Der FC Barcelona gehört keinem Investor und keiner Aktiengesellschaft, sondern seinen Mitgliedern: Mehr als 151.000 Socios bilden Stand 2026 die Eigentümerbasis des katalanischen Vereins. Sie wählen den Präsidenten direkt, zuletzt im März 2026, als Joan Laporta bis 2031 bestätigt wurde. Der Umsatz überschritt 2025/26 erstmals eine Milliarde Euro, während die Finanzierung des neuen Spotify Camp Nou die Verschuldung hoch hält.
Key Takeaways
- Der FC Barcelona ist ein Mitgliederverein (Asociación) ohne Aktionäre. Eigentümer sind die 151.787 Socios (Stand Juli 2026).
- Die Mitglieder wählen den Präsidenten alle fünf Jahre direkt. Joan Laporta gewann am 15. März 2026 mit 68,18 Prozent gegen Víctor Font.
- Barça gehört zu den vier spanischen Profiklubs, die 1990 nicht in eine Sportaktiengesellschaft (SAD) umgewandelt werden mussten.
- Über die „Levers“ verkaufte der Verein 2022 für 25 Jahre 25 Prozent seiner Liga-TV-Erlöse an Sixth Street sowie 49 Prozent von Barça Studios.
- Seit dem 22. November 2025 spielt der Klub wieder im Spotify Camp Nou, das am Ende rund 105.000 Zuschauer fassen soll.
| Name | Futbol Club Barcelona (FC Barcelona, „Barça“) |
|---|---|
| Gegründet | 29. November 1899 in Barcelona, Initiator Joan Gamper |
| Branche | Profisport (Fußball, Basketball, Handball, Futsal, Rollhockey) |
| Eigentümer | Mitgliederverein; 151.787 Socios wählen Präsident und Vorstand |
| Sitz | Barcelona, Katalonien (Spanien); Stadion Spotify Camp Nou |
| Präsident | Joan Laporta (seit März 2021, wiedergewählt 2026, Amtszeit bis 2031) |
| Umsatz | rund 1,06 Mrd. Euro (Saison 2025/26); 994 Mio. Euro (2024/25) |
Geschichte und Herkunft
Der Verein entstand aus einer Zeitungsanzeige: Der Schweizer Hans „Joan“ Gamper suchte im Oktober 1899 in der Zeitschrift „Los Deportes“ Mitstreiter für einen Fußballklub. Am 29. November 1899 wurde der Foot-Ball Club Barcelona gegründet; Gamper übernahm später mehrfach das Präsidentenamt.
Von Beginn an war Barça als Verein seiner Mitglieder organisiert. 1957 wurde das Camp Nou eröffnet, lange das größte Fußballstadion Europas. Das Motto „Més que un club“ („Mehr als ein Verein“) geht auf die Antrittsrede von Präsident Narcís de Carreras im Januar 1968 zurück. Seit 1978 wählen die Mitglieder den Präsidenten direkt.
Entscheidend für die Eigentümerfrage war das spanische Sportgesetz von 1990. Es zwang die Profiklubs, sich in Sportaktiengesellschaften (Sociedades Anónimas Deportivas, SAD) umzuwandeln. Nur vier Vereine mit positivem Eigenkapital durften ihre Rechtsform behalten: Real Madrid, Athletic Club, CA Osasuna und der FC Barcelona.
Eigentümerstruktur im Detail

Rechtlich ist der FC Barcelona eine Asociación, also ein Verein ohne Anteilseigner, Aktien oder Börsenwert. Die Eigentümerrolle liegt bei den Socios, deren Zahl der Klub im Juli 2026 mit 151.787 angab; 2024 waren es 133.164.
Die Mitglieder üben ihre Rechte auf zwei Wegen aus. Erstens wählen die stimmberechtigten Socios den Präsidenten samt Vorstand (Junta Directiva). Bei der Wahl am 15. März 2026 waren 114.504 Mitglieder wahlberechtigt, 48.480 stimmten ab, eine Beteiligung von 42,34 Prozent. Zweitens entscheidet die Generalversammlung aus per Los bestimmten Delegierten über Haushalt und Jahresabschluss. Bei weitreichenden Fragen wie der Stadionfinanzierung stimmen alle Mitglieder in einem Referendum ab.
Unterhalb des Vereins hängen Tochtergesellschaften, an denen sich Investoren beteiligt haben. Die 2022 beschlossenen „Levers“ (Hebel) waren Notverkäufe, um die Lizenzregeln der Liga einzuhalten: Barça übertrug 25 Prozent seiner Liga-TV-Erlöse für 25 Jahre an die US-Investmentgesellschaft Sixth Street, für zusammen rund 667 Mio. Euro. Abgewickelt wird das über die Zweckgesellschaft Locksley, an der der Verein 49 Prozent und Sixth Street 51 Prozent halten. Zudem verkaufte der Klub 49 Prozent des Digitalgeschäfts Barça Studios zu je 24,5 Prozent an Socios.com und Orpheus Media für 200 Mio. Euro. Die Generalversammlung billigte beides im Oktober 2022 mit rund 90 Prozent der Stimmen. Der Verein selbst bleibt zu 100 Prozent in Mitgliederhand.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das prägende Ereignis war die Rückkehr ins Stadion. Nach mehr als zwei Jahren im Olympiastadion auf dem Montjuïc bestritt Barça am 22. November 2025 das erste Ligaspiel im umgebauten Spotify Camp Nou, ein 4:0 gegen Athletic Club vor rund 45.400 Zuschauern. Seit dem 15. März 2026 sind 62.652 Plätze freigegeben, der Endausbau auf rund 105.000 Plätze soll 2027 folgen. Das Stadion ist der Kern des Projekts Espai Barça, das der Verein 2023 mit einer Finanzierung über 1,45 Mrd. Euro abgesichert hat.
