DAF gehört zu 100 Prozent dem US-amerikanischen Nutzfahrzeugkonzern PACCAR Inc. aus Bellevue im Bundesstaat Washington. DAF Trucks N.V. mit Sitz in Eindhoven ist seit Oktober 1996 eine vollständige Tochtergesellschaft und bildet mit Kenworth und Peterbilt das Lkw-Geschäft des Konzerns. PACCAR ist an der Nasdaq notiert und liegt überwiegend im Streubesitz; größte Aktionäre sind Vanguard und BlackRock, die Gründerfamilie Pigott führt den Verwaltungsrat. 2025 erzielte PACCAR 28,44 Mrd. US-Dollar Umsatz und 2,38 Mrd. US-Dollar Nettogewinn.
Key Takeaways
- DAF Trucks N.V. ist seit 1996 eine hundertprozentige Tochter der PACCAR Inc.; der Kaufpreis lag laut Wikipedia bei 543 Mio. US-Dollar.
- PACCAR ist an der Nasdaq notiert (Kürzel PCAR) und liegt zu über 90 Prozent im Streubesitz.
- Größte Aktionäre laut Proxy Statement 2025 sind The Vanguard Group mit 11,9 Prozent und BlackRock mit 7,0 Prozent.
- Die Gründerfamilie Pigott führt den Verwaltungsrat, hält aber nur einen kleinen Aktienanteil.
- DAF wurde 1928 in Eindhoven gegründet, ging 1993 in die Insolvenz und kam 1996 zu PACCAR.
- 2025 baute DAF 47.048 Lkw mit durchschnittlich 8.587 Vollzeitkräften; der Marktanteil bei schweren Lkw in Europa lag bei 13,5 Prozent.
- Im Mai 2026 startete in Eindhoven die Serienproduktion der Elektro-Fernverkehrsmodelle XG Electric und XG⁺ Electric.
| Unternehmen / Name | DAF Trucks N.V. |
|---|---|
| Gegründet / Geboren | 1928 (Werkstatt von Hub van Doorne, Eindhoven) |
| Sitz / Wohnort | Eindhoven, Niederlande |
| Branche / Beruf | Nutzfahrzeugbau (schwere und mittelschwere Lkw, Motoren, Achsen, Fahrerhäuser) |
| Eigentümer / Vermögensbasis | 100 % PACCAR Inc., Bellevue/USA (börsennotiert, Nasdaq: PCAR; Großaktionäre Vanguard, BlackRock; Gründerfamilie Pigott im Verwaltungsrat) |
| Umsatz / Mitarbeiter | DAF: 47.048 produzierte Lkw, 8.587 Vollzeitkräfte (2025); PACCAR: 28,44 Mrd. US-Dollar Umsatz, 2,38 Mrd. US-Dollar Nettogewinn, rund 25.900 Beschäftigte (2025) |
Eigentümerstruktur im Detail

Die Eigentümerkette ist kurz: DAF Trucks N.V. gehört vollständig der PACCAR Inc. Es gibt keine Minderheitsgesellschafter, keine eigene Börsennotierung und keine Staatsbeteiligung mehr; die Zahlen fließen in das Lkw-Segment des Mutterkonzerns ein. DAF hält seinerseits 19 Prozent am tschechischen Hersteller Tatra Trucks.
PACCAR ist eine Publikumsgesellschaft mit Sitz in Bellevue bei Seattle; die Aktie notiert an der Nasdaq (PCAR) und ist im S&P 500 enthalten. Laut Proxy Statement 2025 waren zum Stichtag 4. März 2025 rund 524,9 Millionen Aktien ausstehend. Die einzigen Aktionäre über der Meldeschwelle von 5 Prozent waren The Vanguard Group mit 11,9 Prozent und BlackRock mit 7,0 Prozent. Die übrigen rund 79 Prozent verteilen sich auf weitere Fonds und Kleinanleger; finanzen.net weist den Streubesitz mit über 98 Prozent aus.
Eine Sonderrolle spielt die Gründerfamilie Pigott. William Pigott Sr. gründete 1905 in Seattle das Vorgängerunternehmen, das 1972 den Namen PACCAR erhielt. Sein Urenkel Mark Pigott war von 1997 bis 2013 Vorstandschef und ist seither Executive Chairman; sein Bruder John Pigott sitzt ebenfalls im Verwaltungsrat. Laut Proxy Statement 2025 hielt Mark Pigott 1,11 Prozent der Aktien, John Pigott weniger als 1 Prozent; alle Direktoren und Führungskräfte zusammen kamen auf 2,03 Prozent. Forbes führt die Pigotts dennoch unter den reichsten Familien der USA. CEO ist seit 2019 Preston Feight, DAF-Präsident Stand 2026 Jim Walenczak.
Geschichte und Herkunft
Die Geschichte von DAF beginnt 1928, als Hub van Doorne mit Unterstützung des Brauereidirektors A. H. Huenges in Eindhoven eine Werkstatt eröffnete. Mit seinem Bruder Wim baute er sie zur „Van Doorne’s Aanhangwagen Fabriek“ aus, die ab 1932 Anhänger fertigte. 1949 lief mit dem DAF A30 der erste eigene Lkw vom Band, ab 1958 baute DAF mit dem DAF 600 auch Pkw mit stufenlosem Variomatic-Getriebe.
