Last updated: July 27, 2026
Quick Answer: Einen guten Immobilienmakler zu finden bedeutet mehr als nur Google-Bewertungen zu lesen. Wer die richtigen Prüfkriterien kennt, erkennt qualifizierte Fachleute anhand von Ausbildungsnachweisen, nachweisbaren Referenzen, lokaler Marktkenntnis und transparenter Kommunikation. Diese 20 Kriterien helfen dabei, Qualität von bloßer Selbstvermarktung zu unterscheiden.
Key Takeaways
- Ein seriöser Makler weist eine anerkannte Qualifikation nach, etwa eine IHK-Ausbildung oder eine Zertifizierung nach DIN EN 15733.
- Die Maklerprovision in Deutschland beträgt seit 2020 maximal 3,57 % des Kaufpreises pro Partei bei Wohnimmobilien.
- Fehlende Referenzen, unklare Vertragslaufzeiten und Druck beim Vertragsabschluss sind klare Warnsignale.
- Ein Makler und ein Immobilienmakler sind in Deutschland dasselbe, der Begriff „Makler“ ist jedoch breiter und umfasst auch andere Vermittlungsberufe.
- Vor dem Erstgespräch sollten mindestens fünf gezielte Fragen zu Spezialisierung, Vermarktungsstrategie und Erfahrung gestellt werden.
- Mehrere Makler gleichzeitig zu beauftragen ist möglich, birgt aber vertragliche Risiken, die vorab geklärt werden müssen.
- Bewertungsportale wie Immobilienscout24 oder Google liefern erste Hinweise, ersetzen aber keine persönliche Überprüfung.
Was macht einen guten Immobilienmakler in Deutschland aus?
Ein guter Immobilienmakler verbindet nachgewiesene Fachkompetenz mit lokaler Marktkenntnis und transparenter Arbeitsweise. Qualität zeigt sich nicht im Auftreten, sondern in konkreten Belegen: Ausbildungsnachweise, abgeschlossene Transaktionen in der Region und klare Kommunikation über Kosten und Prozesse.
Die folgenden Eigenschaften kennzeichnen einen qualifizierten Makler:
- Abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium im Immobilienbereich
- Aktive Mitgliedschaft in einem Berufsverband (IVD, BVFI)
- Nachweisbare Verkäufe in der Zielregion der letzten 12 Monate
- Strukturierter Vermarktungsplan mit konkreten Maßnahmen
- Digitale Kompetenz: professionelle Fotos, 3D-Grundrisse, Online-Exposés
Entscheidungsregel: Wer keine Referenzen aus der eigenen Region nennen kann, ist für den lokalen Markt möglicherweise nicht die beste Wahl.

Welche Qualifikationen und Zertifizierungen sollte ein deutscher Immobilienmakler haben?
In Deutschland gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtausbildung für Immobilienmakler. Jeder, der eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO besitzt, darf als Makler tätig sein. Das macht die Prüfung von Qualifikationen besonders wichtig.
Anerkannte Qualifikationsnachweise im Überblick:
| Qualifikation | Herausgeber | Bedeutung |
|---|---|---|
| IHK-Ausbildung Immobilienkaufmann/-frau | IHK Deutschland | Staatlich anerkannte Berufsausbildung |
| Zertifizierung nach DIN EN 15733 | DIN/ISO | Europäischer Standard für Maklerdienstleistungen |
| Immobilienfachwirt (IHK) | IHK Deutschland | Weiterbildung mit Prüfung |
| Mitgliedschaft IVD | Immobilienverband Deutschland | Branchenverband mit Fortbildungspflicht |
Wichtig: Eine Gewerbeerlaubnis allein ist kein Qualitätsmerkmal. Sie belegt lediglich die rechtliche Zulässigkeit, nicht die fachliche Kompetenz.
Wie überprüft man, ob ein Makler qualifiziert und vertrauenswürdig ist?
Die Überprüfung eines Maklers erfordert aktives Nachfragen, nicht nur passives Lesen von Bewertungen. Konkrete Belege sind aussagekräftiger als allgemeine Versprechen.
