
Kleinanzeigen, bis Mai 2023 als eBay Kleinanzeigen bekannt, ist das größte Kleinanzeigenportal Deutschlands und gehört seit Juni 2021 zum norwegischen Marktplatz-Konzern Adevinta. Adevinta wiederum wurde im Mai 2024 von einem Investorenkonsortium um Permira und Blackstone übernommen und von der Börse genommen. Betrieben wird die Plattform von der kleinanzeigen.de GmbH mit Sitz in Berlin, deren alleinige Gesellschafterin die niederländische Marktplaats B.V. ist. Stand September 2026 ist Kleinanzeigen weiterhin Teil von Adevinta – verkauft wurde das Portal nicht, während für die Schwesterplattform mobile.de ein Börsengang geprüft wird.
Key Takeaways
- Kleinanzeigen wird von der kleinanzeigen.de GmbH betrieben, deren Sitz im Februar 2025 von Kleinmachnow nach Berlin verlegt wurde.
- Alleinige Gesellschafterin ist die Marktplaats B.V. in Amsterdam; Konzernspitze ist die Adevinta ASA in Oslo.
- eBay verkaufte seine Kleinanzeigensparte inklusive eBay Kleinanzeigen und mobile.de im Juni 2021 für 9,2 Mrd. US-Dollar an Adevinta.
- Ein Konsortium aus Permira, Blackstone, General Atlantic und TCV übernahm Adevinta 2024 für rund 12 Mrd. Euro; eBay behielt rund 20 Prozent an der privatisierten Gesellschaft.
- Am 16. Mai 2023 wurde eBay Kleinanzeigen in Kleinanzeigen umbenannt und zog auf die Domain kleinanzeigen.de um.
- Die kleinanzeigen.de GmbH erzielte 2023 einen Umsatz von rund 287,9 Mio. Euro mit durchschnittlich 358 Mitarbeitern.
- Die Plattform zählt mehr als 35 Mio. monatlich aktive Nutzer und über 50 Mio. gleichzeitig verfügbare Anzeigen.
| Name | Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen), betrieben von der kleinanzeigen.de GmbH |
| Gegründet | 9. September 2009 (als Nachfolger von Kijiji Deutschland) |
| Sitz | Berlin (Dernburgstraße 50), bis Februar 2025 Kleinmachnow |
| Eigentümer | Marktplaats B.V. (100 %) → Adevinta ASA, Oslo → Konsortium um Permira und Blackstone, eBay als Minderheitsaktionär |
| Umsatz | 2023: rund 287,9 Mio. Euro (2022: 255,7 Mio. Euro) |
| Mitarbeiter | 2023: durchschnittlich 358 |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von Kleinanzeigen liegen bei Kijiji, einem Kleinanzeigen-Dienst, den eBay 2005 als internes Start-up gestartet hatte. In Deutschland ging das Angebot aus den früheren Plattformen intoko.de und opusforum hervor. Am 9. September 2009 löste eBay Kleinanzeigen die deutsche Kijiji-Seite ab und wurde in den folgenden Jahren zum reichweitenstärksten Kleinanzeigenportal des Landes. Organisatorisch gehörte es zur eBay Classifieds Group, zu der auch mobile.de und Marktplaats zählten.
Der große Einschnitt kam im Juli 2020: eBay kündigte an, die gesamte Kleinanzeigensparte an den norwegischen Konzern Adevinta zu verkaufen. Der Deal hatte ein Volumen von 9,2 Mrd. US-Dollar; eBay erhielt 2,5 Mrd. US-Dollar in bar und den Rest in Adevinta-Aktien. Am 25. Juni 2021 wurde die Übernahme abgeschlossen; der Markenname eBay durfte danach nur noch übergangsweise genutzt werden.
Die Konsequenz war die Umbenennung: Am 16. Mai 2023 wurde aus eBay Kleinanzeigen schlicht Kleinanzeigen, verbunden mit neuem Logo und dem Umzug auf die Domain kleinanzeigen.de.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette ist mehrstufig. Betreibergesellschaft ist die kleinanzeigen.de GmbH, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg. Ihre alleinige Gesellschafterin ist laut Jahresabschluss die Marktplaats B.V. in Amsterdam. Höchste Konzernspitze ist die Adevinta ASA mit Sitz in Oslo, die 2018 als Abspaltung des Medienkonzerns Schibsted entstand und 2019 an die Osloer Börse ging.
Auf Ebene von Adevinta hat sich die Struktur 2024 grundlegend verändert. Im November 2023 legte ein Konsortium aus den Finanzinvestoren Permira und Blackstone, unterstützt von General Atlantic und TCV, ein Übernahmeangebot über 115 norwegische Kronen je Aktie vor – eine Bewertung von 141 Mrd. Kronen oder rund 12,1 Mrd. Euro. Ende Mai 2024 war die Übernahme abgeschlossen: Die Bietergesellschaft Aurelia Bidco Norway kontrollierte knapp 95 Prozent des Kapitals und der Stimmrechte, Adevinta wurde von der Börse genommen.
eBay ist damit nicht vollständig ausgestiegen. Der US-Konzern verkaufte rund die Hälfte seiner Adevinta-Aktien für etwa 2,2 Mrd. US-Dollar und behielt nach eigenen Angaben rund 20 Prozent an der privatisierten Gesellschaft; auch Schibsted blieb beteiligt. Kleinanzeigen gehört damit über Marktplaats B.V. und Adevinta einem Private-Equity-Konsortium unter Führung von Permira und Blackstone, an dem eBay als Minderheitsaktionär beteiligt bleibt.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Kleinanzeigen verdient nicht an Provisionen auf jeden Verkauf, sondern über mehrere Säulen: Werbung, Abogebühren gewerblicher Anbieter, kostenpflichtige Zusatzoptionen für Privatnutzer wie das Hervorheben von Anzeigen sowie Servicegebühren für die Bezahlfunktion „Sicher bezahlen“, die seit Oktober 2020 nach dem Treuhandprinzip arbeitet. Laut Fact Sheet des Unternehmens zählte die Plattform im ersten Quartal 2024 mehr als 520.000 gewerbliche Nutzer.
