Wem gehört Alpina? Eigentümer und Struktur

Wem gehört Alpina

Wem gehört Alpina? Die Antwort hat sich zum Jahreswechsel 2025/2026 grundlegend geändert. Seit dem 1. Januar 2026 liegen die Markenrechte an ALPINA bei der BMW Group in München, die die Marke als eigenständige Luxusmarke unter dem Namen „BMW ALPINA“ weiterführt. Das Unternehmen ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG in Buchloe im Ostallgäu, das die Marke über sechs Jahrzehnte aufgebaut hat, wurde dagegen nicht verkauft: Es bleibt im Besitz der Familie Bovensiepen. Die Brüder Andreas und Florian Bovensiepen führen den Standort mit Service, Ersatzteilen, Entwicklungsdienstleistungen, Weinhandel und einer neuen eigenen Fahrzeugmarke namens „Bovensiepen“ weiter.

Key Takeaways

  • Die Marke ALPINA gehört seit dem 1. Januar 2026 der BMW Group. Der Kaufvertrag wurde am 10. März 2022 geschlossen, Firmenanteile wurden dabei nicht erworben.
  • Das Familienunternehmen ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG in Buchloe bleibt im Besitz der Familie Bovensiepen und wird von den Brüdern Andreas und Florian Bovensiepen geführt.
  • Gründer Burkard Bovensiepen (1936–2023) startete 1962 mit einem Doppelvergaser für den BMW 1500; die Firma wurde am 1. Januar 1965 offiziell gegründet und ist seit 1983 als Automobilhersteller beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert.
  • Zum Zeitpunkt des Verkaufs 2022 beschäftigte das Unternehmen rund 300 Mitarbeiter und fertigte 2021 etwa 2.000 Fahrzeuge.
  • Ein Kaufpreis für die Markenrechte wurde nicht öffentlich gemacht.
  • Die Familie hat eine neue Marke „Bovensiepen“ gegründet; das erste Modell, der Bovensiepen Zagato auf Basis des BMW M4 Cabrio, ist auf 99 Exemplare limitiert und kostet in Deutschland ab 369.495 Euro.
  • BMW positioniert BMW ALPINA zwischen der Kernmarke BMW und Rolls-Royce; im Mai 2026 wurde die Studie „Vision BMW Alpina“ gezeigt, ein erstes reguläres Modell auf Basis des neuen 7er wird für 2027 erwartet.
  • Service und Ersatzteile für bestehende ALPINA-Fahrzeuge bleiben am Standort Buchloe verfügbar, ergänzt um BMW-Handelsbetriebe.
UnternehmenALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG (Familienunternehmen); Marke ALPINA seit 2026 bei der BMW Group als „BMW ALPINA“
Gegründet1. Januar 1965 (Ursprünge 1962), Kaufbeuren, ab 1970 in Buchloe
HauptsitzBuchloe, Landkreis Ostallgäu, Bayern (Unternehmen); München (Marke BMW ALPINA)
EigentümerUnternehmen: Familie Bovensiepen; Markenrechte ALPINA: BMW Group (seit 1. Januar 2026)
BrancheAutomobilhersteller und Fahrzeugveredler, Entwicklungsdienstleistungen, Weinhandel
FührungAndreas und Florian Bovensiepen (Geschäftsführer)
Mitarbeiter / UmsatzRund 300 Mitarbeiter und ca. 2.000 gefertigte Fahrzeuge (2021); Umsatz 90 Mio. Euro (2014); aktuellere Zahlen nicht öffentlich bekannt

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte von Alpina beginnt 1962, als Burkard Bovensiepen einen Weber-Doppelvergaser für den BMW 1500 entwickelte. Am 1. Januar 1965 wurde die „Alpina Burkard Bovensiepen KG“ mit acht Mitarbeitern in Kaufbeuren offiziell gegründet, zunächst in einem Nebengebäude einer Schreibmaschinenfabrik. Um 1970 zog das Unternehmen nach Buchloe, wo es bis heute seinen Sitz hat.

In den 1970er- und 1980er-Jahren machte sich Alpina im Motorsport einen Namen, unter anderem mit Fahrern wie Niki Lauda und Derek Bell. 1983 ließ sich das Unternehmen beim Kraftfahrt-Bundesamt als eigenständiger Automobilhersteller eintragen. Über mehr als 50 Jahre arbeitete Alpina auf Basis eines Kooperationsvertrags eng mit BMW zusammen. 2014 lag der Umsatz bei rund 90 Millionen Euro bei etwa 200 Mitarbeitern und 1.700 Fahrzeugen, 2021 wurden mit rund 300 Beschäftigten etwa 2.000 Fahrzeuge gefertigt.

Eigentümerstruktur im Detail

Bei der Frage nach dem Eigentümer muss man seit 2026 zwei Dinge unterscheiden: die Marke und das Unternehmen. Am 10. März 2022 gab die BMW Group bekannt, die Markenrechte an ALPINA von der ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG zu erwerben. Ausdrücklich nicht Teil des Geschäfts waren Firmenanteile. Der bisherige Kooperationsvertrag lief zum 31. Dezember 2025 aus, die Markenrechte gingen zum 1. Januar 2026 auf die BMW Group über. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Marke ALPINA ist damit seit 2026 Teil des BMW-Konzerns und wird als „BMW ALPINA“ mit Sitz in München geführt – inklusive einer neuen Wortmarke, die sich am Schriftzug der 1970er-Jahre orientiert.

Das operative Unternehmen in Buchloe bleibt dagegen ein Familienbetrieb der Bovensiepens. Nach dem Tod des Gründers Burkard Bovensiepen im Oktober 2023 führen seine Söhne Andreas und Florian Bovensiepen die Geschäfte. Auch der Weinhandel, der als ALPINA Wein GmbH + Co. KG organisiert ist, war vom Verkauf nicht betroffen und gehört weiterhin zur Familie.