Schritte zur Überprüfung:
- Gewerberegistereintrag und § 34c-Erlaubnis beim zuständigen Ordnungsamt bestätigen lassen
- Mitgliedschaft in IVD oder BVFI auf den jeweiligen Verbandswebseiten prüfen
- Mindestens drei Referenzkunden direkt kontaktieren
- Exposés früherer Objekte auf Qualität und Vollständigkeit prüfen
- Bewertungen auf Google, Immobilienscout24 und Proven Expert auswerten
Häufiger Fehler: Viele Eigentümer verlassen sich ausschließlich auf Online-Bewertungen, ohne zu prüfen, ob diese verifiziert sind.
Wie hoch ist die Maklerprovision in Deutschland, und wie erkennt man Übervorteilung?
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt in Deutschland das Gesetz zur Teilung der Maklerprovision bei Wohnimmobilien. Käufer und Verkäufer zahlen jeweils maximal 50 % der vereinbarten Provision, die in der Regel zwischen 5,95 % und 7,14 % des Kaufpreises liegt (inklusive MwSt.), also maximal 3,57 % pro Partei.
Warnsignale bei der Provision:
- Forderung einer höheren Provision als 3,57 % vom Käufer ohne entsprechende Vereinbarung mit dem Verkäufer
- Unklare Provisionsvereinbarungen im Maklervertrag
- Erfolgsunabhängige Vorauszahlungen oder „Bearbeitungsgebühren“
Entscheidungsregel: Wer eine Provision deutlich über dem regionalen Marktüblichen verlangt, sollte dies mit konkreten Mehrleistungen begründen können.
Welche Warnsignale gibt es bei der Wahl eines Immobilienmaklers?
Bestimmte Verhaltensweisen deuten auf mangelnde Seriosität hin und sollten zur Vorsicht mahnen. Ein guter Makler übt keinen Druck aus und liefert Informationen proaktiv.
Rote Flaggen im Überblick:
- Drängen auf schnellen Vertragsabschluss ohne Bedenkzeit
- Keine schriftliche Auftragsbestätigung oder unklare Vertragslaufzeiten
- Überhöhte Preisversprechen ohne Marktanalyse als Grundlage
- Fehlende oder nicht überprüfbare Referenzen
- Schlechte Erreichbarkeit und verzögerte Kommunikation
- Veraltete oder qualitativ minderwertige Exposés
- Keine Bereitschaft, den Maklervertrag vor Unterzeichnung zu erläutern
„Ein Makler, der keine Zeit für Ihre Fragen hat, wird auch keine Zeit für Ihre Käufer haben.“
Was ist der Unterschied zwischen Makler und Immobilienmakler in Deutschland?
In Deutschland werden die Begriffe „Makler“ und „Immobilienmakler“ im Alltag oft synonym verwendet, sind aber rechtlich nicht identisch. Der Begriff „Makler“ ist im BGB (§§ 652 ff.) allgemein definiert und umfasst alle Vermittlungsberufe, also auch Versicherungs- oder Kreditvermittler. „Immobilienmakler“ bezeichnet spezifisch Personen, die Kauf, Verkauf oder Vermietung von Immobilien vermitteln und dafür eine Erlaubnis nach § 34c GewO benötigen.
Für Eigentümer und Käufer ist diese Unterscheidung relevant, weil nur der Immobilienmakler den spezifischen Regelungen des Wohnimmobilienmaklerrechts unterliegt.
Wie findet man Immobilienmakler in der eigenen Region?
Lokale Makler lassen sich über mehrere Kanäle finden, wobei die Kombination aus digitaler Suche und persönlicher Empfehlung die besten Ergebnisse liefert.
Praktische Suchwege:
- IVD-Maklersuchmaschine (ivd.net): Filtert nach Region und Spezialisierung
- Immobilienscout24 und Immowelt: Listen aktive Makler mit Bewertungen
- Google-Suche mit Ortsangabe: Zeigt lokale Anbieter mit Rezensionen
- Empfehlungen aus dem persönlichen Netzwerk: Oft die verlässlichste Quelle
- Lokale Zeitungsanzeigen: Noch immer relevant in ländlichen Regionen
Tipp: Wer drei bis fünf Makler aus der Region vergleicht, bekommt ein realistisches Bild des lokalen Marktes und der üblichen Konditionen.
Welche Fragen sollte ich einem Makler vor der Beauftragung stellen?

