Wem gehört Microsoft? Nicht Bill Gates

Wem gehört Microsoft

Kurze Antwort: Microsoft gehört nicht Bill Gates. Er taucht in der Aktionärstabelle des Unternehmens gar nicht mehr auf. Größte gemeldete Anteilseigner sind die Indexfondsanbieter Vanguard mit 8,95 Prozent und BlackRock mit 7,30 Prozent (Stand 30. September 2025). Es gibt nur eine Aktiengattung – eine Aktie, eine Stimme.

Die Gesellschaft

  • Firmierung: Microsoft Corporation, Gründungsstaat Washington – nicht Delaware, wie bei den meisten US-Konzernen
  • Sitz: One Microsoft Way, Redmond, WA 98052-6399
  • Börse: Nasdaq, Ticker MSFT; SEC-Kennung CIK 0000789019
  • Ausstehende Aktien zum 30. September 2025: 7.433.087.554, gehalten von 76.483 eingetragenen Aktionären

Das Proxy Statement 2025 formuliert die Kapitalstruktur in einem Halbsatz: „single class of shares with each share entitled to one vote“. Damit unterscheidet sich Microsoft grundlegend von Alphabet, Meta oder Snap, wo Gründer über stimmstarke Sonderaktien die Kontrolle behalten.

Die Aktionäre

Anteilseigner Aktien Anteil
The Vanguard Group, Inc. 664.882.153 8,95 %
BlackRock, Inc. 540.020.228 7,30 %

Das sind die einzigen im Proxy Statement gelisteten Anteilseigner über fünf Prozent. State Street erscheint dort nicht – die verbreitete Nennung als dritter Großaktionär lässt sich aus dieser Quelle nicht belegen.

Bill Gates und Steve Ballmer tauchen in der Fünf-Prozent-Tabelle ebenfalls nicht auf. Ihre heutigen Anteile sind aus SEC-Unterlagen nicht ermittelbar: Gates schied 2020 aus dem Board aus, Ballmer 2014 – seither besteht für beide keine Meldepflicht für Insidergeschäfte mehr.

Die Führung

Satya Nadella ist Chairman und Chief Executive Officer in Personalunion; den Board-Vorsitz übernahm er 2021. Lead Independent Director ist Sandra E. Peterson. Nadella selbst hält 900.572 Aktien – weniger als ein Prozent.

Was Microsoft gehört

Alle Kaufpreise aus den Geschäftsberichten an die US-Börsenaufsicht:

  • Activision Blizzard, Inc. – abgeschlossen 13. Oktober 2023, Gesamtkaufpreis 75,4 Milliarden US-Dollar, überwiegend bar. Angekündigt im Januar 2022 noch mit 68,7 Milliarden.
  • LinkedIn Corporation – 8. Dezember 2016, 27,0 Milliarden US-Dollar
  • Nuance Communications – im Geschäftsbericht 2022 mit 18,8 Milliarden US-Dollar beziffert
  • ZeniMax Media (Bethesda) – März 2021, 8,1 Milliarden US-Dollar
  • GitHub, Inc. – 25. Oktober 2018, 7,5 Milliarden US-Dollar in Aktien
  • Mojang Synergies AB (Minecraft) – 6. November 2014, 2,5 Milliarden US-Dollar bar
  • Xbox Game Studios – interne Studio-Sparte ohne eigene Beteiligungsquote

Skype ist eingestellt. Der Microsoft-Support hat die Abschaltung für Mai 2025 angekündigt.

OpenAI ist keine Tochter, sondern eine Beteiligung nach der Equity-Methode. Der Geschäftsbericht zum 30. Juni 2026 nennt einen „approximate 25 % interest on an as-converted basis“. Nach der Umstrukturierung von OpenAI im Oktober 2025 sank der proportionale Anteil. Die Finanzierungszusagen belaufen sich auf 13,0 Milliarden US-Dollar, davon 11,9 Milliarden ausgezahlt; der Umsatz aus OpenAI-Verträgen lag im Geschäftsjahr 2026 bei 24,1 Milliarden US-Dollar. Die kursierende Zahl von rund 27 Prozent steht nicht im Geschäftsbericht.

Häufige Falschannahmen

  • „Microsoft gehört Bill Gates.“ Er ist nicht einmal mehr meldepflichtiger Großaktionär. Die größten Einzelhalter sind Indexfondsanbieter, die für fremde Rechnung halten.
  • „Microsoft hat A- und B-Aktien wie Google.“ Nein – eine Gattung, eine Stimme je Aktie.
  • „Microsoft besitzt OpenAI.“ Nein – eine Minderheitsbeteiligung von rund 25 Prozent.
  • „Vanguard und BlackRock kontrollieren Microsoft.“ Sie halten zusammen gut 16 Prozent, und zwar treuhänderisch für Millionen von Fondsanlegern.

Was sich aus öffentlichen Quellen nicht belegen lässt

  • Die heutigen Anteile von Bill Gates und Steve Ballmer
  • State Street als Anteilseigner über fünf Prozent
  • Ein OpenAI-Anteil von 27 Prozent
  • Vermögensangaben zu Personen – hier bewusst ausgeklammert

Quellen

Stand: 26. August 2026. Alle Angaben stammen aus den oben verlinkten Quellen.