Führung und Strategie

Andreas Bovensiepen, Jahrgang 1962 und selbst ehemaliger Rennfahrer, war bei Alpina für Vertrieb, Entwicklung und Rennsport verantwortlich und begründete den Verkauf der Marke 2022 mit den Worten, es sei „strategisch die richtige Entscheidung, dass die Marke ALPINA in Zukunft von der BMW Group geführt wird“. Als Hintergrund gelten die wachsenden Anforderungen durch Regulierung, Elektrifizierung und die steigenden Entwicklungskosten für Software und Assistenzsysteme, die für einen Kleinserienhersteller kaum noch allein zu stemmen sind.

Für den Standort Buchloe wurde bereits 2022 eine Neuausrichtung angekündigt: Service und Ersatzteilgeschäft für das bestehende und historische ALPINA-Portfolio werden langfristig gesichert, das Entwicklungsdienstleistungsgeschäft für BMW soll ausgebaut werden, und unter dem Stichwort „ALPINA Classic“ kommen Restaurierung und Heritage-Dienstleistungen hinzu.

Auf Seiten von BMW verantwortete Vertriebsvorstand Pieter Nota die Übernahme. BMW ALPINA soll als eigenständige, exklusive Marke oberhalb von BMW und unterhalb von Rolls-Royce positioniert werden, mit Fokus auf die Balance aus Fahrkomfort und Leistung sowie umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten.

Aktuelle Entwicklung 2025/2026

Bis Ende 2025 wurden in Buchloe noch bestehende Modelle wie B3/D3 S und B4/D4 S Gran Coupé gefertigt. Mit dem Jahreswechsel endete die Produktion von Alpina-Fahrzeugen durch das Familienunternehmen.

Parallel dazu hat die Familie eine neue Marke unter ihrem eigenen Namen aufgebaut. Im Mai 2025 präsentierten Andreas und Florian Bovensiepen beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See den Bovensiepen Zagato, einen Gran Turismo auf Basis des BMW M4 Cabrio mit einer von Zagato gestalteten Carbon-Karosserie, 611 PS und 700 Nm. Im April 2026 wurden Preis und Stückzahl bekannt: 99 Exemplare, ab 369.495 Euro inklusive Mehrwertsteuer, gefertigt in über 250 Stunden Handarbeit in Buchloe. Die Auslieferung der ersten Kundenfahrzeuge ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.

Die BMW Group wiederum zeigte im Mai 2026 am selben Ort die Konzeptstudie „Vision BMW Alpina“ mit V8-Biturbo. Das erste reguläre BMW-ALPINA-Modell wird auf Basis der neuen 7er-Reihe für 2027 erwartet; offiziell bestätigte Modellnamen gibt es bislang nicht.

Bedeutung für den Markt

Mit der Übernahme schließt BMW eine Lücke im eigenen Portfolio zwischen den M-Modellen und Rolls-Royce. Gleichzeitig verschwindet mit Alpina einer der letzten unabhängigen Kleinserienhersteller Deutschlands – ein Beispiel dafür, wie Elektrifizierung und Regulierung die Konsolidierung in der Branche vorantreiben. Der Standort Buchloe bleibt erhalten, allerdings mit verändertem Profil: Statt Serienfertigung stehen künftig Service, Classic-Geschäft, Engineering für BMW und die Kleinstserie der neuen Marke Bovensiepen im Mittelpunkt.

FAQ

Wem gehört die Marke Alpina heute? Seit dem 1. Januar 2026 gehören die Markenrechte an ALPINA der BMW Group, die die Marke als „BMW ALPINA“ weiterführt.

Hat BMW das Unternehmen Alpina gekauft? Nein. BMW hat nur die Markenrechte erworben, keine Firmenanteile. Die ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG in Buchloe bleibt im Besitz der Familie Bovensiepen.

Wer führt das Familienunternehmen? Die Brüder Andreas und Florian Bovensiepen, Söhne des 2023 verstorbenen Gründers Burkard Bovensiepen, leiten das Unternehmen als Geschäftsführer.

Was ist die Marke „Bovensiepen“? Es ist die neue, unabhängige Fahrzeugmarke der Familie, die nicht zur BMW Group gehört. Das erste Modell ist der auf 99 Stück limitierte Bovensiepen Zagato auf Basis des BMW M4 Cabrio.

Wie viel hat BMW für Alpina bezahlt? Der Kaufpreis für die Markenrechte wurde nicht veröffentlicht.

Wer kümmert sich um Service und Ersatzteile bestehender Alpina-Fahrzeuge? Halter können ihre Fahrzeuge weiterhin nach Buchloe oder zu einem BMW-Händler bringen. Das Ersatzteil- und Classic-Geschäft für bisherige Modelle bleibt am Standort Buchloe.

Fazit

Alpina gehört seit 2026 gewissermaßen zwei Eigentümern: Die Marke ALPINA ist Teil der BMW Group und wird als BMW ALPINA zur Luxusmarke zwischen BMW und Rolls-Royce ausgebaut. Das Unternehmen in Buchloe samt Belegschaft, Know-how, Ersatzteilgeschäft und Weinhandel bleibt dagegen in der Hand der Familie Bovensiepen, die mit ihrer neuen Marke Bovensiepen und dem Zagato-Modell ein eigenes Kapitel aufschlägt. Für Kunden ändert sich beim Service wenig, für den Markt markiert der Schritt das Ende von 60 Jahren Unabhängigkeit einer der bekanntesten deutschen Veredlermarken.