Politisch bestätigten die Mitglieder die Vereinsführung. Joan Laporta, der den Klub bereits von 2003 bis 2010 geführt hatte und im März 2021 zurückgekehrt war, gewann die Präsidentschaftswahl am 15. März 2026 mit 68,18 Prozent; Herausforderer Víctor Font kam auf 29,78 Prozent. Bis zum Saisonende führte Vizepräsident Rafael Yuste den Verein kommissarisch. Laportas Amtszeit läuft vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2031; er will nicht erneut kandidieren.
Im Oktober 2025 verlängerten Barça und Spotify ihre 2022 begonnene Partnerschaft bis 2030; die Namensrechte am Stadion laufen bis 2034.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Die Einnahmen stammen aus TV-Rechten, Sponsoring, Merchandising und Stadionbetrieb. In der Saison 2024/25 lag der Umsatz bei 994 Mio. Euro, das Nettoergebnis bei minus 17 Mio. Euro; das Sponsoring erreichte mit 259 Mio. Euro einen Rekord. 2025/26 stieg der Umsatz auf rund 1,06 Mrd. Euro bei einem Nettoverlust von etwa 18 Mio. Euro. Die Merchandising-Tochter BLM überschritt erstmals 200 Mio. Euro Umsatz.
Die Kehrseite bleibt die Verschuldung. Nach Liga-Kriterien lag die Nettoverschuldung zum 30. Juni 2026 bei 607 Mio. Euro; die gesamten Finanzschulden inklusive Stadionfinanzierung summierten sich auf rund 1,84 Mrd. Euro, davon mehr als 1,2 Mrd. Euro für Espai Barça. Für 2026/27 plant der Verein Einnahmen von 1,195 Mrd. Euro.
Sportlich zählt Barça mit 29 Meisterschaften, 32 Pokalsiegen und fünf Champions-League-Titeln zu den erfolgreichsten Klubs der Welt. Daneben unterhält der Verein Profiabteilungen in Basketball, Handball, Futsal und Rollhockey.
FAQ
Wem gehört der FC Barcelona? Seinen Mitgliedern. Der Klub ist ein Verein ohne Aktionäre; die 151.787 Socios (Stand Juli 2026) wählen den Präsidenten und stimmen über Grundsatzfragen ab.
Gibt es Investoren beim FC Barcelona? Nicht am Verein selbst, aber an Tochtergesellschaften: Sixth Street hält 25 Prozent der Liga-TV-Erlöse bis 2047, Socios.com und Orpheus Media zusammen 49 Prozent von Barça Studios.
Wer ist Präsident des FC Barcelona? Joan Laporta. Er führt den Verein seit März 2021 und wurde am 15. März 2026 mit 68,18 Prozent für eine Amtszeit bis zum 30. Juni 2031 wiedergewählt.
Warum ist der FC Barcelona keine Aktiengesellschaft? Das Sportgesetz von 1990 nahm vier Klubs mit positivem Eigenkapital von der Umwandlungspflicht aus, darunter Barcelona. Seit 2022 ist die Umwandlung ohnehin freiwillig.
Wie hoch sind Umsatz und Schulden des FC Barcelona? In der Saison 2025/26 lag der Umsatz bei rund 1,06 Mrd. Euro. Die Nettoverschuldung nach Liga-Kriterien betrug 607 Mio. Euro, die gesamten Finanzschulden rund 1,84 Mrd. Euro.
Seit wann spielt Barça wieder im Camp Nou? Seit dem 22. November 2025. Das Spotify Camp Nou wurde mit rund 45.400 Plätzen wiedereröffnet; am Ende sollen es rund 105.000 sein.
Fazit
Der FC Barcelona bleibt Stand 2026 eines der wenigen Schwergewichte im Weltfußball, das vollständig seinen Mitgliedern gehört, auch wenn der Verein über die Levers Teile künftiger Erlöse und Anteile an Tochterfirmen an Investoren abgegeben hat. Der Rekordumsatz von über einer Milliarde Euro und das neue Spotify Camp Nou verbreitern die Basis; die Finanzschulden von rund 1,84 Mrd. Euro zeigen jedoch, dass die Sanierung nicht abgeschlossen ist. Wer fragt, wem der FC Barcelona gehört, erhält dieselbe Antwort wie 1899: seinen Mitgliedern.
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