Wem gehört easyJet? Eigentümer und Struktur 2026

Wem gehört EasyJet?

easyJet plc, Europas zweitgrößte Billigfluggesellschaft, gehört keinem einzelnen Eigentümer: Die Aktien sind an der Londoner Börse notiert, größter Aktionär ist mit rund 15,3 Prozent die Familie des Gründers Stelios Haji-Ioannou, der Rest liegt bei institutionellen Investoren. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern 10,1 Mrd. Pfund Umsatz mit 93,4 Millionen Passagieren. Im August 2026 empfahl der Verwaltungsrat ein Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors Apollo Global Management über rund 5,7 Mrd. Pfund – der größte Umbruch seit dem Börsengang 2000.

Key Takeaways

  • easyJet wurde am 18. Oktober 1995 von Stelios Haji-Ioannou am Flughafen London-Luton gegründet und startete mit zwei geleasten Boeing 737-200.
  • Seit 2000 ist easyJet plc an der London Stock Exchange notiert, heute im FTSE 250 (2013 bis 2020 im FTSE 100).
  • Größter Aktionär ist die Familie Haji-Ioannou mit rund 15,3 Prozent; nach der Kapitalerhöhung 2021 verlor sie ihre frühere Sperrminorität.
  • Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz auf 10,1 Mrd. Pfund, der bereinigte Vorsteuergewinn auf 665 Mio. Pfund, der Nettogewinn auf 494 Mio. Pfund.
  • Die Flotte umfasste Ende September 2025 356 Flugzeuge, der Konzern beschäftigte rund 19.000 Mitarbeiter; CEO ist seit Januar 2025 Kenton Jarvis.
  • Apollo bietet 7,15 Pfund je Aktie; die Familie Haji-Ioannou unterstützt das Angebot und will beteiligt bleiben, der Abschluss ist für Anfang 2027 geplant.
NameeasyJet plc
Gegründet18. Oktober 1995 durch Stelios Haji-Ioannou
SitzFlughafen London-Luton, Großbritannien
EigentümerBörsennotiert (London Stock Exchange, FTSE 250); Familie Haji-Ioannou ca. 15,3 %, institutionelle Investoren ca. 74 %; Übernahme durch Apollo vereinbart (Abschluss geplant Anfang 2027)
Umsatz10,1 Mrd. Pfund (Geschäftsjahr 2025), Nettogewinn 494 Mio. Pfund
Mitarbeiterrund 19.000 (2025), 356 Flugzeuge, 93,4 Mio. Passagiere

Geschichte und Herkunft

easyJet startete am 18. Oktober 1995 am Flughafen London-Luton. Der griechisch-zypriotische Unternehmer Stelios Haji-Ioannou gründete die Airline mit zwei von British Airways geleasten Boeing 737-200 und flog zunächst nach Glasgow und Edinburgh. Niedrige Preise und Direktvertrieb waren das Konzept; bis Herbst 1999 hatte easyJet eine Million Flüge online verkauft.

Im Jahr 2000 ging easyJet plc an die London Stock Exchange und wuchs durch Zukäufe: 2002 übernahm sie Go Fly, 2007 GB Airways für 103,5 Mio. Pfund. 2004 folgte der Markteintritt in Deutschland ab Berlin-Schönefeld, Köln und Dortmund. Im März 2013 stieg die Aktie in den Leitindex FTSE 100 auf.

Wegen des Brexits gründete easyJet im Juli 2017 die Tochter easyJet Europe in Wien, um die europäischen Verkehrsrechte zu sichern; seit 1998 existiert zudem easyJet Switzerland in Genf. Die Corona-Pandemie legte die Flotte im März 2020 still; easyJet fiel aus dem FTSE 100 und musste 2021 eine Kapitalerhöhung über 1,2 Mrd. Pfund durchführen.

Eigentümerstruktur im Detail

Wem gehört easyJet? Eigentümerstruktur mit Familie Haji-Ioannou, institutionellen Investoren und Apollo 2026
Wem gehört easyJet? Eigentümer und Struktur 2026 2

easyJet plc ist eine Publikumsgesellschaft, bei der kein Aktionär die Mehrheit hält. Größter Einzelaktionär ist die Gründerfamilie: Stelios Haji-Ioannou, sein Bruder Polys und weitere Familienmitglieder halten zusammen rund 15,3 Prozent der Aktien. Im Mai 2010, als die Familie noch 38 Prozent kontrollierte, zog sich Stelios aus dem Verwaltungsrat zurück. Seither verkaufte die Familie schrittweise Aktien; mit der Kapitalerhöhung 2021 sank ihr Anteil von 25,3 auf 15,27 Prozent, womit sie die Sperrminorität verlor.

Der übrige Streubesitz liegt überwiegend bei Fonds- und Vermögensverwaltern. Nach Daten von Capital.com (November 2025) gehören dazu Hargreaves Lansdown (5,9 Prozent), UBS Asset Management (5,16 Prozent), BlackRock (4,01 Prozent), Aberdeen (3,95 Prozent), Invesco (3,16 Prozent) und Vanguard (2,72 Prozent). Insgesamt halten institutionelle Investoren rund 74 Prozent, Privatanleger etwa 6 Prozent, Mitarbeiter knapp 3 Prozent.

Eine Besonderheit ist die Marke: Der Name „easy“ gehört nicht der Airline, sondern der easyGroup von Stelios Haji-Ioannou, die ihn an easyJet lizenziert. Das verschafft der Gründerfamilie auch als Minderheitsaktionär Einfluss, den Stelios etwa 2020 im Streit um Airbus-Bestellungen öffentlich nutzte. Zudem müssen Airlines mehrheitlich von Staatsangehörigen der EU beziehungsweise Großbritanniens gehalten und kontrolliert werden – eine Vorgabe, die auch die Struktur der geplanten Übernahme prägt.