Die Reichweite ist beachtlich: Mehr als 35 Mio. Menschen nutzen Kleinanzeigen monatlich, über die Hälfte der deutschen Onliner. Im März 2024 verzeichnete das Portal rund 714 Mio. Besuche. Gleichzeitig sind über 50 Mio. Anzeigen online, pro Minute kommen mehr als 700 neue hinzu.
Auch wirtschaftlich läuft es rund. Der Jahresabschluss der kleinanzeigen.de GmbH weist für 2023 Umsatzerlöse von rund 287,9 Mio. Euro aus, nach 255,7 Mio. Euro im Jahr 2022. Das Jahresergebnis stieg von rund 6,5 Mio. Euro auf rund 8,3 Mio. Euro, die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von 255 auf 358. Zum Vergleich: Der gesamte Adevinta-Konzern setzte 2023 rund 1,83 Mrd. Euro um, die Schwesterplattform mobile.de allein 399 Mio. Euro.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Seit der Übernahme bauen Permira und Blackstone den Adevinta-Konzern um. Im Januar 2025 wurde bekannt, dass die Eigentümer einen Börsengang von mobile.de für 2026 vorbereiten; Berichte nannten eine mögliche Bewertung von bis zu 10 Mrd. Euro. Im Juli 2025 verkaufte Adevinta sein Spanien-Geschäft mit sechs Marktplätzen, darunter InfoJobs, Fotocasa und coches.net, für einen Unternehmenswert von rund 2 Mrd. Euro an den schwedischen Investor EQT. Ziel ist die Konzentration auf die Kernmärkte Deutschland, Frankreich und Benelux.
Im November 2025 berichtete Reuters, dass neben dem Börsenplan auch Kaufinteressenten für mobile.de existieren, darunter der Prosus-Konzern sowie EQT, Cinven und Apax; die Eigentümer tendierten jedoch zum Börsengang. Bis Ende September 2026 ist dieser nicht vollzogen – mobile.de wird in Marktübersichten weiterhin als möglicher Kandidat für das laufende Jahr geführt.
Für Kleinanzeigen selbst hat sich an den Eigentumsverhältnissen nichts geändert: Das Portal wird auch in Berichten vom Sommer 2026 als Adevinta-Tochter geführt. Am 25. Februar 2025 verlegte die kleinanzeigen.de GmbH ihren Sitz von Kleinmachnow nach Berlin. Die Geschäftsführung bilden Paul Heimann, der das Unternehmen seit Januar 2019 leitet, und Tobias Klatt als Chief Financial Officer seit Februar 2024.
FAQ
Wem gehört Kleinanzeigen 2026? Kleinanzeigen gehört über die Marktplaats B.V. zum norwegischen Konzern Adevinta. Adevinta befindet sich seit Mai 2024 im Besitz eines Investorenkonsortiums um Permira und Blackstone, an dem eBay noch rund 20 Prozent hält.
Gehört Kleinanzeigen noch zu eBay? Nein. eBay hat seine Kleinanzeigensparte 2021 an Adevinta verkauft und ist nur noch indirekt als Minderheitsaktionär von Adevinta beteiligt.
Warum heißt eBay Kleinanzeigen jetzt Kleinanzeigen? Nach dem Verkauf an Adevinta durfte der Markenname eBay nur noch übergangsweise genutzt werden. Am 16. Mai 2023 wurde das Portal in Kleinanzeigen umbenannt und zog auf kleinanzeigen.de um.
Wie viel hat Adevinta für eBay Kleinanzeigen bezahlt? Adevinta übernahm 2021 die gesamte eBay Classifieds Group inklusive mobile.de für 9,2 Mrd. US-Dollar. Ein separater Kaufpreis nur für das deutsche Portal wurde nicht veröffentlicht.
Wird Kleinanzeigen verkauft oder an die Börse gebracht? Für Kleinanzeigen sind keine Verkaufs- oder Börsenpläne bekannt. Die Eigentümer prüfen dagegen einen Börsengang der Schwesterplattform mobile.de, der bis September 2026 nicht stattgefunden hat.
Fazit
Die Frage „Wem gehört Kleinanzeigen?“ führt 2026 über drei Stufen: von der Berliner Betreibergesellschaft über die Amsterdamer Marktplaats B.V. bis zur Adevinta ASA in Oslo, die seit 2024 einem Private-Equity-Konsortium um Permira und Blackstone gehört. eBay, einst alleiniger Eigentümer, ist nur noch Minderheitsaktionär im Hintergrund. Mit mehr als 35 Mio. monatlichen Nutzern und knapp 288 Mio. Euro Umsatz 2023 bleibt Kleinanzeigen ein profitables Kerngeschäft des Konzerns.
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