
Efteling in Kaatsheuvel ist der größte Freizeitpark der Niederlande und einer der meistbesuchten Europas – und doch steht kein Konzern, kein Investor und keine Eigentümerfamilie dahinter. Alleinige Gesellschafterin der Betreibergesellschaft Efteling B.V. ist die Stichting Natuurpark de Efteling, eine Stiftung, die den Park seit der Eröffnung des Märchenwaldes 1952 trägt. 2025 zählte Efteling 5,78 Mio. Besuche und erwirtschaftete 347 Mio. Euro Umsatz. Dieser Beitrag erklärt Eigentümerstruktur, Kennzahlen und Pläne bis 2029 – Stand September 2026.
Key Takeaways
- Efteling gehört zu 100 Prozent der Stichting Natuurpark de Efteling, einer Stiftung ohne Gewinnabsicht mit Sitz in Kaatsheuvel.
- Die operative Gesellschaft Efteling B.V. wurde 1985 gegründet; die Stiftung ist seither ihre einzige Anteilseignerin.
- Der Park ist nicht börsennotiert, und es gibt keine privaten Eigentümer, die vom Erfolg persönlich profitieren.
- Der Märchenwald wurde am 31. Mai 1952 eröffnet, gestaltet vom Zeichner Anton Pieck und dem Filmemacher Peter Reijnders.
- 2025 verzeichnete Efteling 5,78 Mio. Besuche, 347 Mio. Euro Umsatz und 27,2 Mio. Euro Nettogewinn.
- Efteling beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter und wird seit 2014 von Fons Jurgens als Generaldirektor geführt.
- 2026 eröffnen die Freifall-Attraktion „Hooghmoed“ und der erneuerte Themenbereich „Raveleijn“, 2029 die 50 Mio. Euro teure Achterbahn „Missie Luminar“.
| Name | Efteling B.V. (Betreibergesellschaft des Freizeitparks Efteling) |
| Gegründet | 1952 (Eröffnung des Märchenwaldes am 31. Mai); Efteling B.V. seit 1985 |
| Sitz | Kaatsheuvel, Gemeinde Loon op Zand, Provinz Nordbrabant (Niederlande) |
| Eigentümer | Stichting Natuurpark de Efteling (100 Prozent der Anteile) |
| Umsatz | 347 Mio. Euro (2025), Nettogewinn 27,2 Mio. Euro |
| Mitarbeiter | mehr als 3.000 |
Geschichte und Herkunft
Die Wurzeln von Efteling liegen in einem katholischen Sport- und Wanderpark, der in den 1930er-Jahren in Kaatsheuvel entstand. Träger war eine 1937 gegründete Sportpark-Stiftung, deren Zweck laut Satzung die Erholung der Einwohner der Gemeinde Loon op Zand und die Förderung des Tourismus war. Am 25. Mai 1950 wurde sie in „Stichting Natuurpark de Efteling“ umbenannt – die heutige Eigentümerin war geboren.
Der entscheidende Schritt folgte am 31. Mai 1952 mit der Eröffnung des Märchenwaldes („Sprookjesbos“) mit zehn Märchenszenen. Gestaltet hatten ihn der Zeichner Anton Pieck, dessen nostalgischer Stil den Park bis heute prägt, und der Filmemacher Peter Reijnders, der die Szenen mit Bewegung und Ton belebte. Vorsitzender der Stiftung war von 1950 bis 1972 Bürgermeister R. J. Th. van der Heijden. Schon im ersten Jahr kamen 240.000 Besucher; der Park startete mit 15 Mitarbeitern.
Danach wuchs Efteling zum vollwertigen Freizeitpark: 1992 eröffnete das erste Hotel, seit 2010 ist der Park ganzjährig geöffnet, 2017 kam die Dunkelfahrt „Symbolica“ (35 Mio. Euro) hinzu, 2024 die Show-Attraktion „Danse Macabre“.
Eigentümerstruktur im Detail

Die Antwort auf die Frage „Wem gehört Efteling?“ ist ungewöhnlich für die Branche: Der Park gehört einer Stiftung. Die Stichting Natuurpark de Efteling hält 100 Prozent der Anteile an der Efteling B.V., in die 1985 alle operativen Aktivitäten ausgegliedert wurden. Es gibt keine Aktionäre, keine Private-Equity-Investoren und keine Gründerfamilie, die Dividenden erhält.
Die Stiftung versteht sich als Hüterin des Erbes und verfolgt laut Satzung das Ziel, Einrichtungen für Erholung zu schaffen und den Tourismus zu fördern. Gewinne fließen in den Park zurück: Laut dem Efteling-Lexikon Eftepedia geht jährlich ein Teil des Gewinns der B.V. an die Stiftung, die damit Investitionen, Naturschutz und soziale Projekte finanziert. Kommunikationsverantwortliche Femke van Es brachte es gegenüber dem Portal Parkplanet auf den Punkt: Es gebe niemanden, der durch Efteling reicher werde.
Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist seit 2023 Hans Janssen. Die Efteling B.V. führt Generaldirektor Fons Jurgens seit April 2014; ein Aufsichtsrat kontrolliert die Geschäftsführung. Der Park ist 72 Hektar groß, das Resort rund 276 Hektar, die Stiftung besitzt insgesamt etwa 400 Hektar Land. Die Naturschutzgenehmigung erlaubt maximal 5 Mio. individuelle Besucher pro Jahr – ein Wert, den Efteling 2025 fast erreicht hat, weshalb eine neue Genehmigung angestrebt wird.
