
B&B Hotels gehört seit 2019 mehrheitlich der Private-Equity-Sparte der US-Investmentbank Goldman Sachs. Die französische Budget-Hotelkette mit Ursprung in Brest wechselte in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach den Besitzer: Auf Duke Street Capital und Eurazeo folgten Carlyle, PAI Partners und schließlich Goldman Sachs, das rund 1,9 Milliarden Euro für die Gruppe zahlte. Ein 2024 gestarteter Verkaufsprozess mit Interessenten wie KKR, CVC und PAI Partners führte bislang zu keinem bekannt gewordenen Abschluss. Stand 2026 nennt das Unternehmen Goldman Sachs weiterhin als Hauptaktionär und betreibt über 930 Hotels in 19 Ländern.
Key Takeaways
- Eigentümer ist seit 2019 Goldman Sachs, das B&B Hotels über seine Merchant-Banking-Sparte für 1,9 Milliarden Euro von PAI Partners übernahm.
- Zuvor gehörte die Kette nacheinander Duke Street Capital (2003), Eurazeo (2005), Carlyle (2010) und PAI Partners (2015/2016).
- Goldman Sachs prüfte 2024 einen Verkauf für rund 3,5 Milliarden Euro; Gebote von KKR, CVC und PAI lagen bei 3,2 bis 3,3 Milliarden Euro, ein Abschluss wurde nicht bekannt.
- Seit März 2025 führt Céline Vercollier die Gruppe als CEO, der bisherige Chef Fabrice Collet wechselte auf den Posten des Executive Chairman.
- Die Kette ist von 486 Hotels beim Einstieg von Goldman Sachs auf über 930 Häuser in 19 Ländern gewachsen (Stand April 2026).
- Deutschland ist nach Frankreich der wichtigste Markt: Die Region Central & Northern Europe erlöste 2025 rund 553 Millionen Euro, davon 484 Millionen Euro in Deutschland.
- Langfristig strebt B&B Hotels bis zu 3.000 Häuser weltweit an, davon 400 in Deutschland bis 2030.
| Unternehmen | B&B Hotels (B&B HOTELS Group) |
|---|---|
| Gegründet | 1990 in Brest (Frankreich) durch François Branellec |
| Hauptsitz | Brest, Bretagne, Frankreich; Deutschland-Zentrale in Hochheim am Main |
| Eigentümer | Goldman Sachs (Private-Equity-Sparte), Hauptaktionär seit 2019 |
| Branche | Budget-Hotellerie (Economy-Segment) |
| Führung | Céline Vercollier (Group CEO, seit März 2025), Fabrice Collet (Executive Chairman), Damien Martin (Group CFO); Arno Schwalie (CEO Central & Northern Europe) |
| Mitarbeiter / Umsatz | Über 930 Hotels in 19 Ländern (Stand April 2026); Konzernumsatz 2018: 580 Millionen Euro; Region Central & Northern Europe 2025: 553 Millionen Euro (Mitarbeiterzahl nicht öffentlich bekannt) |
Geschichte und Herkunft
B&B Hotels wurde 1990 in Brest in der Bretagne gegründet. Hinter dem ersten Haus stand François Branellec mit seiner Gesellschaft Galaxie SA. Das Konzept zielte von Anfang an auf preisbewusste Reisende: einfache Zimmer zu niedrigen Preisen, ergänzt um ein Frühstücksbuffet und später um kostenloses WLAN und automatisierten Check-in.
Die Gründerfamilie blieb nicht lange Eigentümerin. 2003 übernahm der britische Finanzinvestor Duke Street Capital die Kette, 2005 folgte die französische Beteiligungsgesellschaft Eurazeo. 2006 wurde die Marke in „B&B HOTELS“ umbenannt, 2007 kamen mit Village Hôtels rund 60 Häuser hinzu. 2010 wechselte die Kette für rund 480 Millionen Euro an die US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group, die 2015 den Verkauf an den französischen Private-Equity-Investor PAI Partners vereinbarte; der Abschluss folgte im März 2016.
Eigentümerstruktur im Detail
Unter PAI Partners wuchs B&B Hotels rasant: Die Zahl der Häuser stieg auf 486 mit 42.832 Zimmern in zwölf Ländern, der Umsatz erreichte 2018 rund 580 Millionen Euro, und das operative Ergebnis verdoppelte sich nach Angaben von PAI nahezu. Im Mai 2019 gab PAI Partners bekannt, exklusive Verhandlungen mit der Merchant-Banking-Sparte von Goldman Sachs zu führen. Der Kaufpreis lag bei rund 1,9 Milliarden Euro, der Abschluss erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2019. Laut Wikipedia beteiligte sich der dänische Pensionsfonds ATP als Co-Investor an der Transaktion.
Seither ist Goldman Sachs Hauptaktionär der B&B HOTELS Group. Das Unternehmen selbst bezeichnet die US-Bank in Pressemitteilungen aus den Jahren 2025 und 2026 als „Mehrheitsgesellschafter“ beziehungsweise „Hauptaktionär seit 2019″. Genaue Prozentangaben zur Beteiligungsstruktur sind nicht öffentlich bekannt.
Im März 2024 berichtete Bloomberg, dass Goldman Sachs einen Verkauf prüfe und eine Bewertung von rund 3,5 Milliarden Euro anstrebe; kurz zuvor hatte B&B Hotels eine Refinanzierung über 1,25 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Sommer 2024 gaben laut Medienberichten KKR, CVC und der frühere Eigentümer PAI Partners Gebote zwischen 3,2 und 3,3 Milliarden Euro ab. Ein Abschluss wurde nicht öffentlich gemeldet, und auch 2025 und 2026 nennt das Unternehmen weiterhin Goldman Sachs als Eigentümer. Ob ein erneuter Verkaufsanlauf folgt, ist offen.