1972 stieg International Harvester mit 33 Prozent ein, der niederländische Staat hielt 25 Prozent. 1975 ging die Pkw-Sparte samt Werk in Born an Volvo. 1987 fusionierte DAF mit Leyland Trucks aus der britischen Rover Group, 1989 folgte der Börsengang der DAF N.V. in Amsterdam und London. Im Februar 1993 musste DAF N.V. nach Absatzeinbruch und gescheiterter Refinanzierung Insolvenz anmelden und wurde in drei Management-Buy-outs zerlegt; die niederländischen Lkw-Aktivitäten liefen als DAF Trucks weiter, mehrheitlich getragen von der niederländischen und der flämischen Regierung. Im Oktober 1996 übernahm PACCAR DAF Trucks vollständig, 1998 folgte Leyland Trucks.
Aktuelle Entwicklung 2025/2026
Das Geschäftsjahr 2025 war für den Mutterkonzern trotz Umsatzrückgangs solide: PACCAR lieferte weltweit 144.200 Lkw aus, erzielte 28,44 Mrd. US-Dollar Umsatz und 2,38 Mrd. US-Dollar Nettogewinn; PACCAR Parts erreichte mit 6,87 Mrd. US-Dollar einen Rekordumsatz. 2026 zeichnet sich eine Erholung ab: Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz auf 7,55 Mrd. US-Dollar, der Nettogewinn auf 752 Mio. US-Dollar.
DAF produzierte 2025 insgesamt 47.048 Fahrzeuge. Der europäische Markt für Lkw über 16 Tonnen umfasste 298.000 Neuzulassungen, DAF kam auf 13,5 Prozent Marktanteil nach 14,4 Prozent im Vorjahr; in Großbritannien (27,7 Prozent) und den Niederlanden (25,6 Prozent) blieb DAF Marktführer. Für 2026 erwartet PACCAR in Europa 290.000 bis 330.000 Zulassungen schwerer Lkw.
Strategisch setzt DAF auf Elektrifizierung. XD Electric und XF Electric wurden im November 2025 zum „International Truck of the Year 2026“ gewählt. Am 6. Mai 2026 begann in Eindhoven die Serienfertigung der Fernverkehrsmodelle XG Electric und XG⁺ Electric mit Reichweiten von über 500 Kilometern. Ein Altlastthema bleibt das Lkw-Kartell: Die EU-Kommission hatte 2016 sechs Hersteller, darunter DAF, wegen Absprachen in den Jahren 1997 bis 2011 mit Bußgeldern von insgesamt 3,8 Mrd. Euro belegt. Mit der Deutschen Bahn einigte sich DAF Anfang 2024 außergerichtlich, weitere Sammelklagen von rund 1.000 Speditionen folgten 2025.
Werke und Marken im PACCAR-Verbund
DAF fertigt an vier Standorten. Am Stammsitz Eindhoven entstehen die schweren Baureihen und Motoren; 2023 nahm dort eine eigene Fabrik für Elektro-Lkw den Betrieb auf. Das 1966 eröffnete Werk Westerlo in Belgien liefert Fahrerhäuser und Achsen, beschäftigt rund 2.000 Menschen und wurde im vergangenen Jahrzehnt mit mehr als 650 Mio. Euro modernisiert. In Leyland in England entstehen die leichten und mittelschweren Modelle wie der DAF XB, in Ponta Grossa in Brasilien produziert DAF Brasil für Südamerika.
Im Konzern ist DAF die Marke für Europa und Exportmärkte, während Kenworth (seit 1945 bei PACCAR) und Peterbilt Nordamerika bedienen. Ergänzt wird das Geschäft durch PACCAR Parts und die Absatzfinanzierung PACCAR Financial.
FAQ
Wem gehört DAF heute? DAF Trucks N.V. gehört seit Oktober 1996 zu 100 Prozent der PACCAR Inc. aus Bellevue, Washington. Es gibt keine weiteren Gesellschafter.
Wem gehört PACCAR? PACCAR ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft im Streubesitz. Laut Proxy Statement 2025 hält Vanguard 11,9 Prozent und BlackRock 7,0 Prozent; die Gründerfamilie Pigott stellt den Executive Chairman, hält aber nur wenig mehr als 1 Prozent der Aktien.
Ist DAF noch ein niederländisches Unternehmen? Rechtlich ja: DAF Trucks N.V. ist eine niederländische Gesellschaft mit Sitz, Entwicklung und Hauptproduktion in Eindhoven, wirtschaftlich aber vollständig in US-Besitz.
Warum ging DAF 1993 in die Insolvenz? Nach Fusion mit Leyland und Börsengang brach der Absatz vor allem in Großbritannien ein, eine Refinanzierung scheiterte. Im Februar 1993 wurde DAF N.V. unter Insolvenzverwaltung gestellt.
Wie viel Umsatz macht DAF? DAF weist keine eigenen Umsatz- und Gewinnzahlen aus; bekannt ist die Produktion von 47.048 Lkw im Jahr 2025. Der Mutterkonzern PACCAR erzielte 2025 einen Umsatz von 28,44 Mrd. US-Dollar.
Wo werden DAF-Lkw gebaut? In Eindhoven (Niederlande), Westerlo (Belgien), Leyland (Großbritannien) und Ponta Grossa (Brasilien); die Elektro-Lkw entstehen in Eindhoven.
Fazit
Die Frage „Wem gehört DAF?“ hat seit drei Jahrzehnten dieselbe Antwort: dem US-Konzern PACCAR, der 1996 den nach der Insolvenz sanierten Hersteller übernahm. Hinter PACCAR stehen keine dominierenden Einzeleigentümer, sondern institutionelle Anleger wie Vanguard und BlackRock sowie eine Gründerfamilie, deren Einfluss über die Führung läuft. Mit der Elektro-Offensive 2025/2026 und dem erwarteten Marktaufschwung in Europa dürfte DAF im Konzern weiter an Gewicht gewinnen.