Gezielte Fragen im Erstgespräch trennen erfahrene Fachleute von unerfahrenen Generalisten. Die Antworten liefern konkrete Hinweise auf Kompetenz und Arbeitsweise.
20 Prüfkriterien als Fragenkatalog für das Erstgespräch:
- Welche Ausbildung oder Zertifizierung haben Sie?
- Wie viele Objekte haben Sie in den letzten 12 Monaten in dieser Region verkauft?
- Wie lange dauert ein Verkauf bei Ihnen durchschnittlich?
- Welche Vermarktungskanäle nutzen Sie konkret?
- Wer erstellt die Fotos und das Exposé?
- Wie kommunizieren Sie mit mir während des Prozesses?
- Wie ermitteln Sie den Angebotspreis?
- Welche Referenzkunden kann ich kontaktieren?
- Wie ist die Vertragslaufzeit und gibt es eine Kündigungsmöglichkeit?
- Wie gehen Sie mit Interessenten um, die ohne Finanzierungsnachweis anfragen?
- Arbeiten Sie allein oder im Team?
- Haben Sie Erfahrung mit meiner Immobilientyp (Eigentumswohnung, Haus, Mehrfamilienhaus)?
- Wie hoch ist Ihre Provision und was ist darin enthalten?
- Nutzen Sie virtuelle Besichtigungen oder 3D-Touren?
- Wie reagieren Sie, wenn das Objekt nach 60 Tagen nicht verkauft ist?
- Sind Sie Mitglied in einem Berufsverband?
- Wie schützen Sie meine persönlichen Daten (DSGVO)?
- Welche Unterlagen benötigen Sie von mir?
- Übernehmen Sie die Koordination mit Notar und Käufer?
- Haben Sie eine Berufshaftpflichtversicherung?
Kann ich mehrere Makler gleichzeitig beauftragen?
Ja, das ist möglich, aber nur unter bestimmten Vertragsbedingungen. Wer einen einfachen Maklerauftrag (ohne Alleinauftrag) abschließt, kann mehrere Makler parallel beauftragen. Bei einem Alleinauftrag oder qualifizierten Alleinauftrag ist dies vertraglich ausgeschlossen.
Unterschied der Auftragsarten:
- Einfacher Auftrag: Mehrere Makler erlaubt, geringere Motivation des einzelnen Maklers
- Alleinauftrag: Nur ein Makler, aber höheres Engagement und strukturiertere Vermarktung
- Qualifizierter Alleinauftrag: Eigentümer darf selbst keine Interessenten direkt vermitteln
Empfehlung: Für Eigentümer, die schnell und zum bestmöglichen Preis verkaufen wollen, ist ein qualifizierter Alleinauftrag mit einem sorgfältig ausgewählten Makler meist effektiver als parallele Beauftragungen.
Was muss in einem Maklervertrag stehen?
Ein rechtssicherer Maklervertrag enthält klare Regelungen zu Laufzeit, Provision und Leistungsumfang. Fehlen diese Punkte, entstehen Streitpotenziale.
Pflichtbestandteile eines seriösen Maklervertrags:
- Genaue Bezeichnung des Objekts
- Art des Auftrags (einfach, Alleinauftrag, qualifizierter Alleinauftrag)
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen
- Provisionshöhe und Fälligkeit (nur bei Erfolg)
- Leistungsumfang des Maklers (Exposé, Besichtigungen, Verhandlungen)
- Datenschutzregelung gemäß DSGVO
- Regelung zur Weitergabe von Interessentendaten
Warnsignal: Verträge ohne definierte Laufzeit oder mit automatischer Verlängerung ohne Kündigungsmöglichkeit sollten vor Unterzeichnung angepasst werden.
Häufige Fehler bei der Wahl eines Immobilienmaklers
Viele Eigentümer bereuen ihre Maklerwahl, weil sie vermeidbare Fehler gemacht haben. Das Wissen um diese Fehler schützt vor teuren Konsequenzen.