Führung und Strategie
Im März 2025 stellte B&B Hotels seine Führung neu auf. Céline Vercollier, seit 2017 Finanzchefin der Gruppe, übernahm den Posten der Group CEO. Fabrice Collet, der das Unternehmen seit 2016 als General Manager und seit 2019 als CEO geführt hatte, wechselte in die Rolle des Executive Chairman. Neuer Group CFO wurde Damien Martin. Für die Region Central & Northern Europe mit Sitz in Hochheim am Main ist Arno Schwalie als CEO verantwortlich.
Strategisch setzt B&B Hotels auf ein „Asset-light“-Modell: Die Immobilien gehören überwiegend Investoren, die Kette tritt als langfristiger Pächter auf. Ein Beispiel ist der Neubau in Memmingen, den B&B Hotels 2025 an HPG Capital verkaufte und per Sale-and-Leaseback weiterbetreibt. Neben Großstädten rücken Sekundärstandorte in den Fokus, hinzu kommt mit „B&B Home“ ein Angebot für Langzeitaufenthalte.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Wachstumstempo bleibt hoch. Zum 35-jährigen Bestehen im März 2025 zählte die Gruppe 883 Hotels in 17 Ländern, im Juni 2025 eröffnete in Venedig das 900. Haus. Im April 2026 sprach das Unternehmen bereits von über 930 Hotels in 19 Ländern. Allein in Frankreich betreibt B&B Hotels mehr als 440 Häuser, in Deutschland rund 245. 2024 folgte der Markteintritt in den USA, in Großbritannien sollen bis 2035 rund 100 Hotels entstehen.
Die Region Central & Northern Europe, zu der Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, Liechtenstein, Dänemark und die Niederlande gehören, steigerte den Umsatz 2025 um zehn Prozent auf 553 Millionen Euro. Deutschland trug 484 Millionen Euro bei, ein Plus von acht Prozent. Mit 21 Neueröffnungen umfasst die Region 276 Hotels; 2026 soll die Marke von 300 Häusern fallen.
Auch Übernahmen spielen eine Rolle: 2024 übernahm B&B Hotels 30 ehemalige Ibis-Budget-Häuser mit rund 2.300 Zimmern von AccorInvest in Deutschland. Im Sommer 2026 meldete die Kette den Erwerb von neun Hotels der insolventen Revo Hospitality Group beim Bundeskartellamt an, das den Zusammenschluss unter dem Aktenzeichen B9-79/26 prüft.
Bedeutung für den Markt
B&B Hotels ist einer der größten Akteure im europäischen Economy-Segment und hat sich in Frankreich nach dem Branchenranking von MKG 2025 an die Spitze des Budget-Bereichs vor Ibis und Campanile gesetzt. Das Ziel von 400 Häusern in Deutschland bis 2030 und bis zu 3.000 Hotels weltweit zeigt, dass Goldman Sachs weiter auf Expansion setzt, um den Wert der Beteiligung zu steigern. Sollte die Bank den Verkaufsprozess wieder aufnehmen, dürfte es sich um eine der größten Hoteltransaktionen Europas handeln.
FAQ
Wem gehört B&B Hotels aktuell? Hauptaktionär ist seit 2019 die Private-Equity-Sparte von Goldman Sachs. Das Unternehmen bestätigt diese Eigentümerstellung auch in Mitteilungen aus dem Jahr 2026.
Wurde B&B Hotels 2024 oder 2025 verkauft? Nein. Goldman Sachs prüfte 2024 einen Verkauf und erhielt Gebote von KKR, CVC und PAI Partners, ein Abschluss wurde jedoch nicht bekannt gegeben.
Wer hat B&B Hotels gegründet? Die Kette wurde 1990 von François Branellec in Brest gegründet. Die Gründerfamilie ist seit dem Einstieg von Finanzinvestoren ab 2003 nicht mehr Eigentümerin.
Wer führt B&B Hotels? Group CEO ist seit März 2025 Céline Vercollier, Executive Chairman ist Fabrice Collet. Das Deutschland-Geschäft leitet Arno Schwalie als CEO Central & Northern Europe.
Wie viele Hotels betreibt B&B Hotels? Stand April 2026 sind es über 930 Hotels in 19 Ländern, davon mehr als 440 in Frankreich und rund 245 in Deutschland.
Ist B&B Hotels börsennotiert? Nein. Die Gruppe befindet sich in privater Hand und wird von Finanzinvestoren gehalten, seit 2019 von Goldman Sachs.
Fazit
B&B Hotels ist ein klassischer Private-Equity-Fall: Seit 2003 reichten Finanzinvestoren die Kette weiter, zuletzt PAI Partners an Goldman Sachs für 1,9 Milliarden Euro. Unter der US-Bank hat sich das Netz auf über 930 Häuser fast verdoppelt, die Führung wurde 2025 mit Céline Vercollier an der Spitze neu geordnet. Der 2024 angestoßene Verkauf blieb bislang ohne Abschluss, sodass Goldman Sachs auch 2026 Eigentümer ist. Angesichts der ehrgeizigen Expansionsziele dürfte die Frage nach dem nächsten Besitzer aber wieder auf die Tagesordnung kommen.
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