Geschäftsmodell und Kennzahlen
Efteling verdient mit Eintritt, Übernachtungen, Gastronomie und Merchandising und positioniert sich als „Theme Park Resort“ für mehrtägige Aufenthalte. Dazu gehören das Efteling Wonder Hotel (1992, 124 Zimmer), der Ferienpark Bosrijk (2009, 1.694 Betten), der Ferienpark Loonsche Land (2017, 1.000 Betten) und seit dem 1. August 2025 das Efteling Grand Hotel mit 140 Zimmern und Suiten, zwei Restaurants und Schwimmbad innerhalb der Parkgrenzen.
2024 verzeichnete Efteling 5,6 Mio. Besuche von 4,9 Mio. Einzelbesuchern, einen Nettoumsatz von mehr als 300 Mio. Euro und ein Nettoergebnis von 36,8 Mio. Euro; investiert wurden über 105 Mio. Euro, vor allem in Grand Hotel und „Danse Macabre“. 2025 stieg der Umsatz um 10,5 Prozent auf 347,0 Mio. Euro, der Nettogewinn lag bei 27,2 Mio. Euro (7,8 Prozent des Umsatzes), das EBITDA bei 94,6 Mio. Euro, die Investitionen bei 85,7 Mio. Euro.
Mit 5,78 Mio. Besuchen von 4,98 Mio. Einzelbesuchern erreichte Efteling 2025 einen Rekord; aus Großbritannien kamen 47 Prozent mehr Gäste. Der Park beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter und stellte allein 2025 1.515 neue Beschäftigte ein. An 80 Tagen bewerteten die Gäste ihren Besuch mit 9 oder besser – bis 2030 soll das an mindestens der Hälfte aller Tage gelingen.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
2025 stand im Zeichen des Grand Hotels und der Anerkennung für „Danse Macabre“: Die im Oktober 2024 eröffnete Attraktion gewann 2025 den Golden Ticket Award als beste neue Familienattraktion. Im Oktober 2025 wechselte zudem die Finanzleitung: Jop Peek übernahm interimistisch die Aufgaben von Daan van Baarsen.
2026 setzt Efteling auf Familien und Erneuerung. Am 1. Mai 2026 eröffnete „Hooghmoed“, eine Freifall-Attraktion mit drei zwölf Meter hohen Türmen im Bereich der Achterbahn „Baron 1898“, die rund 600 Gäste pro Stunde befördert. Am 1. Dezember 2026 folgt der überarbeitete Themenbereich „Raveleijn“ mit einer neuen Show, entwickelt mit dem französischen Park Puy du Fou, und der Flugattraktion „Ravenring“ von Vekoma. Efteling investiert dafür rund 20 Mio. Euro, davon 10 Mio. Euro in die Show.
Den größten Sprung kündigte das Unternehmen im Sommer 2026 an: „Missie Luminar“, eine Launch-Achterbahn von Vekoma mit rund 80 km/h Spitzengeschwindigkeit, soll 2029 im Eingangsbereich eröffnen. Mit rund 50 Mio. Euro wird sie die teuerste Attraktion der Parkgeschichte und löst „Symbolica“ und „Danse Macabre“ (je 35 Mio. Euro) ab. Dazwischen liegt 2027 das 75-jährige Jubiläum.
FAQ
Wem gehört Efteling? Efteling gehört vollständig der Stichting Natuurpark de Efteling. Die Stiftung hält 100 Prozent der Anteile an der 1985 gegründeten Betreibergesellschaft Efteling B.V.
Ist Efteling börsennotiert? Nein. Efteling gehört weder einem Konzern noch Investoren; die Gewinne werden in den Park reinvestiert.
Wer hat Efteling gegründet? Die Stiftung geht auf eine 1937 gegründete Sportpark-Stiftung zurück, die 1950 ihren heutigen Namen erhielt. Den 1952 eröffneten Märchenwald gestalteten Anton Pieck und Peter Reijnders.
Wie viele Besucher hat Efteling? 2025 zählte Efteling 5,78 Mio. Besuche von 4,98 Mio. Einzelbesuchern. Die Naturschutzgenehmigung begrenzt die Zahl der individuellen Besucher auf 5 Mio. pro Jahr.
Wie viel Umsatz macht Efteling? 2025 erzielte Efteling 347 Mio. Euro Umsatz und 27,2 Mio. Euro Nettogewinn, ein Umsatzplus von 10,5 Prozent gegenüber 2024.
Wer leitet Efteling? Generaldirektor der Efteling B.V. ist seit April 2014 Fons Jurgens. Vorsitzender der Eigentümerstiftung ist seit 2023 Hans Janssen.
Fazit
Efteling ist der seltene Fall eines großen Freizeitunternehmens, das niemandem persönlich gehört: Die Stichting Natuurpark de Efteling hält alle Anteile an der Efteling B.V., und die Gewinne fließen in Attraktionen, Hotels und Naturflächen statt an Aktionäre. So wurde aus einem Märchenwald mit 15 Mitarbeitern ein Resort mit über 3.000 Beschäftigten und 347 Mio. Euro Umsatz. Mit „Raveleijn“ 2026, dem Jubiläum 2027 und „Missie Luminar“ 2029 ist die Agenda bis zum Ende des Jahrzehnts gefüllt – die Eigentümerstruktur bleibt unverändert.
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