Geschäftsmodell und Kennzahlen

easyJet verdient sein Geld mit Punkt-zu-Punkt-Flügen innerhalb Europas, überwiegend zwischen großen Flughäfen. Das Geschäftsjahr endet am 30. September. 2025 stieg der Konzernumsatz von 9,3 auf 10,1 Mrd. Pfund. Der bereinigte Vorsteuergewinn erhöhte sich von 610 auf 665 Mio. Pfund, der Gewinn nach Steuern von 452 auf 494 Mio. Pfund. Die Airline beförderte 93,4 Millionen Passagiere (Vorjahr: 89,7 Millionen) bei 89,8 Prozent Auslastung. Die Aktionäre erhielten eine Dividende von 13,2 Pence je Aktie, insgesamt rund 100 Mio. Pfund.

Wichtigster Wachstumstreiber ist der Pauschalreise-Veranstalter easyJet holidays: Er steigerte seinen Vorsteuergewinn 2025 von 190 auf 250 Mio. Pfund und betreute 3,09 Millionen Kunden. Die Flotte bestand Ende September 2025 aus 356 Airbus-Maschinen der A320-Familie, verteilt auf easyJet UK, easyJet Europe und easyJet Switzerland. Der Konzern beschäftigte 2025 rund 19.000 Mitarbeiter.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Seit dem 1. Januar 2025 führt Kenton Jarvis das Unternehmen; der frühere Finanzchef folgte auf Johan Lundgren (CEO 2017 bis 2024). Verwaltungsratschef ist seit Dezember 2021 Sir Stephen Hester. Mittelfristig soll der Vorsteuergewinn 1 Mrd. Pfund überschreiten.

2026 verlief jedoch schwieriger: Der im März ausgebrochene Konflikt im Nahen Osten trieb die Kerosinpreise nach oben und dämpfte die Buchungen. Im Quartal April bis Juni 2026 sank der bereinigte Vorsteuergewinn um 70 Prozent auf 85 Mio. Pfund, die Treibstoffkosten stiegen um 105 Mio. auf 732 Mio. Pfund. Der Aktienkurs fiel bis Ende Mai 2026 auf 3,94 Pfund und machte easyJet zum Übernahmeziel.

Zunächst bot der US-Investor Castlelake bis zu 6,90 Pfund je Aktie. Dann überbot Apollo Global Management mit 7,15 Pfund je Aktie in bar, was das Eigenkapital mit rund 5,7 Mrd. Pfund bewertet – ein Aufschlag von 81 Prozent auf den Kurs vom 28. Mai 2026. Am 6. August 2026 zog Castlelake sich zurück, der Verwaltungsrat empfahl das Apollo-Angebot einstimmig. Die Familie Haji-Ioannou unterstützt die Transaktion unwiderruflich und will ihre gesamte Beteiligung in nicht börsennotierte Anteile der neuen Eigentümergesellschaft tauschen.

Wegen der Eigentumsregeln beschränkt Apollo seinen Anteil an der neuen Muttergesellschaft auf 49,9 Prozent; die Mehrheit sollen Altaktionäre wie die Gründerfamilie sowie eine EU-Treuhandstruktur halten. Marke, Sitz in Luton und die Betriebslizenzen sollen unverändert bleiben. Die Aktionäre stimmen voraussichtlich in der Woche ab dem 9. November 2026 ab, nötig sind 75 Prozent Zustimmung. Bei Vollzug – geplant bis Ende März 2027 – verschwindet easyJet von der Londoner Börse.

FAQ

Wem gehört easyJet aktuell? easyJet plc ist börsennotiert. Größter Aktionär ist die Familie des Gründers Stelios Haji-Ioannou mit rund 15,3 Prozent, rund 74 Prozent liegen bei institutionellen Investoren wie Hargreaves Lansdown, UBS und BlackRock.

Wer hat easyJet gegründet? Stelios Haji-Ioannou gründete easyJet am 18. Oktober 1995 in London-Luton. 2010 verließ er den Verwaltungsrat; seine easyGroup besitzt bis heute die Markenrechte an „easy“.

Wird easyJet von Apollo übernommen? Der Verwaltungsrat hat im August 2026 ein Barangebot von Apollo Global Management über 7,15 Pfund je Aktie (rund 5,7 Mrd. Pfund) empfohlen. Die Aktionäre sollen im November 2026 abstimmen, der Abschluss ist bis Ende März 2027 geplant.

Wer ist CEO von easyJet? Seit dem 1. Januar 2025 führt Kenton Jarvis das Unternehmen, zuvor war er Finanzchef.

Wie viel Umsatz macht easyJet? Im Geschäftsjahr 2025 (bis 30. September) erzielte easyJet 10,1 Mrd. Pfund Umsatz und 494 Mio. Pfund Gewinn nach Steuern mit 93,4 Millionen Passagieren.

Fazit

easyJet ist ein Gründerunternehmen, das zur Publikumsgesellschaft wurde: Die Familie Haji-Ioannou bleibt mit rund 15 Prozent und den Markenrechten präsent, die Kontrolle liegt beim Kapitalmarkt. Nach dem Rekordjahr 2025 drückt der Nahostkonflikt 2026 die Gewinne. Entscheidend wird die Aktionärsabstimmung im November 2026: Stimmen 75 Prozent zu, wird easyJet Anfang 2027 zu einem privat gehaltenen Unternehmen unter Führung von Apollo – mit der Gründerfamilie als langfristigem Mitgesellschafter.