 6. Juni 2024 gaben Oaktree, das rund 95 Prozent hielt, und eine Gruppe von Minderheitsinvestoren den Verkauf der LifeFit Group an Fonds bekannt, die von Waterland Private Equity Investments beraten werden. Der Vollzug erfolgte am 4. September 2024, finanziert unter anderem über eine Anleihe von 140 Mio. Euro; ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Waterland war seit 2021 bereits beim Wettbewerber FIT/One investiert, was den späteren Zusammenschluss vorzeichnete.
Nach der FIT/One-Übernahme sieht die Gesellschafterstruktur laut Quartalsbericht zum 31. Juli 2025 so aus: Der Waterland-Fonds WPEF IX Holdco 2 B.V. hält 76,8 Prozent, die Mühleck Beteiligungs GmbH der FIT/One-Gründerfamilie und die Fitco B.V. halten je 11,6 Prozent. Darunter folgt eine Kette Münchner Holdings: Die LifeFit Group HoldCo GmbH stellt den Konzernabschluss auf, die LifeFit Group InterCo GmbH ist Gesellschafterin der LifeFit Group MidCo GmbH, die die Anleihe emittiert hat.
Die operative Fitness First Germany GmbH ist seit dem 23. September 2020 über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an die LifeFit Group MidCo GmbH gebunden. Geschäftsführer sind Martin Seibold und Johannes Maßen. Die Anleihe über inzwischen 230 Mio. Euro ist besichert, variabel verzinst und läuft bis August 2029. Einen Börsengang nennt das Management als langfristiges Ziel.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Am 1. April 2025 schloss die LifeFit Group die Übernahme der FIT/One Group ab: 33 Studios in Deutschland und zwölf in Österreich mit rund 220.000 Mitgliedern und etwa 500 Beschäftigten. Die Gruppe wuchs damit auf 210 Clubs und mehr als 650.000 Mitglieder; die FIT/One-Studios werden in Fitness First RED überführt. Der Konzernabschluss zum 31. Oktober 2025 zeigt die Folgen: Der Umsatz stieg von 210,8 auf 311,1 Mio. Euro, die Zahl der Clubs von 141 auf 213, die Mitgliederzahl von 402.000 auf 708.000. Wegen stark gestiegener Abschreibungen von 99,5 Mio. Euro rutschte das Konzernergebnis auf minus 4,9 Mio. Euro, nach plus 27,7 Mio. Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA der letzten zwölf Monate bezifferte die Gruppe zum Juli 2025 auf 72,8 Mio. Euro.
Im Februar 2026 folgte die Übernahme der Kölner Kette Just Fit mit 21 Standorten. Das Bundeskartellamt prüfte den Zusammenschluss wegen hoher gemeinsamer Marktanteile in der Kölner Innenstadt, gab ihn am 19. März 2026 aber frei. Die LifeFit Group kommt damit auf mehr als 230 Clubs und nach eigenen Angaben über 720.000 Mitglieder; bis 2028 sollen es mehr als 250 Standorte sein. Im Juli 2026 kam ein Einzelstudio in Sigmaringen hinzu.
Fitness First international: drei Marken, drei Eigentümer
In Großbritannien betreibt die Fitness First Clubs Limited, eine Tochter der Maddox Holdings der Familie Whelan, die verbliebenen Clubs vor allem in London; die Schwestergesellschaft DW Sports ging 2020 in die Insolvenzverwaltung, 2023 setzte ein Londoner Gericht für Fitness First UK einen Restrukturierungsplan durch. In Asien hält Evolution Wellness die Markenrechte für Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand. In Australien gehört Fitness First zur Fitness and Lifestyle Group von Quadrant Private Equity, die laut Berichten vom November 2025 mit 2,2 Mrd. australischen Dollar verschuldet ist und zum Verkauf steht. Mit der deutschen LifeFit Group sind diese Gesellschaften weder kapital- noch vertraglich verbunden.
FAQ
Wem gehört Fitness First in Deutschland? Die Fitness First Germany GmbH gehört zur LifeFit Group, die seit September 2024 mehrheitlich Fonds des Private-Equity-Investors Waterland gehört. Zum Juli 2025 hielt ein Waterland-Fonds 76,8 Prozent, die Mühleck Beteiligungs GmbH und die Fitco B.V. je 11,6 Prozent.
Welche Rolle spielt Oaktree Capital noch? Keine mehr. Oaktree hatte Fitness First 2012 als Gläubiger übernommen und das deutsche Geschäft 2019 zur LifeFit Group ausgebaut. Im Juni 2024 verkaufte Oaktree seine rund 95 Prozent an Waterland, der Vollzug war am 4. September 2024.
Ist Fitness First insolvent? Nein. Die LifeFit Group wächst durch Zukäufe und erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 311,1 Mio. Euro; das Konzernergebnis war mit minus 4,9 Mio. Euro leicht negativ. Insolvent war 2020 lediglich die britische DW Sports, die Schwestergesellschaft von Fitness First UK.
Wer führt Fitness First Deutschland? Geschäftsführer sind Martin Seibold, seit 2017 Chef des deutschen Geschäfts und CEO der LifeFit Group, sowie Johannes Maßen als COO der Gruppe und Managing Director von Fitness First.
Wie viele Clubs und Mitglieder hat die LifeFit Group? Zum 31. Oktober 2025 waren es 213 Clubs und 708.000 Mitglieder, nach der Just-Fit-Übernahme mehr als 230 Clubs und über 720.000 Mitglieder. Unter der Marke Fitness First liefen zum Juli 2025 rund 200 Studios in den Segmenten RED und BLACK.
Gehören Fitness First UK, Asia und Australia zum selben Konzern? Nein. Oaktree hat die Länder 2016 und 2017 getrennt verkauft. Großbritannien gehört der Familie Whelan, Asien Evolution Wellness, Australien der Fitness and Lifestyle Group von Quadrant Private Equity.
Fazit
Fitness First ist ein Lehrstück dafür, wie Private Equity eine Marke zerlegt und neu zusammensetzt. Aus der globalen Kette aus Bournemouth sind drei unabhängige Unternehmen geworden; das deutsche ist das dynamischste. Unter Waterland verfolgt die LifeFit Group eine Buy-and-Build-Strategie mit dem Ziel von 250 Clubs bis 2028, finanziert über eine 230 Mio. Euro schwere Anleihe. Der Umsatz ist in einem Jahr um fast die Hälfte gestiegen, das Konzernergebnis aber ins Minus gerutscht. Ob daraus ein Börsengang wird, entscheidet sich daran, wie gut die gekauften Studios unter der Marke Fitness First zusammenwachsen.