Die häufigsten Fehler:
- Den erstbesten Makler beauftragen, ohne Alternativen zu vergleichen
- Sich von einem hohen Preisversprechen leiten lassen, ohne die Marktanalyse zu prüfen
- Keinen schriftlichen Vertrag verlangen
- Die Referenzen nicht aktiv überprüfen
- Den Maklervertrag nicht vollständig lesen, bevor man unterschreibt
- Digitale Kompetenz des Maklers nicht bewerten (fehlende Online-Präsenz kostet Reichweite)
Fazit: So gelingt die Wahl des richtigen Immobilienmaklers
Einen guten Immobilienmakler zu finden erfordert systematisches Vorgehen, keine Intuition. Wer die 20 Prüfkriterien aus diesem Artikel konsequent anwendet, reduziert das Risiko einer Fehlentscheidung erheblich.
Konkrete nächste Schritte:
- Drei bis fünf Makler aus der Region über IVD, Google und Empfehlungen identifizieren
- Qualifikationsnachweise und Gewerbeerlaubnis aktiv anfordern und prüfen
- Den Fragenkatalog aus diesem Artikel im Erstgespräch nutzen
- Referenzen direkt kontaktieren, nicht nur Online-Bewertungen lesen
- Maklervertrag vor Unterzeichnung auf Laufzeit, Provision und Leistungsumfang prüfen
Die Wahl des richtigen Maklers ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Immobilienverkauf oder -kauf. Ein strukturierter Auswahlprozess schützt nicht nur vor finanziellen Verlusten, sondern spart auch Zeit und Nerven.
FAQ
Brauche ich überhaupt einen Makler beim Immobilienverkauf? Nein, ein Makler ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wer Zeit, Marktkenntnis und Verhandlungsgeschick mitbringt, kann privat verkaufen. Für die meisten Eigentümer überwiegen jedoch die Vorteile eines erfahrenen Maklers, besonders bei der Preisfindung und der Käuferqualifizierung.
Wie lange dauert ein Immobilienverkauf mit Makler durchschnittlich? Die Dauer hängt stark von Lage, Preis und Marktlage ab. In gefragten Lagen sind es häufig vier bis acht Wochen bis zur Angebotsannahme, in weniger nachgefragten Regionen können es mehrere Monate sein.
Kann ein Makler seine Provision nachträglich erhöhen? Nein. Die Provision ist im Maklervertrag festgelegt und kann nicht einseitig erhöht werden. Nachträgliche Änderungen bedürfen der schriftlichen Zustimmung beider Parteien.
Was passiert, wenn der Makler das Objekt nicht verkauft? Bei einem Erfolgshonorar (Standardmodell) fällt keine Provision an, wenn kein Verkauf zustande kommt. Kosten für Exposé-Erstellung oder Werbung können jedoch separat vereinbart sein, daher den Vertrag genau prüfen.
Wie erkenne ich, ob ein Makler den Preis zu hoch ansetzt? Ein seriöser Makler belegt seinen Preisvorschlag mit einer schriftlichen Marktanalyse und vergleichbaren Verkäufen in der Region. Wer nur einen hohen Preis nennt, ohne Belege zu liefern, betreibt möglicherweise „Preisankerungs-Marketing“, um den Auftrag zu gewinnen.
Ist eine Berufshaftpflichtversicherung beim Makler Pflicht? Eine gesetzliche Pflicht zur Berufshaftpflicht besteht für Immobilienmakler in Deutschland derzeit nicht. Seriöse Makler verfügen jedoch freiwillig über eine solche Versicherung. Das Fehlen einer Berufshaftpflicht ist ein Qualitätsmerkmal, das nachgefragt werden sollte.
Was ist der Unterschied zwischen einem Alleinauftrag und einem qualifizierten Alleinauftrag? Beim einfachen Alleinauftrag darf der Eigentümer das Objekt selbst verkaufen, ohne Provision zu zahlen. Beim qualifizierten Alleinauftrag ist auch das untersagt. Letzterer bietet dem Makler mehr Sicherheit und führt meist zu intensiverer Vermarktung.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser, 2020, https://www.gesetze-im-internet.de
- Immobilienverband Deutschland IVD: Berufsordnung und Qualifikationsstandards, 2023, https://www.ivd.net
- DIN Deutsches Institut für Normung: DIN EN 15733, Dienstleistungen von Immobilienmaklern, 2012, https://www.din.de
- Bundesministerium der Justiz: Gewerbeordnung § 34c, aktuelle Fassung, https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__34c.html